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Angler als Wirtschaftsfaktor

Nach den neuesten Zahlen gibt es über 4 Millionen Angler in Deutschland. Ein (grosser) Teil davon geht regelmäßig angeln, der kleinere nur bei Gelegenheit, wie zum Beispiel im Urlaub.

Das sind dann immerhin schon ca. 5%der Gesamtbevölkerung. Mit einer „Anglerpartei“ würde man also, vorausgesetzt alle Angler würden dafür stimmen, auf Anhieb im Bundestag vertreten sein.

Aber auch als Wirtschaftsfaktor sind die Angler in unserer Gesellschaft nicht zu unterschätzen. Es gibt Zahlen, nach denen Angler ca. 500 Euro pro Jahr für ihre Passion ausgeben. Leider weiss ich nicht, was da alles eingerechnet wurde. Aber schon diese Summe alleine würde schon 200 Millionen Euro ausmachen.

Nehme ich mich selbst als Beispiel, würde diese Summe aber deutlich höher ausfallen. Denn die 500 Euro sind nur ungefähr das, was ich an Angelgerät und Zubehör pro Jahr ca. kaufe. Volkswirtschaftlich sieht das aber anders aus. Denn da kommt noch so einiges an Ausgaben dazu, was man auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt direkt mit Angeln in Verbindung bringt.

 
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Alleine die Fahrten mit dem PKW ans Wasser, aber auch in den Angelurlaub, sowohl in Deutschland (nach Bayern zum Fliegenfischen, an die Küste zum Meerforellen angeln oder auf den Kutter) wie auch nach Norwegen bringen da schon eine Menge Kilometer zusammen. Bei mir dürften das ca. 5000 km pro Jahr in Deutschland sein. Bei einem Verbauch von ca. 8 Litern Super und einem Preis von ca. 1,10 Euro kommt da die stolze Summe von immerhin 440,00 Euro zusammen. Nicht eingerechnet ist da der Verschleiss und die Reparaturen, Versicherungen sowie die Rücklagen für ein neues Auto. Rechnet man da wie z.B. der ADAC mit ca. 30 Cent Kosten pro Kilometer kommt man dann schon auf insgesamt 1500 Euro.

Dazu noch ca. 14 Übernachtungen pro Jahr an den verschiedenen Zielen in Deutschland, die ich zum Angeln anfahre. Nimmt man hier einen Durchschnittspreis von ca. 25 Euro für die Übernachtung mit Frühstück, sind dies locker noch weitere 350,00 Euro.

Und meine ca. 5 Ausfahrten mit den Angelkuttern an der Ostsee kosten pro Ausfahrt auch 26,00 Euro, macht also weitere 130,00. Und wenn man im Angelurlaub ist, muss man ja auch was essen. Auch wenn man selbst kocht und nicht essen geht, sind das locker nochmal 5,00 Euro pro Tag, da man auch ab und zu mal essen geht, gehe ich da von einem Durchschnittspreis von 7,50 Euro für die14 „Angelurlaubstage“ aus. Macht also weitere 105,00 Euro.

Dann kommen dazu noch die Kosten für die Mitgliedschaft in Angelvereinen, pro Jahr sind das bei mir 250,00 Euro.

Nun sind wir also schon bei insgesamt 2705,00 Euro pro Jahr. Wobei ich mir sicher bin, dass diese Zahlen nicht allzu weit vom Durchschnitt abweichen. Sicher werden einige weniger oft angeln gehen, oder auch geringere Kosten im Verein haben, aber andere werden dafür öfter unterwegs sein. Wenn man da mal 2500,00 Euro für die direkten Kosten im Durchschnitt nimmt, liegt man sicher nicht falsch. Würde dann bei 4 Millionen Anglern schon einen Umsatz von 1 Milliarde Millionen Euro machen.

Dazu kommen dann noch pro Jahr ca. 6 Millionen Angelzeitschriften, die ja auch gekauft werden. Sind zwar dann pro Angler gerechnet auch nur ca. 6,00 Euro, aber immerhin. Oder auch Angelvideos. Oder zum Beispiel auch die Kosten für das Surfen im Internet. Schliesslich muss man ja für das erreichen des Anglerboards, des Angeltreffs oder unseres Magazins Angerpraxis auch ein paar Teuro pro Monat rechnen. Nehmen wir da zu den 6 Euro für die Zeitschriften noch einmal 4 Euro dazu, kommen da auch noch mal 10 Euro/Monat zusammen.

Und von dem Geld, das wir Angler da direkt ausgeben, lebt ja schließlich eine ganze Industrie mit einigen tausend Arbeitsplätzen. Und hier meine ich nicht nur die Angelgeräteindustrie, die Hersteller von Angelbekleidung und Sonnenbrillen, den Vertrieb von Echoloten oder die Redakteure der Zeitschriften.

 
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Gerade was den Tourismus angeht, sind wir Angler eigentlich unverzichtbar. Denn geangelt wird meist in strukturschwachen Regionen wie zum Beispiel an der Ostseeküste. Und die Hauptsaison für Angler ist die Nebensaison der Tourismusbranche. Ohne die Angler würde da also eine Menge an Übernachtungen, damit auch an Einnahmen und damit nicht zuletzt an Arbeitsplätzen wegfallen.

Und all diese Unternehmer und Arbeitnehmer, die direkt oder indirekt von uns Anglern leben, sind ja auch ein ganz schöner „volkswirtschaftlicher Brocken. Ich bin ja kein Volkswirtschaftler, der das alles im Einzelnen ausrechnen wollte, aber da kommt sicher locker eine Summe von insgesamt zwischen 2 und 4 Milliarden Euro pro Jahr zusammen, mit denen wir Angler unsere Wirtschaft unterstützen.

Bei diesen Zahlen sollte man sich mal überlegen, ob das die Politik überhaupt weiss. Sonst könnten die verehrten Politiker ja nicht immer wieder auf die Idee kommen, den Anglern das Leben schwerer zu machen. Der gesellschaftliche Aspekt und die draus resultierenden Ersparnisse für die Gesellschaft sind da ja noch nicht mal berücksichtigt.

Denn was tun unsere Angelvereine und Verbände nicht alles, was sonst die Gesellschaft übernehmen und auch bezahlen müsste. Und dabei denke ich nicht nur an die Jugendarbeit der Vereine oder die zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen. Es wäre schon mal lustig zu sehen, wenn Politiker statt der Angler den Müll an den Ufern der Gewässer aufsammeln würden – oder dafür aus Steuern bezahlen müssten. Oder was alleine durch die ständige Präsenz der Angler an Umweltschäden verhindert oder zumindest gemindert werden konnte, weil Angler frühzeitig Gewässerverschmutzungen bemerkt hatten.

Und nach einer solchen Katastrophe wie Sandoz im Rhein, wer trägt da die Hauptlast des neuen Besatzes und der zu leistenden Arbeit vor Ort?? Die Verursacher?? Die Gesellschaft?? Die Politiker?? Nein, wieder sind es die Angler.

Und bedenkt man dazu die vielen Möglichkeiten die im Angeltourismus liegen - da braucht man ja nur nach Norwegen schauen, wo der Tourismus nach den Geschäften mit Öl und den Fischzuchten der Tourismus die stärkste Branche ist und das sind zu einem grossen Teil Angler!! – wundert es einen doch, wie es die Politiker geschafft haben, dass es in Deutschland für Ausländer, je nach Bundesland, unmöglich bis äusserst schwierig und zeitraubend ist, als Tourist an deutschen Gewässern und Küsten zu angeln.

Vielleicht liest ja der eine oder die andere Verantwortliche diesen Artikel und beginnt mal darüber nachzudenken, wie wichtig für die Gesellschaft und vor allem auch wie wirtschaftsstark die Angler in Deutschland sind.



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