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Schleppen auf Hecht in großen Seen
Große Seen, vor allem Stauseen, sind oft sehr tief. Oft denkt man hier an
größere Köder. Meistens fängt man damit auch gut, aber wenn viel kleiner
Futterfisch im See ist, werden die "Monsterwobbler" nur selten genommen. Hier
ist es gut, einen kleineren Köder zu nehmen. Er braucht nicht größer als 10 cm
sein. Es ist gut, wenn die Köder so aussehen, wie die im Gewässer vorhandenen
Futterfische.
Ich fing mit einem 7 cm-Wobbler im Biggesee den Hecht meines Lebens. Es war
etwas nebelig. Mein Freund und "Angelguide" Jürgen und ich wollten eigentlich
nur auf Barsche schleppen. Da die Barsche jedoch ziemlich tief standen, hatten
wir noch einen Dipsy-Diver vorgeschaltet und ließen den Wobbler auf 8 m Tiefe
laufen. Ich hatte aber noch ein Stahlvorfach dran gebunden, falls doch mal ein
Hecht anbeißen sollte. Der Hecht biss so gegen 17.00 Uhr. Jürgen hatte schon so
eine Vorahnung. Er meinte, es sei gutes Hecht-Wetter. Ich war zunächst etwas
skeptisch, ich hatte ja noch nie einen gefangen.
Gut 15 Minuten nach Auslegen der Angeln hatten wir schon einige Barsche
gefangen, als plötzlich die Rolle anfing zu heulen. Ich war ganz aufgeregt, weil
ich zuvor einen schönen Barsch verloren hatte. Ich wusste, dass es ein Großer
sein musste, weil ein Barsch nicht so schnell Schnur von der Rolle ziehen
könnte. Ich nahm meine Rute und schlug an. Ein riesiger Widerstand riss mich an
die Bordwand, so dass ich mich mit den Beinen abstützen musste. Wie ein U-Boot
raste der Monster-Hecht in die Tiefe, ich konnte ihn nicht zurückhalten, sonst
wäre die Schur durch gewesen. Erst nach ungefähr 10 min. Drill konnte ich ihn
ins Boot hieven. Jürgen half mir dabei, sonst wäre der Fisch schneller weg
gewesen als man gedacht hätte. Aber alles ging gut. Fast. Der Hecht gab sich
noch nicht geschlagen und bäumte sich noch einige Male auf. Er schnappte nach
mir und verfehlte mein Bein nur knapp. Ein weiteres Mal schlug er mir mit dem
Kopf gegen das Knie. Tat ziemlich weh. Doch Jürgen machte dem dann mit einem
gezielten Messerstich ein Ende. Am Ufer stellte sich dann heraus: 1,18 cm und 20
Pfd. 420 g.! Unseren Jubelschrei hatte man bestimmt über den ganzen See gehört.
Nach dem Erzählen der anderen Angler und unseren Erfahrungen kann man sagen,
dass entweder ganz früh oder ab dem späten Nachmittag gute Chancen bestehen,
einen Hecht zu erwischen, da sie zu dieser Zeit meist auf Futtersuche sind und
die kleinen Futterfische sich im Freiwasser aufhalten.
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 Mein Bruder Christian mit Jürgen auf dem Biggesee
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 3 tolle Hechte!
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Martin Wiercimok (13)
Anglerboard-Magazin Mai 2003
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