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Meine erste Meerforelle
Im Forum vom Anglerboard war auch folgender Bericht über den Fang einer Meerforelle, und zwar der ersten von unserem Mitglied awel, zu lesen. Diesen tollen Bericht wollten wir auch unseren Magazinlesern nicht vorenthalten.
Hier der Bericht:
Monatelang das Forum und die Fänge von Euch verfolgt und von meiner Meerforelle geträumt. Dann kam der 04. Februar 2005. Das Wetter war ok, Zeit hatte ich auch, so habe ich kurzfristig beschlossen, nach Fehmarn zum Angeln zu fahren. Die Sachen waren schnell gepackt und am Freitag nach der Arbeit ab auf die Autobahn. Die Fahrt wurde zu einer harten Prüfung – 12km Stau – und Zweifel nagten an mir, ob die Fahrt nach Fehmarn die richtige Entscheidung gewesen ist.
Irgendwann spät nachts kam ich dann doch auf Fehmarn an. Schnell Sachen ausgepackt und noch schneller ins Bett. Ich war so müde, ich habe nicht mal von Fischen geträumt. Am nächsten Morgen habe ich erst mal gründlich verschlafen. Der Himmel war bedeckt, es war nebelig, kalt und ich wäre lieber liegen geblieben, aber ich war ja zum Angeln hier.
Also auf zum Wasser in Richtung Staberhuk. Der Wind kommt zwar aus südlicher Richtung, aber ich mag Staberhuk, muss wenigstens mal gucken. Am Parkplatz nur drei weitere Autos, am Wasser kein Angler, dass kommt mir komisch vor. Obwohl es am Horchposten relativ windgeschützt ist. Nach kurzer Überlegung stecke ich die Rute zusammen, hänge meine Tasche um und gehe Richtung Leuchtturm. Endlich am Wasser.
Ich freue mich hier zu sein und genieße die frische, salzige Luft, während ich in langer Unterbüx, Fleecehose, Neoprenwathose, 2 Fleecepullis und Jacke anfange zu schwitzen. Endlich ist der Leuchtturm in der Nähe. Der Wind kommt hart von rechts, ich gehe zurück und gare in meinem eigenen Saft. Zurück im Auto muss ich erst mal akklimatisieren, ich werde müde, aber ich bin zum Angeln hier.
Also auf zum Wasser Richtung Katharinenhof. Es ist windgeschützt, am Wasser ein paar Brandungsangler und in der Ferne trägt einer sein Belly-Boat über den Strand. Hier bleibe ich! Schnell finde ich einen schönen Platz und bin im Wasser. Meditativ werfe ich immer und immer wieder den Blinker aus, nur unterbrochen vom Kraut abpulen und Strandspaziergängen gegen kalte Füße.
Der Himmel ist seit Stunden herrlich blau und die Sonne neigt sich orangerot zum Horizont. Ein wunderschöner Tag auch ohne Fisch. Meine Füße sind schon wieder kalt und beim Spaziergang liegt da ein großer Stein, auf den ich mich erst mal lege und mir die letzten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen lasse. Ich lasse meine Gedanken kreisen und beschließe in die warme Wohnung zu fahren.
Auf dem Rückweg zum Auto ist die Sonne blutrot und der Sonnenuntergang sieht großartig aus. „Vielleicht kriegst Du noch einen Dorsch“ sind so meine Gedanken und schon bin ich wieder im Wasser. Ordentlich ausgeholt werfe ich weit, um dem Dorsch ein Stückchen entgegen zu kommen. Ein kurzer Ruck und der Blinker hängt so richtig fest. Bremse festgezogen und mit Gewalt löst sich der Haken und einen Augenblick später pule ich die Miesmuscheln vom Drilling.
Neuer Wurf, harter Widerstand und ich bin genervt von den Muscheln. Plötzlich kommt Bewegung in Schnur – Fisch - und ich spüre wie sich das Adrenalin von der Nebennierenrinde warm im Körper ausbreitet. Meine Knie sind weich und irgendwas zappelt kräftig an der Rute. Denken will nicht mehr gelingen, die Umwelt komplett ausgeschaltet gibt es nur noch mich und den Fisch, der ordentlich Kraft entwickelt. Drei Dinge schießen mir durch den Kopf:
| 1. | mein Kescher liegt am Strand, |
| 2. | Skorpion hat geschrieben, dass die Diabolo II nicht für Meerforellen geeignet ist und |
| 3. | *******, die Bremse ist noch komplett zugedreht |
Ich versuche die Bremse zu lockern, muss aber mit beiden Händen die Rute festhalten, mit soviel Kraft habe ich nicht gerechnet. Der Fisch versucht zu fliehen, kämpft wegen der festgestellten Bremse kräftig mit dem Rückrat der Rute. Ich hole fleißig die Schnur ein. Nur den Kontakt behalten, nur den Kontakt behalten.
Plötzlich taucht das Biest an der Wasseroberfläche auf und an den Kescher verliere ich keinen Gedanken mehr, der wäre sowieso zu klein gewesen. Ok, der Fisch hängt noch am Haken, der Kescher liegt am Strand ? der Fisch muss gelandet werden. Langsam gehe ich rückwärts auf das Ufer zu, der Fisch kämpft dagegen, aber die Rute und Schnur spielen mit und wir nähern uns dem Strand.
Aus Gründen der Fairness und eines rutschigen Steins, beschließe ich die letzten drei Meter im Wasser liegend zu drillen. Auch diesen Vorteil mag die Forelle nicht auszunutzen und nachdem ich mich wieder aufgerappelt habe, ziehe ich den Fisch an Land und als krönendes Ende reißt der Knoten in dem Augenblick, als die Forelle an der Wasserkante liegt. Egal, entkommen kann sie nicht mehr.
Ich bin glücklich und kalt läuft mir das Wasser innen in der Hose hinunter und aus meinen Ärmeln, aber ich habe meine erste Meerforelle gefangen! 61cm und 5 Pfund. Ich bin völlig aufgedreht und kann jetzt verstehen, warum die Jagd nach Meerforellen süchtig machen soll.
Mich hat es nun auch erwischt und ich kann jetzt ein wenig mitreden.
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@Skorpion:
Ich finde, dass die Diabolo II für Meerforellen geeignet ist ;-)
@Brösel:
Habe in einem Beitrag Deine Empfehlung für Farb-Kombi kupfer/schwarz gelesen. Am Freitag Eitz Fly in der Farbe gekauft und Samstag Forelle gefangen. Danke!
@alle:
Danke für Euren interessanten Beiträge, sonst wäre ich nie auf die Meerforellenangelei gekommnen und schon gar nicht auf die Idee bei der Kälte mich ins Wasser zu stellen.
Ich hätte gerne mehr vom Fang selbst gesprochen, aber vom Gefühl her dauerte der Vorgang vom Biß bis zur Landung nur ein paar Minuten und ich war viel zu aufgeregt...
Gruß
Awel
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