Am Haken: Waidgerechtigkeit?...
Am Haken
VORSICHT: satirisch, sarkastisch, politisch unkorrekt, überzogen!!
Wer dies nicht für richtig hält oder meint dies nicht ohne Schaden überstehen zu können, sollte nicht weiterlesen!
Waidgerechtigkeit?...
Wie so oft habe ich wieder mal einen interessanten Thread im Forum vom Anglerboard gefunden:
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=186768
Besonders interessant fand ich dabei das folgende Posting. Ich denke nicht, dass der Autor etwas dagegen hat, wenn ich das auch hier im Magazin veröffentliche:
| Waidgerechtigkeit bedeutet eben NICHT! den Fisch so sorgsam wie
möglich zu behandeln oder so "schmerz/leidensfrei" zu töten wie
möglich. Waidgerechtigkeit ist ein kultureller Begriff, der ethische Maßregeln in der jeweiligen Gesellschaft zum Umgang mit Wild setzt (und dabei ging es zuerst um "faire, sportliche" Jagdmethoden, nicht um "leidensloses" Töten)- zum angeln kam dieser Begriff deutlich später.. Natürlich kann keiner von uns sagen, was Fische empfinden können - Bei einer solchen Diskussion geht es meist darum, was wir Menschen meinen zu empfinden, wenn UNS das gleiche wie einem Fisch (respektive Wildtier) "angetan" werden würde. Wer von uns weiss schon wirklich, ob das "ersticken" wirklich "angenehmer" ist, als ein (vielleicht oft auch noch schlecht gezielter) Betäubungsschlag auf den Kopf mit oder ohne Herzstich?? Denn weder ist eine der hier Schreibenden durch eine solche Methode zu Tode gekommen, noch kenne ich einen, der mit den Fischen reden kann (was aber wohl doch in den meisten Fällen eher am Niveau der Fische liegt).. Viel der "Waidgerechtigkeitsdiskussion" bei uns ist auch der gesellschaftlichen "Schützerdominanz" geschuldet - da wird oft im vorauseilenden Gehorsam und/oder überzogen - abseits aller relevanten Forschung - reagiert oder postuliert. Die Grenze, wie man Tiere behandelt, wurde ja mit den "Wirberltieren" als "schützenswerten und/oder leidensfähigen" Tieren recht willkürlich gezogen. Und zwar davon ausgehend, dass ein Tier, je ähnlicher es dem Menschen wird, desto leidensfähiger sein kann und dementsprechend auch "menschenähnlicher" (ergo: sorgsamer) behandelt werden sollte. Das lässt aber in meinen Augen einige Dinge komplett außer acht: Eine Wirbelsäule (>Wirbeltiere = schützenswert) liefert keine Beleg dafür, wie "leidensfähig" ein Tier ist, das spielt sich ja im Hirn ab. Da werden dann eben so unterscheidliche Tiergruppen wie Fische, Echsen, Lurche, Vögel und Säugetiere schlicht auf eine Stufe gestellt. Ob und in wie weit auch z. B. Schnecken als "Nichtwirbler" leidensfähig sind, wird dahingestellt. Für mich ist das wie ein "weichgespülter" Veganer und man kann das fast schon mit Euthanasie vergleichen. Denn da wird schlicht versucht, Leben als solches in Gruppen zu unterteilen, von denen manche (weil menschenähnlicher) "schützens/lebenswert" sind, andere jedoch für den menschlichen Gebrauch verwendbar. Der einzige Unterschied ist da schlicht, wo man die Grenze zieht: Der Veganer macht das zwischen Pflanzen und jeglichem Tierprodukt, der Vegetarier zwischen Tieren und Pflanzen, akzeptiert aber Tierprodukte wie z. B. Milch und Eier. Und so ist es auch bei der Beurteilung der hier angesprochenen Waidgerechtigkeit: Die einen sehen das auf Grund der Kultur lockerer (ziehen also wie oben die Grenze anders) als andere Völker. Nachdenkenswert ist also in meinen Augen NICHT die Frage, ob das hier vom TE geschilderte Verhalten als "waidgerecht" einzustufen ist, sondern die Frage, wie man grundsätzlich als Angler seine Beute behandeln sollte - vom Hering/Stint über das Rotauge und Brassen, von Karpfen und Hecht über Zander und Meerforelle bis zum Lachs.. Und wie heuchlerisch diese Diskussion auch bei uns ist, zeigen Angler welche Meerforellen oder Zander (die "geliebten Zielfische") sorgsamst vom Haken lösen, während Rotaugen achtlos ins Wasser zurückgeknallt werden... Denkt mal drüber nach.. |
Euer Kay Hai
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