Google
 
Web www.anglerpraxis.de
Guten Tag, und Viel Spaß im Archiv des Anglerboard-Magazins!


  Navigation
picStart
picAktuelles Magazin
picMagazinforum
picOnlineshops
picKleinanzeigen
picImpressum
picHaftungsausschluss
picAnglerboard.de



  Archiv
picGesamtes Archiv
picAllgemein
picRaubfischangeln
picFriedfischangeln
picMeeresangeln
picJungangler
picGewässertipps und Reiseberichte
picGerätetips und Berichte picBasteln und Gerätepflege
picRezepte und Kochtips
picPolitik und Naturschutz
picInteressengemeinschaft Angeln
picUnterhaltung
picPressemitteilungen und Firmenvorstellungen
picSonstiges




Umfrage zur einheitlichen Klassifizierung des Wurfgewichtes bei Ruten

Einfach weil es uns interessierte, haben wir an verschiedene Firmen (siehe Aufzählung) untenstehende Mail mit der Frage nach einer einheitlichen Kennzeichnung/Messgrösse für das Wurfgewicht bei Ruten geschickt.
Wie üblich reagieren viele Firmen nicht auf Anfragen per Email, aber ein paar haben doch erkannt, welche Möglichkeiten eine Präsenz auf dem Anglerboard bietet und geantwortet. Interessant dann doch die Antworten. Es ist nicht immer alles so einfach, wie es oft für den "einfachen" Angler am Gewässer oder im Laden scheint. Viele Faktoren spielen eine Rolle und können von einem Angler auf Grund mangelnder Branchenkenntnis oder fehlender Information (und da schliesse ich mich persönlich ausdrücklich mit ein!!) nicht richtig beurteilt werden.
Gerade darum nützen aber solche Umfragen etwas, weil man eben damit den Herstellern und Vertrieben von Angelgerät und Zubehör auch die Möglichkeit bietet, solche Infos auch den Anglern zugänglich zu machen. Vielleicht antworten ja bei der nächsten Umfrage ein paar Firmen mehr.

Firmen, die geantwortet haben:

Cormoran
Penn (telefonisch)
Shimano
Yad (telefonisch)
Zebco

Firmen, die nicht geantwortet haben:

Balzer
Behr
Dega
Dieter Eisele
Grebenstein
Jenzi
Mitchell
Mosella
Paladin
Penta
Saenger
Sportex

Hier unsere Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Forum vom Anglerboard.de mit mittlerweile über 162.500 Beiträgen kommen auch immer wieder Fragen rund um Angelgerät.
Zu diesem Aspekt möchten wir Ihnen hiermit für eine Veröffentlichung im Anglerboard - Magazin einige Fragen stellen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns diese beantworten könnten:

Das Wurfgewicht bei Ruten - Gemeinsame Lösung möglich??

Der Kauf einer Angelrute für einen bestimmten Einsatzzweck wird meist über das Wurfgewicht (mit) entschieden. Da das Wurfgewicht leider nicht von allen Anbietern gleich "ermittelt" wird, hat sich dieses System in der Praxis als solide und objektive Information für den Angler leider nicht sehr bewährt.

Ruten mit gleichen Wurfgewichtsangaben können in der Praxis äußerst unterschiedlich ausfallen, so daß für Angler der direkte Vergleich von Ruten "gleicher WG - Klasse" praktisch nicht möglich ist. Unter den bei englischen Ruten verbreiteten "Testkurven" können sich die meisten deutschen Angler nichts vorstellen.

Zudem ist das Wurfgewicht nur ein Punkt, ein anderer das Verhalten der Rute im Drill. Also ob eine Rute eher eine Spitzenaktion oder eher eine semiparabolische oder parabolische Aktion hat.

Auch verwenden viele Hersteller ein sehr breites Spektrum bei der Angabe des Wurfgewichtes, dies kann im Extremfall zu einer WG - Angabe von 5 - 100 Gramm führen. Nun kann man mit solchen Ruten vielleicht sowohl Köder oder Montagen mit Gewichten von 5 Gramm wie auch mit denen von 100 Gramm fischen, aber das optimale Wurfgewicht liegt doch letztlich bei einer einzigen Zahl.

Nun mag es für viele Firmen "verkaufsfördernd" erscheinen, wenn Ruten mit einem möglichst breiten Wurfgewichtsspektrum angeboten werden. Aber wäre es im Sinne einer besseren Information der Angler nicht besser, wenn sich die Anbieter auf ein gleiches System einigen könnten??

Was würden Sie zum Beispiel zu diesem immer wieder diskutierten Vorschlag sagen:

Als Wurfgewichtsangabe nur eine Zahl, die das optimale WG einer Rute beschreibt. Die Anbieter können sich sicher auf ein objektives physikalisches Meßverfahren einigen, welches die optimale Aufladung der Rute für den Wurf mit einer (Gramm)Zahl beschreiben kann.

Der Wurf ist eine Sache, das Verhalten im Drill eine andere, wo nicht primär das Wurfgewicht, sondern die Aktion der Rute entscheidend ist:
Deswegen würden wir eine Klassifizierung der Rutenaktion (zum Beispiel: Aktion A (Volle Spitzenaktion), B (Spitzenakiton), C (halbparabolische Aktion), D (Vollparabolische Aktion) begrüßen. Auch hier wäre sicher eine Möglichkeit zu finden, dies objektiv physikalisch zu beurteilen.

So hätte der Angler statt vieler verschiedener Angaben je nach Firma nur noch 2 auf der Rute oder im Prospekt stehen: Optimales Wurfgewicht und Aktion der Rute.

Kann sich Ihre Firma dies vorstellen und würden Sie und Ihre Firma an einer solchen (oder einer anderen ähnlich praktischen und objektiven) Lösung auch aktiv zum "Wohle" der Angler mitarbeiten??

Wir freuen uns auf Ihre Antworten und werden diese im Anglerboard - Magazin veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen vom Anglerboard-Magazin-Team
Thomas Finkbeiner


Und hier die Antworten

Antwort Shimano

Unsere Ruten verfügen über einen sehr hohen Standard. Die auf unseren Ruten angegebenen Wurfgewichte sind absolut realistisch. Daher sehen wir keine Notwendigkeit einer Anpassung. "Optimal" ist eine individuelle Beurteilung eines jeden einzelnen Anglers. Daher ist die Vorgabe einer Gewichtsangabe nicht realistisch.
Eine Klassifizierung der Rutenaktion erachten wir als problematisch. Ihr Vorschlag ist aufgrund der vielen, unterschiedlichen Anbieter schwierig zu realisieren. Auch hier ist die Individualität eines jeden einzelnen Anglers zu beachten.
Eine Rute sollte nicht pauschal begutachtet werden. Sie sollte vor der Kaufentscheidung in die Hand genommen werden, um festzustellen, ob die Eigenschaften, die man sich vorstellt, gegeben sind.
Bei einer Rute spielen viele Details zusammen, die eine für den Individualisten optimale Rute ausmachen. Diese Zusammensetzung ist das Geheimnis des Produzenten und wird sicher nicht preisgeben.

Mit freundlichen Grüssen
SHIMANO (EUROPA) GMBH

Petra Krichel


Antwort Cormoran

Nach unserer Ansicht gibt es derzeit 2 Märkte, nämlich das spezialisierte Fischen und das Freizeitangeln. Für die Freizeitangler sind unsere "normalen" Ruten mit einer einfachen Deklaration (z.B. 20-60g) über das Wurfgewicht ausgestattet. Das ist nach Meinung unsere Kunden auch so in Ordnung, da zu viele Angaben auf dem Blank die Kunden nur verwirren würden. Auf der anderen Seite haben wir bereits für unser speziellen Ruten wie Jerkbaitruten, Spinnruten usw. eine spezielle Deklaration über das "normale" Wurfgewicht und das optimale Köderwurfgewicht auf dem Blank. Ebenso einen Buchstaben für die jeweilige Rutenaktion. Für eine Standardisierung sehen wir wenig Möglichkeiten und auch keinen rechten Sinn, denn Standart heißt einfach und unsere speziellen Ruten wie Black-Star CM oder Corigator sind jedoch ganz "speziell" für "Profis" und sollen dies auch dem spezialisierten Kunden zeigen. Wir haben jedoch kein Problem damit, wenn unsere Mitbewerber dieselben Angaben auf Ihren Ruten verwenden würden, wie wir sie auf unseren Black-Star CM oder Corigator-Ruten haben.

Mit freundlichen Grüßen
Armin Brunner
Produktmanagement


Antwort Zebco

Der Kauf einer Angelrute für einen bestimmten Einsatzzweck wird meist über das Wurfgewicht (mit) entschieden. Da das Wurfgewicht leider nicht von allen Anbietern in gleicher Weise "ermittelt" wird, hat sich dieses System in der Praxis als solide und objektive Information für den Angler leider nicht sehr bewährt.

Werbung

Angelzentrum Steinsøya


Das Angelzentrum Steinsøya auf der Insel Smøla bietet Angelurlaub mit Rundumservice

Alle Zimmer mit Dusche/WC, Aufenthaltsraum mit deutschem TV, Schlachtraum,

Gefriertruhen, solide Holzkutter inkl. Diesel, Vollverpflegung

Bestes Angeln sowohl vom Kutter wie vom Ufer!!

Dorsch, Köhler, Pollack, Heilbutt, Schellfisch, Rotbarsch, Rochen, Makrele, Meerforelle, und, und, und.....

Infos unter www.angelzentrum-steinsoeya.de.vu

oder direkt in Norwegen: 0047 71541606 (Tel. +Fax)

oder in Deutschland: 07062 - 936730 Tel. oder 07062-936760 Fax


Liebes Anglerboard,
dieser Kritik können wir nicht folgen. Es ist richtig, dass die Ermittlung des Wurfgewichts nicht standardisiert erfolgt. Unter dem Strich sind indes Wurfgewichtsklassen, wie z.B. "30 bis 30 g", bei Anglern mittlerweile eine klare Größe, unter der man sich einen Rutentyp "in etwa" vorstellen kann. Eine präzise, weitergehende Einschätzung der Aktion und Wurfeigenschaft einer Rute lässt sich mit keiner noch so gearteten Kennzahl hinreichend beschreiben. Der Angler kommt nicht umhin, die Rute selbst in die Hand zu nehmen und ihr Verhalten für sich persönlich zu beurteilen.

Ruten mit gleichen Wurfgewichtsangaben können in der Praxis äußerst unterschiedlich ausfallen, so daß für Angler der direkte Vergleich von Ruten "gleicher WG - Klasse" praktisch nicht möglich ist. Unter den bei englischen Ruten verbreiteten "Testkurven" können sich die meisten deutschen Angler nichts vorstellen.

Das stimmt unserer Ansicht nach nicht; Schnurklassenangaben wie z.B. "20 lb" bei Meeresruten sind mittlerweile eine etablierte Größe. Auch die Testkurvenangaben sind für die Nutzer moderner Karpfenruten - und durchweg nur solche werden mit Testkurven gekennzeichnet - eine Information, die ihnen eine Vorstellung über das Produkt vermitteln.
Zudem ist das Wurfgewicht nur ein Punkt, ein anderer das Verhalten der Rute im Drill. Also ob eine Rute eher eine Spitzenaktion oder eher eine semiparabolische oder parabolische Aktion hat.

Auch verwenden viele Hersteller ein sehr breites Spektrum bei der Angabe des Wurfgewichtes, dies kann im Extremfall zu einer WG - Angabe für eine Rute von 5 - 100 Gramm führen. Nun kann man mit solchen Ruten vielleicht sowohl Köder oder Montagen mit Gewichten von 5 Gramm wie auch mit denen von 100 Gramm fischen, aber das optimale Wurfgewicht liegt doch letztlich bei einer einzigen Zahl.
Nun mag es für viele Firmen "verkaufsfördernd" erscheinen, wenn Ruten mit einem möglichst breiten Wurfgewichtsspektrum angeboten werden.

Diese etwas kritische Unterstellung wird der Industrie nicht gerecht. Der normale Kunde wird seine Rute sicher nicht nur mit einem bestimmten Wurfgewicht belasten wollen. Die Angabe eines Wurfgewichtsbereichs ist - sofern vernünftig gewählt - eine Service-Leistung an den Kunden, die seinen Gewohnheiten in der Praxis Rechnung trägt. Mal wird er so beispielsweise mit seiner mittleren Spinnrute auf Zander twistern, ein anderes Mal mit einem schweren Wobbler auf Hecht fischen, und schließlich vielleicht auch mal mit einem Spinner auf Forellen gehen. Es wäre für die Industrie im Gegenteil vorteilhafter, würde der Kunde sich für unterschiedliche Gewichte auch jeweils andere Ruten kaufen, nur können das die wenigsten und nicht jeder wird mit einem Schrank voll unterschiedlicher Ruten ans Wasser pilgern wollen.

Aber wäre es im Sinne einer besseren Information der Angler nicht sinnvoller, wenn sich die Anbieter auf ein gleiches System einigen könnten??
Was würden Sie zum Beispiel zu diesem immer wieder diskutierten Vorschlag sagen:
Als Wurfgewichtsangabe nur eine Zahl, die das optimale WG einer Rute beschreibt. Die Anbieter können sich sicher auf ein objektives physikalisches Meßverfahren einigen, welches die optimale Aufladung der Rute für den Wurf mit einer (Gramm)Zahl beschreiben kann.
Das funktioniert nicht. Das optimale Wurfgewicht hängt neben dem reinen Gewicht auch von der Art des verwendeten Köders und den äußeren Umständen ab. Ein voluminöser Wobbler lädt eine Rute beispielsweise anderes auf als ein schlanker Küstenblinker gleichen Gewichts. Bei windigen Bedingungen werden die Unterschiede noch größer. Auch hat der Wurfstil einen entscheidenden Einfluss auf das Auflade-Verhalten der Rute.
Der Wurf ist eine Sache, das Verhalten im Drill eine andere, wo nicht primär das Wurfgewicht, sondern die Aktion der Rute entscheidend ist:
Deswegen würden wir eine Klassifizierung der Rutenaktion (zum Beispiel: Aktion A (Volle Spitzenaktion), B (Spitzenakiton), C (halbparabolische Aktion), D (Vollparabolische Aktion) begrüßen. Auch hier wäre sicher eine Möglichkeit zu finden, dies objektiv physikalisch zu beurteilen (Verhalten der Rute/Rutenaktion/Biegekurve bei Belastung mit dem optimalen WG als einheitliche Lösung??).

Liebe Leute, hängt doch mal an eine Rute von 10 bis 50 g Wurfgewicht 30 g Blei (als vermeintliches optimales Wurfgewicht) . Was bitte schön soll jetzt dieser nur leichte Ausschlag der Rutenspitze über die Aktion der Rute aussagen? Euer Vorschlag führt da nicht weiter, nicht zuletzt, weil die Art der Biegung auch keinerlei Aufschlüsse über die anderen Faktoren der Rute (ob sie z.B. schnell oder eher langsam arbeitet) zulässt. So hätte der Angler statt vieler verschiedener Angaben je nach Firma nur noch 2 auf der Rute oder im Prospekt stehen: Optimales Wurfgewicht und Aktion der Rute.

Kann sich Ihre Firma dies vorstellen und würden Sie und Ihre Firma an einer solchen (oder einer anderen ähnlich praktischen und objektiven) Lösung auch aktiv zum "Wohle" der Angler mitarbeiten oder haben Sie zu dieser Diskussion alternative Lösungsvorschläge??

Einfache Antwort: Zum Wohle der Angler werden wir bei unser bisherigen Kennzeichnungspraxis bleiben.

Mit freundlichen Grüßen


Frerk Petersen
Zebco Sports Europe
Manager Marketing & Public Relation


Antwort Penn (Herr Dibisch) und Antwort Yad (Herr Lehmann):

Bestätigten per Telefon im Grunde die Aussagen der anderen Firmen, die geantwortet haben.
Das haben wir uns in unserem "Leichtsinn" wohl alles zu einfach vorgestellt. Da gerade bei Ruten und deren Wurfgewicht auch persönliche Wünsche und Konstitution mit eine Rolle spielen, ist es wohl fast unmöglich, zu einer einheitlichen, firmenübergreifenden Klassifizierung zu kommen. Auf der anderen Seite zeigt dies auch, dass zumindest die Firmen, die per Mail oder Telefon geantwortet hatten, sich mit dem Thema auseinandersetzten - dafür unseren Respekt!!!


Anglerboard-Magazin Mai 2003


© 2003-2011 Anglerpraxis.de - Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten
Powered by MLIT