Beim Kutterangeln zu beachten
Angeln auf den Kuttern ist mehr als nur Fische
fangen
Ein Angelerlebnis erster Klasse, Seeluft in der Nase, mit
Angelkollegen zusammen sein und die Schiffsplanken nicht nur vom Ufer aus
betrachten. Und Kutter müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen: Damit alle Angler nicht nur Fische fangen, sondern auch sicher heimkehren.

>>> Seit 1985 kein schiffsbedingter Unfall bei den Angelkuttern
Nur zufriedene Angler sind Kunden, die wiederkommen. Ein zufriedener Angler hat Fische gefangen, oder weiss, dass Kapitän und Besatzung alles getan haben, um die Gäste an den Dorsch zu bringen.
Bitte beachtet deswegen:
· Kein Kapitän wird freiwillig „aus dem Schwarm" fahren. Wenn aber der Kutter über eine Kante oder ein Wrack gedriftet ist, muss der Kapitän das Schiff aber wieder versetzen.
· Kein Kapitän wird „freiwillig" viel fahren, damit die Angler weniger „Angelzeit haben". Denn das kostet nur Diesel. Wenn aber die Fische nicht an den angefahrenen Plätzen sind, oder wenn sie nicht beissen wollen, sucht ein guter Kapitän aber weiter, bis er beisswillige Fische findet.
Und hier noch ein paar Anmerkungen für „Neulinge" auf einem Hochseeangelschiff:
· Frühzeitiges Erscheinen an Bord sichert die guten Plätze an Bug oder Heck
· Keine Angelruten/Besenstiele zur Platzreservierung an die Reling binden und dann wieder verschwinden
· Angelgerät und Fischkiste so stauen, dass sie auch bei Seegang nicht verrutschen kann
· Das Gaffen grosser Fische (kleinere kann man über die Reling heben) der Besatzung überlassen, die weiss wie man mit einem Gaff umgeht
· Nehmt keine Getränke oder Speisen mit an Bord. Die Besatzung lebt auch vom Verkauf.
· Nicht übermässig Alkohol trinken: Betrunkene fangen weniger und gefährden die Angelkollegen
· Auch im Sommer wasserdichte Kleidung und Schuhe parat halten
· Wer schnell seekrank wird, sollte schon vorher entsprechende Mittel einnehmen
· Der Beginn des Angelns wird mit einem Hupton signalisiert
· Ein weiterer Hupton markiert das Ende der Drift. Dann bitte sofort die Angeln einholen, damit der Kapitän wieder das Schiff verlegen kann
· Mehrere Huptöne markieren das Ende des Angeltages.
· Verlasst auch bitte wieder nach dem schlachten und filieren den Platz wieder sauber. Der nächste Kollege wird sich freuen
· Der Ton an Bord ist oft rau, aber herzlich. Denkt daran, dass die Besatzung nicht wie Ihr Urlaub hat, sondern täglich viele Stunden schwer für Euch arbeitet.
· Bitte Mindestmasse beachten!!!!
Angeltipps:
1.:. Der Dorsch beisst (meist)auf Grund
Dahin muss auch der Köder. Je länger an am Grund geführt werden kann, desto eher kann ein Dorsch beissen. Nur Köder im Wasser bringen Fisch!! Wer nicht ständig konzentriert angelt, wird auch weniger fangen.
2.: So leicht wie möglich, so schwer wie nötig
Je leichter ein Köder ist, desto länger taumelt er nach dem anheben zum Grund zurück, desto länger hat auch der Dorsch Zeit zum beissen. Deswegen verwendet man Pilker/Beifänger so leicht wie möglich, aber so schwer, dass sie kontrolliertes Angeln am Grund zulassen.
3.: Andrift/Abdrift
Da der Kaptitän jedem Gast die gleichen Chancen einräumen will, setzt er den Kutter beim Angeln so ab, dass man abwechselnd auf der An- und der Abdriftseite steht.
Andrift (Wind im Rücken): Der Kutter treibt auf den Pilker zu und über ihn hinweg, wenn man den Köder nicht wieder rechtzeitig einholt. Dann gibts Ärger mit den Kollegen auf der Gegenseite, wenn man deren Schnüre „fängt". Auf der Andriftseite wirft man deswegen weit aus, um möglichst viel Zeit zum Pilken zu haben, bis der Kutter über den Pilker wegtreibt. Je weiter man wirft, desto mehr Zeit ist der Pilker im Wasser. Deswegen keine oder max. 1 Beifänger montieren, da diese Wurfweite kosten. Sobald der Pilker am Schiff angekommen ist (Schnur zeigt senkrecht nach unten) den Pilker einholen und erneut auswerfen.
Abdrift(Wind im Gesicht): Der Kutter treibt vom Pilker weg. Durch den Druck auf die Schnur treibt der Pilker dann irgendwann hoch und ist nicht mehr am Grund. Daher lässt man den Köder nur an der Bordwand herab und beginnt zu pilken. Deswegen muss man auch immer wieder etwas Schnur nachlassen, bis der Pilker wieder am Grund ist. Ist der Köder zu weit vom Schiff entfernt, um kontrolliert angeln zu können, holt man ihn wieder ein und beginnt von neuen
4.: Kontrolliert angeln
Schon beim auswerfen nicht einfach die Schnur ablaufen lassen, sondern leicht bremsen. So kann man genau merken wann der Pilker auf Grund auftriftt (leichter Ruck oder erschlaffen der Schnur). Je früher man das merkt, desto länger kann man angeln, desto eher wird ein Dorsch beissen.
Auch beim Pilken nicht einfach die Rute hochreissen und wieder senken.
Nach dem „hochreissen" der Rute kurz warten, bis der Pilker die Schnur nach unten zieht und „streckt". Dann mit dem Finger auf der Schnur mit der Rutespitze dem absinkenden Pilker „hintergehen". So merkt man auch vorsichtige Bisse von Dorschen, die sonst vielleicht den Pilker wieder ausgespuckt hätten. Und man merkt auch gleich, wenn man wider auf Grund ist und kann so öfter pilken, und fängt so mehr Dorsch.
5.: Flach und tief
Je nach Jahreszeit stehen die Fische im flacheren oder tieferen Wasser, wo die Kapitäne dann auch versuchen den Fisch zu finden.
Flacheres Wasser: Weit auswerfen, und möglichst leicht fischen
Tiefes Wasser: Braucht man nicht so weit werfen, und kann/muss schwerere Pilker verwenden.
Dies sind nur die ersten Anhaltspunkte für den zukünftigen erfolgreichen Meeresangler - weitere Infos findet Ihr genügend im Forum vom Anglerboard.
Thomas Finkbeiner
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Kommentare
nehmt euch die zeit um auch weiterhin voller Freude angeln zu können und auch Einsteigern das Gefühl zu geben nicht allein unter fischgeilen anglern zu sein die nicht einmal die 10Sekunden Zeit haben den Fisch zu töten.
DANKE