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Malediven Februar 2005
Wie alles begann...
Es ist Mitte des Jahres 2004; ich verspüre wieder die große Lust zum Fischen in der Sonne. Dabei meine ich nicht etwa Karpfenangeln bei 35° C im Schatten an unseren heimischen Vereinsteichen, nein, ich meine das Fischen im Meer von einer Jacht aus. Eine neue Big Game Tour soll geplant werden.
Anfang des Jahres 2004 habe ich meine ersten Big Game Erfahrungen sammeln können. Nach erfolgreichem ersten Staatsexamen hatte ich mir eine Reise nach Acapulco in Mexiko gegönnt. Sechs Ausfahrten habe ich in Acapulco gemacht; sechs Sailfische konnte ich fangen, dazu dreizehn Bonitos. Das von Jürgen Oeder beschworene Big Game Fieber hatte mich gepackt.
Leider erlaubt es meine finanzielle Situation nicht, alle zwei bis drei Monate einen Big Game Trip zu unternehmen ( bei wem würde das auch funktionieren, so schön die Vorstellung auch sein mag ), gleichwohl komme ich zu dem Schluß, daß für Anfang 2005 ein neuer Big Game Urlaub geplant werden muß. Zunächst bin ich noch nicht ganz klar, wohin es gehen soll. Mehrer Ziele erscheinen interessant und finanzierbar. Zu Beginn meiner Überlegungen stand Mexiko wieder ganz oben auf der Liste, ich überlegte nur, ob es vielleicht besser sei, dieses mal nach Puerto Vallarta zu fliegen. Berichten und Gesprächen mit Dr. Henning Stilke hatte ich entnommen, daß die fischereiliche Situation dort ( noch ) besser sein sollte als in Acapulco. Schließlich komme ich aber zu dem Ergebnis, daß man etwas mehr von der Welt sehen sollte und entscheide mich daher gegen eine erneute Reise nach Mexiko. Derweil stehen der Jemen und Kenia im Mittelpunkt meiner Überlegungen. Diese werden dann mehr oder minder durch einen Zufall über den Haufen geworfen. Bei meiner Recherche über die verschiedenen Ziele stoße ich auf der Homepage des Big Game Fishing Club Deutschland ( www.bgfc.de ) auf eine Anzeige „Mitfahrer für Malediven gesucht“. Nach genauerem hinsehen erscheint das Angebot sowohl zeitlich als auch finanziell in meinen Plan zu passen. Leider war der Beitrag schon einiger Zeit im Forum eingestellt, so daß ich ernstliche Zweifel daran hatte, ob da noch was zu machen sei. Ich entschließe mich trotzdem es zu versuchen. Kurzum eine Email an den Kollegen der das Angebot eingestellt hat und schon nach einem Tag hatte ich Antwort. Christian aus der Nähe von Karlsruhe meldete sich via Email und wir telefonierten auch miteinander. Bei diesen Telefonaten drängte sich mir manchmal der Eindruck auf, mit jedem englisch sprechenden Menschen könnte man sich besser verständigen als mit den Schwaben, können halt alles, außer Hochdeutsch! Schnell erfahre ich die Namen unserer weiteren Mitfahrer, Sven, Robert und Andreas. Der Kontakt zu diesen ist sehr herzlich, insbesondere zu Andreas und Robert habe ich einen guten Draht.
Material
Was nun beginnt ist jedem der bereits eine Angelreise gemacht bekannt. Zunächst wird analysiert, was es zu fangen gibt und welches Material benötigt wird.
Poppern
Mehrfach geistert mir der Begriff Popperfischen vor die Augen. Bis dato hatte ich davon wenig bis gar nichts gehört. Einzig die Berichte im Broadbill lassen ein grobes Bild entstehen, worum es sich dabei handeln könnte. Also krame ich die alten Bericht hervor und studiere diese sehr aufmerksam. Materialempfehlung Daiwa Saltiga oder Shimano Stelle als Rolle. Der Preis dafür? Jenseits der 600 € Marke, sprich für mich nicht erschwinglich. Im Übrigen habe ich bis dato auch noch keine Vorstellung davon, ob mir die Popperfischerei überhaupt Spaß macht und bei uns könnte ich eine solche Rolle gar nicht gebrauchen. Auch wenn ich zugegebenermaßen mit diesen Wunderwerken der Technik geliebäugelt habe, so entscheide ich mich aber auf Grund des hohen Preises dagegen. Eine vernünftige Alternative muß her. Aber welche? Meine Recherchen ergeben, daß bereits einige Rollen den Härtetest Popperfischen nicht überstanden haben. Ich stecke in einer Zwickmühle, auf der einen Seite möchte ich nicht „zu viel“ Geld für das Material ausgeben, auf der anderen Seite erscheint es aber auch wenig sinnvoll am Material zu sparen, um dann am zweiten Tag ohne verwertbares Material dazustehen, um dann nur noch die Sonne zu genießen.
Schließlich nehme ich mir vor, auf der ANSPO ( Angelsportmesse ) in Kassel eine oder mehrere Rollen ausfindig zu machen, welche meinen Ansprüchen in Sachen Qualität und insbesondere Preis-Leistungs-Verhältnis genügen. Auf mich machen die Rollen von Tica einen sehr guten und insbesondere stabilen Eindruck, folgerichtig besorge ich mir für die Reise eine Tica Dolphin. Daneben erscheint mir die Daiwa EmcastPlus 6000 für diese Form der Fischerei geeignet. Auch diese nehme ich schließlich mit.
Bei den Ruten wird die Wahl nicht einfacher. Immer wieder höre ich widersprüchliche Angaben bezüglich der richtigen Länge. Die Empfehlungen gehen von 2,40 m bis 3,00 m. Das Wurfgewicht sollte nicht unter 400 g liegen. Damit ist die Auswahl nicht gerade riesig. Schließlich muß man mit dem Material ständig werfen und wieder einkurbeln. Das Ganze ist vergleichbar mit dem Spinnfischen oder „Wobbeln“. Eine schwere Rute würde hier erhebliche Probleme bereiten. Als bekennender Sportex Freund schaue ich natürlich zunächst in diesen Katalog. Siehe da, wer suchet der findet: Sportex Carat Strong, 3,00 m, 400 g Wurfgewicht, Eigengewicht 345 g. Paßt! Daneben besorge ich mir noch eine etwas kürzer Rute. Hier werde ich wieder im Daiwa-Katalog fündig. Die Wahl fällt auf die Daiwa Firewolf Norway Boat, 2,85 m WG 200 – 500 g, Eigengewicht 425 g. Die Rute hat im Gegensatz zur Sportex einen Multirollenhalter, darauf wird zurückzukommen sein.
Bei der Suche nach der richtigen Schnur wird die Suche noch verworrener. Von Empfehlung, die Penn 51 kg bis hin zu Monoschnüren hört man alles. Nicht zu letzt auf Grund ihrer weiten Verbreitung in Deutschland wird auch der Name Fireline immer wieder genannt. Für mich stellt sich aber die Frage, wie eine Stationärrolle eine vernünftige Verwendung der Penn 51 kg sicherstellen will. Eine Rolle mit so hoher Bremskraft ist mir nicht bekannt. Es kommt also auf das Zusammenspiel von Rute, Rolle und Schnur an. Ich entschließe mich schließlich für die Climax Saltwasser braided in einer Stärke von 0,30 mm.
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| Meine Daiwamaterial: Rolle: EmcastPlus / Rute: Firewolf Norway Boat |
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| Die weitere Kombination: Rolle: Tica Dolphin / Rute: Sportex Carat Strong |
Trolling / Schleppen
Hier kann ich mich kurz fassen, zwar hatte ich einige meiner Balzer-Ruten und meine Mitchellrollen, die im Anglerboard ja bereits mehrfach kritisiert wurden, obwohl noch keiner damit gefischt hat, dabei, gefischt wurde damit aber nicht. Einzig meine Balzer Magna Seawolf, Roller Boat, 2,10m, 30 Lbs kommt einmal zum Einsatz und bringt Robert eine schöne Dorade!
Ansonsten haben meine Mitreisenden das Heck des Bootes mit ihren Ruten belegt. Ich gebe gerne zu, daß das Material von Andreas, Rollen: Tiagra, Penn International und Ruten von Shimano, es durchaus gerechtfertigt erscheinen lassen, daß ich mein Material erst gar nicht auspacke. Leider waren aber die Kombinationen einiger anderer Mitreisenden für meine Gefühle nicht gerade Big Game tauglich. Durchgehend geflochtene Schnur beim Big Game war mir neu. Auch manch „kleine“ zwanziger Rolle mit relativ dünner Schnur, dazu neongelb, erschien mir nicht gerade der Weißheit letzter Schluß. Gleichwohl habe ich mein Trollingmaterial erst gar nicht ausgepackt. Bei so einer Reise, mit fünf Anglern auf dem Boot, muß halt jeder Abstriche machen. Weil meine eigenen Trollingerfahrungen eher gering sind habe ich daher hier zurückgesteckt und auf die Fähigkeiten von Andreas, wohl der erfahrenste Big Gamer unter uns, vertraut.
Ab in den Süden...
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| Im Landeanflug! |
Nach einigen Telefonaten hatte ich mit Andreas, der aus Bremen kommt, vereinbart, daß er zunächst zu mir kommt, um dann gemeinsam nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren. Gegen 11:30 Uhr hole ich ihn in Kassel am Bahnhof ab. Schnell noch eine Kleinigkeit gegessen und gegen 15 Uhr fahren wir los nach Frankfurt. Zuvor hatte Andreas noch etwas Platz in meinem Rutentransportrohr geschaffen, indem er die ein oder andere Rute aussortiert hat. Zunächst bin ich etwas skeptisch. Sein Hinweis, die Ruten besser bei ebay einzustellen, stimmen mich zunächst etwas mißmutig, gleichwohl gebe ich nunmehr gerne zu, er hatte wohl Recht. Der Ausdruck ebay wurde zwischen Robert, Andreas und mir übrigens zur geflügelten Redewendung. Jedesmal, wenn jemand neues Material an Deck brachte oder sich nach anderem Material erkundigte und dieses nicht geeignet war, kam immer nur das Wort ebay. Gleichbedeutend mit: Schmeiß es über Bord oder finde einen Dummen, der bei ebay auch noch Geld dafür bezahlt.
Schließlich sind wir um 16:30 Uhr ( viel zu früh ) auf dem Flughafen. Mit dem Einchecken müssen wir auf die Kollegen warten, weil wir bis dato die Tickest noch nicht haben. Also kurz in ein Cafe gesetzt und ein bißchen über die anstehende Reise geschnaggt. Andreas und ich verstehen uns sehr gut, für mich schon mal positiv, schließlich können zwei Wochen auf einem Schiff sehr lang werden.
Gegen 17:15 Uhr treffen die Kollegen ein und wir checken ein. Gott sei Dank haben wir zusätzliche 30 kg Freigepäck, auch können wir Sperrgepäck bis zu einer Länge von 2,10 m mitnehmen. Auch wenn wir geringfügig über unserer Freigrenze liegen, so geht doch alles glatt. Naja, fast alles: Das Gepäck unseres Kameramann wurde eingecheckt nach Mahe, der Hauptstadt der Seychellen. Wie durch ein Wunder erkennt Thomas - ein wirklich netter Kerl, nachdem er sich erst einmal ein Bild über die Beteiligten gemacht hatte - das Mißgeschick nach einiger Zeit und kann daher das Material noch umleiten. Nicht auszumalen, wenn das Material wirklich auf die Seychellen gegangen wäre, dann hätte sich unser Plan, ein Video zu drehen, wohl erledigt.
Schließlich starten wir um 20:40 Uhr pünktlich Richtung Male, wo wir gegen 9 Uhr Ortszeit ankommen. Eine sehr langer Tag, der noch lange nicht zu Ende ist.
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| Angekommen auf dem Flughafen in Male. Hier läuft man nach der Landung noch über das Rollfeld, wie in den guten alten Zeiten. |
Angekommen im Paradies
Nachdem wir durch den Zoll sind warten wir vor dem Ausgang des Flughafens, bis alle von uns dort sind. Es herrscht eine Bullenhitze, alle schwitzen wie die Weltmeister. Ein kleinerer, älterer Mann fragt mich, ob wir zur Reisegruppe um Sven Meyer gehören. Es stellt sich heraus daß es sich um Mohamed, den Eigentümer unseres Bootes, handelt. Wir beladen ein Wassertaxi und fahren zum Hafen von Male ( der Flughafen ist von der Hauptinsel isoliert).
Auf dem Boot angekommen verstauen wir zunächst unser Material und beziehen die Kabinen. Das Schiff macht einen guten Eindruck.
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| Unser Boot, die Mashibaru, zum Angeln wirklich ideal! |
Es kommt zu ersten Verwirrungen. Entgegen der vorher getroffenen Absprachen wollen die Kollegen nun sofort auslaufen, ohne wie eigentlich geplant, zunächst kurz die Stadt Male anzusehen und im Angelgeschäft vorbeizusehen, um dort einige Popper und Wobbler zu kaufen. Kurzerhand nehme ich die Sache selbst in die Hand. Mohamed besorgt uns ein Taxi und ab gehts. Robert, Andreas und ich fahren in die Stadt. Zunächst geht es natürlich in das bereits im Vorfeld unserer Reise mehrfach erwähnte Angelgeschäft, wo es günstig Popper geben soll. Und in der Tat ist eine große Auswahl an verschiedenen Wobblern und Poppern im Angebot. Auch die Preise sind erschwinglich. Später erfahre ich, daß es eine Aktion gibt, wonach man bei der Abnahme von 10 Poppern diese für 8 $ das Stück bekommt, im Gegensatz zu normal 13 $. Leider bekommen wir den Rabatt erst bei unserem letzten Besuch kurz vor der Abreise.
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| Der Angelladen in Male! |
Wieder auf dem Schiff angekommen gibt es eine vermeintlich schlechte Nachricht. Ibrahim, der Kapitän des Schiffes, eröffnet uns, daß wir gen Norden fahren und nicht wie eigentlich geplant in Richtung Süden in See gehen. Grund für diese Planänderung: Im Süden sind die Trinkwasservorräte, auf Grund der Tsunamischäden, noch begrenzt. Dafür haben wir natürlich Verständnis. Also dann, Kurs Nord! Richtung Faadhippolhu Atoll.
An der Nordgrenze des Male Atoll machen wir unseren ersten Halt zum Poppern. Wir erhalten einen ersten Eindruck von dieser Art der Fischerei. Sven wirft vom Dach der Kajüte aus, die anderen Kollegen stehen auf dem Vorderdeck. Ich als jüngster muß in die Spitze. Es schwankt ordentlich und ich benötige einige Würfe, bis ich zu einem festen Stand gefunden habe. Später soll sich der Platz aber durchaus zu meinem Vorteil auswirken.
Der Kampf beginnt. Auswerfen, eindrehen; auswerfen, eindrehen... Und wenn ich hier von eindrehen schreibe, dann meine ich nicht einfach nur den Popper reinzuholen, sondern man muß so schnell wie der Teufel kurbeln, damit der Popper regelrecht über das Wasser hinwegfliegt. Die GT attackieren dann den Popper meist von hinten, teilweise aber auch von der Seite. Wenn der GT den Popper nicht gleich beim ersten mal zu fassen bekommt, so greift er immer wieder an, bis der Haken sitzt. Robert inspirierte dies zu der abendlichen Aussage: „Ist doch eigentlich ein dämlicher Fisch, so ein GT, schnappt immer wieder nach einem Stück Plastik, selbst dann, wenn er den Haken bereits gespürt hat.“ So ganz Unrecht hat er da wohl nicht. Uns Anglern gefällst aber, daß der GT mehrfach zuschnappt. Schließlich kann ich meinen ersten „kleinen“ GT fangen.
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| Der erste kleine GT ist gefangen! |
Selbst dieser vermeintlich kleine GT entpuppt sich als toller Kämpfer. Meine Erwartungen für die größeren steigen. Zunächst hatte ich die Maledivenbeiträge anderer Angler, welche von der gewaltigen Kampfkraft der GT berichteten, immer belächelt, nun weiß ich wovon sie gesprochen haben. Wirklich tolle Kämpfer!
Leider war mit einigen Kollegen an Bord keine vernünftige Absprache über die Reihenfolge beim Verwerten der Bisse auf die Trollingruten zu treffen. Sie waren der Auffassung, daß würde sich schon irgendwie ergeben. Ich neige dazu, alles immer straff durchzuorganisieren und mit System an die Dinge heranzugehen, selbstredend kann man im Urlaub davon abweichen, gleichwohl erscheint mir diese Art des Vorgehens jedoch nicht zielführend. Aus den oben bezeichneten Gründen ( bin halt doch noch ein Greenhorn in Sachen Trolling ) schweige ich jedoch dazu. Daß ich mit meiner Ansicht nicht ganz daneben liege, zeigen mir Gespräche mit Andreas und Robert, welche ebenfalls eine klare Regelung favorisiert hätten.
Bei der Überfahrt ins Faadhippolhu Atoll schleppen wir dann Wobbler und einige Oberflächenlures. Ich kann den ersten „brauchbaren“ Fisch auf die Trollingruten fangen. Es ist ein kleiner Wahoo.
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| Der erste Wahoo! |
Auch wenn es sich nicht um einen „Riesen“ handelt, so bin ich doch zufrieden. Schließlich habe ich bis dato noch keinen Wahoo gefangen. Der erste Wahoo unseres Maledivenurlaubes ist also mein erster Wahoo im Leben! Ich freue mich!
Bei der Weiterfahrt bekommen wir erneut einen ordentlichen Biß. Diesmal ist Robert an der Rute. Nach kurzem, leider auch sehr unspektakulärem Drill, kann er eine schöne Dorade landen. Entgegen der Regel springt diese nur einmal aus dem Wasser. Gleichwohl freut sich Robert über seinen erste „Big Game Fisch“. Die Dorade hat eine durchaus gute Größe, ich freue mich mit ihm.
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| Robert mit der ersten Dorade unseres Törns! Gleichzeitig sein erster Big Game Fisch! |
Dieser Fisch wurde übrigens mit meiner Magna Seawolf gefangen, bevor sie wieder eingemottet wurde.
Wir laufen weiter gen Norden. Der nächste Biß sollte Andreas zustehen. Was Christian zunächst als toten Riesenmarlin identifiziert hatte, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als im Wasser treibender Baum. Die Hoffnung steigt! Schließlich ist allen bekannt, daß sich Doraden gerne unter Treibgut aufhalten. Und was soll ich sagen, kaum sind unsere Schleppköder in der Höhe des treibenden Baumes, da fängt einer der Tiagras an zu kreischen. Nachdem Andreas die Rute aber in der Hand hat, verstummt das Geräusch, was jeden Angler glücklich macht. Leider ein Fehlbiß.
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| Der Phantom Marlin! |
Der Seegang ist entgegen meiner Erwartungen von Anfang an recht rauh. Der Wind wird geschätzt auf Stärke 3 – 4, teilweise sogar 5. Bei der Überfahrt zum nächsten Atoll zweifele ich das eine oder andere mal an meiner Seefestigkeit. Glücklicherweise ist aber ab dem zweiten Tag auf See von etwaiger Seekrankheit nichts mehr zu spüren.
Beim Durchqueren des Faadhippolhu Atoll stoppen wir mehrfach zum Poppern und können auch einige Fische landen. Die Ausbeute beim Trolling ist indessen eher schlecht. Was es heißt, einen wirklich großen GT am Haken zu haben, zeigt sich, als wir zum ersten mal die Gelegenheit haben am Außenriff zu fischen. Zuvor hatte das der Wind nicht zugelassen und später sollten wir nur noch einmal die Gelegenheit haben hier zu fischen.
Wir Fischen also auf der östlichen Seite des Atolls hin zum offenen Indischen Ozean. Hier nehmen sowohl Qualität wie auch Quantität der Bisse zu. Den ersten größeren GT „versaue“ ich mir auf grandiose Weise selber. Sobald man einen Biß hat, muß man sich ans Heck des Schiffes bewegen, um die anderen Kollegen nicht zu beeinträchtigen. Nach einem weiten Wurf in Richtung Riffkante höre ich die Worte unsere Skippers, der die Fische immer schon vor uns sieht „Coming, Coming“ ruft er. Und dann höre ich zum ersten mal aus seinem Munde „big one, big one“. Ich hoffe, daß der beschriebene GT meinen Köder verfolgt. Kurz nach Ibrahims Worten attackiert der GT meinen Popper das erste mal. Leider verfehlt er den Drilling. Mein Aufregung steigt. Aber auf die von Robert beschriebene Blödheit ist Verlaß, der GT hakt nach, diesmal sitzt der Haken. Und ab geht die Post. Obwohl die Bremse meiner Dolphin so eingestellt ist, daß ich von Hand kaum noch Schnur abziehen kann, nimmt der GT Schnur, als ob die Bremse gar nicht zu wäre. Ich begebe mich nach hinten.
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| Der Drill! Äußerste Belastung für Rute, Rolle, Schnur und Angler |
Hinten angekommen zieht der Fisch mit der selben Geschwindigkeit weiter. Offenkundig ist er von meinen Gegenmaßnahmen völlig unbeeindruckt. Es kommt wie es kommen muß, ich mache einen typischen Anfängerfehler. Langsam aber stetig erhöhe ich die Bremseinstellung. Der Fisch ist immer noch unbeeindruckt. Also stelle ich die Bremse noch enger. Das Ganze geht leider nur bis zu einem gewissen Punkt gut. Auf einmal geht die Rute vorn runter, direkter Kontakt Fisch --> Rolle, die gibt keine Schnur mehr ab und Peng! Weg ist er, mein erster größerer GT. Selbst Schuld.
Bei meiner Replik komme ich zu dem Schluß, daß es falsch war die Bremseinstellung im Drill zu verändern, ich nehme mir vor, mit der Bremseinstellung knapp unter den Abrißpunkt zu gehen und erst dann weiter zuzudrehen, wenn ich bereits den Spulenmittelpunkt sehe. Dazu soll es nur noch einmal kommen.
Aber auch die Kollegen haben ihre Bisse am Außenriff. Andreas fängt einen GT um die 20 kg und ist erst einmal geschafft. Er wolle Pause machen! Kaum hat der nächste GT einen Popper attackiert, ist es mit der Pause dahin. Jeder Angler kennt das wohl. Wenn sie beißen, muß man halt ran. Erneut höre ich Ibrahim „Coming, Coming, big one, big one“. Diesmal schlägt der große GT bei Andreas ein, er geht nach hinten. Ich habe bis dahin ca. drei bis vier GT gefangen und will mir ansehen, was Andreas da an der Angel hat. Der gute Kollege ist mächtig am schwitzen. Auf einige lässige Sprüche von mir, „hol den Fisch raus“ etc. reagiert er ziemlich gereizt. Er ist angespannt bis in die Fußspitzen. Ich entschließe mich, mir meine schlauen Sprüche für später aufzuheben und versuche es, so gut es geht, ihn zu unterstützen. Das fällt nicht ganz leicht. Der GT läßt sich kaum führen, mehrfach muß Ibrahim das Boot neu ausrichten. Der GT schwimmt eine ganze Zeit knapp unter der Wasseroberfläche parallel zum Boot. Heranziehen läßt er sich freilich nicht. Nach ca. 30 Minuten gelingt es Andreas dann doch den ersten großen GT zu landen. Der Skipper taxiert ihn auf 30 kg. Petri Heil.
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| Andreas mit dem ersten 30 kg GT! Gratulation, toller Fang! |
Beim Foto nach dem Drill ist Andreas sichtlich abgekämpft. Die Zufriedenheit kann man aber seinem Gesichtsausdruck genausogut entnehmen.
Bei diesem Fischen am Außenriff fangen alle sehr gut, ich selbst komme auf neun GT. Selbstverständlich bin ich sehr zufrieden. Auch Robert, der sich leider am ersten Tag einen üblen Sonnenbrand zugezogen hat, kann einige schöne Fische landen. Wenn man bedenkt, welche Schmerzen er gehabt haben muß ( der Arzt zu Hause sprach von Verbrennungen bis dritten Grades ), so kann ich nur sagen: Hut ab! Der Mann hat sich zusammengerissen und nicht einmal gejammert. Gerade auch deshalb habe ich ihm jeden Fisch doppelt gegönnt.
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| Robert mit GT! Auf Grund seines Sonnenbrandes leider immer in Jeans! |
Die Erfolge beim Schleppen halten sich nach wie vor in sehr engen Grenzen. Selbst die Bonitos, die nach Angaben des Skippers normal in Hülle und Fülle vorhanden sind, lassen sich nur sehr selten zum Biß verleiten. Andreas kann schließlich noch einen mehr oder minder schönen Wahoo verhaften.
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| Andreas mit brauchbarem Wahoo! |
Auf Grund des starken Seegangs können wir nicht auf dem offenen Ozean übernachten. Im Wechsel übernachten wir daher im Heimathafen unseres Bootes, wo auch Ibrahim wohnt, und im Schutz einer Insel. Wir dürfen uns die Heimatinsel von Ibrahim ansehen, dabei zeigt er uns sein neues Boot, was Mitte diesen Jahres fertig werden soll. Wirklich unglaublich, was die Einheimischen dort für eine Pionierarbeit leisten. Ohne große technische Hilfe bauen sie beachtliche Schiffe. Uns fällt auf, daß fast ausschließlich mit Holz gearbeitet wird, auf Metall wird weitestgehend verzichtet. Wenn ich mir die Stabilität unseres Hecks anschaue, so erschiene mir zumindest etwas mehr Metal ratsam. Ob hier eine scharf eingestellte 80iger oder gar 130iger einen straffen Anbiß überleben würde, ich habe meine Zweifel. Gleichwohl stellt die Arbeit der Insulaner ein Meisterwerk der Schiffsbaukunst dar. Man muß sich immer wieder vor Augen führen, über welche Mittel die Menschen dort verfügen. Ich ziehe jedenfalls meinen Hut vor ihnen.
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| Bootswerft auf den Malediven! |
Im Hafen treffen wir auch auf das Boot einiger Japaner. Einer von ihnen berichtet mir, nachdem er erfahren hat, daß ich Deutscher bin, er arbeite in Tokio für die Deutsche Bank. Sehr angenehme Menschen, die Japaner. Diese Gruppe kam für 8 Tage ausschließlich zum Poppern auf die Malediven. Interesse am Trolling haben die Japaner nicht. Zum Abschluß überreicht Christian noch zwei selbstgebaute Popper, einen den er gebaut hat, der viel zu groß ist und sich daher gar nicht werfen läßt und einen weiteren, den Andreas gebaut hat. Der ist zwar von der Größe ok, leider aber so schwer, daß er sinkt. Andreas arbeitet dran. Als Dank erhält er von den Japanern zwei brauchbare japanische Modelle. Wenn wir jetzt erneut den Hafen anlaufen, so gucken wir immer zunächst um die Ecke, damit wir sehen, ob die Japaner im Hafen liegen. Zu groß ist unsere Angst, daß die Japaner uns mit dem Riesenpopper von Christian erschlagen, nachdem sie festgestellt haben, daß dieser völlig unbrauchbar ist.
Allerdings machen wir auch unsere Witze darüber, wonach es auch ganz anders kommen könnte und die Japaner uns via Internet suchen, um zu erfahren, wo man denn so tolle Popper herbekommt. Daß es sich dabei aber nur um einen Scherz handelt ist – zumindest fast – allen bewußt.
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| Das Boot der Japaner! |
Beim Poppern im Innenriffbereich haben wir zahlreiche Bisse und Fänge, die Größe der GT hält sich aber in einem überschaubaren Rahmen. Fische über 20 kg sind leider nicht dabei. Neben GT können wir auch einige Rainbowrunner mit der Popperrute überlisten.
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| Drei Rainbowrunner! |
Auch Bonitos steigen auf den Popper ein.
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| Robert mit einem Bonito! |
Neben den Giant Trevally können wir auch noch Bluefin Trevally fangen. Ansonsten hält sich der Artenreichtum beim Poppern in Grenzen. Die GT bereiten aber trotzdem eine tollen Drill und die Meisten von uns sind sehr zufrieden.
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| Ein kleiner Blue Fin Trevally, gut zu erkennen an der blauen Färbung |
Im Hafen konnte man häufig ein tolles Spektakel bewundern. Im Hafenbecken waren tausende und abertausende kleine Fische, wenn die Barracudas – zumeist auch eher kleinere Vertreter dieser Art – dazwischen schossen, so spritzten die Fische wild auseinander. Man hatte den Eindruck, das gesamte Hafenbecken sei am kochen. Mit dem Fotoapparat war dieser „Tanz der Zwerge“ nicht einzufangen. Ich hoffe, auf dem Video wird man das besser erkennen.
Wenn wir mal nicht über Nacht im Hafen geankert haben, so lagen wir im Schutz einer Insel bei ca. 30m Wassertiefe. Hier blühte Robert, unserer Norwegennaturköderspezialist, richtig auf.
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| Robert mit kleinem Barracuda beim Nachtfischen! |
Zunächst verliert Robert im Drill einen vermeintlich sehr guten Fisch. Wir vermuten, daß es sich um einen Barracuda gehandelt hat. Es gelingt ihm dann aber doch noch zwei – etwas kleinere – Barracudas zu fangen. Auch Andreas ist erfolgreich und kann einen kleinen Weißspitzenriffhai fangen.
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| Andreas mit einem Weißspitzenriffhai |
Mein Interesse, aber auch meine Fänge ( das eine bedingt das andere ) am nächtlichen Naturköderfischen halten sich in Grenzen. Bis auf einen Schiffshalter kann ich nichts wesentliches beisteuern.
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| Ein Schiffsalter, meine etwas maue Ausbeute beim Nachtfischen! |
Robert indessen hat den Dreh offenkundig raus. Er fängt noch einen Red Snapper sowie einen bis dato unbekannten Fisch (vermutlich eine Grouperart).
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| Robert mit einem ( uns ) noch unbekannten Meeresbewohner. |
Tagsüber schleppen wir durch das Innenriff und arbeiten die verschiedenen Poppergebiete, sprich Riffkanten, ab. Die Erfolge beim Schleppen halten sich in Grenzen. Wir haben selbst Mühe genügend Bonitos fürs nächtliche Naturköderfischen zu fangen. An große Barracudas, Wahoos, Doraden, Sails oder gar Marlin ist nicht zu denken. In den gesamten zwei Wochen erhalten wir lediglich zwei mal Kontakt zu Sails. Von den vielen vermeintlichen Sichtungen mal abgesehen. Beide male hat Christian die Rute in der Hand und drillt den Fisch. Sail Nr. 1 verabschiedet sich auf Grund von Schnurbruch. Die Bremse der 20iger Penn war nicht richtig eingestellt, als Christian dann über den Strikepunkt hinausgeht, kommt es wie es kommen muß, der Fisch reißt ab. Verdammt bitter! Der zweite kann sich nach zehnminütigem Drill wieder ausklinken. Das ist zwar auch ärgerlich, aber eher zu verkraften als wenn die Schur reißt.
Schließlich gelingt es Andreas, eine kleine Dorade zu überlisten. Kein Riese, aber dennoch wieder mal eine willkommene Abwechslung.
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| Andreas mit Dorade aus dem Innenbereich des Atolls. |
Die Popperfischerei macht nach wie vor einen riesigen Spaß, auch im Innenbereich. Ein eher verhunzter Wurf von mir bringt einen für uns bis dahin ungewöhnlichen Fisch an den Popper. Der Popper schlägt nur ca. 25m vom Boot entfernt ein, aber schon nach zwei Windungen knallt etwas auf den Popper. Alle wundern sich, der Fisch tanzt regelrecht auf dem Wasser, ist mehr in der Luft als unter Wasser. Ein GT? Wohl kaum, die ziehen zumeist ab in die Tiefe. Nach einigen Sprüngen identifizieren wir den Kollegen am anderen Ende der Schnur als Dorade. Ich begebe mich nach hinten, um den Fisch dort auszudrillen. Hinten angekommen hat sich die Dorade etwas beruhigt und schwimmt nun mehr unter der Wasseroberfläche. Sie zeigt mir ihre goldgelbe Flanke und schwimmt parallel zum Boot. Den Druck den ich ausübe scheint sie gar nicht zu spüren. Fünf bis zehn Meter von mir entfernt springt sie ein letztes mal aus dem Wasser und versucht den Popper abzuschütteln. Zu meinem Bedauern gelingt ihr das. Thomas, der die ganze Sache gefilmt hat, zeigt mir am Abend die entsprechende Szene. Grandios hat er die Dorade bei ihrem letzten Sprung eingefangen, dann löst sich der Popper und fliegt Richtung Kamera. In Zeitlupe wirklich genial anzusehen. Die Aufnahmen entschädigen mich zwar zumindest etwas, aber kein richtiger Angler würde es mir glauben, wenn ich hier jetzt behaupten würde, daß ich mich nicht geärgert habe.
Nach dem Pech mit der Dorade bleibt mir dennoch das Glück treu. So kann ich im Innenbereich des Atolls einen GT von 25 kg auf die Flossen legen. Ein toller Kampf, der meiner Sportex-Rute und Tica-Rolle das letzte abverlangt. Zusammen mit der Climaxschnur besteht mein Material aber diesen Härtetest. Die Kraft dieses Fisches kann man mit Worten kaum beschreiben. Ich hoffe, im Video wird man die enormen Kräfte besser erkennen können.
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| Mein 25 kg GT aus dem Innenbereich des Atolls! |
Neben diesem wirklich ansehnlichen Burschen gelingt es mir weiterhin einen schönen Red Snapper mit der Popperrute zu überlisten. Der Kapitän hat ihn auf 8 kg geschätzt. Auf Grund des bis dato eher geringen Artenreichtum, freue ich mich über den Biß der Dorade und den gefangenen Red Snapper besonders. Von der Kampfkraft her kann der Red Snapper einem GT jedoch nicht das Wasser reichen. Er liefert zwar einen anständigen Kampf; an die enormen Kräfte der GT kommen die Red Snapper aber nicht ran.
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| Mein erster Red Snapper mit geschätzten 8 kg. |
Schließlich gelingt es mir noch im Innenbereich des Atolls einen Barracuda beim Schleppen zu fangen. Es bleibt der einzige, den wir beim Schleppen fangen. Diejenigen, die beim nächtlichen Naturköderfischen gefangen wurden, waren deutlich kleiner, obwohl auch der „Geschleppte“ nicht gerade ein Riese war. Für mich gilt hier aber das gleiche wie bei dem Wahoo, es war mein erster Barracuda den ich gefangen habe, da ist man nicht wählerisch. Im Übrigen sollte man sich ja auch noch Potential nach oben lassen, sonst hat man zu früh alles gesehen und gefangen. Einen Drill liefert der Barracuda jedoch nicht, an der 50iger muß man schon sehr genau schauen, ob da überhaupt was am Haken ist.
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| Wirklich kein Riese, mein erster Barracuda. |
In der Mitte unseres Urlaubs haben wir dann doch noch einen Tag erwischt, an dem wir raus, sprich auf die offene See, konnten. Die Stimmung ist bei allen erwartungsfroh und wir harren der Dinge die da kommen. Wir schleppen die Rapalas in einiger Entfernung vom Außenriff. Außen sind zwei Oberflächenköder montiert. Die Bisse bleiben leider aus.
Doch dann kann ich in Richtung offene See einige Vögel erblicken die über einem Fischschwarm zu stehen scheinen. Ich schaue mir die Sache erst genauer an, bevor ich es weitergebe. Wir hatten zwar gehört, daß einige Thunfischschwärme unterwegs sein sollen, gleichsam war uns aber auch bekannt, daß diese Schwärme häufig mit Delphinen verwechselt werden. Nach genauerem Hinsehen bin ich mir aber nunmehr ziemlich sicher, daß es sich nicht um Delphine handelt. Ich informiere den Rest der Truppe und den Skipper. Wir nehmen Kurs auf den Schwarm. Wie sich zeigen sollte, handelte es sich nur um eine kleine Schule von Thunfischen ( Yellowfins ), welche zu allem Überfluß auch von der Größe her sehr klein waren. Als unsere Köder aber über den Schwarm ziehen, sind vier Ruten krumm. Von einem Drill kann aber keine Rede sein, die kleine Yellowfins werden schnell rausgekurbelt.
Leider finden wir während unseres Aufenthaltes keinen weiteren Thunfischschwarm. Die Beißfreudigkeit dieser kleinen Thune läßt uns aber vermuteten, was an Bord los ist, wenn man in eine große Schule mit großen Thunen gerät.
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| Vier (sehr) kleine Yellowfins. Gute Köderfische :-)) |
Das Beste soll man sich ja bekannter Maßen immer bis zum Schluß aufheben. Selbstverständlich habe ich mich an diese Regel gehalten. Spaß bei Seite, jeder weiß, daß man Anglerglück nicht planen kann. Aber das Glück war mir bis zum Schluß hold. Nachdem wir die nördliche Grenze des Male-Atolls erreicht haben, setzen wir zu unseren letzten Popperhalts an. Der erste Stopp verläuft ohne jeglichen Fischkontakt. Der Wind hat mittlerweile nachgelassen und die Sonne brennt. Bei diesen Bedingungen ist die Popperfischerei kein Vergnügen. Beim zweiten Halt bekomme ich dann aber doch einen Biß. Kurzer Run und der Fisch steht zunächst. Ich gehe nach Hinten. Entgegen der üblichen Gewohnheit zieht der Fisch nicht weiter hinter das Boot, sondern geht in die Tiefe. Dort verweilt er. Für jeden Meter Schnur den ich gewinne nimmt mir der Fisch drei Meter ab. Nach fünfzehn Minuten steht mir der Schweiß auf der Stirn. Kurzzeitig habe ich den Eindruck, daß der Fisch ins Riff geflüchtet ist und sich dort festgesetzt hat. Doch nach einiger Zeit zieht der Fisch wieder ab. Er sitzt also nicht fest. Nach weiteren fünf Minuten kann ich den GT im klaren Wasser unterhalb des Hecks erkennen. Susan, der Koch, wirft ein, „good sice“! Und er soll Recht behalten. Nachdem ich den Fisch nach weiteren zehn Minuten gelandet habe, schätzt der Kapitän meinen Fang auf 30 kg. Ein toller Abschluß für mich.
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| Mein größter GT zum Abschluß. Der Skipper schätzt ihn auf 30 kg |
Fazit
Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an einen erholsamen Urlaub auf den Malediven. Einiges hätte man vielleicht mit einer anderen Zusammensetzung besser machen können. Gleichwohl haben wir uns gezwungenermaßen miteinander arrangiert.
Auch wenn das Wetter nicht hundertprozentig mitgespielt hat, so können wir im Ergebnis doch zufrieden sein. Wäre der Wind schwächer gewesen, so hätten wir sicherlich häufiger im Außenbereich fischen können. Daß bei Temperaturen über 30° C jedes Lüftchen erwünscht ist, bedarf hier wohl keiner näheren Erläuterungen. Es ist also immer eine Gradwanderung zwischen guten Angelbedingungen und erträglichen Temperaturen.
Mit meinem Poppermaterial bin ich hoch zufrieden. Insbesondere die Sportexrute erweist sich als wahrer Glücksgriff. Robert und Andreas, die beide die Rute getestet haben, sind ebenfalls begeistert. Auch die Tica Dolphin in Verbindung mit der Climaxschnur kann überzeugen. Bei den schnellen Runs bei den GT Fluchten habe ich die Rolle schon ängstlich beäugt, wenn die Spule ganz oben stand. Doch die Rolle parierte und hielt auch den stärksten Belastungen stand.
Gleiches gilt auch für die Daiwa EmcastPlus. Zwar hatte sich bereits nach dem ersten Drill das Geräusch der Bremse ins Nirvana verabschiedet und mir kamen Zweifel, ob die Rolle diesen Härtetest bestehen würde. Bis auf diesen Fauxpas bin ich aber auch mit dieser Rolle zufrieden. Die Firewolf Norway Boat ist indessen nur bedingt Poppertauglich. Die Rute an sich hält die Belastungen sehr gut aus, leider aber war die Befestigung der Rolle an der Rute, auf Grund des Multirollenhalters nicht so möglich, wie man es sich gewünscht hätte. Dies führt dazu, daß die Rolle etwas Spiel hat. Im Drill ist dieser Abstrich an Präzision unangenehm, wenngleich ich keinen Fisch dadurch verloren habe. Immerhin habe ich den letzen 30kg GT mit dieser Kombination gefangen.
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| Schöner GT um die 20 kg! |
Schlußanekdote
Am Ende noch ein tragisch-lustiges Ereignis unserer Reise. Es war am vorletzten Tag unserer Reise. Wir hatten gerade zu Mittag gegessen. Eines der vielen leckeren Essen, die wir über die gesamte Zeit hin hatten. An dieser Stelle muß der Koch ausdrücklich gelobt werden. Ich hatte mir zwar sicherheitshalber so an die vierzig Tütensuppen mitgenommen, diese habe ich dann aber, wegen des hervorragenden Essens nicht gebraucht. Aber mit dem Essen hat das zu beschreibende Ereignis nichts zu tun.
Bei unserem ersten Popperhalt nach dem Essen erhalte ich nach einem sehr weiten Wurf sofort einen Biß. Ich bleibe zunächst in der Spitze und Drille von dort aus. Als der Fisch leicht nach hinten zieht entschließe ich mich zum Heck aufzubrechen. So steige ich zunächst über Andreas, um sodann Robert zu umgehen. Nun entscheidet sich der GT wieder anders und schwimmt in die entgegengesetzte Richtung. Ich gehe wieder zurück Richtung Andreas. Und jetzt kommts! Meine Rute steht kerzengerade zum Himmel und ist durch den Drill gekröpft. Andreas hat meine Rückkehr offenkundig nicht wahrgenommen, denn er wirft –wie immer mit voller Wucht – aus und trifft meine Rute zwischen dem dritten und zweiten Ring von oben. Peng! Daß das selbst die gute Sportex nicht überlebt hat, dürfte jeder wohl verstehen.
Thomas, der rasende Kameramann, hat es tatsächlich geschafft diese Szene einzufangen. Als wir uns diesen Teil am Abend in Zeitlupe ansehen ist das Gelächter groß. Insbesondere mein kurzes und erschrockenes „ohhhhh“, kurz nach dem Peng, treibt uns die Tränen in die Augen. Vor lachen - versteht sich!
Kai Jendrusch
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