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Reisebericht über den Romsdalfjord Ende April / Anfang Mai 2003


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Die Mitwirkenden von links nach rechts:
Lothar ( Papa von Kalle25 ), Ralf ( Knurrhahn ), Kalle (25), Christian (Klausi2000) Tiffy (Tiffy) und Siggi.


Gebucht hatten wir bereits im August 2002 die Hütte Nr.6 von Uwe - Onken - Tours. Nachdem Kalle und ich eigentlich nach Fedje zum Steinbeißer - Angeln wollten, haben wir jedoch ein bisschen umdisponiert und uns letzten Endes doch für den Romsdalfjord entschieden. Eine Entscheidung die wir nicht bereuen sollten...

Wir reisten zusammen mit Christian, Ralf und Siggi, alle drei aus Ludwigsfelde ( in der Nähe von Berlin ) und Menschen mit denen man gerne immer wieder verreist. Die Chemie unter uns stimmte und wir hatten ne Menge Spaß am Romsdalfjord. Kalles Vater, Lothar, hatte einen Lebenstraum; Einmal nach Norwegen zum Angeln zu fahren. Und da wir noch ein Plätzchen frei hatten stand der Erfüllung dieses Traumes nichts im Wege. Lothar ist Übrings 68 Jahre jung und hat keine einzige Angelausfahrt ausgelassen. Hut ab!

Nachdem wir uns schon Tage vorher immer wieder gegenseitig anriefen um die letzten Vorbereitungen zu besprechen und dann der Tag der Anreise gekommen war, trafen wir uns in Kiel bei einem Plaza - Einkaufscenter um letzte Besorgungen zu erledigen. Chris, Ralf und Siggi reisten von Berlin aus an, Kalle Lothar und ich kamen aus Richtung Gronau an der Holländischen Grenze. Nach kurzer Vorstellung und dem obligatorischen Dieselfassen, sind wir dann zur Fähre die pünktlich um 13.00 Uhr mit dem Boarding begann. Norwegen wir kommen. Einen ersten Umtrunk auf den Urlaubsbeginn erledigten wir dank mitgebrachter Flasche Jim Beam und einigen Büchsen Bier gleich in der Kabine. Der Urlaub konnte beginnen...

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Auf der Fähre der Urlaubsbeginnumtrunk war schon recht lustig.
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Erste Rast in Norge. Kaffee, Flüppchen und weiter gings....


Eine ziemlich ruhige Fahrt stand uns bevor nachdem wir ohne weiteres den Norwegischen Zoll passiert haben. Nach ca. 7 Std. kamen wir am Romsdalfjord an. Kurz bei Henry vorbeigeschaut, der uns zur Hütte brachte und die Boote übergab. Leider gab es keine Tiefenkarten oder Rettungswesten die eigentlich zu jedem Boot gehören sollten. Rettungswesten konnte man mieten und Seekarten kaufen. Also wirklich, so was hab ich auch noch nicht erlebt. Na ja, sei es wie es sei. Der Rest passte vom Anfang bis zum Ende. Die Boote waren ihr Geld wert und boten ausreichend Platz für drei Angler und den ganzen Angelkram den man so mitschleppt. Mit 40PS Zweitaktmotoren waren sie ausreichend motorisiert und lagen stabil im Wasser. Ringsherum ne Edelstahlreling an der ich prima die Rutenhalter und sonstigen Kram befestigen konnte. Am Anfang des Urlaubs macht es ja auch immer so richtig Spaß das Boot auszurüsten. Das Abbauen fällt da schon ne Ecke schwerer.....

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Home Sweet Home
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Boote direkt am Haus


Unser Haus lag in einem kleinen Seitenfjord kurz hinter einem Straumen der mit den Gezeiten die Strömung änderte. Dieser kleine Fjord war gemütlich und auch immer mal gut für einen Fisch. Beim Schleppen, ( wir haben immer Abends vor dem Anlegen noch ne kleine Ehrenrunde auf unserm Hausfjord gedreht )  mit einem kleinen Ukko, der ca. 2 Meter tief taucht, habe ich dort u.a. einen Dorsch von ca. 4 Kg erwischt. Macht an der Spinnruten ne Menge Spaß. Unsere Unterkunft bestand aus einer großen und einer kleinen Hütte. In der großen Hütte war der Wohnraum, ne kleine Küche und 2 klitzekleine Schlafzimmer untergebracht. Die kleine Hütte bestand aus einem Schlafzimmer und dem gemeinsamen Bad mit Gefriermöglichkeit.

Jedenfalls waren die Sachen schnell ausgeladen und eingeräumt. Angelklamotten angezogen, Angeln montiert und das Boot wurde mit Rutenhaltern, Echolot, Gps, und einigen Tauen, Seilen, Treibanker u.s.w. ausgerüstet. In der ganzen Hektik hab ich erst mal meinen Echolotgeber irgendwo angebaut wo es passt. Sah bei der ersten Ausfahrt ganz lustig aus. Wir hatten einen eigenen Springbrunnen am Heck und der Geber befand sich im aufströmenden Wasser der Schraube. Gab sehr ansehnliche Echos ;-)). Das wurde aber dann schnell umgebaut als mal Zeit war...

 
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Die erste Angelausfahrt unternahmen wir noch am gleichen Abend. Erst mal gucken wie sich das Boot verhält und die Geräte checken. Der Erfolg war bescheiden. War es doch ein neues Gebiet in dem zu dieser Jahreszeit noch niemand von uns gefischt hatte. Einen kleinen Fisch ( ich weiß gar nicht mehr was ) konnte ich "bezwingen", dabei blieb es dann auch.

Am nächsten Morgen dann die erste ernstgemeinte Ausfahrt. Wir fuhren raus zur Fjordmündung wo der Rödvenfjord auf den Langfjord und den Romsdalfjord trifft. Zwischen den heiligen Steinen wie die aus dem Wasser ragenden Steine die in der Tiefenkarte mit dem Namen Kalturda benannt wurden und der Landzunge Namens Nasa fischen wir bei ca. 120 Meter Wassertiefe. Es war herrlich. Die Sonne stand am Himmel und kein Lüftchen regte sich. Der Fjord lag mit all seiner Schönheit vor uns. Wir hatten Glück in diesem Jahr, denn durch das warme Wetter der vorangegangenen Wochen war die Natur um einiges weiter wie sonst zu dieser Zeit. Die Bäume waren schon voll im Laub und die Berghänge glänzten in frischem Grün. Tief einatmen und genießen...

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Angeln in schöner Natur.
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So dümpelt man vor sich hin...


Irgendwann ist jedoch genug genossen und es wird Zeit fürs Fische fangen. Das wollte zu Anfang nicht so recht klappen. Team Romsdal 1 war ein bisschen weiter vom Ufer entfernt wie wir und hatte plötzlich Echos unterm Boot. Kurz darauf fing Christian dann auch einen schönen Seelachs. Wir überlegten nicht lange und fuhren auch ein bisschen weiter raus, und siehe da, auf einmal hatte auch unser Echolot ne Menge zu tun. Dann ging es immer der Reihe nach. Ich legte einen kleineren Seelachs vor, gefolgt von Lothar, dann Kalle und dann wieder ich. Der erste den wir fingen war noch zum üben, aber die nächsten Bisse hatten es schon in sich. Lothar fing einen Köhler von ca. 6Kg, Kalle einen von ca. 7,5 Kg und ich zum Schluss als ich schon nicht mehr dran glaubte einen von ca. 9,5 Kg. Der Tag war gerettet und jetzt konnten wir auch wieder die Ruhe und Stille auf dem Fjord genießen. Wir unternahmen den ersten Schleppversuch der gleich nach ca. 100 Meter einen guten Seelachs brachte, den Lothar gedrillt hat. Ich kann jetzt wirklich nicht mehr jeden Fisch mit den dazugehörigen Maßen nennen. Es waren wirklich selten Fische unter 5 Kg die wir fingen. Das gilt dann auch für den Rest der Woche. Wenn es anders war dann schreib ich das dazu. Jedenfalls gleich nach diesem guten Auftakt beschloss ich nur noch eine Rute am Downrigger zu fischen. Hä, hätte ich das man nicht gemacht. Wir schleppten und schleppten und nichts tat sich. Nach ca. 1 Stunde hab ich dann den Köder kontrolliert und dabei einen Köhler der noch mal ein richtiger Seelachs werden möchte an die Oberfläche geholt. Der war ganz schön aus der Puste :-). Wenn man so in 55 Metern Tiefe fischt dann sieht man durch den Schnurbauch der auf dieser Länge zwangsläufig entsteht die kleinen Shaker nicht. Danach brachen wir dann das Schleppen ab und angelten wieder "normal". Weltbewegendes passierte aber nicht mehr an diesem Tag.

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Teamwork beim Filetieren.
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Siggi beim Eintüten


Der frühe Vogel fängt den Wurm. Na wenn der Grog und das Bier und der allabendliche Spaß nicht gewesen wären dann wären wir ja auch mal rechtzeitig aus der Kiste gekommen. Ich glaube es war immer so gegen 1.00 Uhr Morgens bevor wir ins Bett kamen. Die ersten Tage fuhren wir so gegen 8.30 Uhr raus. Eigentlich schon ein bisschen Spät und dementsprechend waren auch die Fänge. So richtig langweilig war es nicht, aber so richtig was zu tun hatte auch niemand was von uns. So hin und wieder kamen ganz gute Fische ins Boot, aber das man sich vor Bisse nicht retten konnte, kann man wirklich nicht behaupten. Es war wie immer beim Angeln, wer fangen will, der muss sich anstrengen. Alfred, ein Bekannter aus den Anglerbord der seit einigen Jahren am Romsdalfjord lebt, hat uns in die Geheimnisse des Köhlerangelns am Romsdalfjord eingewiesen und uns Stellen auf der Seekarte gezeigt die wir probieren sollten. Das machten wir dann natürlich auch. Es klappte auch ganz gut aber so hin und wieder waren die Fische einfach nicht zu überreden an unsere Köder zu gehen. Also an Fischmangel hat das nicht gelegen. Ich hab zeitweise die Verstärkung meines Echolotes nahezu auf Null gedrosselt und es waren immer noch riesige Futterfischschwärme unter dem Boot. Zwischendurch immer wieder starke Echos die von jagenden Großfischen stammen mussten. Nur an die Angel zu bekommen waren die zeitweise überhaupt nicht. Und wenn dann nur durch die Voll - Speed - Einkurbelmethode. Pilker weit wegschmeißen, auf Grund absinken lassen und dann so schnell es irgendwie geht einkurbeln. Wenn es gebissen hat dann richtig. Wie immer gab es natürlich auch Stunden in denen kein Fisch Lust auf Pilker verspürte. Abends hatten wir uns dann schon ne Massage für die Schultern und Arme gewünscht. Nach einigen Tagen dieser doch sehr anstrengenden Art des Angelns kam man auch gar nicht mehr so richtig auf Touren mit seinem Köder. Hin und wieder klappte es noch mit der Geschwindigkeit und dann hat auch mal wieder was gebissen. Na ja, irgendwann im Urlaub hat es dann auch geklappt mit der frühen Ausfahrt. Früh Morgens an der Fjordschwelle haben wir auch ganz gut gefangen.

Team Romsdal 1 schlief sich derweil erst mal richtig aus und nahm in Ruhe sein Frühstück ein. Auf der Fahrt zum vereinbarten Treffpunkt wurden durch das Team dann Schweinswale gesichtet. Ralf hatte die Idee bei Ebbe und stillstehendem Wasser unter den Schweinswalen zu angeln. "Wo die sind, da ist auch Futterfisch. Und wo der ist, da ist auch was zu holen". Eigentlich ne ganz plausible Theorie. Jedenfalls haben Siggi, Chris und Ralf mal eben in ca. 2 Stunden Ihre wirklich nicht kleine Fischkiste gefüllt. Mit sehr ansehnlichen Fischen, wohlgemerkt. Leider konnten uns die Jungs nicht anrufen weil das Handy in der Hütte lag. Was solls, am Nachmittag sind wir noch mal zusammen zu der Stelle und haben verpasstes nachgeholt. Hat nicht mehr so gut geklappt wie am Vormittag, aber einige schöne Fische sind noch rausgekommen.

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Siggi mit Seelachs.
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Klausi auch mit Seelachs
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Und jetzt mal Tiffy.
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Und Kalle25
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und Lothar.
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Kaptain „The Fishfinder“ Knurri mit kapitalem Asbach-Cola...


So verging die Woche. Alfred kam öfters vorbei, oder wir trafen Ihn auf dem Fjord. Chris hatte das Vergnügen mal mit der Juksa angeln zu dürfen. Da hat er unter fachmännischer Leitung einige schöne Seelachse gefangen. Wir hätten auch gekonnt, sind aber dann doch lieber bei unseren Angeln geblieben. Im laufe der Woche änderte sich das Wetter kontinuierlich von gut auf Schlecht. Am Anfang Angelten wir noch teilweise im T-Shirt und am Ende der Woche trugen wir Thermounterwäsche, hatten Handschuhe an und sahen schneebedeckte Berge. Zwischendurch Regnete es auch mal. Ein zwei Nachmittage blies eine kräftige Brise über den Fjord so dass wir auch mal den Treibanker einsetzen konnten. Naturköderfischen haben wir so gut wie gar nicht betrieben. Einen Nachmittag haben wir mal versucht über Sandgrund einen bösen Butt zu erwischen. Dazu wurden kleine Köhler gefangen und am Seitenarm präsentiert. Es bissen immer nur Fische die ihr Maul wohl nicht über den Haken bekamen. Ist auch besser so. Was willst du auch mit den Kindern?? Es waren heikle Fische dieses Jahr die man erst einmal finden musste. Dazu ließen wir öfters mal den Downrigger runter und fanden so hier und da kleinere Trupps der Köhler. Danach wurde dann wieder " konventionell " geangelt. Wie immer ist so eine Woche viel zu schnell rum, und alles was wir uns vorgenommen hatten konnten wir gar nicht ausprobieren. Die Pilker/Montagenverluste hielten sich echt in Grenzen. Durch den glatten, meist sandigen Boden des Rödvenfjordes kam es selten zu Hängern. Ich habe genau einen Pilker und ein Vorfach verloren. Das aber nicht bei einem Hänger sondern dann als während eines Drills am 0,45 Monovorfach ein weiterer Köhler den Beifänger oder Pilker packte. Die beiden wollten dann wohl in verschiedene Richtungen und so haben sie mir das Vorfach zerrissen.

Thomas „Tiffy“ Effing www.bootsangler.com


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