Uschis Angelerlebnisse Teil 12
Die Fische beißen wieder – die Saison ist eröffnet
Es war Anfang März und ich dachte, so langsam könnte sich aber am Wasser mal wieder etwas tun. Seit einigen Wochen schien tagsüber die Sonne und es hatte auch keine Nachtfröste mehr gegeben. An einem Freitagnachmittag fuhren Achim und ich gleich nach Feierabend zum Sennesee, um nachzusehen, ob wir dort bald angeln könnten. Leider war der See immer noch von einer, wenn auch ganz dünnen, Eisschicht überzogen. Das hieß, dass wir noch mindestens 14 Tage warten mussten. Ein anderer Angler, den wir dort mit seinem Sohn antrafen, war ebenfalls schon ganz heiß darauf, wieder angeln zu können.
Zwei Tage später, am Sonntag, überlegten wir, unser Glück am Südstadtteich in Bielefeld-Sennestadt herauszufordern. An diesem Teich hatten wir noch nie geangelt. Wir waren schon gegen 13 Uhr da und hatten unsere Köder gerade im Wasser, als uns ein Fischereiaufseher ansprach und uns bat, unsere Papiere vorzuzeigen, denn er kannte uns nicht. Achim antwortete ihm, dass wir die noch nicht bekommen hätten, da wir erst vor kurzem in den ASV Dalbke eingetreten seien. "Dann sind Sie hier aber falsch. Dieser Teich wird von dem Sennestädter Verein beangelt. Der Südstadtteich liegt auf der anderen Seite der Straße, hinter dem Hochhaus" antwortete er uns. Das war uns ganz schön peinlich. Wir hatten geglaubt, dass es sich bei diesem Teich um den Südstadtteich handeln würde und waren schon Tage vorher einige Male um ihn herum gegangen, um uns schöne Angelplätze auszugucken.
Schnell holten wir unsere Ruten rein, packten alles zusammen und fuhren zu dem anderen Teich. Dass es noch einen anderen Teich in der Sennestadt gab hatten wir nicht gewußt. Als wir dort ankamen staunten wir nicht schlecht. Dieser Teich gefiel uns sogar viel besser als der, den wir zuerst für den Südstadtteich angesehen hatten. Er lag etwas abseits von der Straße und war auch sehr gut zugänglich.
Bevor wir dieses Mal unsere Sachen auspackten, nahmen wir ihn erst einmal in Augenschein und sprachen mit dem Angler, den wir 2 Tage zuvor am Sennesee getroffen hatten. Er bestätigte uns, dass wir dieses Mal am richtigen Teich waren. Als wir ihn fragten, ob er schon etwas gefangen hätte, antwortete er, dass er lediglich ein paar Zupfer gehabt, aber noch keinen Fisch gefangen hätte.
Wir gingen noch ein Stückchen weiter um den See herum und kehrten dann zu unseren Angelsachen zurück, um erneut unsere Ruten aufzubauen.
Ich entschied mich für eine Grund- und eine Teleskoprute. An der Grundrute bot ich Rotwürmer und Maden als Köder an. Die Teleskoprute bestückte ich mit einer kleinen Pose. Am Vorfach bot ich eine Made an einem 14er Haken an. Ich wusste wohl, dass der Haken viel zu groß war, aber mit den kleineren kam ich noch nicht so gut zurecht, d.h. ich bekam beim Auswerfen ständig Tödder.
Da der Teich sehr flach war (die Tiefe betrug höchstens 2 m), dauerte es einige Zeit, bis ich die Pose auf die richtige Tiefe eingestellt hatte.
Achim angelte mit einer Schwingspitz- und einer Grundrute. Da wir wussten, dass es in dem Teich viele Karpfen gab, angelte er mit Boilies. Aber ob die Karpfen sie auch mochten, wussten wir nicht. Schließlich mussten wir das neue Gewässer erst einmal kennen lernen.
Lange Zeit tat sich an unseren Ruten nichts. Ich war gerade dabei meine Pose erneut auszuwerfen, als ich sah, wie der andere Angler eine kleine Rotfeder landete. "Hm, warum bekomme ich keinen Fisch an den Haken?" sagte ich zu Achim. "Wird schon noch werden. Du musst nicht immer so ungeduldig sein", antwortete er mir.
Gegen 16 Uhr packte der Kollege seine Sachen ein. Viel hatte auch er nicht gefangen, lediglich 2 kleine Rotfedern. Er war gerade um die Ecke verschwunden, als ich sah, wie meine Pose abtauchte. Na bitte, es ging doch. Endlich bissen sie auch an unserer Angelstelle. Ich holte die Pose rein und hatte meinen ersten Fisch an diesem Teich (eine Rotfeder) am Haken. Dann ging es Schlag auf Schlag. Kaum war eine neue Made dran und die Rute ausgeworfen, tauchte die Pose auch schon wieder ab und die nächste Rotfeder hing am Haken.
"Ob es hier wohl auch Barsche gibt?", fragte ich Achim. Die Antwort bekam ich prompt, denn der nächste Fisch, den ich landete, war ein kleiner Barsch. Als es zu dämmern anfing, brodelte das Wasser nur so von Köderfischen. Dass es in dem Teich tatsächlich Karpfen gab, zeigten sie uns durch ihr Gründeln. Überall stiegen Blasen an die Wasseroberfläche. Aber so richtig schienen sie noch nicht in Fresslaune zu sein. Jedenfalls ignorierten sie die Bolies an Achims Ruten. Als Achim sah, dass ich schon mehrere Rotaugen und auch einen Barsch gefangen hatte, holte er seine Schwingspitzrute rein und montierte eine Wasserkugel auf die Schnur. Nun bot auch er Maden als Köder an. Sofort stürzten sich die Rotaugen darauf.
Gegen 18 Uhr war packten wir glücklich, endlich einmal wieder ein paar Fische gefangen zu haben, ein. Die 19 Fische, nahmen wir mit, um sie zuhause als Köderfische einzufrieren.
Ursula Kluck
Uschis Angelseiten: http://www.angelberichte.de
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