Cuverville
Island und Port Lockroy!!!
Heute
morgen stand um 9:00 schon das ausbooten zu Cuverville Island an. Jeder der die
Bergwanderung mitmachen wollte, sollte sich bis dahin am Gate einfinden, da die
Longwalker zuerst auf die Insel gebracht werden sollten. Also blieb nicht viel
Zeit zum Frühstück und vor allen Dingen noch weniger Zeit um den Nikotinspiegel
wieder anzuheben. Auf dem Schiff darf ja nur auf dem Achterdeck an 2 Stellen
geraucht werden. Bei den Landgängen ist es gänzlich verboten!!! Sollte man es
trotzdem machen bekommt man richtig Ärger!!! Jedem der gegen das
Antarktisabkommen verstößt wird mindestens jeglicher Landgang verboten. Ebenso
kann das Schiff richtig Ärger bekommen. Dieses kann soweit gehen, daß es die
„Lizenz" verliert um in die Antarktis zu fahren. Also zog ich schnell meine
Kippe durch, und machte mich schnell auf den Weg zum Zodiac.
Auf
der Insel angekommen, war die Gruppe schon unterwegs. Es sollte ein „nur" 300m
hoher, aber unheimlich steiler Berg bestiegen werden. Zwischen einer Menge von
Eselspinguinen hindurch stolperten wir der Gruppe hinterher. Dabei viel uns
zuerst gar nicht auf wieviel Skuas hier ihre Nester hatten. Dieses sollte den
Rückweg recht „interessant" machen.
Der
Aufstieg war wirklich sehr steil, und man wundert sich doch sehr, wie es diese
kleinen, putzigen Eselspinguine schaffen, diesen Berg mehrfach am Tage zum
Füttern zu besteigen. Auf den Schneefeldern konnte man aber recht vernünftig
gehen. Nachdem wir den Berg zu 2/3 bestiegen hatten, mußten wir aber aufgeben.
Nicht weil wir es körperlich nicht hätten schaffen können, sondern weil in der
Gruppe zu viele ältere Herrschaften dabei waren. Leider überschätzen sich doch
immer wieder viele. Naja, wir machten von diesem Punkt aus ein paar schöne
Bilder und genossen die herrliche Aussicht an diesem recht schönen Tage.
Da
wir die letzten waren die Abstiegen konnten wir gut beobachten, wie genervt die
brütenden Skuas über unseren Besuch waren. Einige kamen den Nestern zu nahe und
wurden sehr effektiv von ihnen vertrieb. Ein Stukka wäre den Gästen eventuell
lieber gewesen als eine stürzende Skua. Als wir durch dieses Feld gehen mußten,
hatten wir doch jede Menge Respekt vor diesen Tieren. Jule nahm deswegen einen
etwas anderen Weg als ich und ich hatte ebenfalls das Vergnügen einem Nest zu
nahe zu kommen!!! Aber ich mußte ja zu meiner Jacke, die ich dort in dem
Steinfeld zurückgelassen hatte.
Als
wir endlich heile am Strand angekommen waren, bestiegen wir die Schlauchboote
und fuhren zu einem wirklich imposanten Eisberg, mit einem riesigem Loch am
Rande. Leider konnten wir aus Sicherheitsgründen nicht durch dieses Loch
fahren.
Danach
fuhren wir noch zu einer kleinen Insel um uns Zügelpinguine anzusehen!!! Leider
waren da aber nur 3 Paare!!! Aber ein paar nette Bilder konnte man da noch
machen.
Wieder
an Bord ging es zum Lunch und wir legten ab in Richtung Port Lockroy!!! Port
Lockroy ist eine kleine, verlassene Station der Briten. Sie ist nur im Sommer,
von Anfang Dezember bis März besetzt und dient nur noch als Poststation und
Ausflugsziel, da dort ein kleines Museum unterhalten wird. Dort kann man noch
recht gut erahnen, wie beschwerlich es die Forscher von damals hatten.
Wir
gaben dort nicht weniger als 47 Postkarten ab, da wir allen versprochen hatten,
ihnen eine Postkarte aus der Antarktis zu schicken. Diese Menge verwunderte
(fast) jeden auf dem Schiff und wir mußten mehrfach erklären, wem wir soooo
viele Postkarten schicken würden.
Ebenfalls
war es recht witzig mit anzusehen wie eine recht große Kolonie von
Eselspinguinen diese kleine Insel eingenommen hatte, ohne auf die Massen an
Touristen Rücksicht zu nehmen, die dort jährlich aufschlagen. Dort kommt fast
jeden Tag ein Passagierschiff an.
Aber
wo es viele Pinguine gibt, gibt es selbstverständlich auch solche Bilder!!!
Eine
weitere Aktion an diesem Tage war das Kajakfahren. Jule und ich paddelten ca. 1
Std. in dieser atemberaubenden Umgebung hin und her.
Auf
einer weiteren Insel konnten wir noch die Überreste eines großen Wals sehen,
der dort angelandet wurde, als die Station noch zweifelhafteren Dingen
nachging.
Nach
dem Dinner erkundigten wir uns noch, was morgen auf dem Programm stehen würde.
Wir werden heute hier in der Bucht ankern und morgen früh um 05:00 Richtung Paradiesbucht auslaufen. Dort
werden wir dann gegen 9:00 anlanden. Gegen 10:00 werden wir dann auf dem
Festland von Jules Vater getraut. Das wird schon eine tolle Geschichte werden,
da sicherlich noch nicht viele Trauungen auf diesem Kontinent stattgefunden
haben. Ich bin schon recht gespannt, was da alles aufgefahren wird. Jules Vater
wollte noch nicht so recht mit der Wahrheit hinter dem Berge hervorkommen, aber
es scheint schon eine menge organisiert worden zu sein. Also lassen wir uns mal
überraschen.
Lotte
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