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Zufallshecht

Oft sind es die kleinen Dinge, die großes bewirken. Davon kann ich so manche Geschichte erzählen. Zum Beispiel letztes Jahr im August bekam ich eine neue Spinnrolle, die ich auch sogleich testen wollte.

Also habe ich flugs meine 3 Söhne in den Wagen gesetzt, mein Angelgeschirr dazu und auf zu einem von mir gepachteten See. Mein Zielobjekt waren eigentlich die schönen Barsche in dem See. Während meine beiden ältesten Söhne Patrick und Jörn zu dem Steg gingen, blieb ich mit meinem Kleinen am Zulauf des Sees. Schnell wurde ein 0. Mepps montiert. Klar ohne Vorfach, denn ich wollte ja Barsche. Als Hauptschnur kam eine 28er mono von Berkley zu tragen. Das sollte auch vollends reichen.

Langsam schlich ich an den Graben ran um die scheuen Räuber nicht zu verjagen. Aus Erfahrung wusste ich, dass hier die kleinen Brutfische sich aufhalten. Und wo Brutfisch sich befindet ist der Räuber nicht weit entfernt. Mein erster Wurf wurde zielgerecht knapp 15 Meter von mir in den Graben serviert. Den Bügel umschlagen und der erste Kurbeldreh kam. In diesem Moment durchfuhr ein gewaltiger Ruck die Rute und es wurden 10 Meter Schnur von der Rolle gerissen.

Von wegen Anhieb setzen, hier kam ich gar nicht auf die Idee und Gelegenheit dazu. Ich parierte jedenfalls die Flucht und der Drill begann. Nach kapp 5 Meter Schnureinzug sprang der mir unbekannte Räuber aus dem Wasser und ein wunderschöner Hecht zeigte mir seine Flanken.

Schei….. dachte ich nur noch. Kein Vorfach und nur ein 0er Mepps. Das kann nicht gut gehen. Während mein kleiner Sohn Lars mich schreiend anfeuerte, bekam ich den großen Schweißausbruch. Langsam drillte ich den Hecht an mich ran. Wenn er bloß nicht in die Seerosen schwimmt. Und wie sollte es anders sein. In diesem Moment drehte der Hecht sich zu mir und schwamm auf die neben mir liegenden Seerosen zu. Nun musste ich aber zusehen dass ich schnell die Schnur eingezogen kriegte. Kurz vor den Seerosen konnte ich ihn nun stoppen und er drehte wieder in die andere Richtung. Sofort riss er mir wieder ein paar Meter Schnur von der Rolle. Doch dies sollte nun auch die letzte Flucht sein. Nach knapp 2 Minuten hatte ich ihn vor mir im Graben schwimmen und mit einem beherzten Nackengriff konnte ich ihn landen.

Der Hecht maß 76 cm und wog 3.600 g.

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Nach diesem Fight waren wohl keine Fische mehr im Graben und so zog ich mit meinen Söhnen direkt an den Zulaufes des Sees. Hier gelang es meinen Söhnen noch ein paar Barsche zu überzeugen, das sie bei uns in der Pfanne besser aufgehoben sind als im nassen Wasser.
 
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So sind halt die kleinen Dinge im Leben, die dann sich doch halt zu großem entwickeln. Aber davon kennt ihr bestimmt auch einige Geschichten. Achja die Rolle hat übrigens alles bestens überstanden und ist seit dem ein ständiger Begleiter von mir geworden. Über andere Zufälle im Leben werde ich wohl lieber das nächste Mal berichten.

Sven Matthiesen
www.der-norden-angelt.de



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