Ausgabe Mai 2012

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    Pressemeldung: Fischkot lernt schwimmen...

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    Pressemeldung
    26. März 2009, Nr. 24/2009, AZ 26128


    Denn entscheidend ist, was hinten rauskommt: Fischkot “lernt“
    schwimmen


    DBU fördert umweltschonende Aquakultur in Kreislaufanlagen mit 350.000
    Euro


    Langenargen. Der Fischkonsum steigt stetig an. Weltweit sind 75 Prozent
    der natürlichen Bestände überfischt, teilweise erschöpft. Deshalb wird
    die kontrollierte Fischzucht in sogenannter Aquakultur und insbesondere
    die umweltschonende Produktion in geschlossenen, Wasser sparenden
    Kreislaufanlagen immer bedeutender. Doch die vollständige Reinigung und
    Aufbereitung des Wassers ist technisch schwierig. Die
    Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg will jetzt gemeinsam mit der
    Zordel Fischhandels-GmbH (Neuenbürg) und der Fischzucht Peter Störk (Bad
    Saulgau) ein spezielles Futtermittel entwickeln, nach dessen Aufnahme
    die Fische schwimmfähigen, festen Kot erzeugen, der sich leicht von der
    Wasseroberfläche abschöpfen lässt. „So könnte bereits über die Fütterung
    eine aufwändige Entsorgung vermieden und die umweltfreundliche
    Fischerzeugung verbessert werden“, sagt Dr. Fritz Brickwedde,
    Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie fördert
    das Projekt mit 350.000 Euro.

    „Nicht nur der zunehmende Wildfischfang, sondern auch die traditionelle
    Fischzucht birgt Gefahren für das Ökosystem“, so Brickwedde: „Durch
    das vermehrte Vorkommen von stickstoff- und phosphathaltigem Fischkot
    kann es in den Gewässern zu einer Überdüngung und damit langfristig zu
    Umweltschäden kommen.“ Die Fischerzeugung in Kreislaufanlagen biete
    den entscheidenden Vorteil, dass das Wasser in einem geschlossenen
    System zirkuliere und die nährstoffreichen Fäkalien nicht in offenes
    Gewässer gelangten. Diese bislang wenig eingesetzte Technologie sei
    deshalb deutlich umweltverträglicher und gerade im Hinblick auf eine
    steigende Nachfrage zukunftsweisend.

    „Die sichere und nahezu vollständige Entfernung der Ausscheidungsstoffe
    aus dem Kreislaufsystem ist allerdings eine echte technische
    Herausforderung“, erläutert Dr. Alexander Brinker von der
    Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg. „Die feinen
    Fischkotpartikel verteilen sich gleichmäßig im gesamten Wasser und
    lassen sich nur bedingt und mit großem Energieaufwand herausfiltern.“
    Eine unzureichende Filterung wiederum wirke sich negativ auf die
    Wasserqualität und auf die Gesundheit der Fische aus. „Im schlimmsten
    Fall gerät das gesamte Kreislaufsystem aus dem Gleichgewicht, und der
    Betrieb der Anlage lässt sich aus Sicherheitsgründen nicht mehr aufrecht
    erhalten“, führt Brinker aus.

    Brinker: „Gelingt es nun, den Fischkot durch spezielles Futter fester
    und leichter zu machen, so dass er sich an der Wasseroberfläche sammelt,
    kann er von dort ohne großen technischen Aufwand mechanisch abgetragen
    werden. In den hauseigenen Versuchsanlagen testen wir derzeit
    verschiedene neuartige Futtermischungen. Der erfolgsversprechende Ansatz
    soll sich dann unter kommerziellen Bedingungen in der Fischzucht Störk
    bewähren, wobei ein neues, von der Firma Zordel konstruiertes Gerät zum
    Abschöpfen der Fäkalien verwendet werden wird. Ein zielführendes,
    verbessertes Fütterungsmanagement wäre ein wegweisender Schritt in
    Richtung einer nachhaltigen Aquakultur. Der Verbraucher kann dann auch
    in Zukunft guten Gewissens an der Fischtheke zugreifen.“

    Franz-Georg Elpers, Pressesprecher

    Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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