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Der Raubfischexpress
von Veit Wilde
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Nachdem an einer meiner Lieblingsangelstellen an der Saale die Fänge beim Spinnfischen immer mehr nachließen, kam ich auf die Idee den Räubern im Fluss mit einer anderen Methode nachzustellen. Ich wusste ganz genau, dass die Raubfische nicht verschwunden sein konnten, da regelmäßig verschreckte Kleinfische aus dem Wasser sprangen. Doch selbst Spinnangler, die mit riesigen Köderboxen anrückten, gingen immer öfter leer aus. Was sollte ich da als jemand, der eigentlich viel lieber den Friedfischen nachstellt machen. Zunächst kam mir natürlich der Einfall, einen toten Köderfisch am Grund anzubieten. Allerdings könnte man auf diese Weise nicht mal annährend einen so großen Bereich abfischen, wie beim Spinnfischen.
Als ich wieder mal eines Abends nach Hause kam ohne eine Biss beim Spinnfischen verzeichnet zu haben, fiel mir meine Bologneserute auf, die bis dahin nur selten zum Einsatz kam und gleichzeitig erinnerte ich mich auch an eine Angelmethode namens Stellfischen, bei der ein toter Köderfisch mit sehr langen Teleskopruten angeboten wird. Doch selbst hochwertige Stellfischruten haben leider ein sehr hohes Gewicht, so dass es nicht gerade großen Spaß macht, sie stundenlang in der Hand zu halten. Eine Bologoneserute hingegen ist wesentlich leichter und hat auch ein geringeres Wurfgewicht, ansonsten ist sie der Stellfischrute aber ähnlich. Durch ihre große Länge kann man mit der Bolorute beim Friedfischangeln im Fluss eine optimale Führung der Montage erreichen.
Also starte ich am einem warmen Sonntagnachmittag das Wagnis und rückte den Räubern mit der Bolognesetechnik auf die Schuppen. Zunächst fing ich mir noch einige Köderfisch und dann wurde einer davon angeködert. Schon nach knapp fünf Minuten tauchte die Pose ab und tatsächlich lag kurze Zeit später ein maßiger Zander im Kescher. Dies blieb zwar der einzige Fang dieses Tages, doch ich hatte noch einen weiteren kräftigen Biss, während die ebenfalls anwesenden Spinnangler gänzlich erfolglos blieben.
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Mit der Zeit habe ich ein wenig verfeinert dass ich im Vergleich stets mehr Erfolg man auch beim keine Fanggarantie, Stellen, ist diese Versuch wert. erster Linie Döbel und
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 | meine Methode noch und konnte feststellen, zu den Spinnangler hatte. Natürlich hat Bolognesefischen doch an überblinkerten Methode allemal einen Zielfische sind in Zander. |

Um diese Fische zu überlisten, brauchen sie eine 6 bis 7 Meter lange Bolgneserute und ein kleine Stationärrolle, die mit geflochtener 0,10 bis 0,12 mm starker Schnur gefüllt wird. Es kann auch eine Monofilschnur verwendet werden, aber mit der geflochtenen Schnur lässt sich der Anhieb wesentlich besser setzen und dennoch werden plötzliche Fluchten eines schuppigen Gegners im Drill von der langen, weichen Rute hervorragend abgefedert, so dass die geringe Dehnung der Geflechtsschnur bei dieser Methode nur Vorteile bringt. Das Vorfach sollte dagegen aus Monofilschnur bestehen und 0,16 bis 0,20 mm stark sein. Bei Hechtgefahr muss man auf ein dünnes Stahlvorfach zurückgreifen. Gefischt wird mit einer Posenmontage. Ich verwende zigarrenförmige Posen mit maximal 10 g Tragkraft. Es ist sehr wichtig, dass die Bisszeiger sehr genau ausgebleit werden um auch vorsichtigen Fischen keinen großen Widerstand entgegenzusetzen. Um eine schnelle Veränderung der Tiefeneinstellung durchführen zu können, befestige ich die Pose mit Hilfe eines speziellen Konnektors, der sonst eigentlich beim Matchangeln zum Einsatz kommt, auf der Schnur. Damit lässt sich die Pose bombenfest fixieren, aber genauso kann man sie auch schnellstens auf der Hauptschnur verschieben. Der tote Köderfisch sollte fingerlang bis knapp handlang sein und wird mit einer Ködernadel so aufgezogen, dass der (Zwillings-)Haken sich am Waidloch befindet. Bei sehr kleinen Köderfischen ist auch eine Lippenköderung per Einzelhaken ausreichend. Man darf nicht vergessen, dem Köderfisch die Schwimmblase zu zerstechen, da es sonst auftreibt.
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Bei der Köderführung ist zu beachten, dass man die Rute immer so halten sollte,
dass die Spitze mindestens im 60 °-Winkel nach oben zeigt. Man fischt
grundsätzlich im Stehen. Somit kommt ein großer Vorteil des Boloangelns zu Geltung,
denn man verhindert die Bildung eines Schnurbogens weitgehend. Selbstverständlich
ist es auch sinnvoll dem Köderfisch mit kleinen Zupfern aus dem Handgelenk etwas
Leben einzuhauchen. Bei einem Biss darf selbstverständlich nicht sofort
angeschlagen werden, allerdings halte ich nichts von der berüchtigten
„Zigarettenpause“ vor dem Anhieb, da nur kleine Köderfisch eingesetzt werden.
Im Drill sollte man den Gegner mit der sensiblen Bologneserute gefühlvoll drillen
und nicht gnadenlos rauszerren, sonst besteht die Gefahr von Vorfach- oder gar
Rutenbruch. Falls es jedoch nach etwa einer halben Stunde noch keinen Biss gegeben
hat, sollte der Köderfisch auf jedem Fall gewechselt werden.
Doch ich hoffe, dass der Köderwechsel bei ihnen schon früher erfolgt, nachdem sie einen schönen Räuber vom Haken gelöst haben.
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