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Irland 2005
Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass wir aus Irland zurück sind, aber bis jetzt war es mir noch nicht möglich den dazugehörigen Reisebericht ins Board zu stellen. Als Grund ist hauptsächlich die in der Studentenszene zur Zeit der Semesterferien weit verbreitete Faulheit-Krankheit.
Also, am 17. ging es für mich, Thorsten und meine Eltern, die sich auch ein paar Tage Irland, allerdings ohne Angeln, gönnten, von Köln-Bonn in Richtung Dublin.
So langsam gewöhne ich mich wieder ans Fliegen, nachdem ich vor 2 Jahren vor einem Start zusammengeklappt bin. Ob´s mir aber mal wieder soviel Spaß macht wie früher bezweifle ich. Bin nach jeder Landung wieder froh, unten zu sein.
So freute ich mich auch als ich nach nicht einmal 2 Stunden Irischen Boden unter den Füßen hatte und wir uns auf den Weg zu unserem Leihwagen machen konnten. Hier musste ich erkennen, dass die Iren unter einem Kombi etwas anderes verstehen als ich Das Gepäck passte nicht einmal ansatzweise in den gebuchten Wagen und so musste ich erst einmal zurück in den "Kabuff" um den freundlichen Sixt-Mitarbeiter zu fragen, welche größeren Fahrzeuge er uns zur Verfügung stellen könne. Parallel führten wir eine Diskussion, ob denn nun ein Opel Meriva als Kombi anzusehen ist oder nicht. Da ich das Gefühl hatte, dass dies nicht zu seiner guten Laune beitrug war ich umso überraschter, als er uns einen jungfräulichen Opel Zafira überließ, ohne uns den Mehrpreis zu berechnen. Nun passte auch meine kleine "Bazooka" mit unseren Ruten in den Wagen und so ging es los in Richtung Leitrim. Gegen frühen Abend erreichten wir unser Haus, besuchten noch Bekannte und packten erstmal aus. Ans Angeln war wegen eintretender Dunkelheit auch nicht mehr zu denken.
Das holten wir am nächsten Tag erst einmal nach. Nach einigen "Trockenübungen" im Garten mit der Fliegenrute galt es, das Gelernte am Fluss anzuwenden. Da das Fliegenfischen uns erst seit kurzem beschäftigt, landete die eine oder andere Fliege auch einmal im Baum. Doch auch die ersten Teilerfolge, wenn man sie so nennen möchte stellten sich ein. Zwar gelang es uns nicht eine der Trutten ihrem Element zu entlocken, allerdings reizten wir sie mit unseren Streamern und Nymphen einige Male zu Bissen, die wir aber leider nicht verwerteten. Spaß hatten wir trotzdem in unserer neuen Watkleidung und die Würfe klappten mit voranschreitender Zeit auch immer besser.
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Am Abend machte sich die frische Luft die wir getankt hatten bemerkbar, so dass niemand sehr alt wurde und alle früh ins Bett gingen.
Am nächsten Tag musste das neue Boot zu Wasser gelassen werden. Mit Hilfe von Bekannten fuhren wir es zum See, da der Leihwagen über keine Anhängerkupplung verfügte. Die darauf folgende Ausfahrt brachte uns einige Hechte ein, welche wegen ihres jungen Alters aber noch mal schwimmen durften. War es zu Beginn der Ausfahrt noch recht windstill gewesen, machten wir mal wieder Bekanntschaft mit dem typisch irischen Phänomen des schnellen Wetterumschwungs der in diesem Falle zu recht starkem Wellengang führte.
Sonntags hatte der Wind noch mehr zugenommen, so dass an eine Ausfahrt auf den See nicht zu denken war. Wir verlagerten unsere Aktivitäten deshalb an den Shannon oberhalb des Sees. Erklärtes Ziel war es endlich eine Irische Forelle auf die Schuppen zu legen. Dass sich zwar ein Hecht, jedoch keine Forelle an unsere Köder verirrte passte zu unserer bisherigen "Forellenangler in Irland"-Karriere.
Beim Abendessen wurde allerdings schon der nächste Angriff auf die Salmonidenfraktion geplant.
Nach ordentlichem Frühstück ging es am folgenden Morgen hinaus auf den See und es wurden einige für Forellen bekannte Stellen angefahren.
Der erste Biss kam nach ca. einer Stunde bei Thorsten. Und nach kurzem Drill konnten wir die erste Trutte des Urlaubs landen. Da wir in den Urlauben zuvor ausschließlich Hechte auf unsere Forellenköder gefangen hatten war die Freude umso größer.
Eine knappe Stunde später bekam auch ich einen Biss und die zweite Trutte landete auf den Planken.
Zwei weitere Fische die gehakt wurden stiegen nach kurzer Zeit aus.
Als wir uns später auf dem Rückweg befanden, die Wellen waren wieder um einiges angewachsen, bekam ich noch einen schönen Biss auf meinen Wobbler. Ein mittelprächtiger Hecht landete zum Abschluss des Tages ins Boot, durfte aber kurz darauf wieder schwimmen.
Da das Abendessen bei unserer Rückkehr schon auf dem Tisch stand wurden die Forellen zunächst versorgt und für den nächsten Tag "zwischengelagert".
Da wir die Großen allerdings verschont und uns nur an die kleineren Portionsforellen gehalten hatten ,war die Aussicht auf das Mahl bei 4 Personen noch nicht allzu rosig. Mehr Fisch musste her.
Am nächsten Tag begrüßte uns Irland allerdings mit kräftigen Sturmböen die uns Abstand von einer Bootstour nehmen ließen. Stattdessen war dieses Mal der Shannon unterhalb des Sees an der Reihe. Da unsere erste Anfahrtsstelle bei dem Wetter leider schon belegt war mussten wir uns zunächst weiter stromab begeben.
In einem schneller fließenden, recht flachen Abschnitt mit einigen Pools galten die ersten Versuche wieder den Forellen. Diese interessierten sich zur Abwechslung mal wieder weniger für unsere Köder, so dass wir es weiter stromab mit Wobblern und Gummifischen auf Hecht probierten. Hierbei sorgten einige kräftige Regenschauer in Verbindung mit dem Sturm für gute Laune. Nachdem sich an der Strecke nichts tat beschlossen wir schließlich, von unserem Ausgangspunkt aus ein Stück stromauf zu fischen. Keine 10 Meter war ich gegangen, da stürzte sich ein Hecht auf meinen Manns-Wobbler und landete kurz darauf in meinem Kescher. Es sollte zwar der einzige Fisch des Tages bleiben, die Versorgung der Familie war aber trotz allem sichergestellt.
Unter dem Grill zubereitet schmeckten die Fische hervorragend zu Kartoffeln, Gemüse und dem abendlichen Bier.
Mit dem Mittwoch kam der einzige (fast) angelfreie Tag des Urlaubs. Unser Weg führte uns nach Enniskillen zum Einkaufen, Kaffeetrinken und Stöbern im River & Stream Angelladen, in dem wir, wie bei jedem Besuch eines Angelladens, noch einige Kleinigkeiten erstanden. Abends ging es mit der Wathose noch zur Mündung des Yellow Rivers, in der Stunde vor Dunkelheit ließ sich jedoch kein Fisch mehr blicken.
Der Donnerstag stand erneut im Zeichen der Trutten. Früh fuhren wir mit dem Boot heraus und schleppten die bekannten Gebiete nach Forellen ab. Der Lohn des Tages betrug 2 Forellen, 2 Hechte und jede Menge nasse Kleidung nachdem das Wetter sich erneut während der Fahrt geändert hatte.
Als hätte Petrus ein Einsehen begrüßte uns der Freitag mit bestem Angelwetter. Der Himmel war bewölkt, ein leichter Wind sorgte für gemäßigten Wellengang und dies sollte sich den ganzen Tag nicht ändern.
Nach 2 Stunden ohne jeglichen Kontakt zu einem der Seebewohner wurde der schwindende Optimismus durch den ersten Biss an meiner Rute und die darauf folgende erste Trutte an Bord in neue Höhen getrieben.
Die nächste Anfahrt der Stelle sorgte für den zweiten Flossenträger an meiner Rute. Nachdem ich ausschließlich auf meine Rute Bisse erhielt (wobei ich 2 weitere Fische nicht haken konnte), die mit einem grünlichen Wobbler mit orangefarbenem Bauch bestückt war, beschlossen wir auch die anderen Ruten mit Wobblern dieses Farbmusters auszustatten.
Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten. eine knappe halbe Stunde später konnte Thorsten seine erste Trutte des Tages landen.
Wir fischten das Gebiet noch einige Zeit ab uns fuhren dann ein anderes Gebiet an, welches eher für Hechte als für Forellen bekannt ist. Ich beschloss meine Köder eine Nummer größer zu wählen und holte meinen Forellenwobbler ans Boot. Ein plötzlicher Schlag in der Rute bremste mich urplötzlich in diesem Vorhaben. In einiger Entfernung spritzte das Wasser und Schnur wurde von meiner Rolle gezogen. Meine dritte Trutte meldete sich zu Wort und überzeugte mich davon, es weiter auf Forellen zu versuchen. Wie es nicht anders kommen konnte fing ich tatsächlich nach einigen hundert Metern prompt noch meine vierte Silberne des Tages.
Mit 5 Forellen endete dieser wunderbare vorletzte Angeltag des Urlaubs.
Der Samstag verwöhnte uns zwar mit purem Sonnenschein allerdings auch mit absoluter Windstille. Somit wurde unsere Angeltour eher zu einer Bootstour ohne Fisch die uns etwas Urlaubsbräune bescherte.
Bei Guinness ließen wir den Urlaub schließlich abends im Pub ausklingen.
Es war wieder einmal ein schöner Urlaub mit ausreichend Fisch, typisch irischem Wetter und der Ruhe auf die ich mich jetzt schon wieder freue. Die nächsten Semesterferien kommen bestimmt.
Euer BigEarn
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