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Zeit für die Flachmänner


Im April bricht mit den ersten warmen Sonnenstahlen die beste Zeit zum Angeln auf Brassen an. Die Laichzeit der Flachmänner beginnt jetzt und damit stehen die Chancen auf besonders große Exemplare jetzt sehr gut. Der Grund dafür liegt darin, dass die Brassen jetzt ins Flachwasser ziehen, wo man sie schnell orten und auch besser beangeln kann. Vor allem in großen Seen, wo sich die Brassen ansonsten oft weit draußen in großen Tiefen aufhalten, steigern sich die Fangchancen wesentlich. Ich selbst konnte dies genießen als ich vor einigen Jahren im Frühjahr an einem großen Stausee angelte, der einen sehr ausgeprägten Flachwasserbereich hat. Normalerweise werden dort vom Ufer aus meist nur Rotaugen beim Friedfischangeln gefangen. Ich konnte dort mit meiner Pickerrute allerdings mehrere große Brassen fangen und war am nächsten Tag sogar noch etwas erfolgreicher. Als ich einige Wochen später wieder an dem Stausee war, gingen mir am selben Angelplatz hingegen nur noch Rotaugen an den Haken.


april04_flachmann_1.jpg


An vielen Gewässern gelingt es häufig die Brassen im flachen Wasser mit bloßem Auge zu entdecken. Sie machen sich durch Schlammwolken und Fressbläschen bemerkbar. Mit Hilfe einer Polarisationsbrille wird das Auffinden der Fische noch erheblich erleichtert. In der Regel kann man auf Anfüttern verzichten, wenn man einen Brassenschwarm erkannt hat. Mit einer ultrafeinen Posenmontage und einem kleinen Madenbündel als Köder kann man die Grätenkönige per Matchrute direkt anwerfen. Als Posen bevorzuge ich bei dieser Pirschangelei transparente Waggler.


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Gelingt es nicht die Grätenkönige auf genannte Weise zu finden, müssen sie an einen Futterplatz gelockt werden. Dazu benötigt man meist mehrere Kilogramm Futter, denn ein Brassenschwarm leert den Futterplatz fast so schnell wie ein Staubsauger. Ich empfehle eine helle, süße Futtermischung, die ruhig auch grobe Bestandteile enthalten kann. Das Futter sollte sich erst auflösen, wenn es an den Gewässergrund gesunken ist. Auftreibende Bestandteile sind für ein Brassenfutter ungeeignet, da sie zu viele Rotaugen und Rotfedern anlocken. Wichtig ist es außerdem reichlich Lebendköder beizufügen. Ob man mit Match-, Picker- oder gar Feederrute auf dem angelegten Futterplatz angelt, hängt von mehreren Faktoren ab. An flachen Stelle, zu denen man nicht weit werfen muss, ist das Fischen mit Matchrute und Posenmontage optimal. Einschlagende Grundbleie oder Futterkörbe haben bei geringer Wassertiefe auch oft eine starke Scheuchwirkung. Wenn dagegen große Wurfweiten erforderlich sind oder Wellen das Beobachten der Pose behindern, sollte man besser eine Grundmontage verwenden, die dann in Verbindung mit Picker- oder Feederrute eingesetzt wird. An größeren Seen können einen beim Posenfischen auch Unterströmungen in den Wahnsinn treiben. Ich habe es schon erlebt, dass ein 20 Gramm-Waggler gegen die Windrichtung rasch abtrieb. Ein solches Problem kann man auch nur mit einer Grundmontage in den Griff bekommen. Auch wenn man in eine solche Montage einen Futterkorb einbaut, müssen zusätzlich noch regelmäßig Futterbälle per Futterschleuder eingeschossen werden. Schnurstärke und Hakengröße können beim Brassenangeln recht fein gewählt werden, weil die Schleimer an der Angel nicht sehr kämpferisch sind. Beim Grundangeln sollte die Schnur 0,18 bis 0,22 mm dick sein, beim Posenfischen reicht eine 0,16 mm starke Leine. Die Hakengröße beträgt je nach Köder zwischen 8 und 14.

Als Köder für die Brassen eignen sich Maden am besten, doch auch Mistwurm, Tauwurm, Mais sowie Kombis aus diesen Verführern sind fängig. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Köderdipps und anderen ähnlichen Lockstoffen gemacht. Sie können bei Beißflauten Wunder wirken. Der Fachhandel bietet solche Mittel zahlreich an. Wer jedoch Geld sparen möchte, kann auch selbst einen ausgezeichneten Lockstoff aus einem Fläschchen Backaroma, welches mit etwas Wasser und einer Prise Zucker vermischt wird, herstellen.



Veit Wilde

 
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