Ausgabe Mai 2012

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    Die Kunst des Fragens.....

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    Die Kunst des Fragens

     

    Dieser Beitrag ist auf den Karpfenbereich des Anglerboards gemünzt, lässt sich natürlich aber auch auf andere Bereiche des Anglerboards oder anderen Internetforen anwenden.

    Er ist nicht als oberlehrerhafter Zeigefinger gedacht, sondern sowohl als Hilfestellung als auch als Denkanstoß zu verstehen.

    Ich habe, wie viele andere wohl auch, das Gefühl, dass so manche Frage-Threads sich beinahe täglich wiederholen, sowohl im Bezug auf den Inhalt, aber auch auf die Art und Weise wie eine Frage gestellt wird. Was wiederum dazu führt, dass das gefühlte Niveau des Forums sinkt. Das Niveau hat sich aber, wenn man mal ehrlich ist und einen gewissen Nostalgieprozentsatz abzieht, kaum geändert. Die wirklich guten und sehr guten Beiträge sind keineswegs verschwunden, aufgrund der Größe des Boards versinken sie mittlerweile lediglich in der Masse an sich wiederholenden Standardfragen und nun ja schlechten Fragen. Wohl gemerkt schlechte, nicht dumme, Fragen.

    Es gibt keine dumme Fragen! Jeder soll und darf bitte schön alles Fragen was er oder sie möchte. Immer heraus mit den Fragen. Und das nicht aufgrund eines gönnerhaften „Wir haben auch mal klein angefangen“, sondern eher, weil „Wir  sind alle immer noch klein!“.

    Derjenige der meint gerade beim Angeln nichts mehr dazu lernen zu können, na ja....

    Jede Antwort hilft die eingefahrene Routine nochmal zu überdenken, oder?

    Nun gibt es solche Fragen und leider auch solche oder anders ausgedrückt, je mehr ich in meine Frage hinein packe, desto mehr springt auch für mich dabei heraus.

     

    Daher: Eine Frage oder eben ein Thread fängt schon vor dem verfassen an!

    Glaubt es ruhig, aber es ist schon alles gefragt und gesagt worden, und ich meine nicht nur alles, sondern ich meine sogar ALLES!

    Also bevor ich einen Thread zu einem vermeintlich neuen Thema aufmache, mache ich mir zunächst einmal Gedanken darüber was ich überhaupt genau wissen will, klingt erstmal einfach, aber ich denke jeder von hat wohl schon einmal das Gegenteil gelesen, z.B. eine Frage die bei Boilie anfängt und dann irgendwie bei Reiseanbieter aufhört.

    Wenn ich dann weiß was ich wissen will, informiere ich mich, was es schon alles zu dem Thema gibt. Das heißt schlicht und einfach die Suchfunktion benutzen, nicht nur die des Boards sondern auch die der Internetsuchmaschinen. Oder ich probiere es einfach aus! Learning by doing! Und wenn jetzt einer schreit „Aber, aber bei Ruten/Rollen/etc kann man das ja kaum einfach ausprobieren!“ Weit gefehlt, es gibt Sie nämlich da draußen in der echten Welt, die Gerätehändler. Natürlich ersetzt der Test im Laden nicht den Einsatz am Wasser, wobei bei vielen Gerätehändlern ist auch das kein Problem, aber er gibt mir schon einmal einen sehr guten Eindruck über Verarbeitung, Gewicht oder ganz allgemein ein Gefühl für die Rute oder Rolle.

    Und wenn die Rute dann dort etwas mehr kostet, nehme ich das gerne in Kauf. Ich kann die gekauften Artikel in den meisten Fällen ohne Probleme wieder umtauschen und habe einen direkten Ansprechpartner vor Ort wenn Garantie- oder Serviceleistungen fällig werden.

    In den meisten Unterforen gibt es so genannte Erfahrungsberichte zu Ruten, Rollen und vielem mehr die einem mit nur einem Klick eine Menge verschiedener Meinungen zu in Frage kommenden Neuanschaffungen versorgen.

     Ergibt die Vorbereitung, dass es zu meinem speziellen Problem keine passende Lösung gibt, oder ich mir bei einigen Details noch unsicher bin, dann ist es sinnvoll, dies zu erwähnen, dass erspart allen Beteiligten unnötige Arbeit, sei es lesen oder schreiben.

    Viele User empfinden es zu Recht als unverschämt oder zumindest unhöflich zu erwarten, dass einem auf Fragen à la „Welcher Köder?“ gleich komplette situationsabhängige Köderempfehlungen zu fliegen, ohne dass der Fragesteller sich die Mühe macht einmal auszuprobieren ob beispielsweise ein 45 Gramm Blinker in Kupfer am Dortmund-Ems Kanal ein geeigneter Köder für Hecht sein kann oder uns wenigstens mit weiteren wertvollen Details versorgt.

    Als nicht sonderlich hilfreich müssen hier wohl Aufforderungen des Themenerstellers wie „Schon 93 Hits aber nur 4 Antworten...“ angesehen werden. Viel hilfreicher wäre hier wohl eine Spezifizierung der Frage, wie z.B. „Es gibt ja schon einige Antworten zum Einsatz von Blinkern in Seen und Flüssen, aber wie ist es am Kanal? Was muss ich dort bei der Köderführung beachten?“ Gleich viel besser, oder? Da hat man doch gleich deutlich mehr Lust dem Mitboardie zu helfen.

    Und jetzt mal im Ernst, wenn ich meine fünf Fragen in einen Satz verpacke und mir den dann nicht einmal durchlese, bevor ich ihn abschicke kann ich doch nicht wirklich eine Antwort erwarten, oder etwa doch? „LeAdkohrau fzwe iMetremit Foxharckne welchebolisoerteWqis cool??!?“

    Wie kann ich denn bitte erwarten, dass sich jemand findet, der sich die Mühe macht eine fundierte Antwort zu meiner Frage zu geben, wenn ich es nicht einmal für nötig halte eine Minute meiner kostbaren Zeit zu investieren um meinen Text noch einmal zu lesen? Und versteht das bitte nicht falsch, ich will nun wirklich nicht, dass alle User des Forums immer vollkommen korrekt nach allen Regeln, nicht nur der Kunst, sondern auch der deutschen Orthographie posten. Ganz im Gegenteil, jeder doch bitte so wie er kann. Aber das Stichwort ist hier RESPEKT für und vor einander und genau das fehlt den meisten solcher Beiträge, ob nun korrekt geschrieben oder eben nicht.

     

    Respekt muss an dieser Stelle aber auch heißen, einem Neuling im Forum nicht gleich anzubaffen, dass es diese Frage doch nun wirklich schon hundert Mal gibt und außerdem Abhakmatte heißen muss, zumindest in diesem Zusammenhang. Ein Hinweis, im Idealfall sogar verlinkt, auf beispielsweise die Suchfunktion wirkt hier zumeist Wunder. Zumal wenn er auch noch höflich formuliert und mit einem „Herzlich Willkommen im AB“ garniert ist.

    Bei Fragen zur Platzwahl, Ködern oder Geräten erwartet doch niemand, dass eine Frage so aussieht: „Hallo Gemeinde, ich wollte am 24.12.2009 etwa 2,345 Stunden auf Karpfen angeln. Der See an dem ich angeln möchte hat eine durchschnittliche Tiefe von 3.12 Meter, aktuell ist die Sprungschicht etwa bei 1.34, ich habe aber noch eine Tiefenkarte angehängt. Ihr findet den See auch bei Google Earth unter diesem Link“. Aber muss es denn wirklich immer so aussehen: „Geht was auf 5 Meter?“ Ich will ja auch keine ja/nein Antwort, sondern möglichst gute und genaue Tipps, dann sollte ich aber auch genau so gute und genaue Angaben zur Situation machen.

    Gleiches gilt bei Fragen zu Ruten, Rollen oder Ähnlichem. Wenn ich schon zu bequem bin zum Händler zu gehen oder die Suchfunktion zu benutzen, dann kann es nicht schaden ein paar Angaben über die Situation zu machen wo ich die Rute einsetzen will. Ich frage mich wirklich ob es User gibt, die auf die Frage „Welche Rute auf Karpfen ?“, erwarten, am anderen Ende der Internets jemanden auffällt, dass sich die Rute XYZ von Panther in 12 ft und 1,75 lbs besonders für den Fragesteller am besten eignen würde, da dieser meistens in eher kurzen bis mittleren Distanzen und schwacher Strömung fischt, aber nur 135,35 Euro ausgeben will.

    So oft wie diese Form von Fragen auftaucht, denke ich fast, dass es genau so sein muss.

    Um er kurz auszudrücken: So wie ich frage, so wird mir meistens auch geantwortet.

    Jan 'j4ni' Berger

    Kommentare 

     
    0 #1 Jan 2008-04-07 20:32
    Absolut korrekt. Ich habe auch festgestellt, dass das Niveau sowohl bei Fragestellern, als auch bei den Antworten scheinbar gesunken ist. Ebenso vermisse ich manchmal etwas die in Deutschland so vielgepriesene Toleranz. Das macht es schwer, in den Foren mit Interesse mitzulesen oder sich gar beteiligen zu wollen, ohne anschliessend in der Luft zerrissen zu werden.

    Viele Grüsse
    Jan
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    0 #2 Mumpitz 2008-04-08 22:13
    Sehr wahr und schön, dass es mal ausführlich thematisiert wird!

    Kurze Bemerkung: Du öffnest ein Topic zu einem Thema, keinen Thread, auch wenn es fast überall und ständig falsch gebraucht wird. Ein Thread ist das übergeordnete Thema, dass der Moderator oder Forenadmin erstellt, darunter befinden sich unsere Topics. Auf Deutsch wäre es wohl allen klar, dass es das Thema und nicht der Diskussionsstra ng ist, das/den man (er-)öffnet.
    Cheers,
    Oliver
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    0 #3 j4ni 2008-04-08 22:50
    Ah ok, danke. War mir da nie so sicher, obwohl absolut logisch...wenn man denn mal darüber nachdenkt ;-)
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