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Oben auf
Den ganzen Morgen sitze ich schon am Teich und nur einige Weißfische und Giebel haben sich bisher für mein großes Madenbündel interessiert. Von Minute zum Minute wird es heißer und mittlerweile steht meine Pose bewegungslos im Wasser und der Bissanzeiger an der anderen Rute ist völlig verstummt. Dabei ist das Gewässer voll mit Karpfen und ich habe auch schon sehr gut dort gefangen. Kurz darauf sehe ich wie ein Spaziergänger eine Ente füttert. Doch auch diese scheint keinen rechten Hunger zu haben und nimmt nur drei Brotstücke, danach fliegt sie vom Gewässer weg. Plötzlich höre ich ein lautes Schlürfen und die Schilfhalme wackeln. Ein Karpfen hat sich eines der Brotstücke geschnappt. Schnell montiere ich eine Rute, bei der ich nur einen Haken am Ende der Hauptschnur binde, stecke ein Brotstück darauf und pirsche mich leise an. Zielgenau lasse ich den Köder zwischen den bereits im Wasser liegenden Brotstücken herunter und nur eine halbe Minute später wird er tatsächlich von einem Karpfen eingesaugt. Dieser sollte an jenem Tag nicht der letzte bleiben.
Das Oberflächenangeln auf Karpfen ist eine der spannendsten Angelmethoden überhaupt und in der warmen Jahreszeit auch eine sehr erfolgreiche. Ich persönlich habe aber festgestellt, dass es ein großer Trugschluss ist, dass man die besten Fänge mit Oberflächenködern an heißen Sonnentagen erzielt. Die ersten Oberflächenkarpfen lassen sich häufig schon im April fangen. Ich selbst habe sogar einmal an einem milden Februartag beobachtet wie Karpfen Brotstücke an der Wasseroberfläche einschlürften. Optimal zum Oberflächenangeln sind bewölkte, nicht zu heiße Tage mit einem schwachen oder durchaus auch mäßigen Wind. Je aufgewühlter die Wasseroberfläche ist, desto unvorsichtiger werden die Karpfen, weil sie den Köder nicht mehr so genau prüfen können. Natürlich sind aber auch sowohl an sehr sonnigen als auch verregneten Tagen Erfolge möglich.
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In der Regel lohnt es sich nicht beim Angeln mit Oberflächenköder ziellos auszuwerfen. Die besten Angelstellen sind ganz klar Seerosenfelder und Schilfgürtel. Man sollte so nah wie möglich an diesen Stellen fischen oder den Köder unter Umständen direkt zwischen Schilf beziehungsweise Seerosen platzieren, was natürlich stabiles Gerät erfordert. Sehr interessant sind aber auch Plätze an denen oft Enten gefüttert werden. Hier sollte man aber genau darauf achten, dass nicht eine Ente, anstatt eines Karpfens den Köder nimmt.
Ideal zum Oberflächenangeln sind kräftige Matchruten oder leichte Karpfenruten. Dazu eine robuste Rolle mit guter Bremse. Ein wichtiges Augenmerk liegt auf der Schnur. Sie muss vor allem abriebfest sein, da man ja direkt an Hindernissen angelt. Eine monofile Schnur muss mindestens 0,25 mm Durchmesser haben, optimal ist allerdings eine geflochtene 0,14er.

Wo immer es möglich ist sollte man den Köder an freier Leine anbieten. Ansonsten dient eine klare Wasserkugel als Wurfgewicht, in Verbindung mit einem mindestens meterlangen Vorfach als Wurfgewicht. Wo die Karpfen sehr vorsichtig sind, eignen sich Vorfächer aus Fluorocarbon. Diese können auch beim Angeln mit freier Leine eingesetzt werden in dem man Hauptschnur und Vorfach ineinander einschlauft. Als Haken benutze ich stabile Karpfenhaken der Größe 6.

Der beste und bekannteste Oberflächenköder ist Schwimmbrot. Damit es besser am Haken hält, legt man es einen Tag in einer Tüte in den Kühlschrank. Doch auch schwimmende Boilies oder schwimmendes Hundefutter sind fängig, aber man muss die Karpfen erst daran gewöhnen. Letztere zwei Köder sollten an einem Haarvorfach angeboten werden.
Anfüttern ist generell sinnvoll. Allerdings habe ich festgestellt, dass man eher nicht mit einzelnen Brotstücken füttern sollte, sondern besser mit ganzen Brotscheiben. Die Karpfen versuchen die Brotscheibe zu "zerpflücken" und sich kleine Stücke abzubrechen. Dabei entwickelt sich ein regelrechter Futterneid, den sie ausnutzen können indem sie genau in diesem Moment ihren Köder nah am Fressplatz der Karpfen platzieren.
Veit Wilde
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