Am Haken (Zu Gast bei Freunden?)
Am Haken
VORSICHT: satirisch, sarkastisch, politisch unkorrekt, überzogen!!
Wer dies nicht für richtig hält oder meint dies nicht ohne Schaden überstehen zu können, sollte nicht weiterlesen!
Die Welt zu Gast bei Freunden??
Naja, die Fußballweltmeisterschaft hat gezeigt, dass auch in Deutschland einiges recht unbürokratisch machbar ist um sich der Welt gegenüber als „Freunde" zu präsentieren. Allerdings waren die Gäste keine Angler, sondern schlicht Fußballfans. Da konnten Ladenöffnungszeiten problemlos geändert werden, so das man fast rund um die Uhr einkaufen konnte, für die Gastronomie gab es Regelungen, damit die Gäste auch noch spätabends im Freien ein Bier genießen konnten, wer etwas fragte dem wurde auch schnell geholfen.
Es schauten ja auch zig Millionen Menschen im Fernsehen zu, denen man sich als „Freund" präsentieren wollte.
Kämen die ausländischen Touristen allerdings jetzt, ein paar Wochen nach der WM, wieder nach Deutschland, diesmal aber um in einem unserer wirklich schönen Gewässer zu angeln, müssten sie ihr Bild wohl etwas redigieren.
Geht's nach Schweden zum Hechtangeln, kann der Angeltourist nach Bezug seiner Hütte ins Boot steigen und den Hechten nachstellen, er braucht ohne große bürokratische Hemmnisse seine Erlaubniskarte einfach so kaufen.
Das gleiche gilt für Angler, die in Frankreich Karpfen oder in Italien Welse fangen wollen.
In Holland besorgt man sich zuerst die allgemeine Erlaubnis, die aber fast überall, auch in Poststellen, Supermärkten oder Tankstellen zu erhalten ist - natürlich ohne weitere bürokratische Hemmnisse.
Auch in Tschechien ist das besorgen einer Angelerlaubnis einfach und unbürokratisch.
Dänemark hat es zwar diesmal nicht geschafft in die WM - Endrunde zu kommen, erwähnenswert ist aber hier die Abgabe fürs Meeresangeln, welche dann auch gezielt wieder zur Verbesserung der Fischbestände eingesetzt wird.
Und in Deutschland, zu Gast bei Freunden??
Nun ja, der ausländische Angler tut gut daran, sich zunächst einmal über das föderale System in Deutschland zu informieren. Dabei kann er dann gleich auch Infos über die im jeweiligen Bundesland vorherrschenden Verbände und ihre unterschiedlichen Ansichten zur Prüfung/Scheinpflicht machen.
Zwar ändert sich auch hier in letzter Zeit erfreulicherweise teilweise etwas zum positiven, aber oft wissen das die ausführenden unteren Exekutivbehörden noch gar nicht - man hört da den gerne zitierten Amtsschimmel wieder wiehern.
Ganz schlimm wird es für einen ausländischen Angler, wenn er beginnend vom Norden eine anglerische Rundreise durch Deutschland machen möchte, um mal in der Ostsee Dorsche oder Meerforellen zu fangen, in der Elbe Zandern nachzustellen, in Brandenburg an einem See Karpfen zu fangen, in Rheinland - Pfalz im Rhein den Wallern nachzustellen, in Thüringen mal die Fliegenrute zu schwingen, im baden - württembergischen Bodensee Barsche zu fangen und in einem der bayrischen Voralpenseen auf Felchen zu gehen.
Schon bei dieser „kleinen Tour" muss sich der ausländische Angler mit 8 verschiedenen Landesfischereigesetzen rumschlagen. Es ist ja nicht nur für deutsche Angler ärgerlich, dass sie in jedem Bundesland andere Gesetze zu beachten haben, was soll da der Angeltourist denken, der meint bei Freunden zu Gast zu sein.
Je nach Bundesland bekommt er einen Touristenangelschein, den er problemlos erwerben kann, muss aber dann vielleicht noch mal wie in M-V eine Extragebühr fürs Meeresangeln bezahlen.
In NRW muss er nachweisen dass er auch Angler ist, um von der Schein/Prüfungspflicht befreit eine Gastkarte erwerben zu können, in Brandenburg wiederum kann er nach dem neuen Gesetz relativ einfach an Gastkarten rankommen.
In Niedersachsen ist zwar rechtlich keine Schein/Prüfungspflicht (weder für Deutsche noch für Ausländer) vorgeschrieben, allerdings hat der VDSF und die ihm angeschlossenen Vereine die praktisch alle Gewässer in der Hand haben, dafür gesorgt, dass Karten nur an „Scheininhaber" ausgegeben werden. Wie das für den möglichen Angeltouristen dann jeweils am einzelnen niedersächsischen Gewässer aussieht, sollte er tunlichst zeitlich weit genug vor Antritt der Reise recherchieren, um überhaupt die Chance zu erhalten angeln gehen zu können.
Wenn man sieht was der Tourismus mit Anglern in vielen unserer Nachbarländer an volkswirtschaftlichem Einkommen bringt, so kann man sich doch nur wundern dass in Zeiten leerer Kassen nicht einfach eine bundesweit geltende Erlaubnis zum Angeln (das betrifft die Schein/Prüfungspflicht, nicht die Gewässerkarten!) gegen ein entsprechendes Entgeld für ausländische Touristen anzubieten.
Dadurch käme zum einen direkt Kohle in die leeren Kassen, die ausländischen Angeltouris würden auch noch Boote mieten, Angelzubehör nachkaufen, Guides buchen und so weiter.....
Nun ja, vielleicht meinen die Länder, deren Rechte auch bei der uns Anglern betreffenden Gesetzgebung gestärkt wurden, dass ausländische Angeltouristen vor dem Angeln bewahrt werden müssen, da dies ja nur Geld kostet. So gesehen ein dann auch „Freundschaftsdienst".
Nehme ich heute einen ausländischen Freund (oder, was ich noch schlimmer finde: Auch einheimische Kinder!) hier bei uns in Baden - Württemberg mit zum Angeln ans Wasser, stehe ich auf Grund der komplizierten Regelungen schon fast immer mit einem Fuß im Knast. Da serviere ich meinem ausländischen Freund doch lieber den von mir in Dänemark oder Norwegen frisch gefangenen Dorsch, statt mit ihm hier in Deutschland angeln zu gehen. Und kann dann versuchen ihm beim Essen zu erklären, warum Deutschland meint, dass ausländische Angler zwar willkommen seien („offizielle Fassung"), ihnen aber auf Grund der bürokratischen Regelungen das Angeln in Deutschland vielerorts unmöglich gemacht wird.
Nun ja, die Welt zu Gast bei Freunden - solange es keine Angler sind..........
Kai Hay
PS:
Am meisten Angst habe ich davor, dass die Politik (egal ob Bundes- oder Landespolitik) diese „Problematik" entdecken wird - und sie dann auch noch lösen will. Denn anstatt wie ansonsten in der ganzen Welt (außer eben Deutschland) üblich wird es sicher nicht dazu kommen, die unsinnigen Schein/Prüfungsgesetze in den Ländern abzuschaffen und gegen eine allgemeine unbürokratische Fischereigebühr zu ersetzen.
Aller Wahrscheinlichkeit wird zuerst einmal ein runder Tisch gebildet, an dem sowohl Landes- wie Bundespolitiker sitzen werden, dazu Verbandsfunktionäre (die Verbände leben ja nicht schlecht vom Geschäft mit den Prüfungen!) und vielleicht noch ein paar Tourismusleute, mit Sicherheit aber auch Leute der „Schützerlobby.
Dann wird vermutlich eine neue Bundesbehörde entstehen, der ein ausländischer Angler dann seine voraussichtliche Reiseroute sowie seine Angelwünsche mitteilen sollte, und dann ein von der Behörde ausgestelltes Merkblatt bekommt, was er in jedem Bundesland zu beachten hat und wo und vor allem wie er es schaffen kann, überall angeln zu gehen.
Da die bürokratischen Mühlen langsam mahlen, sollte der geneigte Angeltourist aber mindestens 6 Monate vor Antritt der Reise schon wissen, was er da alles machen will. Sonst haut das niemals hin mit der bürokratisch ordentlichen deutschen Bearbeitung..........
Die Welt zu Gast bei Freunden???????
Die Rubrik „Am Haken" soll die Möglichkeit eröffnen, dass man auch kontroverse Meinungen zu strittigen Themen (satirisch) aufbereiten kann. Der Autor „Kai Hay" als Anonymus deswegen, dass sich niemand auf Grund seiner Meinung im Anglerboardforum nachher als Mitglied auf Grund eines Artikels „verfolgt" fühlen muss.
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Kommentare
MFG. Bob
Der angebliche Tierschutz ist nur vorgeschoben, es interessiert keine Sau wenn Fische in den Netzen elend umkommen.
Wir höchste Zeit diesen Mist mit dem Fischereischn mal abzuschaffen, dass gibt es nur in Deutschland.
Der Rest der Welt benötgit das nicht.
Wird Zeit den Fischereischein mal Bundesweit abzuschaffen.