Ausgabe Mai 2012

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    Nachrichten vom LSFV – SH

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    Nachrichten vom LSFV – SH

    Wir freuen uns dass der Landesverband Schleswig Holstein die Möglichkeit wahrnimmt, die Angler auch über unser Magazin über die Vorgänge im LSVF – SH zu informieren. Wir halten dem Landesverband dafür immer ein Plätzchen frei. Texte und Bilder unterliegen dem Copyright des Landesverbandes, ebenso die Verantwortung für Texte und Bilder.

     

    Seenbeobachtung schon im 15. Jahr

    Wenn es ein Erfolgsmodell für den auf viele Schultern verteilten praktischen Natur- und Umweltschutz gibt, dann ist es das Seen-Beobachtungsprogramm des Kreises Plön. Bereits im 15. Jahr haben viele ehrenamtliche Naturschützer Daten der Seen der Holsteinischen Schweiz in einem Langzeitprogramm für die Wissenschaft zusammen getragen.

    Plön/mk – Ziel des Seen-Beobachtungsprogrammes ist es, mit Hilfe von standardisierten Methoden zur kontinuierlichen Erfassung einiger weniger, dafür jedoch charakteristischer Parameter die Gewässer in ihrer Eigenart zu beschreiben sowie Entwicklungstendenzen und mögliche Belastungen aus dem Einzugsgebiet aufzuzeigen. Insbesondere bietet auch ein Vergleich der parallel beobachteten Seen vielseitige Erkenntnisse zu möglichen Entwicklungstendenzen.

    Über 80 ehrenamtliche Betreuer der etwa 50 stehenden Gewässer waren am Mittwoch auf Einladung von Dr. Edith Reck-Mieth vom Umweltamt des Kreises Plön zu Gast im Kreistagssitzungssaal. Sie hörten interessante Vorträge über künftige Entwicklungstendenzen von Seen, den Schilfrückgang am Beispiel des Großen Plöner Sees oder die Anfänge der Plöner Motorschifffarht auf dem Großen Plöner See.

    Professor Dr. Winfried Lampert vom Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön berichtete, dass die Temperatur des Wassers des Großen Plöner Sees in den vergangenen 21 Jahren und 2,5 Grad gestiegen ist – eine „dramatische Entwicklung“. 1980 fror der See am 15. Januar noch zu und das Eis war am 15. März aufgetaut. Heute, so Lampert, taut der See früher. Damit könnten auch die Algen früher wachsen.

    Und wie kommen nun die Tiere im Wasser mit diesen Temperaturen zurecht? Bei hohen Temperaturen können sie am allerbesten leben, sagte Lampert. Dennoch reagierten sie – je nach Art – sehr unterschiedlich. Denn: So funktioniere die natürliche Auslese, weil eine unterschiedliche Menge an Nachkommen produziert werde. Lampert: „Organismen erobern sich ihre Umwelt durch Anpassung.“

    Wenn das Wasser früh im Jahr warm werde, dann sei auch früher der Fischnachwuchs da. Und die Jungfische wiederum fressen die Wasserflöhe, die dann keine Algen mehr fressen können. Deshalb, so Lampert, ändern sich die Gewässer. So sei die Seenbeobachtung weiterhin wichtig. Nur so seien durch fadige, braune Algen auch Veränderungen zum Beispiel im Trammer See festgestellt worden. Ein Grund könnte die Verschiebung des Verhältnisses Phosphor und Stickstoff durch Änderungen in der Landwirtschaft sein.

    Professor Dr. Kai Jensen stellte das von Leader Plus geförderte Schilfprojekt vor. So sei der Röhrichtgürtel am Großen Plöner See stark zurückgegangen. 1953 seien noch 100 Hektar Schilf gemessen worden, 1989 seien es nur noch 20 Hektar und 1999 weniger als 10 Hektar gewesen. Gründe sieht Jensen in der Veränderung der Wasserstände, im Wellenschlag und der Ufererosion, in der Europhierung, im Wachstum der Fadenalgen aber auch im Fraß von Wasservögeln und Bisamratten sowie Graugänsen in der Mauser.

    Das von Professor Jensen betreute Projekt sei auf vier Jahre angelegt. Bis Mai 2007 werde Ursachenforschung betrieben, danach bis August 2009 sollen Maßnahmen erfolgen. Schon in der nächsten Wachstumsperiode sollen das Wachstum und die Ansiedlung von Schilf im Großen Plöner See erfolgen. Eine Beobachtung des Verhaltens der Graugänse am Trammer See läuft bereits.

     

     

    Der Verbandsausschuss bereitete LSFV-Jahrestagung vor

    von LSFV-Pressesprecher Michael Kuhr

    Kiel – Die Vorbereitung der am Sonntag, den 23. April, ab 10 Uhr im Rendsburger Kulturzentrum anstehenden LSFV-Jahresversammlung stand im Mittelpunkt einer Verbandsausschusssitzung im Haus des Sports in Kiel. Dabei kündigte Präsident Ernst Labbow seine erneute Kandidatur für die nächsten drei Jahre an, was von der großen Mehrheit des Verbandsausschusses sehr begrüßt wurde. Hintergrund für diese Entscheidung ist die Neubesetzung von zwei Vizepräsidentenämtern. Mit Carl-Martin Nicolaysen und Sven Bastian haben zwei Vizepräsidenten ihren Abschied aus der LSFV-Arbeit angekündigt. Präsident Labbow steht daher für eine Wiederwahl zur Verfügung, damit die Kontinuität in der Verbandsarbeit nicht gefährdet wird, die vorhandene Erfahrung und die bestehenden Beziehungen nicht verloren gehen.

    Um die Positionen der Vizepräsidenten werden sich Andreas Sager (Pinneberg) und Peter Heldt (Schleswig-Flensburg) bewerben. Gerd Schümann (Plön) und Boie Lorenz (Dithmarschen) werden erneut kandidieren. LSFV-Referent Claus Hinz (Rendsburg-Eckernförde) will ebenfalls in den anglerischen Ruhestand treten. Um seine Nachfolge bewirbt sich Axel Gerhardt (Lübeck). Natürlich können für jeden Posten im LSFV-Präsidium noch Vorschläge aus der Jahresversammlung kommen.

    Präsident Ernst Labbow beklagte vor dem Verbandsausschuss einen Rückgang der Mitgliederzahlen um etwa 800. Hinzu komme nach seinen Worten ein Rückgang der Teilnehmerzahlen bei den Fischereischeinprüfungen aber auch beim Verkauf von Erlaubnisscheinen für die Verbandsgewässer. Labbow: „Wir müssen kürzer treten, noch sparsamer wirtschaften und wo möglich neue Finanzquellen erschließen.“ So habe der LSFV bei der Landesregierung bereits den Wunsch angemeldet, bei einer neu konzipierten Förderung von Umweltverbänden berücksichtigt zu werden.

    Breiten Raum nahm im Verbandsausschuss die Diskussion um die Dorsch-Schonzeit ein, die nur für Erwerbsfischer in diesem Jahr vom 15. März bis zum 14. Mai gilt. Dabei sei die Kern-Laichzeit in der westlichen Ostsee, die nach Ansicht der Experten im Februar und März liege, wiederum ignoriert worden. Außerdem setzten sich einige Mitglieder kritisch mit Angeltouren auf der Ostsee auseinander, die gezielt nur auf Laichdorsch fischten. Vor dem Hintergrund der Bemühungen um den Erhalt eines stabilen Dorschbestandes sei das abzulehnen. LSFV-Präsident Labbow bekräftigte erneut, dass durch das Brandungsangeln kein nennenswerter Fangdruck auf Laichdorsche entstehe, die man erst ab einer Wassertiefe von 20 Meter und mehr antreffe.

    In diesem Zusammenhang wurde auch über die Allgemeinverfügung gesprochen, die die KüFO für dieses Jahr 2006 ändert: für die Angelfischer gelten die Mindestmaße für Flunder, Hering, Wittling und Kliesche sowie die Schonzeiten für weibliche Scholle, weibliche Flunder, Steinbutt und Glattbutt nicht mehr.

    Der nächste LSFV-Gewässerwartelehrgang findet am 13. und 14. Mai 2006 in Neumünster im Vereinshaus des Kreissportfischerverbandes am Einfelder See statt. Als Anmeldung dafür gilt nur die Überweisung des Teilnehmerbeitrages von 30 Euro (mit Übernachtung) oder 15 Euro (ohne Übernachtung) auf das Konto des LSFV. Als Verwendungszweck der Überweisung an den LSFV soll „Wasserseminar“ angegeben werden. Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 24 festgelegt worden.

    Gute Nachricht für alle Koordinatoren: Der neue Leitfaden für die Fischereischeinprüfung ist da. Derzeit befinden sich noch etwa 600 Leitfäden der Vor-Auflage beim LSFV. Nachdem sie aufgebraucht sind, wird die Neufassung zum Einsatz kommen. Es ist ein gutes, fachkundiges Nachschlagewerk geworden, lobte Vizepräsident Sven Bastian und dankte allen Beteiligten für die Arbeit. Damit werde sich die Ausbildung zur Fischereischeinprüfung deutlich von der Konkurrenz abheben. Wer Fehler im neuen Leitfaden findet, der soll sie bitte der LSFV-Geschäftsstelle (Telefon 0431-676818) melden. Übrigens: Die Folien sind im Druck, die CDs für die Powerpoint-Präsentation werden derzeit gebrannt. Die Prüfungsfragebögen werden nach der Korrektur einiger Fragen (zeitweilige Änderung der KüFO, s.o.) umgehend gefertigt. Die in den alten Prüfungsbögen nicht mehr korrekten Antworten dürften bis zum Vorliegen der neuen Bögen nicht mehr als prüfungsentscheidend eingestuft werden.

    Vizepräsident Boie Lorenz und Referent Hartwig Hahn machten darauf aufmerksam, dass die anglerischen Vertreter in den Arbeitsgemeinschaften der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht nur auf die Durchgängigkeit der Gewässer achten sollten. Vielmehr müsse auch bei den aktuell überall getätigten Umbauten von Sohlabstürzen in Sohlgleiten auf den gleichzeitig vorgenommenen Einbau von Laichhabitaten für Kieslaicher geachtet werden. Hier existiere für den Verband eine wichtige Chance zur Verbesserung struktureller Defizite in den Gewässern. Der Aufwand wäre gering und die Aussicht auf Erfolg hoch. In anderen Bundesländern, z.B. Brandenburg, wäre man hier bereits weiter.

    Rückendeckung bekam das LSFV-Präsidium vom Verbandsausschuss für eine neue Regelung der Finanzen der LSFV-Jugend. Es bleibt dabei, dass die Jugend weiterhin ihre gewohnten Haushaltsmittel zur Verfügung erhält. Größere Ausgaben jedoch müssen zuvor im LSFV-Präsidium intensiver besprochen werden. Geld für neue Projekte wird freigegeben, wenn die durchgeführten Maßnahmen ordnungsgemäß mit der Geschäftsstelle abgerechnet wurden.

    An der Eigenständigkeit der LSFV-Jugend ändert sich dadurch nichts. Der LSFV ist damit einer Empfehlung der Kassenprüfer nachgekommen.

     

    LSFV beteiligt sich am EU-Aalprogramm

    von LSFV-Pressesprecher Michael Kuhr

    Kiel – Die Europäische Union, das Land Schleswig-Holstein und der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein (LSFV) ziehen an einem Strang. Durch eine gemeinsame Beteiligung am EU-Aalförderprogramm werden über einen Zeitraum von vorerst drei Jahren jährlich zwischen 130.000 Euro und 170.000 Euro bewegt. Das Projekt soll schon in diesem Jahr beginnen und den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) sowie den Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) zu herausragenden Aalaufwuchsgewässern machen.

    Es geht dabei um den Aufbau starker Aalbestände mit gestaffelter Altersstruktur, um den abwanderungsfähigen Laicherbestand zu erhöhen. Dieser ist auf Grund des fast vollständig fehlenden Aalaufstiegs nicht mehr gegeben und hat dazu geführt, dass die EU den Aal mittlerweile unterhalb sicherer biologischer Grenzen eingestuft hat. Die Besatzaktion bedarf einer fundierten wissenschaftlichen Begleitung. Nur in Verbindung mit den im NOK bereits seit Jahren erfolgten Untersuchungen läßt sich die Effizienz dieser Aktion beurteilen. Durch eine Markierung aller Satzaale sind zudem weitere wissenschaftliche Forschungen, z.B. zu Wanderungsbewegungen und die Erfassung der Wachstumsleistungen, möglich.

    Das EU-Projekt wird in der gesamten Elbe und ihrem Einzugsgebiet gefördert. In Schleswig-Holstein wird sich durch den Besatz von jährlich etwa 1,15 Tonnen Satzaal der Nord-Ostsee-Kanal zum Aalgewässer Nr. 1 in Deutschland entwickeln, ist sich LSFV-Präsident Ernst Labbow (Plön) sicher. Auch der Elbe-Lübeck-Kanal, der nach der räumlichen Aufteilung so genannter Flußgebietseinheiten nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sowohl in die Elbe, aber auch in die Ostsee entwässere, werde zur Hälfte von dem EU-Programm profitieren.

    Die EU übernimmt nach Darstellung Labbows 50 Prozent der anfallenden Kosten. Das Land Schleswig-Holstein steuere 20 Prozent bei und der LSFV trage den Rest. Dieser wird sowohl durch Barmittel als auch durch die Übernahme der umfangreichen Verwaltungs- und Monitoringaufgaben erbracht. Diese wirtschaftliche Belastung unterstreiche den außergewöhnlichen Einsatz des Verbandes und diene dem Erhalt eines für die natürliche Artenvielfalt und die Angelfischerei ausgesprochen wertvollen Fisches.

    Seine besondere Freude brachte LSFV-Präsident Labbow über die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Verpächter, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, zum Ausdruck. In enger Abstimmung zwischen Pächter und Verpächter wurde auf der Grundlage des geltenden Pachtvertrages eine Regelung zur Umsetzung dieses bedeutenden Aalprojektes gefunden. „Ohne diese beispielhafte Kooperation wäre eine Umsetzung nicht möglich gewesen!“, so Labbow.

     

    Weitere Infos über die Arbeit des Landesverbandes findet Ihr auf dessen HP:

    www.lsfv-sh.de

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