Ausgabe Februar 2012

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    Eine ganz normale Woche in Nordnorwegen-Lavangen August 2009

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    Eine ganz normale Woche in Nordnorwegen – Lavangen August 2009

     
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    Es sollte mal wieder mit der schreibenden Zunft gen Nordnorwegen gehen.
    Doch die Vorzeichen für unser Vorhaben im Spätsommer 2009 kurz vor der Tour standen schlecht….extrem heißer Sommer, hohe Wassertemperaturen und massig Algen im Fjord.

    So habe ich kurzfristig die Reißleine gezogen und bin statt mit den Journalisten mit meinem Kollegen Schmiddi aufgebrochen um zu sehen was wirklich gehen sollte.

    Die Fänge die Woche zuvor ließen nun auch nicht gerade das verwöhnte Anglerherz eines Nordnorwegenfahrers hochschlagen - auf der anderen Seite freute ich mich mal wieder den Bürohocker gegen die Angelpeitsche zu tauschen.
    Die Anreise verlief wie erwartet problemlos und mit dem Leihwagen war ich ab Bardufoss bereits in 70 Minuten in Lavangen am malerischen Lavangenfjord.

    Tor-Erik , der hilfsbereite Gastgeber, wartete schon auf mich und wies mich in die hiesigen Gegebenheiten ein. Er zeigte mir das pfeilschnelle 19 Fuß Kvaerno-Boot samt 60 strammen Pferden und gutem Garmin Plotter – perfekt für unser Vorhaben im Fjord und der Fahrt zum Mjösund.
    Schnell packte ich hektisch meine Angelsachen aus – da war es wieder – das unheilbare Angelfieber.

    Hauptsächlich hatten wir es auf die großen Köhler im Fjord und große Dorsche und mit etwas Glück Heilbutt am Mjösund abgesehen. Es begann schon langsam zu dämmern, denn Ende August war die Mittsommernachts-Sonne nicht mehr in dem Maße zu gegen, wie im Juni oder Juli.

    Also flink den schmuddeligen und versifften Angelanzug angezogen, Schwimmweste drüber und die kleine Jerkrute samt Baitcaster und paar Pilkerchen im Boot verstaut.

    Vor lauter Aufregung natürlich die laminierte Seekarte mit den markierten Hot-Spots in der Bude vergessen – aber wozu hat man nen Plotter ?!
    Bin nur etwa 500m weit raus, da tauchte schon die erste verheißungsvolle Stelle auf. Also Pilker ran und runter damit bis auf 120m… und dann kurbeln was das Zeug hielt. Das ganze Prozedere wiederholte ich so 15 Minuten ohne Erfolg – die Drift war gut und so beschloss ich einfach immer weiterzufischen getreu dem Motto : „Kommt Zeit, kommt Fisch“.
    In Gedanken war ich schon auf der Suche nach einem Platz im Flachwasserbereich um mir wenigstens einen Küchendorsch für die Bratpfanne zu angeln. Auf einmal bimmelte das ungeliebte Handy und ich hatte Volker Dapoz an der Strippe, der mir von super Buttfängen bei Harstad berichtete.

    Das Handy klemmte ich mir zwischen Schulter und Backe um weiterangeln zu können…und dann rummms….ach was ein geiles Gefühl….der Stock krumm und die Bremse am aufheulen.

    So jetzt musste ich aber das Handy weglegen. Mein Gegenüber machte ordentlich Dampf an dem leichten Gerät und immer wieder gab es rasante Fluchten. Am Ende aber freute ich mich über einen strammen Seelachs von guten 8 kg – was ein Auftakt.

    So, danach ab in den Hafen und den Fisch schnell versorgt. Mit dem letzten Restlicht habe ich mir noch ein paar Rotkappen aus dem angrenzenden Waldgebiet gesucht und ab damit in die Pfanne samt frischem Seelachs – was will man mehr?!

    Ach ja, ne gute Mischi aus Havana Club Barrel Proof samt Pepsi und Eiswürfel rundeten den Abend dann ab – mit einer herrlichen Bettschwere begab ich mich ins gemütliche Bett um fit und munter in den nächsten Tag zu starten.

    Am nächsten Tag fahre ich zuerst Richtung Evenes , um mein dort deponiertes restliches Tackle vom Vorjahr einzusammeln. Danach geht’s wieder zum Flughafen Bardufoss um meinen Kollegen Schmiddi abzuholen. Schmddi sieht etwas mitgenommen aus – ob er es sich wohl bereits in der Flughafenlounge gut gehen lassen hat?

    Den Abend sitzen wir noch gemütlich in der Hütte und tüdeln das gesamte Tackle auf – Seekarten werden studiert und über verschiedene Plätze diskutiert.  ank des W-LAN in den Hütten können wir der Wettervorhersage entnehmen, daß es die nächsten Tage etwas auffrischen wird und die Temperaturen auch selten den zweistelligen Bereich erreichen werden…brrr….und in Deutschland sind zu der Zeit über 30 Grad !!
    Aber davon lassen wir uns nicht entmutigen und stechen gestärkt nach einem guten und sehr schnellen Frühstück in See.

    Wir sind heiß wie Frittenfett an diesem Tag !

    Wie immer lasse ich den Vorsatz „Das Gute liegt so nah“ erstmal links liegen und steuere gleich den „Mjösund“ an. Bei den Einheimischen genießt der Mjösund den Ruf einer launischen Diva und während der ganzen Woche wird er diesem Ruf mehr als gerecht.

    Mal Weltklasse und am anderen Tag Kreisklasse.

    Kurzum…wir hatten am Mjösund die ganze Woche keine weltbewegenden Erfolge vorzuweisen – zwar viele Dorsche, jedoch nicht das was wir erwartet und erhofft hatten. Jedoch gab es einen Tag, und das muss ich ja neidvoll erwähnen, da fing ein neben uns driftendes Boot ein Kaliber nach dem anderen – alles Fische der 20-30 Pfd. Klasse.

    Die Jungs hatten nen riesigen Driftanker an Bord, den ich Vollpfosten in der Hektik natürlich mal wieder zu Hause im Büro vergessen hatte.  So konnten sie eine gaaanz schmale Rinne immer exakt entlang driften während wir immer drübergeschossen sind und uns einen Hänger nach dem andern abgeholt hatten – das war ne Schlappe für uns aber wir haben’s sportlich genommen und uns für die Jungs gefreut.

    Da wir aber auch die E-Rollen parat hatten, wollte ich es unbedingt an einer markanten Stelle im Lavangenfjord auf Rotbarsch versuchen. Köderfische waren schnell besorgt und dann gings mit Plotter und Echolot in Schleichfahrt zur besagten Kante…or nöööö….auf die Idee waren wohl auch ein paar einheimische Fischer gekommen.
    Wir haben’s also etwas abseits versucht aber bis auf ein paar, na sagen wir mal Mikroben ,war nix zu holen.

    Wat nu? Nach einigen Zigaretten auf dem mittlerweile spiegelglatten Fjord fiel die Wahl auf Schleppen mit GJ. Der Fjord bietet die idealen Voraussetzungen dazu – die Kante fällt fast gleichmäßig von 30m auf runde 50m ab. So schleppten wir mit knapp 3-3,5 km/h Richtung Heimathafen. Wir montierten GJ in 400gr. die in ca. 35m bei doppelter Schnurlänge liefen. Schon nach 5 Minuten der erste Biss….jaja Hörmann hör auf zu träumen sah ich die Gedankenblase über Schmiddis Kopf….und recht hatte er…war nen strammer Hänger- wo auch immer, denn laut Echolot hatte ich noch 8 m bis zum Grund.

    Egal…Hauptsache mal wieder nen Adrenalinstoß der den Körper und Geist weckte. Schade nur um den schönen GJ ! Wir schleppten noch 2 Stunden lang die Kante ab und konnten einige Dorsche sowie mittelstarke Seelachse „abschleppen“ – das war’s dann aber auch.

    Wir nahmen 1-2 Fische mit um uns ein leckeres Abendmahl schmecken zu lassen. Während Schmiddi die Fische filetierte, wollte ich wieder ein paar passende Pilze dazu sammeln…aber an diesem Tag ging selbst auf Land nix….nur EINE Rotkappe habe ich gefunden…unfassbar…und dann noch die dicken Angelklamotten an und gesucht und gesucht. Sichtlich frustriert dann wieder zur Hütte, wo ich mir bereits vorkam, wie ein Thunfisch im eigenen Saft so durchgeschwitzt war ich.

    Das war echt nicht unser Tag und nur der Cuba Libre am Abend erhellte etwas unsere getrübte Stimmung. Aber nach einem Tief folgt auch ein Hoch – also aufs Angeln bezogen meine ich.  Bei der Ausfahrt am nächsten Tag begegneten wir auch dem ominösen Langleinenfischer in seiner wahrscheinlich 100 Jahre alten Snekke – er hatte genau die Sorte Rotbarsch in den Kübeln die ich so gerne hätte….na vielleicht morgen ja , denn heute wollten wir es zum Fjordausgang hin an einer schönen Kante auf Seelachs probieren. Wir stoppten an einem Berg auf 20m Tiefe von wo es treppenmäßig hinab ging bis über 250m tiefes Wasser – hier musste doch was gehen - zumal hier drei Strömungen aufeinander treffen.
    Bereits überm Berg kamen die ersten Zappler und Portionsdorsche zum Vorschein…den ein oder andern Überbeißer haben wir aber gekonnt versemmelt.

    Auch ein Ministeinbeißer ließ sich zur Wasseroberfläche bitten, den wir aber sofort releasten – den wohl kleinsten Stonie den ich je gesehen hatte. Langsam drifteten wir nun den Berg hinunter und es passierte erstmal nix mehr…das Echolot zeigte mittlerweile 180 m an und ich entleerte derweilen meine Blase. Ich wollte gerade Schmiddi das Kommando zum Umsetzen geben, als ich sah, wie sein Stock dem wohlbekannten und ersehnten „U“ glich und die Bremse aufzuheulen begann. Ach, was liebe ich dieses Geräusch…..die schwere Spinnrute samt Baitcaster meisterte jede Flucht ohne Probleme und es war nur ne Frage der Zeit bis der Fisch am anderen Ende den Kampf verlieren würde, denn Aussteiger hat man bei der Combo eigentlich nie wenn die Bremse gut eingestellt ist. Nach etwa 10 Minuten kam dann auch der stramme Schwarzrücken an die Oberfläche…ein super Fisch von 14 kg entlockte dem Schmiddi ein zufriedenes Grinsen aus dem Gesicht. DAS sind die Fische die wir wollten. Durch das langsame Hochpumpen war der Fisch noch in erstklassiger Kondition und nach einem „HängichmirinsBüro-Foto“ durfte der Fisch wieder in sein nasses Element – so macht angeln Spaß.

    Nun galt es die Drift zu wiederholen und wir konnten noch einen weiteren Seelachs von guten 10 kg an der gleichen Stelle erbeuten – danach war erstmal Sendepause. Wir wollten die guten Strömungsbedingungen nochmals nutzen um im Fjord die Kanten mit Giant Jighead und dem Deadbait abzufahren. Am Tag zuvor haben dort ein paar schwedische Anglerkollegen Heilbuttkontakt gehabt, diesen aber nach Kräftezehrenden Drill an der Oberfläche verloren. Neben dem ein oder anderen akzeptablen Dorsch vergriffen sich immer wieder kleinere Seelachse an den 23cm GJ was langsam etwas nervte. Und so kam was kommen musste…beim Hochkurbeln eines mal wieder halbstarken Sei’s machte es plötzlich Rummmsssss……und dann ruck ruck ruck und kurz danach…Peng !

    Tja, was soll ich sagen….da war er, der typische Anfängerfehler…die Bremse war vom letzten Hängerlösen leider komplett zu. Da schleppt man und schleppt man um den ersehnten Biss zu bekommen und dann so etwas…..mein Gesicht glich einem Smiley, nur das dieser aufn Kopf stand…Ende aus Mickey Maus…so ein Mist. Das kommt davon wenn die Konzentration etwas nachlässt von den nervigen Kleinköhler-Attacken, hoffentlich ergibt sich eine neue Chance.

    Den restlichen Tag schleppten wir die Kanten immer wieder ab, wobei uns der einsetzende Wind leider immer wieder zu sehr vom Kurs abbrachte und wir dadurch teilweise zu schnell schleppten. Bemerkenswert war es zu sehen wie viele Lachse und Meerforellen doch immer wieder an der Wasseroberfläche raubten…..das Springen der Lachse machte einem doch zunehmend nervös. Zum starken Wind gesellte sich auch noch ein nasser Gruß von Petrus ( vielen Dank ) und so fuhren wir heim gen Hafen um uns aufzuwärmen und uns lecker Backfisch zu machen. Die Temperaturen waren wirklich mickrig und nachts sank das Thermometer teilweise auf 0 Grad – so hatte ich mir das nicht im August vorgestellt. Am nächsten Tag dann sollte es erneut auf Rotbarsch gehen.

    Die Köderfischbeschaffung gestaltete sich wie erwartet sehr leicht und so konnten wir mit frischen Filets zur markanten Rotbarschstelle fahren. Bedingt durch mein Schulter-Handicap fische ich in solchen Tiefen jenseits der 150m nur noch mit E-Multi…man wird ja nicht jünger. Es dauerte auch nicht lange und unsere Fetzen fanden bei den Tiefseebewohnern Gefallen, nur leider waren es die von uns nicht zu sehr geschätzten Lumben und Goldlachse. Ein Stellungswechsel brachte uns dann jedoch die gewünschten Resultate – herrlich, wenn man die rote Farbe im Wasser durchschimmern sieht und ein „Full House“ stattlicher Uers bestaunen darf. Damit hatten wir die Mission Rotbarsch erfolgreich beendet.

    Nach dem doch etwas passiven Rotbarschangeln war uns wieder etwas mehr nach Action und kreischende Baitcastern. Also die schweren Ruten weg und die Spinnruten startklar gemacht. Wir fuhren wieder zu der Steilkante am Fjordausgang und bereits nach der ersten Drift waren beide Ruten krumm. Zwei schöne Fische der 8 kg Klasse waren Lohn der Arbeit. Die zweite Drift brachte das gleiche Resultat jedoch standen die Fische jetzt sehr tief bei 160m und ein Releasen war unmöglich geworden. Da wir ja nur wenige Fische selber verwerten konnten, zogen wir einen Platzwechsel vor. Im Flachwasserbereich des Lavangenfjords fischten wir in Tiefen um 20m auf Dorsch und Schellfisch.

    Die Fische waren nicht die größten Exemplare, jedoch war es ein Heidenspaß nahezu bei jeder Drift Fisch auf Fisch im seichten Wasser am leichtesten Gerät auf kleine Gummifische und Kleinstpilker zu fangen.
    Bei dieser Art der Fischerei konnten wir auch die wirklich atemberaubende Natur etwas mehr genießen und uns bewusst machen , welch traumhaften Rahmen uns Norwegen für das allerschönste Hobby der Welt bietet.
    Einmal erschrak ich so heftig, dass mir fast die Angel ins Wasser fiel….ein kleiner Schellfisch trieb an der Wasseroberfläche als ein Adler hinter meinem Rücken und nur ca. 5 m vom Boot sich selbigen griff und von dannen schwebte – welch Naturschauspiel. Es begann zu dämmern und wir machten uns auf die Heimfahrt.

    Ein leckeres Barbecue rundete den wunderschönen Tag ab und das Feierabendbier schmeckte heute besonders gut. Zu später Stunde kamen auch noch die Schweden in den Hafen und hatten drei herrlich gezeichnete Dorsche von je 30 Pfd. im Mjösund gefangen. Schmiddi und ich wechselten ein paar Blicke und diskutierten ob wir am nächsten Tag der launischen Diva Mjösund einen erneuten Besuch abstatten sollten , kamen aber zum Entschluss, es doch lieber noch mal auf die deutlich kämpferischen Seelachse zu versuchen.

    Am vorletzten Tag probierten wir es nur unweit der Anlage an einer eigentlich wenig spektakulären Kante , jedoch sahen wir dort einheimische Angler immer wieder stehen und dies muss ja einen Grund haben.
    Schon bei der Schleichfahrt zur Kante konnte man auf dem Echolot riesige Schwärme erkennen. Tausende Kleinstköhler schoss es mir durch den Kopf. Vorsorglich ließ ich meine bewährte Mack/Pilkerkombi runter um zu sehen, was wohl unter den vermeintlichen Kleinköhlern stehen mag.

    Weit kam ich nicht mit der Kombi und statt dem erwarteten Zuckeln kleiner Seelachse ging auch gleich die Post nach unten ab und somit war klar das dies nix mit Miniköhlern zu tun hatte. Nach doch etwas längerem Drill am mittelschweren Gerät kamen zwei schöne Seelachse zum Vorschein, jedoch kein einziger Fisch richtig gehakt….beide quer im Rücken !!
    Und ich dachte schon ich hätte was Großes dran. Erneut Montage nach unten und das gleiche Spiel…..bei ca. 20m nahm erneut Etwas Kontakt auf und wieder ging die Post ab. Nach deutlich kürzerem Drill kam erneut eine Doublette an der Wasseroberfläche zum Vorschein – schöne Fische um die ca. 6-7 kg. Kurzum….die Seelachse standen an dieser Kante im wahrsten Sinne des Wortes gestapelt- aber auch fast alle in einer Größenordnung. Wir hätten hier noch stundenlang Fisch auf Fisch angeln können aber wir wollten doch eher die Ü10 kg Torpedos. Also wieder zum Fjordausgang mit über 20 Knoten und die bekannte Kante angefahren. Schon bei der Fahrt frischte der Wind jedoch merklich auf und an der Stelle angekommen begrüßten uns weiße Schaumkronen und ein fetter Regenschauer von oben. Egal…nur die Harten kommen in den Garten dachten wir uns und los ging’s. Leider kamen wir bei der derart heftigen Drift nicht weit mit unseren 100gr. Pilkerchen und wir mussten auf mittelschwere Geschütze umsatteln – mit Erfolg.

    Gleich bei der ersten Drift wieder dieses herrliche Gefühl wenn der Pilker im Freiwasser einfach stoppt und dann nach 1 Sekunde sich die Rute nach unten krümmt…ach welch geiles Gefühl. Und endlich stimmte auch die Größe wieder und unser Ü10 Projekt konnten wir dank Schmiddis 12 kg Torpedo als erfolgreich für diesen Tag beenden. Der Regen entwickelte sich langsam zum Monsum und durchgenässt aber zufrieden düsten wir zu unserer gemütlichen Hütte.

    Beim Abendessen sah ich wieder die Schweden sehr spät in den Hafen kommen. Und was macht man als neugieriger Mensch ? Genau, gucken !
    Der Mjösund war lt. der Schweden heute nicht so ergiebig und mit Seelachs haben die irgednwie kein Glück – aber Sie hatten sich zwei schöne 50 er Meerforellen mit Möre Silda erarbeitet. Noch etwas Small Talk mit den sympathischen Anglerkollegen betrieben und den Jungs noch mal die Stellen für die Schwarznacken samt GPS-Daten mitgeteilt + einige fängige Pilker aus der überfüllten Pilkerbox geschenkt. Den letzten Abend nun saßen wir in der Hütte bei nem leckeren Cuba-Libre und fassten schon mal ein Resümee.
    Also für Leute, die es speziell auf Seelachs in wirklich guten bis kapitalen Größen abgesehen haben, ist Lavangen ganzjährig eine Bank. Geschützt liegt der Fjord eh und ein Angeln ist eigentlich immer möglich, da man ja nicht weit zu den guten Stellen fahren muss. Und hätten wir die Bremse am besagten Tag nicht zugehabt hätten wir sicherlich auch den Butt vor die Linse bekommen.

    Der letzte Tag brach an und dies bei Traumwetter, aber das ist ja immer so wenn man die Sachen packt – warum eigentlich ? Heute wollten wir gemäß dem Motto „Das Gute liegt so nah“ es unweit der Anlage noch mal in Tiefen um die 140m auf die feisten Schwarzrücken absehen. Unser Hunger nach krummen Angelruten war noch immer nicht gestillt. Es tat sich bei auflaufend Wasser und auch bei Höchststand recht wenig bis auf ein paar halbstarke Vertreter der Gattung „Nix Halbes nix Ganzes“. Also in Schleichfahrt im Kombimodus mal die nähere Umgebung abgesucht….plötzlich kleine Sicheln auf dem Schirm die beim ranzoomen schon ganz anders aussahen. Mittlerweile hatten wir ablaufendes Wasser und wir wollten zur letzten Attacke blasen weil wir ja noch das ganze Tackle abbauen und Hütte aufräumen musste.

    Was sich dann ereignete kann man getrost als „Sternstunde“ deklarieren. Es war wirklich unmöglich bis zum Grund zu kommen…..doch wider Erwarten waren es keine Seelachse sondern mittlere Dorsche und Schellfische !! im Freiwasser über 140 m tiefem Wasser. Dann war kurze Pause und eine schwarze Wand rollte übers Display vom Echolot. Schmiddi ließ den Pilker erneut ab und dann war die Schnur schlaff…für 2 Sekunden….und ab die Post. Auch bei mir das gleiche Spiel – runter und rumms. Kein Seelachs kleiner als 7 kg und die Spitzenfische bis 12 kg - am leichten Gerät ein Traum. Wir vergaßen Zeit und Raum und fischten uns in einen wahren Rausch. Da die Fisch nur teilweise 10m unter der Wasseroberfläche standen, kamen die Bisse und Fluchten wirklich brachial und bis auf einen Fisch konnten wir alle wieder releasen.

    Das ganze Spiel ging 2 Stunden bis mir langsam die Puste vom Dauerdrill ausging. Erst jetzt wurde mir bewusst WO wir überhaupt fischen…..keine 3 Minuten von der Anlage entfernt – tja, das Gute liegt wie so oft ganz nah.
    Besser konnte unsere Tour nicht enden und zufrieden packten wir unsere Sachen um am nächsten Morgen um 7 Uhr ab Bardufoss gen Heimat zu fliegen.

    Wer also gezielt und mit leichtem Gerät auf große Seelachse angeln möchte, der wird in Lavangen sicherlich ein gutes und sehr geschütztes Revier vorfinden. Die Unterkünfte und Bootsflotte samt dem hilfsbereiten Gastgeber Tor-Eric tun ein Übriges dazu. Wer fliegen möchte, dem stehen mit Evenes und Bardufoss gleich zwei Flughäfen als Alternative zur Verfügung – von beiden Flughäfen ist es jeweils nur etwa 70 Minuten bis nach Lavangen.

    Gruß vom Hörminator (Andree Hörmann)
     
     
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    Kommentare 

     
    0 #1 Frank 2010-04-06 07:18
    Sehr schön geschrieben - hat wieder diese Sehnsucht nach Norwegen erzeugt - Danke :-)
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