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Peter Biedron Wobbler: Ein Testbericht | Drucken |
Biedron Wobbler, Ein Testbericht

 


So, hab mir auch ein paar gegönnt und grade so ne Stunde lang ausprobiert. Bei folgendem immer dran denken, das ich eher mit Gummi und Blech unterwegs bin und nicht extrem viel Ahnung vom Wobblerangeln hab.

Waren mir bisher eigentlich immer zu unflexibel, eine Lauftiefe, eine Geschwindigkeit bei der sie laufen.. Und bei uns hat man ständig sich ändernde Bedingungen, da ist es sinnvoll, wenn man flexibel sein kann.

Schön ist, dass jetzt die Lauftiefe der Wobbler auf der Verpckung angegeben ist, je nachdem in welchen Aufhängungspunkt man die einhängt.

Farbe/Lackierung scheint auch ok. zu sein, lässt sich aber nach einer Teststunde nix genaueres sagen. Schön bunt auch - wenngleich ich persönlich mehr auf einfache Dekors stehe - aber das ist ja Geschmackssache.

Wie (fast) immer wenn ich mal kurz Zeit habe und zum Neckar runtergehe um was zu testen: Relativ hohes Wasser, auch ziemlich trüb. Hätt schon wieder kot... können.

Also gut, keine Fische fangen, nur mal testen wie die Teile sich bewegen und wie sie sich werfen lassen. Alle sind bei normalem Einholen relativ träge in der Bewegung. Die Idee, die dahintersteckt, dass kranke oder verletzte Fische ja nicht ständig "zittern und wacklen", scheint aber einleuchtend. Ein langsames "kippen" um die Längsachse, je nach Einholgeschwindigkeit, sieht relativ "echt" aus.

Und lässt sich bei Bedarf durch "eingestreute" Zupfer auch "lebendiger" führen. Ebenfalls scheint es mir, dass die Wahl des Einhängepunktes nicht nur die Lauftiefe beeinflusst, sondern auch das Spiel. Je weiter unten der Wobbler eingehängt wird, bei desto geringerer Geschwindigkeit scheint er zu spielen bzw. desto lebhafter. Und je weiter unten eingehängt, desto flacher läuft er.

Sehr gut gefallen hat mir vom angucken her der Belly Dancer, ein langsam sinkender Zweiteiler. Leichtes Kippen wie bei den anderen auch. Ruckt man ihn kurz an, legt er sich wie ein kranker Fisch beim absinken lassen danach auf die Seite. Sicher sehr variabel zu führen.

Dann hatte ich noch den Swanky Jack dabei, schwimmend einteilig, und den Dirty Harry, ebenfalls schwimmend einteilig. Auch beide mit langsam längskippelnder Aktion.

Wurfverhalten:
Lassen sich alle gut werfen, gibt allerdings einiges zu beachten/bedenken.

Beim Dirty Harry und beim Belly Dancer lässt die Wurfweite deutlich nach, wenn man den Wobbler in die oberste Öse einhängt, wohl weil da der "Zug" außerhalb der "Längsachse" ist. Weiter werfen kann mit einhängen in die unteren Positionen.

Beim Belly Dancer kommt dazu, dass er auf Grund seiner "Belly" -Form nicht unbedingt windschnittig ist. Damit hatte ich die geringsten Wurfweiten. Beim Belly Dancer kommt auch noch dazu, dass er bei nicht aufmerksamen werfen dazu neigt, zu rotieren und dann auch mit einem Drilling die Schnur zu fassen, vor allem dann, wenn man wirklich voll durchzieht.

Ich konnts ja dann nicht lassen, und wollte dennoch versuchen einen Fisch zu fangen. Also ab an eine meiner Lieblingsstellen. Sah wegen Wasserstand/färbung zwar nach einer ziemlich zweckfreien Übung aus, aber immerhin ist die Chance auf einen Fisch besser als nur die Wobbler so ein bisschen auf Lauf/Wurfeigenschaften zu testen.

Also schlechten Mutes aber nicht ohne Hoffnung den Wobbler (Belly Dancer zu Anfang) über den Fluss gefeuert und gefischt. Wie vermutet lies er sich auch in der Strömung klasse und variabel führen, vor allem in der größeren Version. Den ersten Fisch kriegte ich aber auf den Dirty Harry. Und zwar so eingehängt, dass er am tiefsten läuft, quer zur Strömung geworfen und gleichmäßig eingeholt mit kurzen Zupfern dazwischen.

Ein kruzes rupfen, ein nachfassen, ein Anhieb und es ging los. Natürlich weder Kescher ausgefahren noch Fotokamera betriebsbereit. Ging aber gleich richtig zur Sache, schöne Flucht, Rute krumm, Anglerherz was willst Du mehr?

War mir auch recht schnell klar, was da gebissen hatte (obwohl kurz über Grund gefischt!): Ein Rapfen. Konnte ihn dann relativ problemlos drillen, als ich dann aber den Kescher fertig machen wollte und die Kamera, mit zwischen die Beine geklemmter Rute, wollte es der Rapfen nochmal wissen, schoss davon. Bis ich dann die Rute in der Hand hatte, hat er sich wohl losgeschüttelt. Da ich ihn zuvor aber schon ausgedrillt (dachte ich) vor meinen Füssen hatte, die Maße: Geschätzte 60 cm mit so schätzungsweise um die gut 2 Kilo.

Geht ja gut los, dachte ich, also auch die anderen Modelle aus- und durchprobieren. Dabei konnte ich dann feststellen, dass sich die kleineren Modelle weiter werfen liesen als die großen des gleichen Modells. Wird wohl am optimaleren Verhältnis von Gewicht zu Luftwiderstand liegen? Vermutung halt.

Ging dann aber erstmal nix mehr (was Wunder bei der Brühe). Dann war wieder mal der große Belly Dancer dran - inzwischen mein Lieblings - Biedron zum angeln in der Strömung. Abwechselnd ein Stück nur einholen, dann immer wieder anzupfen und absinken lassen.

Hatte dabei dann zweimal kurzen Kontakt, konnte aber nichts haken. Einmal hatte ich noch einen Fisch dran (deutlich kleiner als der Rapfen auf jeden Fall, Art unbekannt), den ich a. 15 Meter einholen konnte, bevor er plötzlich wieder weg war.

Fazit:
Dafür das ich eigentlich kein Wobblerangler bin, und bei den Bedingungen sicherlich keine schlechte Ausbeute in einer knappen Stunde. 1 Fisch, 1 Fisch abgekommen im Drill, 2 Bisse.

Da ich gerne riskant fische, allerdings auch 2 Wobbler "versenkt".

Besonders angetan hats mir der Belly Dancer. Durch das langsame absinken, die Zweiteilung und Aktion optimal auch zum Angeln in de Strömung geeignet. Da werde ich mit Sicherheit noch mal zukaufen.

Und sobald dann wieder normaler Wasserstand herrscht, werde ich selbstverständlich auch wieder weitertesten.

 

 

Thomas Finkbeiner 

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