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Ultraleicht
Blinkerpilken
Auch
wenn es der Titel vermuten lässt:
Nein, es
geht nicht um Salzwasser und Dorsche!
Sondern
um Süßwasser, Hechte, Barsche, Döbel
und Zander.
Klassisch
statt modern
Ich war schon immer ein Freund klassischer Spinnmethoden, auch in Zeiten von
„no - action - lures" und jerken. Neben den auch von immer gerne eingesetzten
Gummiködern (Schwabe, ist mit der preiswerteste Kunstköder, der sich zudem äußerst
variabel angeln lässt) habe ich nie Blinker
und Spinner
aus meiner Köderbox verbannt. Ganz im Gegenteil. Gerade zum Zanderangeln in der
Strömung verwende ich sowohl (teils vorgebleite) Spinner
wie auch schwere Blinker
(Favorit 40 - Gramm Effzett). Läuft an vielen Tagen besser, an anderen nicht
ganz so gut wie Gummi, ist aber immer ein „angenehmes" angeln, weil wesentlich
kontrollierter als mit Gufis - gerade in der Strömung.
Nachdem
mir nicht so angenehme Leute einen ganzen Teil meines Angelkrams geklaut
hatten, musste ich mich ja wieder eindecken. Als Schwabe habe ich immer gerne
Gerät gekauft, das nicht auf einen ganz speziellen Zweck zugeschnitten war,
sondern sich möglichst vielfältig einsetzen lässt. Nun habe ich mich hinreißen
lassen und speziell fürs ganz leichte spinnen eine Berkley Skeletor in 2,10m
mit 2 - 12 Gramm WG zugelegt, dazu die passende ABU Cardinal 301.
Leicht
angeln
Damit
konnte ich (rein zufällig!) gleich beim ersten Angeln einen Zander
mit 85 cm erwischen. Da „schmeckt" natürlich nach mehr. Nachdem dann endlich
das Hochwasser etwas zurückging und sich die Wasserfärbung von „Milchkaffee"
auf „starken Schwarztee" verbesserte, dachte ich es wäre die Zeit gekommen um
mal den Barschen nachzustellen.
Am
Neckar muss ich teilweise vor meinen Füssen angeln, teilweise auch sehr weit
werfen. Dazu kommen sehr unterschiedliche Strömungsverhältnisse, welche zum
einen schöne Standplätze für die Fische ergeben, zum anderen aber auch Probleme
bei der Auswahl des Köders machen. Kann ich den vorgebleiten Minispinner noch
gut mit der Strömung angeln, kriege ich beim anwerfen der ruhigen Bucht auf der
Gegenseite Schwierigkeiten:
Ich brauche das Gewicht für die Wurfweit und in der Strömung, für die relativ
flache Bucht ist es dann aber zu schwer.
Das
gleiche gilt für ein von mir immer wieder gerne beangeltes kleines Kehrwasser
hinter einem „Strombrecher" an einer Brücke:
Dort wo
das Wasser drüberschießt, brauche ich relativ schwere Köder, sobald man damit
dann aus der Strömung rauskommt ist ein Hänger fast schon vorprogrammiert.
Beim
Angeln auf Zander
nie so das Problem, da diese meist in der Strömung zu finden sind. Bei den
Barschen, die gerne direkt an der Steinschüttung oder eben in Kehrwassern oder
ruhigeren Bereichen stehen, wird das schon problematischer.
Köder
und Fische?
Der
Blick in die Köderbox - die wie wohl bei jedem Spinnangler aus einem Teil viel
benutzter Köder und einem Teil, „Seltsames, Gelegenheitskäufe und „noch nicht
gefischtes"" bestehen, fand ich kleine 6 - Gramm Effzetts, einen 12 Gramm
Mefoblinker und einen kleinen, ebenfalls um die 10 Gramm schweren Barschzocker.
Ideale
Ködergewichte für mein leichtes Gerät. Nur, wie soll man das bei den oben
beschriebenen Strömungs- und Tiefenverhältnissen optimal führen. Zum einen
grundnah, zum anderen auch mit möglichst wenig Hänger???
Wenn es
in der Strömung auf Zander
gut mit dem „gepilkten" 40 - Gramm Effzett klappte, warum soll das nicht auf Barsch
gehen? Zumal ja gerade beim Eisangeln in Skandinavien sogar richtige Pilker
und Zocker zum Hecht- und Barschangeln eingesetzt werden - und das ja
bekanntlich auch mit großem Erfolg.
Dass das
auch auf Hecht
gut funktioniert, hatte ich bei den Anglerboard - Hechttreffen bei „Nordangler"
Sven Matthiesen schon festgestellt. Auch dort vertraute ich auf meine bewährten
40 - Gramm Effzetts. Und bekam die meisten Bisse dann (sowohl Hecht
wie Barsch), wenn ich den Blinker
„pilkte".
Also auf
Grund sinken lassen, hochreißen und kontrolliert wiederabsinken lassen. Diese
Führungsart scheint „Augenräubern" wie Hecht
und Barsch
zu liegen. Sie können den Köder wohl schon auf größere Entfernung wahrnehmen,
als wenn er „nur am Grund entlang taumelt". Allerdings hatte ich auch einige
Fehlattacken. Ähnlich angle ich ja auch auf Zander,
nur den Blinker
in der Strömung nicht ganz so „gerissen" wie im See.
Klappt
das auch im Fluß?
Die
Frage war nun, lässt sich das umsetzen aufs ganz leichte Angeln mit 3 - 5 Gramm
bis max. 12 - 15 Gramm schweren Ködern? Und bringt es auch was??
Beide
Fragen kann ich bis jetzt erst mal mit ja beantworten - weitere Versuche werden
da natürlich folgen.
Zuerst
probierte ich es „klassisch" mit Spinnern, sowohl mit der Strömung gefischt wie
auch „halbquer/stromab". Normalerweise mögen das die Barsche, sofern sie vor
Ort sind. Fakt war, dass ich bei meiner unschwäbisch riskanten Führungsweise
dicht am Grund zwar 2 Spinner
verlor, aber keinen Biss bekam.
Also
ummontieren auf den 6 -Gramm Effzett. Stromauf einwerfen, auf Grund sinken
lassen und mit der Strömung pilken - fast wie „Andriftpilken" auf dem
Angelkutter. Mit dem Unterschied dass man mit dem leichten Köder bei weitem
nicht so hoch pilkt und der Neckar eine deftige Strömung hat. Mit etwas
ausprobieren kann man aber schnell kontrolliert angeln. Und schon beim ersten
Wurf hatte ich kurzen Fischkontakt. Allerdings waren die 6 - Gramm
Effzettblinker wohl auch auf Grund zum im Verhältnis zum Gewicht großen
Oberfläche bei der Strömung die Untergrenze für kontrolliertes Angeln.
Also auf
den 12- Gramm Mefoblinker, ein ziemlich kompaktes „Selbstbaumodell" umsteigen.
Die 4 Gramm mehr bei schlankerer Form machten ein deutliches mehr an
Köderkontrolle aus. Und dies wurde auch gleich mit 3 Barschen - leider alle nur
um die 15 cm - belohnt. Aber immerhin: Die Sache funzt!
Und
noch besser: Es macht richtig Spass!!
Während
beim „normalen angeln" mit Spinner
und Blinker
der Fisch halt mehr oder weniger heftig auf den gezogenen Köder „knallt", fühlt
man hier wie beim pilken auf Dorsche in der Andrift ganz unterschiedliche
Bissvarianten. Vom leichten „Zupfer" bis hin zum energischen wegziehen war
alles vertreten. Und muss - auch wie beim Ostseepilken - sofort angeschlagen
werden.
Und man
kann den Köder bei dieser Führungsvariante sowohl im flacheren oder
strömungsärmeren Wasser gut führen, wie auch in der Strömung (stromabwärts!).
Dazu gehört dann aber das richtige Gerät, also auch keine zu dicke Schnur (max.
3 Kilo Tragkraft reichen dicke).
Und je
nachdem ob man den Köder direkt mit der Strömung führt, oder bei seitlichen
Würfen die Strömung irgendwann in den Köder zu „drücken" beginnt kann man ganz
unterschiedliche Varianten ausspielen. Von kurzen „über den Boden Hüpfern" bis
hin zu „langen Pilkzügen". Und am Ende einer „Drift", wenn also die Strömung
richtig in die Schnur greift, könnte es durchaus was bringen, wenn man den
Köder einfach „hält". Hatte ich zumindest früher bei Spinnern oft erlebt. Bis
dato beim „Süßwasserpilken" zwar noch nicht, aber ich war ja auch nur ne gute
Stunde unterwegs.
Das
schönste war dann der Fang eines Döbels (leider auch nur 25 cm) direkt aus der
Hauptströmung. Diesen mit dem 8 - Gramm Effzett. Das Schönste deswegen, weil es
ein „klassischer" Pilkbiss war. Man merkte richtig wie der Fisch beim absinkend
den Köder nahm und wegziehen wollte - und schon kam der Anhieb.
Und
nun?
Nun
werde ich erst mal den nächsten Angelladen stürmen und mal schauen, was es so
an mehr oder weniger kompakten Kleinblinkern gibt, welche man für diese Methode
einsetzen könnte. Und dann verstärkt mit dieser Methode angeln.
Nicht
weil's die „tolle neue Methode" ist (das gibt's ja schließlich schon lange),
sondern einfach weil mir diese Art der Angelei Spaß macht - und weil man für
den nächsten Törn an die Ostsee zum „richtigen Pilken" auch schön trainieren
kann....
Weitere
Berichte (und hoffentlich auch mehr Fangfotos) werden also folgen....
Thomas Finkbeiner
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