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Die Nacht der langen Lengs
Am Tage fingen wir unsere Fische, keine Rekordgrößen aber immerhin. Kleine Seelachse, Pollack, Rotbarsch, Dorsch, Lump, kleine Lengs, Katzenhai, Makrele und ab und zu einen Hering. Da es dort oben zu dieser Jahreszeit nicht dunkel wird hatten wir die Möglichkeit auch nachts auf den Fjord zu fahren. Am Freitagabend wollten Bernd und Jörg gegen 22 Uhr noch einmal raus. Die Bedingungen waren günstig, wenig Drift und auflaufendes Wasser in der letzten Stunde. Bernd war schon den ganzen Tag etwas merkwürdig, er bastelte ständig an seinen Vorfächern rum versuchte immer wieder etwas zu optimieren und wirkte im ganzen ein wenig zerstreut. So hatte ich ihn schon einmal erlebt, nämlich damals am Ostermontag, kurz bevor er in Dahme,am Riff, seine 80er Mefo aus der Ostsee drehte. Er hatte es wieder mal im Urin wann sich die großen Jäger zum Fressen aufmachen.
Bernd und Jörg fuhren also zur 140m tiefen "Rinne" um Naturköder am Grund anzubieten. 500gr. Pilker 12/0 Haken und Flatterköhler wurden Richtung Grund geschickt.
Nach einer Stunde wurden die 1,95 mtr. kurze16 lbs Rute "Ultimate Hardcore Extra Power "mit brachialer Gewalt und ohne die geringste Vorwarnung Richtung Fjordgrund gerissen, die Penn 321 GTI LH gab mit einem heulenden Klagelied die 0,25 Fireline frei. Meter für Meter zog das große Etwas am anderen Ende der Schnur. An einen Drill war zu diesem Zeitpunkt gar nicht zu denken, es ging einzig und allein darum die Rute zu halten . Nach ca. 5min. beruhigte sich das Wesen am Grund etwas und nun fing für Bernd die eigentliche Arbeit erst richtig an. 10 Meter hochgedreht und nach 5 Sekunden wurden 15 Meter wieder runtergerissen. Nach einer Ewigkeit (oder ca einer halben Stunde) kam der Fisch dann langsam vom Grund weg. Wieder einige Minuten später durchbrach ca 20 Meter vom Boot entfernt mit einem Schwall etwas großes silbriges die Wasseroberfläche. Jetzt war es klar: Leng! Der Fisch wurde von Bernd ans Boot gedreht und von Jörg mit der Hand gelandet. Das dies nicht ohne Probleme vor sich ging ist klar, aber letztendlich hat es doch geklappt. Der Leng wog bei einer Länge von 1,55m 25kg.
In dieser Nacht fing Bernd noch in 90mtr. Tiefe einen Fisch mit fast den gleichen (Aus)maßen.
In den folgenden Nächten fingen wir anderen auch unsere Lengs bis 1mtr. Länge. Aber das unbeschreibliche Gefühl einen 50 Pfund schweren Fisch sauber auszudrillen und zu landen blieb Bernd vorbehalten.
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Michael Lemke
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