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Traumurlaub Langeland | Drucken |

Traumurlaub auf Langeland

 

Anzeige_Balzer_50x250Mit dem Segelboot nach Spodsbjerg - mit Kölner Jungs auf Dickdorsch

 

 

 

Wann erlebt man schon mal den Angelurlaub, bei dem wirklich alles stimmt? Eine Traumwoche, diese zweite Maiwoche auf Langeland!

 

Schon die Hinreise war erfolgreich: Auf der Fahrt per Segelboot von Kiel nach Spodsbjerg sahen mein Mann und ich in der Ferne bekannte Kutter-Silhouetten: Genau auf unserem Kurs, östlich des Gabelflachs, lagen Sirius, Langeland und Blauort. Wir haben uns kurz (!), cirka 20 Minuten danebengelegt, ruckzuck zwei Dorsche erbeutet und sind weitergefahren. Das Abendessen war gesichert.

 

Das Wetter war so wie an allen folgenden Tagen: Sonne, Sonne, Sonne. Nur daß  zwei Tage später der Wind nachließ und wir bei Ententeichwetter vom offenen IBI-Boot geangelt haben.

 

Tipps gab es genug: Günter und die anderen vom Bremer Meeresanglerverband empfahlen verschiedene rote Tonnen und das Bermuda-Dreieck nördlich von Spodsbjerg.

In 20 Meter Tiefe auf Wattwurm bissen schon ein paar recht schöne 50er Dorsche, allerdings auch eine Menge Minis zum Zurücksetzen.

 

Dann kam es endlich zu dem verabredeten Treffen mit Wahoo und seiner Mannschaft: acht angelbegeisterte Kölner Jungs, schwer erfahren, und vor allem auf die ganz Großen aus. Sie haben mich auf eine Ausfahrt mitgenommen. Da mußte ich das erste Mal früh aufstehen, denn die ersten Tage hatten wir hauptsächlich die etwas spärlicher beißenden Mittagsdorsche erbeutet. Doch ich lernte: Vor 11.00 Uhr beißen die Dorsche am besten. Also: 6.30 Uhr ab Spodsbjerg, die acht und ich auf zwei Boote verteilt.

 

Es war der Tag, als der Wind von Ost auf West drehte. Das mochten die Dorsche wohl nicht so gern. Als die ersten Pilker den Grund auf über 40 Meter Tiefe erreichten und sich dort erst mal nichts rührte, murmelten Wahoo und Wim1955 (Ist das sein Boardname?)schon etwas von „Vorführeffekt".

Ich wollte doch eigentlich lernen, wie man auf Gummifisch angelte. Doch an den Gummis tat sich zunächst noch weniger als an den Pilkern. Die ersten drei Fische, die ... (ja, wie hieß ergleich noch?? )an Bord holte, waren mittelgroße Wittlinge. Hin und wieder mal ein Dorsch, dann noch einer... Dann hatte ich einen besseren Fisch dran - und prompt Schnurbruch.

 

So weit, so mäßig, dieser Anfang - und auf einmal war Wim neben mir am Kämpfen. Seine Rute krümmte sich fast bis zur Wasseroberfläche. Der Fisch nahm Schnur von der Rolle - nochmal und nochmal. Herangekurbelt, wieder abgezogen, Wim hatte gut zu tun. Wir standen um ihn herum, hatten die Ruten eingeholt, beobachteten fasziniert seinen Drill. Es dauerte, bis der Fisch, noch einige Meter unter dem Boot, im klaren Ostseewasser zu sehen war.

Ein Riese.

 

Glücklich gegafft, war er endlich an Bord. Wim zitterten die Beine. Es war der Fisch seines Lebens: 102 cm lang, 9,5 Kilo schwer, an Land später nachgewogen bei der Wiegestelle des Angelzentrums Langeland.

 

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Ein glücksstrahlender Wim, ein halbes Dutzend gezückte Kameras, um den Augenblick festzuhalten. Dann bekam ich einen Biß. Auf einen 40 Gramm leichten rot-silbernen Pilker in 40 Meter Tiefe.

 

Um es kurz zu machen: Auch ich habe den Fisch meines Lebens an Bord geholt. Auch ich habe es erlebt, wie der Fisch im Drill Schnur abzog, sich wieder herankurbeln ließ, wieder abzog, und das minutenlang. Mein Fisch war 90 cm lang, über 8 Kilo schwer, und ich konnte ihn fürs Foto kaum hochwuchten.

 

An dem Tag kamen noch einige weitere schöne Dorsche an Bord. Aber, siehe Vorführeffekt, nicht die Mengen, von denen sie mir vorher vorgeschwärmt hatten. Doch ich war glücklich. Es war eine so nette Atmosphäre an Bord, so viel Umsicht, Fürsorglichkeit, Hilfsbereitschaft, ein entspanntes Miteinander - ich habe mich ausgesprochen wohl gefühlt.

 

Wie man in Tiefen zwischen 5 und 10 Meter schleppt, mit welchen Wobblern (Mann`s!), in welchem Tempo (1,5-2 Meilen/h), haben sie mir auch gezeigt. Ich habe um einige Tipps und Erfahrungen reicher das Boot verlassen.

 

Diese Ausfahrt war der Höhepunkt meines Angelurlaubs. Unvergeßlich, richtig klasse.

 

Beim Plattfischangeln hatte ich diesmal nicht so viel Glück. An der bewährten Stelle vom letzten Jahr rührte sich fast nichts, außerdem sind mir einige Butts wieder von den Circle Hooks gerutscht, die nehme ich künftig nicht wieder.

 

Auf der Rückfahrt nach Kiel mußten wir natürlich noch mal kurz pilken, fuhren nach einer Dreiviertelstunde mit drei Dorschen weiter und erbeuteten mitten auf der westlichen Ostsee noch zwei Hornhecht auf einen nachgeschleppten Wobbler.

 

Nun ist alles schon wieder vorbei, auch dieses sagenhafte Dauersonnenscheinwetter. Aber die Bilder sind noch im Kopf: der spiegelglatte Belt, die Langeland-Küste mit den langsam gelb werdenden Rapsfeldern, die gekrümmten Ruten und die kämpfenden Männer, die traurigen Augen in den Riesendorschköpfen, die Atmosphäre im Hafen, wenn die Angelboote wieder einliefen, später dann Schulter an Schulter an den Brettern im Filetierraum zu stehen.

 

Die zweite Maiwoche 2007 ist schon vorgemerkt. Vorfreude ist ja immer die beste Freude. Und diese Vorfreude wird jetzt noch lange dauern...

 

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Ines Bauschke

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