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Gummi-Tuning

Der Erfolg beim Gummifisch-Angeln auf Forelle, Zander, Barsch, Hecht im Süßwasser oder auch Dorsch, Köhler, Plattfisch (!!!) undundund im Salzwasser hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger, meiner Meinung nach der wichtigste, ist die Führung des Köders im Wasser.

Man nimmt Einfluss auf den Lauf des Köders, nicht aber direkt auf die „Bewegungen“, die er währenddessen ausführt. Diese sind abhängig von Form und Steife des Materials, aber auch das Gewicht des Bleikopfes entscheidet mit. Die einzige Möglichkeit, eine gewisse Beeinflussung vorzunehmen, ohne den Köder zu „bearbeiten“, wäre die Art und weise, wie man ihn auf den Haken aufzieht. Nicht immer muss es ein „Fehler“ sein, wenn der Gummifisch ein wenig schief und krumm auf dem Schenkel sitzt.

0805_shad_01.jpg Der Markt ist, was Form und Farbe von Gummiködern angeht, ja ziemlich gesättigt. Jeder Angler sollte in der Lage sein, einen Köder zu finden, der ihn anspricht und für ihn einen gewissen Erfolg verspricht. Angepasst an die zu erwarteten Fische und die Eigenschaften (Trübung/Fließgeschwindigkeit etc.) des Gewässers, hat man aber immer noch eine riesige Auswahl und sieht den Baum vor lauter Wald nicht mehr. Ergo bleibt man meist bei altbewährtem…

Dieses altbewährte Material, dass sich schon mehrfach bewiesen hat, kann aber unter Umständen noch verbessert und somit optimaler an die Eigenschaften von Gewässern und Zielfischen angepasst werden. Aber wie??? Ich möchte einmal ein paar Anregungen geben, die sich in der Praxis bewährt haben.

Shad-Tuning

Viele Gummifische verfügen über eine hervorragende Bewegung, haben aber zum Teil für zügig fließende Gewässer eine zu große Schwanzschaufel, die zu heftig arbeitet.

Eine kleinere Schaufel wäre in diesem Fall „sinniger“ und weniger „scheuchend“. Aber warum den teuren Gummifisch beschneiden, wenn man eine günstigere Variante beweglicher machen kann? Dies geht ziemlich einfach.

Man benötigt
-Wasserkocher
-Becher
-Storchenschnabelzange
-Gummifisch

0805_shad_02.jpg

 
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Im Wasserkocher eine kleine Menge Wasser zum Sieden bringen und dann in den Becher füllen. Den Gummifisch für ca. 3 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen. Vorsichtig herausnehmen, z. B. mit einem Löffel. Jetzt mit der Storchenschnabelzange vorsichtig im „Heckbereich“ des Gummifisches Kerben eindrücken – wichtig hierbei: von „oben“, also vom Rücken her, müssen die Kerben gesetzt werden, um maximales Spiel herauszuholen. Herausschneiden oder mit Lötkolben „einbrennen“ sind ebenfalls Möglichkeiten, die Bewegungsfreudigkeit zu erhöhen, die aber gleichzeitig die Stabilität des Fisches vermindern. Durch das Eindrücken geht kein Material verlustig, die Stabilität bleibt fast komplett erhalten.

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Wie man sieht, ist der Bewegungsspielraum des Köders um einiges gesteigert worden – und das mit relativ wenig Aufwand.

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Umbaumaßnahmen

Etwas aufwendiger sind da „Umbauten“, wie aus mehreren Ködern einen, bzw. auch hier dann wieder mehrere zu erhalten. Um beispielsweise Farbvariationen aller Art zu erreichen, kann man Gummiköder gleicher Art aber verschiedener Farbe zunächst zerteilen, um sie dann wieder „zusammenzuschweißen“. Wichtiger Hinweis: in der Regel bestehen die Köder aus PVC mit einem hohen Anteil Weichmacher (Lösungsmittel). Durch das „Verschweißen“ mittels Feuerzeug und Cutterklinge (hat sich als Hitzeträger bewährt) entstehen Dämpfe, die man nicht einatmen sollte. Am besten sollte man diese Arbeit, wie auch das Bleigießen, windgeschützt im Freien durchführen.

Ob Shad oder Twister, ist von der Bearbeitung her vollkommen egal. Es lassen sich „neue“ Farbkombinationen erstellen (vorne grün, hinten rot, vorne schwarz, hinten weiss…), Formänderungen durchführen (Verlängern, Verkürzen etc.) oder was auch immer. Der Phantasie ist hier keine Grenze gesetzt. Einzige winzige Kleinigkeit, die aber durchaus entscheidend mit für die Stabilität ist: die verschweisste Schnittkante sollte geglättet werden (mit der heissen Klinge), damit keine Risse/Schnitte mehr offen sind.

Das Material

0805_shad_07.jpg

2 Cuttermesser (am besten eines mit Metallschaft), Feuerzeug (o. Brenner) und „Werkstoffe“. Mehr ist erst einmal nicht nötig.

Schritt 1: zerteilen

Mit scharfer Klinge möglichst einen sauberen und graden Schnitt setzen. Bei allen Probanten möglichst gleiche Stelle und gleicher Winkel, damit das beim Zusammenfügen besser passt

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Schritt 2: zusammenschweissen

Die Kutterklinge mit dem Feuerzeug/Brenner erhitzen, auf die Schnittflächen halten und beide Teile zusammenfügen

Schritt 3: glätten

Wieder die Klinge erhitzen und über die Naht führen, so dass eine halbwegs glatte Oberfläche entsteht.
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Vielfach liegen auch „kaputte“ Shads und Twister in den Kisten herum, die sich so wieder reparieren lassen. Kaputtes Kopfteil des einen und kaputter Schwanz des anderen Gummifischleins ergeben glatt wieder einen heilen… Doch auch heile, neuwertige Shads lassen sich noch verbessern. Ein Beispiel: Delalandes Sandra gehört zu meinen Lieblingsgummis. Wie oft habe ich mich aber über einen verhedderten Schwanz im Haken geärgert! Damit ist aber jetzt ein wenig Schluss! Abschneiden und umgedreht wieder anbauen – fertig!

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Erste Tests…

Wie bei jedem kurzfristigen Test kann zum jetzigen Zeitpunkt über die (Un)tauglichkeit/Fängigkeit keinerlei Aussage getätigt werden. Fakt ist aber, dass keinerlei Verschlechterung zum „Urzustand“ feststellbar waren. Eher das Gegenteil konnte ich verzeichnen.

Bei der Sandra gab es, wie schon angedeutet, immer wieder das „Problem“, dass sich der gelochte Sichelschwanz im Jighaken verfing und somit der gesamte Köderlauf beeinträchtigt wurde. Im Schnitt passierte mir das bislang mit jedem 4 – 5 Wurf; mitunter 2 – 3 Mal auch direkt hintereinander. Nach dem „Umbau“ war dieses „Problem“ offenbar beseitigt, denn nicht einmal verfing sich der Schwanz mit dem Haken.

Im Lauf der Sandra war jedoch keine Veränderung festzustellen – im Flachwasser konnte ich das recht gut vergleichen.

Die „gequetschten“ Gufis spielten gegenüber ihren „original“ belassenen Modellen besser: der erweiterte Bewegungsspielraum war gut auszumachen. Bereits beim Halten in geringer Strömung im Buhnenkessel war eine Verbesserung auszumachen.

Frank Völkle




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