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Biedron Wobbler, Ein Testbericht
So, hab mir auch ein paar gegönnt und grade so ne
Stunde lang ausprobiert. Bei folgendem immer dran denken, das ich eher mit Gummi
und Blech unterwegs bin und nicht extrem viel Ahnung vom Wobblerangeln
hab.
Waren mir bisher eigentlich immer zu unflexibel, eine Lauftiefe,
eine Geschwindigkeit bei der sie laufen.. Und bei uns hat man ständig sich
ändernde Bedingungen, da ist es sinnvoll, wenn man flexibel sein
kann.
Schön ist, dass jetzt die Lauftiefe der Wobbler auf der Verpckung
angegeben ist, je nachdem in welchen Aufhängungspunkt man die einhängt.
Farbe/Lackierung scheint auch ok. zu sein, lässt sich aber nach einer
Teststunde nix genaueres sagen. Schön bunt auch - wenngleich ich persönlich mehr
auf einfache Dekors stehe - aber das ist ja Geschmackssache.
Wie (fast)
immer wenn ich mal kurz Zeit habe und zum Neckar runtergehe um was zu testen:
Relativ hohes Wasser, auch ziemlich trüb. Hätt schon wieder kot...
können.
Also gut, keine Fische fangen, nur mal testen wie die Teile sich
bewegen und wie sie sich werfen lassen. Alle sind bei normalem Einholen relativ
träge in der Bewegung. Die Idee, die dahintersteckt, dass kranke oder verletzte
Fische ja nicht ständig "zittern und wacklen", scheint aber einleuchtend. Ein
langsames "kippen" um die Längsachse, je nach Einholgeschwindigkeit, sieht
relativ "echt" aus.
Und lässt sich bei Bedarf durch "eingestreute" Zupfer
auch "lebendiger" führen. Ebenfalls scheint es mir, dass die Wahl des
Einhängepunktes nicht nur die Lauftiefe beeinflusst, sondern auch das Spiel. Je
weiter unten der Wobbler eingehängt wird, bei desto geringerer Geschwindigkeit
scheint er zu spielen bzw. desto lebhafter. Und je weiter unten eingehängt,
desto flacher läuft er.
Sehr gut gefallen hat mir vom angucken her der
Belly Dancer, ein langsam sinkender Zweiteiler. Leichtes Kippen wie bei den
anderen auch. Ruckt man ihn kurz an, legt er sich wie ein kranker Fisch beim
absinken lassen danach auf die Seite. Sicher sehr variabel zu
führen.
Dann hatte ich noch den Swanky Jack dabei, schwimmend einteilig,
und den Dirty Harry, ebenfalls schwimmend einteilig. Auch beide mit langsam
längskippelnder Aktion.
Wurfverhalten:
Lassen sich alle gut werfen,
gibt allerdings einiges zu beachten/bedenken.
Beim Dirty Harry und beim
Belly Dancer lässt die Wurfweite deutlich nach, wenn man den Wobbler in die
oberste Öse einhängt, wohl weil da der "Zug" außerhalb der "Längsachse" ist.
Weiter werfen kann mit einhängen in die unteren Positionen.
Beim Belly
Dancer kommt dazu, dass er auf Grund seiner "Belly" -Form nicht unbedingt
windschnittig ist. Damit hatte ich die geringsten Wurfweiten. Beim Belly Dancer
kommt auch noch dazu, dass er bei nicht aufmerksamen werfen dazu neigt, zu
rotieren und dann auch mit einem Drilling die Schnur zu fassen, vor allem dann,
wenn man wirklich voll durchzieht.
Ich konnts ja dann nicht lassen, und
wollte dennoch versuchen einen Fisch zu fangen. Also ab an eine meiner
Lieblingsstellen. Sah wegen Wasserstand/färbung zwar nach einer ziemlich
zweckfreien Übung aus, aber immerhin ist die Chance auf einen Fisch besser als
nur die Wobbler so ein bisschen auf Lauf/Wurfeigenschaften zu testen.
Also schlechten Mutes aber nicht ohne Hoffnung den Wobbler (Belly Dancer
zu Anfang) über den Fluss gefeuert und gefischt. Wie vermutet lies er sich auch
in der Strömung klasse und variabel führen, vor allem in der größeren Version.
Den ersten Fisch kriegte ich aber auf den Dirty Harry. Und zwar so eingehängt,
dass er am tiefsten läuft, quer zur Strömung geworfen und gleichmäßig eingeholt
mit kurzen Zupfern dazwischen.
Ein kruzes rupfen, ein nachfassen, ein
Anhieb und es ging los. Natürlich weder Kescher ausgefahren noch Fotokamera
betriebsbereit. Ging aber gleich richtig zur Sache, schöne Flucht, Rute krumm,
Anglerherz was willst Du mehr?
War mir auch recht schnell klar, was da
gebissen hatte (obwohl kurz über Grund gefischt!): Ein Rapfen. Konnte ihn dann
relativ problemlos drillen, als ich dann aber den Kescher fertig machen wollte
und die Kamera, mit zwischen die Beine geklemmter Rute, wollte es der Rapfen
nochmal wissen, schoss davon. Bis ich dann die Rute in der Hand hatte, hat er
sich wohl losgeschüttelt. Da ich ihn zuvor aber schon ausgedrillt (dachte ich)
vor meinen Füssen hatte, die Maße: Geschätzte 60 cm mit so schätzungsweise um
die gut 2 Kilo.
Geht ja gut los, dachte ich, also auch die anderen
Modelle aus- und durchprobieren. Dabei konnte ich dann feststellen, dass sich
die kleineren Modelle weiter werfen liesen als die großen des gleichen Modells.
Wird wohl am optimaleren Verhältnis von Gewicht zu Luftwiderstand liegen?
Vermutung halt.
Ging dann aber erstmal nix mehr (was Wunder bei der
Brühe). Dann war wieder mal der große Belly Dancer dran - inzwischen mein
Lieblings - Biedron zum angeln in der Strömung. Abwechselnd ein Stück nur
einholen, dann immer wieder anzupfen und absinken lassen.
Hatte dabei
dann zweimal kurzen Kontakt, konnte aber nichts haken. Einmal hatte ich noch
einen Fisch dran (deutlich kleiner als der Rapfen auf jeden Fall, Art
unbekannt), den ich a. 15 Meter einholen konnte, bevor er plötzlich wieder weg
war.
Fazit:
Dafür das ich eigentlich kein Wobblerangler bin, und bei
den Bedingungen sicherlich keine schlechte Ausbeute in einer knappen Stunde. 1
Fisch, 1 Fisch abgekommen im Drill, 2 Bisse.
Da ich gerne riskant fische,
allerdings auch 2 Wobbler "versenkt".
Besonders angetan hats mir der
Belly Dancer. Durch das langsame absinken, die Zweiteilung und Aktion optimal
auch zum Angeln in de Strömung geeignet. Da werde ich mit Sicherheit noch mal
zukaufen.
Und sobald dann wieder normaler Wasserstand herrscht, werde ich
selbstverständlich auch wieder weitertesten.
Thomas Finkbeiner
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