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Beitrag der IGA Juni 2003

 

Eigentlich wollte die IGA in der aktuellen Ausgabe sich kritisch mit der Festsetzung von Fangmengen auseinandersetzen. Durch die Entscheidung der EU, die Schleppnetzfischerei in der Ostsee auf bestimmte Fischarten zu verbieten, erhält dieses Thema nun eine Brisanz, die auch der breiten Öffentlichkeit nicht länger verborgen bleiben kann. Allerdings, wo ein Verbot ausgesprochen wird, gibt es auch mindestens Einen, der dieses umgehen will.

Von daher haben wir uns entschlossen, die Kontaktaufnahme des IGA-Mitglieds Ralf Röttig (dem wir hiermit für sein Engangement danken) mit dem zuständigen EU-Kommissar Dr. Franz Fischler auch im AB-Magazin zu veröffentlichen. Wir hoffen, dass diese Diskussion nicht nur wachrüttelt, sondern die für die Überwachung zuständigen Behörden auch wach hält! Wir wollen zu keinem Denunziantentum aufrufen, aber hier geht es um unser aller Zukunft. Und wir haben die Chance, diese Zukunft mitzugestalten.


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Die vollständige Diskussion ist im Anglerboard unter Boots- und Kutterangeln zu finden.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Fischler,

 

in Ergänzung meiner gestrigen E-Mail ein weiterer Beitrag aus www.anglerboard.de :

 

Die Schleppnetzkutter schleppen mittlerweile seelenruhig weiter - mit den selben Schleppnetzen, bloß mit rasch angesetzten, engmaschigen HERINGSSÄCKEN! Der gesamte Fang wird dann an Deck gekippt, mit Keschern auf einen Sortiertisch geschaufelt und von Hand sortiert: massige Dorsche werde als "Beifang" angelandet, massige Heringe in die andere Kiste und die untermassigen Dorsche und alles Andere geht über Bord. Durch den engmaschigen Sack wird alles an Kleinfisch mit an Deck geholt, meist weit über 30 Zentner - aber auch bis 200 Zentner pro Hol ! Bis solche Mengen dann von Hand sortiert sind, lebt natürlich nichts mehr an Deck.

 

Wenn dies wirklich der Fall ist, hat das Verbot der Schleppnetzfischerei auf Dorsch überhaupt nichts bewirkt - es ist sogar noch schlimmer als vorher. Ein Verbot jeglicher Schleppnetzfischerei ist wohl die einzig wirklich sinnvolle Maßnahme.

 

Über eine Antwort Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ralf Röttig

Moderator des Junganglerforums bei www.anglerboard.de

Mitglied der Interessengemeinschaft Angeln e.V.

 

 

Hier ist seine Antwort:

 

Sehr geehrter Herr Röttig,

 

vielen Dank für Ihre e-mail zur kürzlich verhängten zeitweiligen Schließung der Schleppnetzfischereien auf Dorsch und Plattfisch in der Ostsee! Herr Kommissar Fischler hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten.

 

Diese Notmaßnahme ist die Reaktion auf ein akutes Problem: untermaßiger Dorsch wird in großen Mengen gefangen und zurückgeworfen. Nach Ihren Angaben könnte diese Schließung die beabsichtigte Wirkung verfehlen, weil die Schleppnetzfischer weiter Dorsch fangen, das aber mit Heringsnetzen. Es ist zwar möglich, daß einige Fischer zum Heringsfang übergehen, aber unwahrscheinlich, daß sie dabei große Mengen Dorsch fangen und zurückwerfen. Dorsch kommt als Beifang in der Heringsfischerei vor, die Fangraten sind jedoch viel geringer als in der eigentlichen Dorschfischerei. Um zu verhindern, daß Heringsnetze zur Fischerei auf Dorsch eingesetzt werden, enthalten die geltenden technischen Maßnahmen für die Ostsee eine Beifangbestimmung, daß der Gewichtsanteil von Dorsch bei angelandeten Fängen von Hering und Sprotte nicht mehr als 3 % betragen darf.

 

Die Notschließung der Schleppnetzfischereien auf Dorsch und Plattfisch packt nur das akute Problem des Beifangs und Rückwurfs von untermaßigem Dorsch in diesen Fischereien an, und das auch nur in Gemeinschaftsgewässern. Die Kommission arbeitet aber an einer langfristigen Lösung für die gesamte Ostsee. Ende Juni findet eine außerordentliche Sitzung der Ostsee-Fischereikommission statt, in der ein langfristiger Plan zur Diskussion gestellt und hoffentlich angenommen wird.

 

Mit meinen besten Grüssen,

 

Martin Naegele

 

Webpage Kabinett Fischler

 

 

Der Vorstand der Interessengemeinschaft Angeln

 

Karlheinz Symanofsky



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