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Die Schützer, die Angler, die Evolution, der Kosmos........................
Mal schnell, mal weniger schnell verändert sich alles – je nachdem aus welcher Perspektive man es betrachtet. Diese Perspektive ändert sich auch mit dem eigenen „erreichbaren Alter“. Eine Raubwespe, die einen Sommer lang lebt, frisst eine frisch geschlüpfte Eintagsfliege. Während die paar Minuten Leben für die Eintagsfliege schon einen großen Teil ihrer gesamten Lebensspanne ausmachte, ist das für die Wespe schon ein deutlich geringerer.
Ebenso ist das Verhältnis vom jahrelang lebenden Frosch , der eben die Wespe frisst, zu deren Lebensspanne. Der Mensch, der sich den Froschschenkel einverleibt, lebt schon 70 – 80 Jahre. Eine Schildkröte kann weit über hundert Jahre alt werden...........
Aber das sind ja Lebensspannen von Individuen. Arten, Familien und Gattungen von Pflanzen und Tieren rechnen sich da ja in ganz anderen Zeitspannen, die einfachsten Einzeller gibt es gar schon 2 oder 3 Milliarden Jahre. Und noch mal verändert sich die Perspektive, wenn man alles vom Urknall aus ansieht, der soll ja so ca. 14 – 15 Milliarden zurück liegen.
Aber zurück zum Leben, das so vor ca. 2 – 3 Milliarden entstanden sein soll auf der Erde. Die Evolution bescherte uns in dieser Zeitspanne zigtausende Arten, Gattungen und Familien an Pflanzen und Tieren. Je nach den Bedingungen – es war mal heißer, mal kälter, die Atmosphäre enthielt mal mehr, mal weniger Sauerstoff, es schlugen immer wieder mal Meteoriten gigantischer Ausmaße auf der Erde ein, die fast das ganze Leben vernichteten, es gab Eiszeiten, Dürreperioden, Vulkanausbrüche unvorstellbaren Ausmaßes, ständig verändern sich auch die Lage der Kontinente und der Meere, damit auch die Strömungen und das Klima - sterben täglich alle möglichen Arten von Pflanzen und Tieren aus und es entstehen neue.
Warum dieser Exkurs in die Vorgeschichte?? Weil man sich als Mensch, der die Natur nutzen einmal darüber klar werden sollte, dass das Leben weitergehen wird – mit oder ohne Menschen. Und dass täglich zig Tier- und Pflanzenarten sowohl aussterben wie auch neu entstehen. Zum Teil ganz ohne zutun der Menschheit, zum Teil aber auch gerade durch sie.
Der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“. Solange man genügend zu essen hat, ein Dach über dem Kopf und auch sonst einigermaßen versorgt ist, sollte möglichst alles so bleiben wie es ist. Und da kommen wir wieder zu den eingangs erwähnten unterschiedlichen Perspektiven je nach Lebensspanne:
Während der Mensch vielleicht in den 70 oder 80 Jahren, die er zu leben pflegt, gewisse Veränderungen in seinem persönlichen Leben feststellen kann, wird er wohl kaum bewusst (bzw. höchstens theoretisch) dran denken oder es bemerken dass sich z. B. die Kontinente jährlich um 1 – 2 Zentimeter aufeinander zu oder voneinander weg bewegen. Was dem kurzlebigen Menschen also kaum auffällt, ist erdgeschichtlich betrachtet eine ständige und nicht einmal so langsame Bewegung mit allen daraus resultierenden Folgen.
Wir machen uns momentan Sorgen um den Klimawandel. Wobei wenige Menschen daran denken, dass wir zwischen zwei Eiszeiten leben. Ob mit oder ohne Klimaänderung durch den Menschen: Die nächste Eiszeit wird genauso kommen wie die darauf folgende Erwärmung – begleitet von der Verschiebung der Kontinente und Meere mit den daraus folgenden Veränderungen der Strömungen welche sich wieder auf das Klima auswirken.
Und dabei wird sich das Leben (also die Gemeinschaft aller Lebensformen auf der Erde – vom Einzeller bis zum Menschen) ständig verändern. Es werden – wie auch heute schon täglich – Arten aussterben und neue entstehen. Und das Ganze wird solange fortdauern bis die Sonne ihren Brennstoff aufgebraucht hat und zum roten Riesen werden wird, der dann die Erde samt allem Leben verschlucken wird.
Ob bis dahin die Menschheit soweit sein wird das sie in der Lage ist interstellar zu reisen um ihre Art auf andere, eventuell vorhandene lebensfreundliche Planeten zu verfrachten, wird sich zeigen – ist aber eigentlich auch völlig wurscht. Nicht für den einzelnen Menschen oder die Menschheit – Aber für das Leben!!
Warum dieser ganze Exkurs??
Weil man jetzt darüber nachdenken anfangen kann, wie sinnvoll die Bemühungen vieler „Schützer“ sind, welche Kröten über die Straße tragen, gegen Waljagd demonstrieren, Hochsitze ansägen und uns Anglern das Angeln vermiesen wollen – neben der eigentlichen „Schützertätigkeit“: Dem Spendensammeln.
Die gesammelten Spendengelder werden dereinst genauso im Hochofen des roten Riesen - zu dem die Sonne werden wird - verglühen, wie die Kröten, welche die Schützer über die Straßen trugen.
Die Schützer sind das konservativste, was man sich eigentlich vorstellen kann, selbst wenn sie sich selber gerne als progressiv oder fortschrittlich sehen. Wie schon gesagt, der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, der alles gerne so behält wie es ist, solange es ihm (oder der Gruppe, der er angehört) dabei einigermaßen gut geht.
Statt also dem Leben zu helfen sich weiter zu entwickeln, möchten die Schützer das Leben - o wie sie es kennen - gerne bewahren und für alle Zeiten festschreiben. Da werden vielfältigste Anstrengungen mit Unsummen von Geld unternommen um die Robben in der Nordsee zu schützen – na ja, dass man dabei die Fische vergisst, die man ja nicht sehen kann, kann man den Schützern auch nicht anlasten, die werden dann halt von den vielen Robben gefressen. Jedenfalls bin der Zeit bis zur nächsten Seehundseuche. Die wenigsten Schützer sind ja Taucher die das mitkriegen könnten.. Zudem lassen sich mit knopfäugigen Seehunden besser Spenden eintreiben als mit glitschigen Fischen.......
Auf der anderen Seite gibt es die Wirtschaft, die gnadenlos die Ressourcen der Erde ausbeutet – in den Augen der Schützer. Realistisch betrachtet müsste man sagen, dass die Wirtschaft auf Grund der Veränderungen die sie durch die Umweltverschmutzung herbeiführt, eigentlich der Menschheit beim Überleben hilft – kosmisch gesehen.
Denn dadurch ist die Menschheit gezwungen, sich schneller zu verändern als es die Evolution vielleicht vorgesehen hatte. Und eröffnet so vielleicht tatsächlich die Chance, dereinst, wenn sich die Sonne zum roten Riesen wandelt, mit einem Teil der Menschheit zu anderen Sternen aufzubrechen.
Dann werden die Schützer mit der letzten Kröte in der Hand ihren letzten Sonnenaufgang anschauen – und in der wabernden Hitze der verglühenden Sonne verglühen.....
Diejenigen, die sich der Wirtschaft und der Ausbeutung der Erde verschrieben haben, die haben auch Kröten. Als leicht zu züchtende und zu haltende Eiweißreserve für die langen interstellaren Flüge zum nächsten bewohnbaren Planeten.
Oder anders gesagt:
Unsere heutigen Schützen schützen die Kröten solange bis sie ausgestorben sind, nach „Gutmenschenart“ eben:
Voller Idealismus, aber mit wenig Verstand.
Die „schlechten Wirtschaftsleute“ dagegen haben den Kröten ein Leben nach der Katastrophe ermöglicht – wenngleich auch „nur“ als Lieferant von Eiweiß. Aber immerhin....
Was das alles mit uns Anglern zu tun hat??
Man sollte vielleicht – in den langen Zeiträumen kosmischer Veränderungen oder auch „nur“ seit Entstehung des Lebens – nicht alles so ernst nehmen und so eng sehen. Egal was wir trieben, machen oder auch unterlassen, es wird alles seinen Weg gehen wie bisher auch:
Den der ständigen Veränderung – mal schneller mal langsamer.
Das sollte aber beileibe kein Freibrief für den Einzelnen sein, der nun meint in Anarchie verfallen zu können und keine Rücksicht mehr auf Natur und andere Lebewesen nehmen zu müssen.
Denn genau das unterscheidet uns von unseren Mitlebewesen. Dass wir über solche Dinge nachdenken und auch darüber schreiben können. Und wir daher auch die Verpflichtung haben verantwortungsvoll zu handeln. Ob es verantwortungsvoll ist, die Kröten bis zum Untergang der Erde zu schützen oder ihnen als Eiweißlieferant ein Leben „nach der Katastrophe“ zu ermöglichen, das muss jeder für sich selber beantworten.
Und jetzt denkt in diesen Zusammenhängen mal über solche Sachen nach, wie sie oft im Anglerboardforum diskutiert werden:
C+R
Setzkescherverbot
Laichfischangelei
Anbinden von Fischen zum fotografieren am Tag danach
Massenfänge und Ausbeutung von Gewässern
Und
Und
Und.............................................
Vielleicht setzt sich dann bei manchen ein etwas ruhigerer Diskussionsstil durch. Wäre doch, kosmisch betrachtet, auch ganz nett.........
Thomas Finkbeiner
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