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Blinker und die Argumente gegen Vorwürfe der Tierschützer

 

Beim Blinker habe ich eine zur weiteren Veröffentlichung freigegebene Liste mit Vorwürfen
-
laut Blinker (Vor-)Urteilen
- gegen Angler und das Angeln, und möglichen Antworten darauf, gefunden.
Auch ich finde es wichtig, dass man argumentativ in der Lage ist, sich gegen irgendwelche Behauptungen, und die auf oft nicht nachvollziehbare Weise zu Stande gekommenen  „Forschungsergebnisse“ zur Wehr zu setzen, die von manchen „Schützer“ - Verbänden in die Welt gesetzt werden. Den Anglern da Argumente zu liefern, dafür muss man dem Blinker danken!!

 

Allerdings scheint mir persönlich da die Blinker-Redaktion etwas übers Ziel geschossen zu sein. Denn so wie es bei den Anglern nicht nur „den guten Angler, der sich immer und überall korrekt und waidmännisch verhält“ gibt, sind auch nicht alle Tierschützer tumbe Gesellen, die von der Praxis keine Ahnung haben. Aber selbstverständlich müssen sich Angler gegen solche Vorwürfe - auch zum Beispiel mit solchen Argumentationen wie vom Blinker geliefert – wehren können.

 

Mein „Traum“ ist es aber immer noch, dass vielleicht „Schützer“ (erst mal egal ob Tier-, Arten-, Pflanzen- Umwelt-, Naturschützer etc.) auf Grund von Argumenten einsehen könnten, dass das Angeln vielleicht eine sehr sinnvolle Bewirtschaftungsform sein könnte, die sowohl ökologische wie auch ökonomische Aspekte besser lösen kann, als es dem industriellen Fischfang möglich ist.

 

So wie viele „Schützer“ in der Landwirtschaft kleinräumige und naturnahe Bewirtschaftung statt industrialisierter Produktion fordern, ist es das Interesse der Angler, sowohl in den Meeren wie auch in Binnengewässern mehr auf  Bewirtschaftungsformen zu setzen, welche die Fischbestände und Biotope erhalten und stützen. Und da gibt es ja durchaus interessante Zahlen aus den USA (leider (noch?) nicht aus Deutschland), die belegen, dass Meeresangler mit einem Bruchteil der Gesamtfangmenge (um die 5%) einen Grossteil des volkswirtschaftlichen Umsatzes erbringen. Dies müsste doch eigentlich auch „Schützern“ aller Fraktionen zu denken geben.

 

Statt also endlos Subventionen aus Brüssel an die industrielle Fischerei zu geben, mit dem absehbaren Ergebnis, dass irgendwann die Fischbestände zusammen brechen, wäre doch eine sinnvolle Nutzung, unter anderem durch Angler und den daraus resultierenden Tourismus, sicher die wirtschaftlich aber auch ökologisch sinnvollere Alternative. Die vielen Möglichkeiten, die sich da auch für Schützer ergeben können, sind ja kaum absehbar.

 

So wie Angler von einem Teil der Bevölkerung aus unterschiedlichsten Gründen negativ gesehen werden, geht es ja vielen „Schützern“ wegen der tatsächlichen oder vermuteten Wirtschaftsfeindlichkeit. Hier wäre doch aber ein Ansatz, wo sowohl Angler wie auch „Schützer“ zusammen arbeiten könnten, um auch in der Fischerei kleinräumige, naturnahe und alternative Bewirtschaftungsformen zusammen entwickeln könnten. Und Vorurteile in der Bevölkerung sowohl gegen Angler wie auch gegen „Schützer“ damit abbauen helfen.

 

Wenn die „Schützer“ über ihren Schatten springen könnten und einsehen, vielleicht auch öffentlich vertreten, dass nicht jeder, der ein Tier tötet automatisch ein schlechter Mensch sein muss, wäre da schon viel gewonnen.

 

Dazu müssen aber auch wir als Angler unseren Teil beitragen. Nur habe ich die Befürchtung, dass allein mit solchen Argumentationen wie vom Blinker aufgelistet, die in diesem Falle in meinen Augen sehr auf eine schwarz/weiß – Malerei zielen (Angler haben immer recht – Schützer nie), eher die Gräben vertieft werden, statt die Gemeinsamkeiten ausgelotet.

 

Daher habe ich mir die Arbeit gemacht, um zu den Punkten welche die Blinkerredaktion aufgeführt hat, meine Anmerkungen zu machen. Einmal an die Blinker - Redaktion als Feedback und Anregung, zum anderen an die Schützer, damit sie sehen, dass auch wir uns Gedanken machen.

 

Argumente gegen Tierschützer-Behauptungen

Immer wieder sehen sich Angler unqualifizierten Verleumdungen von selbsternannten "Tierschützern" gegenüber. Aber wir müssen nicht kneifen - unsere Argumente sind besser!

 

 

(Vor-)Urteile und Freisprüche

Angler haben's nicht leicht. Ihr Bild in der Öffentlichkeit entspricht selten der Wahrheit. Wir haben die (Vor-)Urteile aufgelistet und liefern fundierte Freisprüche für Angler gleich dazu.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 1:
ANGLER SIND TIERQUÄLER

 

Freispruch: Millionen Tiere werden täglich von Menschen zu Nahrungszwecken getötet. Zugegeben: Auch Angler töten, wenn sie einen Fisch verwerten wollen (und zwar ungleich schneller und sauberer als die Berufsfischerei). Alle Angler sind geschult, Fische erst zu betäuben und anschließend nach den gesetzlichen Richtlinien zu töten. Der Vorwurf, dass Angler Tierquäler sind, wird vor diesem Hintergrund absurd, zumal wissenschaftlich umstritten ist, ob Fische überhaupt Schmerzen in unserem Sinne empfinden. Die Maulpartie eines Fisches, mit der er stachlige Beute fängt oder sogar Muscheln knackt, ist so hart, dass er einen Haken kaum spüren dürfte. Dafür spricht auch, dass Fische, die vom Haken abkamen, sofort erneut bissen.

 

An den Blinker

Ist dies ein (Vor-)Urteil der Gesellschaft oder der Schützer?? Kein Mensch, auch kein Angler, muss sich für das Töten von Tieren rechtfertigen. Höchstens für Motiv, Art und Weise. Menschen sind auch nur Tiere, die töten um zu überleben. Ob man dabei Pflanzen oder wirbellose Tiere, Fische, Vögel oder Säugetiere tötet: Es ist alles Leben.

Zur Schulung der Angler: Auch viele Führerscheininhaber (die ja auch eine Schulung hinter sich haben) beachten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen oder missachten die Vorfahrt. Sicher ist eine theoretische Schulung kein Fehler. Ob es nicht sinnvoller wäre, mehr Praxis zu machen, stelle ich da einfach mal in den Raum.

 

An die Schützer

Jedes Tier kann nur leben, indem es anderes Leben tötet. Das Töten von Tieren ist alleine Grund, irgend etwas als „Quälerei zu verurteilen. Bei vielen Schützern habe ich persönlich den Eindruck, dass sehr zwischen „Leben“ das man nutzen (= töten) darf (Tiere, vor allem höher entwickelte), und Leben das nicht so wertvoll ist (z. B. Pflanzen, Viren oder Bakterien) unterschieden wird. Da soll es zwar Veganer geben, die nur das essen, was vom Baum gefallen ist, um nur kein Leben zu „töten“, was immerhin einen Ansatz von Konsequenz zeigt. Was machen diese Leute aber, wenn sie eine Lungenentzündung haben?? Die Viren mittels Antibiotika killen?? Hier sollte es in meinen Augen nicht darum gehen, alles auf Teufel komm aus zu schützen, sondern für Tiere und Pflanzen, die von Menschen genutzt werden müssen, sinnvolle  Bewirtschaftungsformen zu finden. Und da scheint mir das Angeln die Fische wesentlich weniger zu quälen als der industrielle Fischfang.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 2:
ANGLER SIND EINE BEDEUTUNGSLOSE MINDERHEIT

 

Freispruch: Wir können all jene Politiker, die das glauben und danach handeln, nur warnen! Angler mit ihren wahlberechtigten Familienmitgliedern könnten bei uns mühelos die 5-Prozent-Hürde überspringen, die zum Einzug in den Bundestag genommen werden muss. In den EU-Staaten gibt es nach offiziellen Erhebungen 23 Millionen Angler, was die internationale Popularität des Angelns beweist. Allerdings haben bei uns weitaus kleinere Interessen-Gruppen eine stärkere Lobby bei politischen Entscheidungsträgern.

 

An den Blinker

Wer behauptet denn, dass Angler eine bedeutungslose Minderheit sind?? Das ist ein Argument, das ich persönlich noch nicht von den Schützern gehört habe. Im Gegenteil, die nehmen uns Angler ja so ernst, dass viele Schützer alles zu unternehmen versuchen, um das Angeln in Deutschland unmöglich zu machen.

 

An die Schützer

Angler sind ein genauso bedeutungsloser oder bedeutender Teil der Gesellschaft wie alle andere Gruppierungen oder Interessengruppen mit gleicher Zahl  auch. Immerhin Respekt an die Schützer: Ihr habt es besser geschafft, euch öffentlich zu präsentieren als die Angler. Das kann man aber nun wirklich nicht den Schützern zum „Vorwurf“ machen.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 3:
ANGELN GEHÖRT VERBOTEN

 

Freispruch: Geht nicht, denn Angeln ist vom Gesetzgeber rechtlich zugelassen und in den Landesfischereigesetzen und umfassenden Verordnungen geregelt. Fischereibehörden der Länder beaufsichtigen und kontrollieren das Angeln, das schon aus hegerischen Gründen legal ist. Nahrungserwerb ist sogar im Tierschutzgesetz als legaler, vernünftiger Grund für den Fischfang festgeschrieben.

 

An den Blinker

„Geht nicht“ ist leider sehr optimistisch, auch wenn es momentan im Gesetz steht. Gesetze sind ja meines Wissens schon des öfteren, und manchmal auch zu oft, geändert worden.

 

An die Schützer

Auch ich kenne viele Argumentationen, in denen Schützer das Angeln und auch das Jagen am liebsten verbieten würden. Das sind teilweise die gleichen Organisationen, die behaupten, dass man die Natur sich selbst überlassen soll. Und die dann jeden Heuler - mit dem man ja publicityträchtig Spenden sammeln kann – im Wattenmeer aufsammeln, anstatt ihn den Kräften der Natur zu überlassen. Oben habe ich schon mal angeführt, dass Angler und Schützer eigentlich viele gemeinsame Interessen haben, die sie besser auch gemeinsam angehen sollten, statt sich gegenseitig zu zerfleischen (saubere Gewässer, vernünftige Bewirtschaftung der Bestände etc.)

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 4:
ANGLER ZERTRAMPELN DIE UFERVEGETATION

 

Freispruch: An ihren Gewässern genießen Angler ein gesetzliches Uferbetretungsrecht, mit dem sie rücksichtsvoll umgehen. So richten die Angler vielerorts Stege und Ansitzplätze ein, um die übrigen Uferpartien zu schonen.

 

An den Blinker

Auch hier wieder schwarz/weis: Selbstverständlich gibt es auch Angler, die rücksichtslos durch die Natur trampeln, die Bäume beschneiden oder Gebüsche roden um besser angeln zu können.

 

An die Schützer

Aber gerade weil das eine Minderheit unter den Anglern ist, bin ich hier für eine scharfe Verfolgung dieser schwarzen Schafe und dürfte damit wohl auch mit den Schützern auf einer Linie liegen. Man kann ja auch nicht das autofahren verbieten, nur weil Einzelne sich daneben benehmen!

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 5:
ANGLER VERNICHTEN FISCHBESTÄNDE

 

Freispruch: Völlig falsch. Gesetzlich sind Angler zur Fischhege verpflichtet und wenden jährlich mehr als 50 Millionen Mark für Besatz auf. Sie führen Fangbücher und machen amtlich genehmigte Bestands-Kontrollfischungen.

Angler sind an einem nach Menge und Arten reichen Fischbestand interessiert und pflegen ihn (mit hohem finanziellen Aufwand).

 

An den Blinker

Auch wenn Angler gesetzlich zum Führen von Fangbüchern und Fischhege verpflichtet sind: Angler wollen Fische fangen und kümmern sich daher schon aus eigenem Antrieb und Interesse und die Fischbestände – und nicht nur das. Auch um Gewässerbiotope, die möglichst vielen Fischarten eine natürliche Fortpflanzung erlauben, da dies immer noch der preiswerteste „Fischbesatz“ ist. Das Gesetz ist vielleicht eine Art der Grundlage, aber nicht der alleinige Antrieb.

 

An die Schützer

Auch hier denke ich, dass die Gemeinsamkeiten zwischen Anglern und Schützern recht gross sind. Beide wollen Gewässer mit einem möglichst vielfältigen, gesunden, sich selbst erhaltenden Fischbestand, von dem man dann auch die Überschüsse abschöpfen kann.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 6:
ANGLER TUN NICHTS FÜR DIE NATUR

 

Freispruch: Absoluter Schwachsinn! Als vor über 100 Jahren Naturschutz noch ein unbekanntes Wort war, warnten Angler schon vor der Naturzerstörung an Bach und Fluss. Denn Angler sind am unbedingten Erhalt naturbelassener Gewässer schon aus Eigennutz interessiert.

Bundesweit arbeiten sie an naturnahem Rückbau der Gewässer, betreiben die Wiedereinbürgerung bedrohter Fischarten. Dazu leisten sie Millionen unbezahlte Arbeitsstunden.

 

An den Blinker

Da stimme ich absolut zu!!! Erinnert mich an den Spruch der Jäger, dass die Jägerschaft schon „Grüne“ waren, als an die Partei noch keiner gedacht hatJ

 

Auch hier wieder die gleichen Argumente wie oben: Die Gemeinsamkeiten (saubere Gewässer, gesunde Biotope) sind doch eigentlich hier auch stark genug um mal gemeinsam was tun zu können.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 7:
ANGLER STÖREN BRUTVÖGEL

 

Freispruch: Wer das behauptet, kennt nichts vom Angeln und von Anglern. Wo Vögel wassernah nisten, richten Angler Schutzzonen ein und verzichten während der Brutzeit freiwillig aufs Angeln - so wie sie es auch während der Laichzeit der Fische halten.

Angler stören nicht, weil sie sich schon aus Eigeninteresse still verhalten und nicht wie andere Nutzer in lärmenden Massen auftreten.

 

An den Blinker

Auch hier wieder zu sehr schwarz/Weiss: Selbstverständlich werden von „Anglern“ Schutzzonen eingerichtet und auch das Angeln während der Brutzeiten an den in Frage kommenden Stellen verboten. Aber auch hier gibt es wieder schwarze Schafe, auch unter den Anglern, die für einen guten Fang alles, auch Verbotenes, tun würden!

 

An die Schützer

Natürlich sollte man Vögel während der Brutzeit nicht stören, dann aber auch nicht durch ganze von Schützern geführte „Truppenverbände“, die sicher die Vögel mehr stören, als ein paar ruhig harmlos am Gewässer sitzende Angler.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 8:
ANGLER VERMÜLLEN DIE UFER UND GEWÄSSER

 

Freispruch: Es darf bezweifelt werden, dass Angler zur Vermüllung unseres Landes so viel beitragen wie die nicht angelnden Bürger. Kein Zweifel herrscht aber darüber, dass Angler im Gegensatz zu Nichtanglern an den Gewässern groß angelegte Müllsammelaktionen durchführen. Wer tonnenweise Müll mühsam einsammelt, dessen Bewusstsein für saubere Landschaft (und sauberes Wasser) ist geschärft!

 

An den Blinker

Leider gibt es auch unter Anglern mehr schwarze Schafe, als es einem lieb sein kann. Deswegen muss man aber weder das Angeln angreifen oder verbieten, nur mit der gebotenen Härte gegen diese schwarzen Schafe durchgreifen. Das wird dann sicher auch bei den Schützer nicht schlecht ankommen. Und natürlich ist der größte Teil des Mülls an den Ufern nicht von Anglern, sondern ist einfach weggeworfenener Wohlstandsmüll der Gesellschaft. Aber man findet auch leider genügend Mais- und Madendosen, abgeschnittene Schnurreste, Verpackungen von Blinkern etc..

 

An die Schützer

Wenn es nach mir geht, würde nicht nur jedem Angler der Schein entzogen, der einen Angelplatz nicht sauber verlässt, sondern würden alle Bürger, die Müll in die Landschaft kippen, wesentlich strenger bestraft werden. In meinen Augen auch wieder ein Punkt, an dem die meisten Angler wohl mit den meisten Schützern konform gehen dürften. Das wir die Gewässer nur als Alibi sauber halten, um sie später wieder zu „vermüllen“, ist daher ein absolut falscher Punkt, der in diesem Zusammenhang gerne aufgeführt wird.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 9:
ANGLER HABEN KEINE AHNUNG VOM UMGANG MIT DER NATUR

 

Freispruch: Falsch. Jeder Angler muss den Fischereischein erwerben, dem eine umfangreiche Prüfung unter Aufsicht der Landesbehörden voraus geht. Allein im Fachbereich Fischkunde müssen 230 Fragen gelernt werden können, bei Naturschutz und Gewässerkunde sind es 122 Fragen, in der Gesetzeskunde immerhin noch 57. Welche Prüfungen machen Naturschützer, um über Angler urteilen zu können?

 

An den Blinker

Prüfungen sind eine Sache, der vermittelte Stoff eine andere, und Theorie und Praxis sowieso schon mal zweierlei. Mir persönlich wäre eine „Lehre“ über zwei oder drei Jahre im Verein mit erfahrenen Praktikern lieber, als die doch meist sehr theoretische Schulung wie sie heute existiert.

 

An die Schützer

Angler haben genauso viel oder wenig (oder vielleicht doch ein bisschen mehr, wegen der Praxis am Wasser?) Ahnung vom Umgang mit der Natur, wie viele (nicht alle!!) der Schützer, die zwar sehr leidenschaftlich für ihre Ziele eintreten, oft aber von der Wirklichkeit in der Natur (auch??) nicht viel Ahnung haben.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 10:
ANGELN IST EIN ARME-LEUTE-SPORT

 

Freispruch: Von wegen arme Leute. Angeln ist in allen Gesellschafts-Schichten zu Hause. Dazu gehören Königliche Hoheiten genauso wie Staatsmänner und ungezählte Prominente. Global operierende Groß-Konzerne kaufen weltweit Angelrechte an den besten Gewässern für ihre prominenten Gäste. Wer eine Woche Lachsangeln in Norwegen oder Island bucht, gehört sicher nicht zu den Unterprivilegierten.

 

An den Blinker

Wenn interessierts ob Arme oder Reiche angeln?? Deswegen wird das Angeln weder eingeschränkt noch gefördert!

 

An die Schützer

Siehe oben

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 11:
ANGELN SCHADET DER ERZIEHUNG

 

Freispruch: Nein, Angeln fördert sie! Angelnde Kinder zeichnen kein Fischstäbchen, wenn sie einen Fisch malen sollen; angelnde Jugendliche erwerben wichtige Umwelt- und Naturkenntnisse, was sich auch in stark verbesserten Schulnoten in diesem Umfeld bemerkbar macht. Sie lungern nicht in Spielhallen, Kneipen, vor dem Bildschirm oder in Drogen-Treffs herum, sondern bewegen sich in freier Natur an der frischen Luft, lernen das Beachten von Gesetzen und Verordnungen. Fairness und Sozialverhalten in der Gemeinschaft werden für sie selbstverständlich.

 

An den Blinker

Auch hier für mich wieder zu sehr in Richtung schwarz/weiss: Angeln kann, richtig vermittelt, den Umgang mit der Natur und in der Gesellschaft fördern, wie der Blinker das beschreibt. Das sehe ich absolut nicht anders! Genauso kann allerdings die falsche Anleitung oder das falsche „anglerische“ Vorbild auch Kinder zu Anglern machen, die leider zur Sorte schwarze Schafe gehören.

 

An die Schützer

Angeln schadet der Erziehung der Kinder sicher nicht mehr, als die von einigen Gruppierungen unter den Schützern propagierte Gewalt gegen Angler, Jäger und/oder deren Einrichtungen.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 12:
ANGELN IST WIRTSCHAFTLICH BEDEUTUNGSLOS

 

Freispruch: Blödsinn, Angeln ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der BRD. Ein Forschungsbericht ergab 1997, dass allein die 1,4 Millionen amtlich registrierten Angler über 1 Milliarde Mark umsetzten. Hinzuzurechnen sind noch die Umsätze aus Besatzfischzucht und -verkauf, Vereinsleben, Immobilienkauf, Verwaltung und Presse.

 

An den Blinker

Auch dieses Argument wird meines Erachtens nach selten von den Schützern gebraucht, die im Normalfall ja immer Belange des Natur- und Umweltschutzes über die Belange der Wirtschaft stellen.

 

An die Schützer

Gerade weil der vom Angler gefangene Fisch wesentlich mehr volkswirtschaftlichen Umsatz bringt als der industriell gefangene, sollten die Schützer eigentlich ein Interesse daran haben, dass das Angeln gestärkt wird. Nicht nur werden weniger Fische gefangen, was ja den Intentionen der Schützer entsprechen sollte, man kann auch für die Wirtschaft mehr tun und die Schützer könnten da ein bisschen aus der „wirtschaftsfendlichen“ Ecke kommen. Zum Beispiel indem sie mit den Anglern zusammen alternative Bewirtschaftungsformen entwickeln.

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 13:
ANGLER ZAHLEN NICHTS FÜR DIE NUTZUNG

 

Freispruch: Völlig falsch. Jedes Bundesland kassiert eine jährliche Fischereiabgabe. Überdies muss jeder Angler pro Angeltag für die Erlaubnis an die Fischereirechtsinhaber zahlen, also vor allem (über die Pacht) in die Kassen der Kommunen.

 

An den Blinker

Ich glaube nicht, dass das die Schützer besonders interessiert. Es ist ja auch nur gerecht, wenn derjenige, der die Natur nutzen will, in welcher Form auch immer, dafür bezahlen muss.

 

An die Schützer

Siehe bei „Blinker“

 

 

(Vor-)Urteil Nr. 14:
ANGELN IST EINE DEGENERATION DER NEUZEIT

 

Freispruch: Völlig falsch, denn Angeln hat eine lange Tradition. Norwegische Felszeichnungen in Alta zeugen vom Angeln weit vor der Zeitrechnung.
Seit der Erfindung des Buchdrucks gibt es Angelbücher über die tief verwurzelte Leidenschaft, geboren aus dem über Millionen von Jahren erworbenen evolutionären Wissen über Jagd und Fischerei. Angeln ist eine Naturbegabung. Sie zu unterdrücken, hieße sich an der Natur des Menschen zu versündigen!

 

An den Blinker

Völlig korrekt! Aber nicht nur das Alter ist hier ein Argument: Angeln ist schlichtweg keine Degeneration!! Eigentlich müssten gerade die „Schützer“ solche naturnahen, ursprünglichen und zum Teil traditionellen Tätigkeiten unterstützen.

 

An die Schützer

„Besser Angler als Berufsfischer“, so müssten doch eigentlich die Schützer denken. Über den Tellerrand geschaut heisst das nämlich, dass nicht nur die Bestände geschont werden, sondern pro gefangenem Fisch auch wesentlich mehr volkswirtschaftlicher Umsatz als mit Berufsfischern gemacht wird. Bessere Erhaltung der Bestände bei größeren volkswirtschaftlichem Nutzen sollte eigentlich auch die Schützer dazu veranlassen, dass mehr geangelt statt industriell gefangen und produziert wird.

 

Die Reaktionen

 

Natürlich haben wir diesen Artikel im Vorfeld auch sowohl der Redaktion des Blinker wie auch BUND, WWF und Greenpeace als grossen „Schützer“verbänden zugesandt und um eine Stellungnahme dazu gebeten. 

 

Sehr schnell reagiert hat der Blinker. Leider ist der Chefredakteur Richard Lütticken zu dieser Zeit im Urlaub gewesen. Aber vom „Chef vom Dienst“ Michael Szameit wurde mir zugesichert, dass unser Artikel auf der nächsten Redaktionskonferenz mit Herrn Lütticken vorgelegt wird. Über eventuelle Reaktionen werden wir dann natürlich entsprechend berichten.

 

Und scheinbar haben die Verbände der „Schützer“, die wir angeschrieben haben, wichtigeres zu tun, als sich mit Anglern auseinander zu setzen. Ob das deren Mitglieder auch alle so sehen, oder wäre von den Mitgliedern mehr Diskussionsbereitschaft zu erwarten??

 

Leider haben sich auf unsere Mail weder BUND, WWF noch Greenpeace gemeldet. Sollte es tatsächlich so sein, dass diesen Verbänden und deren Funktionären (die Mitglieder nehme ich ausdrücklich aus, die werden das wohl kaum mitbekommen haben, wenn schon die Funktionäre nicht in der Lage sind, sich bei uns zu melden) es wichtiger ist mit mehr oder weniger fragwürdigen Aktionen und Veranstaltungen Spenden zu sammeln, als die Diskussionsbereitschaft der Angler zu nutzen.

 

Wir hoffen aber immer noch, dass sich aus den Reihen der „Schützer“ Menschen melden werden, denen es eher an einer zielgerichteten Zusammenarbeit liegt als an sinnlosen Konfrontationen. Wir sind dazu bereit!!!!

 

 



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