Zum ersten Mal beim Angeln
Gestern war es endlich so weit, dass ich zum ersten mal
einen Köder in einem deutschen Gewässer versenken durfte. Denn bisher konnte
ich meiner Angelleidenschaft nur hin und wieder im benachbarten Österreich (am
Forellenteich, Schein wird nicht benötigt) und auf Norwegenurlauben nachgehen.
Aber seit Anfang dieses Jahres halte ich den Angelschein in der Hand und habe
es leider bisher noch nicht geschafft zum Angeln zu kommen.
Aber nun war es endlich so weit.
Nach längerer sorgfältiger Vorbereitung, die ausführliches Studium von Artikeln
im Board, Neukauf zahlreicher Utensilien sowie Einholen von Informationen über
das Zielgewässer, soweit dies möglich war, stand ich um 7.30 am Hartsee.
Hier sollte es endlich klappen einen Fisch in einem
natürlichen Gewässer außer dem Meer zu fangen. Bisher war ich zwei mal an
norwegischen Seen aber ohne zählbaren Erfolg. Gründe hier: falsche Ausrüstung!
Beim ersten Mal ungeeignetes Gerät, beim zweiten Mal falsche Köder. Hier sei das
Stichwort „Christbaummontage" angebracht. Aber diesmal waren die
Voraussetzungen ganz anders. Nun als „Gelernter", der die Prüfung geschafft hat
und nach den Vorabinformationen konnte ja nichts mehr schief gehen. Zielfische:
Räuber, sprich Hecht, zumindest ein paar Barsche sollten sich überlisten
lassen.
Voll motiviert packte ich das
Boot mit allem voll was ich mitgeschleppt hatte und ab auf den See und grob
orientieren. Wo fischen die vermeintlichen „Profis", die auch da waren und wo
wage ich meinen ersten Angriff? Natürlich erst einmal etwas abseits, Rute klar
gemacht, nen schönen Wobbler dran und los ging es. Die ersten Würfe nicht all
zu weit, um zu sehen wie er sich so im Wasser verhält, denn mit so Ding hatte
ich ja noch nie im Einsatz. Funktioniert ganz toll also weiter damit.
Nachdem die erste Zeit keine Bisse geschweige denn Zupfer
brachte, also Köder und Positionswechsel. Mit verschiedenen Ködern (mal nen 2er
bzw. 3er Mepps Agila, mal diesen mal jenen Wobbler und Blinker) verdächtige
Stellen systematisch absuchen. Aber es tat sich einfach nichts. Also die
Konkurrenz beobachten, was die denn so treibt. Aber die einen sind auch mit der
Spinrute unterwegs und die anderen sind beim Schleppen. Also werde ich das am
Besten auch mal damit versuchen. Gesagt getan einen größeren Wobbler an die
Rute und losrudern. Aber auch hier kein Erfolg nach einiger Zeit. Zurück zur
Spinrute. Diesmal aber etwas mutiger in Richtung Seerosenfelder, vielleicht
verstecken sich da die Räuber. Der Hängergefahr bewusst also verstärkt in die
gefährdeten Bereiche. Langezeit nichts, dann auf einmal starker
Widerstand, kurzer Anhieb, aber was
liegt denn da wie ein Brett im Wasser. Da es keine Gegenwehr gab konnte es nur
ein Pflanzerl sein. Was für ein Fang!
Hauptsache Blinker gerettet (er sollte aber
bedauerlicherweise diesen Tag doch nicht überleben) und gut gelaunt geht es
weiter, obwohl ja noch kein Biss seit 2,5 Stunden.
Aber es wollte einfach nicht sein. Nicht ein Fischlein
wollte sich auch in selbstmörderischer Absicht auf meine Köder stürzen. Die
Stunden vergingen und die anfängliche Begeisterung wich allmählich. Zumindest
alles falsch machen konnte ich nicht, denn die Anderen hatten soweit ich es
mitbekommen konnte auch noch nichts an den Haken bekommen, der Tag war
anscheinend zu schön.
Für Abwechslung sorgten nur ein paar Haubentaucher die man
beobachten konnte und ein Heißluftballon der gegen Abend über einen
Hinwegschwebte.
Grad dass der Ballonfahrer nicht auf dem See landen
wollte, gab er noch mal richtig Gas und schwebte (fuhr wie man ja zu sagen
pflegt) davon.
Jetzt nahm ich mir mal die Zeit den Flachwasserbereich in
Augenschein zu nehmen. Irgend wo wird doch bestimmt ein Fisch zu sehen sein,
aber nein.
Kein „Bastard" weit und breit. Mit Zunehmens schwindender
Motivation also Anker raus und zwei Ruten mit Boilies fertig gemacht.
Vielleicht kommt ein „dummer" Karpfen vorbei und fällt über das nach Erdbeer
duftende Geschenk her. Aber wie zu erwarten war nichts. Wär ja zu schön
gewesen. Es blieb einem also nur übrig den Sonnenuntergang zu genießen und
darüber nachzudenken warum es nicht hat sollen sein.
Fazit:
Schneider, ... wieder mal an einem See. Aber ich komme
wieder, denn Spaß gemacht hat es alle mal und mir war bewusst dass man nicht
wie an einem Forellenteich hinfährt und mal ganz easy und auf jeden Fall seinen
Fisch fängt. Aber mit zumindest einem Barsch bzw. ein paar Zupfern habe ich
gerechnet. Es war einfach nicht der Tag bzw. bin ich doch noch nicht reif für
den König der Räuber, den Hecht, vor allem da es ja der erste Versuch war.
mfg The
Ghost alias Stefan Schuhbäck
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