Ausgabe Mai 2012

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    Stippen an langer Schnur

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    Stippen an langer Schnur

    Hier  ein Bericht eines „altmodischen Stippers“

    Ich lese sehr viel übers moderne Stippen, mit verkürzter Schnur, mit ellenlangen Stippen und was man an modernem Equipment so alles braucht. Und das oft kopfschüttelnd. Hier mal eine diametrale Sicht. Ich stippe seit 30 Jahren, erst mit den echten langen Bambuskopfruten, danach mit Glasfaser ( was für eine Erleichterung ) und heute mit einer modernen High Carbonrute. Ich fische an der „langen Schnur“, aus der heutigen Sicht beinahe ein Frevel. Wenn man jedoch genauer hinsieht eine sehr alte und auch heute noch sehr fängige Methode die Nachteile zu Vorteilen macht.

     

    anzeige_geoff-anderson_50x5Meine Rute ist eine 10 Meter Stippe aus Kohlefaser, ohne Gummizug, eine Teleskoprufe und damit eine perfekte Kombination. Ich fische an der „langen Schnur“, das heißt meine Montage, meist 1 – 4 Gramm, wähle ich nach Gewässertyp und Wind. Im Stillwasser eine schmale leichte Pose, in langsam fließenden Strömen eine Zwiebelform. Ich benutze meist eine einfache Kettenbebleiung danach eine einfache Schlaufe und dort das Vorfach. Die Montage ist ca. 50 cm länger als die Rute damit habe ich eine große Reichweite und erreiche auch im Kanal oder einem Ruhigen Fluss eine große Reichweite die die Verwendung eine Bologneserute unnötig macht.

    Die lange Schnur hat scheinbar Nachteile die aber auch zu Vorteilen werden können. Die Schnurbögen durch Wind, oft gescholten, aber sie haben den Vorteil dass die Montage durch den Wind einfach verweht wird, also „zufällig“ Stellen erreicht die gar nicht oder am Rande des Futterplatzes liegen, ein Vorteil, oft stehen die große Fische am Rande des Futterplatzes und so kann man eben „zirkeln“. Im Fließgewässer treibt die Pose von Stromaufwärts nach Stromabwärts und beschreibt so einen Bogen, man fischt eine größere Fläche ab als beim punktgenauen Angeln. Durch den großen Zirkel fischt man auch die Fische ab die sich dem Futterplatz nähern aber eben noch nicht durch die Partikel gesättigt sind.

     

    Ein Nachteil ist sicher der verzögerte Anschlag, d. h. man schlägt ins Leere an. Ich führe die Rutenspitze so, dass ich immer etwas Abstand zwischen Pose und Rutenspitze habe, ist der Anschlag zu abrupt kann einem auch schon mal ein kleines Rotauge um die Ohren fliegen. Nachteile gibt es sicher. Mann muss seinen Angelplatz sorgfältig aussuchen und dabei nicht vergessen dass man beim ausholen schon mal 10 Meter Rute und 10 Meter Montage hinter sich wirft um auszuholen.

     

    anzeige_50x50_guidintours Oft werde ich gefragt „wie kescherst Du“, nun ganz einfach, das Fischen an „der langen Schnur“ hat den Vorteil nicht abstecken zu müssen. Nach dem Anschlag, klemme ich den Rutenblank locker in den Schritt, stelle mich langsam auf und drille den Fisch ( so hat man viel Gefühlt an der langen Schnur und braucht keinen Gummizug ). Dann greife ich mit der freien Hand den Kescher und fertig. Dann lege ich die Rute normal in die Ablage, also das V und hebe den Fisch mit dem Kescher aus dem Wasser. Ich hake ab, und das war es.

     

    Dieses Fischen an der langen Schnur hat einige Vorteile:

    • Man braucht keinen Gummi
    • Man kommt auch mit einer "relativ" kurzen Stippe sehr weit raus
    • Man hat ne Menge Schnur die auch bei großen Fischen ziemlich federt
    • Der Wind zieht die Schnur einfach mal durch die Gegend
    • Oft stehen die großen Fische am Rand der Futterstelle
    • Man braucht nicht "abzustecken" oder einen Abroller
    • Die Montagen passen immer, man muss sie nicht kürzen oder verlängern

     

    Es gibt auch Nachteile:

    • Man muss die Spitze immer etwas weg halten um beim Anschlag nicht leere Schnur zu schlagen
    • Es braucht etwas Erfahrung
    • Du hantierst mit der Stippe beim Auswerfen eben mit einer Menge Schnur
    • Bei starkem Wind ist es nicht einfach
    • Man muss zum Auswerfen weit ausholen

     

    Als Futter verwende ich die Kombination aus modernem Grundfutter und Partikeln. Ich fische mit wenig unterschiedlichen  Hakenködern. Meist mit Weizen ( 12er Haken Gold ) oder mit Hanf ( 16er Haken ) oder eben mit Made. Gerne benutze ich eine Made und kombiniere Sie mit einem Weizen Korn.

     

    Die Grundfuttermischung ( auf je ein KG ):

    300 g Paniermehl grob

    200 g Zwiebackmehl

    100 g dunkles Maismehl grob

    200 g grober Maisgries

    100 g Waffelmehl

    50   g Copra Melasse (Sommer)

    50   g Vanillezucker (Sommer)

    100 g Coriander (Herbst, Frühling)

     

    Zusätzlich benutze ich eine Partikelmischung die sehr preisgünstig ist ( auf ein KG ):

    600 g Hanf gekocht

    400 g Weizen gekocht

     

    Der Weizen und der Hanf werden gemeinsam gekocht, durch die unterschiedlichen Garzeiten fange ich mit dem Kochen des Hanf ca. eine halbe Stunde vorher an.

     

    Vorbereitung/Kochen

    Keimfähigen Hanf und normalen Futterweizen bekommt man sehr günstig beim Agrar– und Futtermittelhändler. Die Hanfkörner und den Weizen separat mit  1 EL Salz pro KG 24 Stunden lang in kaltem Wasser quellen lassen. Danach den Hanf in einem großen Topf langsam kochen  lassen, nach einer halben Stunde den Weizen dazugeben. Das ganze bei geringer Wärme kochen lassen, bis die Keime des Hanf gut zu sehen sind und die Weizenkörner sich geöffnet haben. Fertig. Garzeit: als wenn es sehr leicht köchelt, und tatsächlich 24 Stunden gequollen ist, lasse ich das Ganze ca. 4 Stunden kochen ( also eine halbe Stunde der Hanf, danach 3,5 Stunden Hanf und Weizen zusammen. ACHTUNG schütten Sie das Kochwasser nicht weg, es hat das Hanfaroma gut gespeichert. Ich koche jeweils einen Riesentopf voll. Danach frieren Sie die die Hanf – Weizenmischung einfach jeweils Portionsweise (ein KG) ein und gebe jeweils auch etwas Kochwasser dazu. Wenn Sie es brauchen tauen Sie es einfach Portionsweise auf und fertig.

     

    Am Wasser:

    Ich mische meine Futtermischung bereits zu Hause, je nach Gewässer und Jahreszeit ( im Winter und im Stillwasser weniger Partikel ). Normalerweise mische 50 % Grundfutter und 50 % Partikelmischung zusammen, durch das mit eingefrorene Kochwasser ist es schon ein wenig feucht. Am Wasser angekommen mische ich je nach Bedarf noch Wasser des Angelgewässers dazu. Meine Regel ist so lange Wasser zusetzen bis man mit nassen Händen eine feste Kugel formen kann die nicht beim Werfen zerplatz. Danach gebe ich etwas Lebendfutter dazu, meist Maden seltener Zuckmückenlarven. Und fertig ist das Ganze.

    So fische ich seit nunmehr 30 Jahren, gelernt habe ich das mehrheitlich von meinem Vater und Großvater die, ( außer den Maden ) mit dem gleichen Futter genauso gefischt haben.

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    Jean-Pierre Noel, Neuss-Allerheiligen

    Kommentare 

     
    0 #1 Thomas Finkbeiner 2008-06-13 11:44
    Interessant für was das Internet immer wieder herhalten muss - aber auf Seiten für Angler brauchen wir keine "-)iskussion" von Frauen um ihren Verflossenen oder aktuellen...
    Daher unsere Bitte an die Damen:
    Macht das doch btte direkt mit dem entsprechenden Herren und/oder unter Euch aus..
    Danke!
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