Belly, Kajak, SitOnTop: Sinnvoll, gefährlich, entwickelbar??
Belly, Kajak, SitOnTop: Sinnvoll, gefährlich, entwickelbar??
Wer mich beim Bellyboattreffen kennen gelernt hat, der weiß, dass ich nicht gerade von Bellyboats begeistert bin. Zu klein, zu nass sitzen, zu aufgepumpt, zu anstrengend mit den Flossen fortzubewegen.....
Wer dennoch – sei es im Süß- oder Salzwasser – eine M
öglichkeit sucht, ohne großen Aufwand und alleine nicht nur vom Ufer aus zu angeln, der wird kaum am Bellyboat vorbeikommen.
Oder fast nicht. Bellyboat – „Urgestein“ MikeFish vom Anglerboard ist ja inzwischen auf en aufblasbares „Halb – SitOnTop“ umgestiegen. Ebenfalls einfach zu transportieren und auch alleine recht schnell aufzubauen. Im Gegensatz zu den Bellys sitzt man da halbwegs trocken. Und man muss nicht mit den Füssen paddeln, sondern benutzt das für Kajaks übliche Doppelpaddel. Und ist damit auch wesentlich schneller als mit Bellyboats. Wer schon mal 500 m draußen das Bedürfnis verspürte, einen halben Liter Mineralwasser zu „entsorgen“, der weiß wie angenehm Geschwindigkeit sein kann.
Der Nachteil „aufgeblasener““ Boote liegt aber auch in er schnellen Drift. Im Bellyboat kann man dem mit der Antriebsquelle „Füße“ entgegenwirken und hat trotzdem die Hände zum angeln frei. Im Boot braucht man dazu einen Treibanker.
Zudem hat das Bellyboat einen niedrigeren Schwerpunkt, was es weniger „kippempfindlich“ macht. Eine Welle von der Seite ist im kompakten Bellyboat einfacher „abzureiten“ als im langen, schmalen Boot.
Zudem - ob Belly- oder sonstige aufblasbare Boote – hinterlässt es bei mir immer ein „ungutes Gefühl“, wenn man in oder auf solchen Gefährten mit Haken, Messern und anderen beim Angeln unentbehrlichen scharfen oder spitzen Gegenständen hantieren muss.
Von daher wäre ein wie auch immer geartetes Gefährt aus einem festen Material sicherlich besser. Das wiederum den Nachteil hat, dass man zum Transport auch noch einen Dachgepäckträger kaufen muss, sofern man diesen nicht schon besitzt. Bei den angebotenen SitOnTops aus festem Material sitzt man zudem fast so nass wie auch im Bellyboat. Bei Seekajaks u. ä. ist durch die entsprechende Abdeckung der Bewegungsspielraum doch eingeschränkt,. Kanus und ähnliches kippt noch schneller als jedes Kajak.
Was also bräuchte man denn wirklich, wenn man „schnell mal eben alleine mit einem Wassergefährt angeln gehen will“??
In meinen Augen - auch wenn die Angst vor Verletzung von Schläuchen durch Haken und Messer schon zigfach widerlegt wurde – ein festes Baumaterial.
Und ich will auch kein Klapp/Falt- oder sonstige Teile, die ich erst groß aufbauen muss. Runterheben vom Dach, ab ins Wasser und fertig....
Ich möchte auch nicht wie bei einem reinen SitOnTop komplett „im Freien“ sitzen, sondern hätte gerne etwas schützende Boardwand um mich rum.
Und (trockenen) Stauraum brauchts natürlich auch. Sei es für Sicherheitsdinge wie Handy, Anker, GPS oder auch Echolot. Oder für Komfortdinge wie Getränke oder ein Brot, dass man ja auch eher gerne trocken zu verspeisen pflegt.
Es sollte sich schnell und einfach rudern und manövrieren lassen. Und dabei recht sicher sein, vor allem dann wenn man so ein Teil auch im Salzwasser oder an Gewässern mit Strömung einsetzen will.
Da wäre dann ein Ausleger wie bei den Polynesierkanus sicher nicht schlecht. Noch besser, wenn man den abmontieren könnte, wenn man ihn (im See z. B.) nicht braucht.
Und wiegen sollte das alles nicht mehr als 30 Kilo, damit man das alleine „händeln“ kann.
Klasse wäre es auch, wenn man da für die Ostsee als „Komfort“ einen kleinen 2Pser Außenborder dranhängen könnte und nicht mehr selber paddeln müsste.
Es gibt so viele Angebote für Sportkajak/kanufahrer, dass es mich eigentlich wundert, dass noch niemand angefangen hat, das für die Bedürfnisse für Angler umzurüsten.
Fassen wir also noch mal zusammen:
Bellyboats:
Relativ preiswert, man sitzt aber im Wasser, man hat die Hände zum Angeln frei, leicht zu transportieren.
SitOnTops:
Einfacher und schneller zu fahren und zu manövrieren al ein Belly. Kein großes „aufbauen“ nötig, aber anfällig gegen Wellen von der Seite. Man sitzt auch sozusagen „halbnass“.
Seekajak:
Oft relativ schwer (im Gegensatz zu Belly und SOT), meist aber noch auf dem Autodach zu transportieren, ebenfalls schneller und einfacher zu manövrieren, Man sitzt meist relativ trocken, hat dazu meist noch „Trockenstauraum“, ebenfalls empfindlich gegen Seitenwelle.
Thomas Finkbeiner
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Kommentare
sot - yaks sollen empfindlich gegen wellen von der seite und mit einem bb vergleichbar naß sein?
mmhm, ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass diese einschätzung sich auf praktische erfahrungen stützt...
grüsse aus berlin
martin / troutcontrol
ich bin und bleibe überzeugter Bellydahrer, denn ich habe schon so manche kabbelige Situation im Belly überstanden und halte die Dinger in Kombination mit der richtigen Sicherheitsausr üstung für sehr sicher.
Vor allem Anfänger können schnell gut damit um.
Mir gefällt im übrigen die gute Kombination aus dem anglerischen und auch sportlich Nutzen.
Aber wie ich immer zu sagen pflege, überlegt euch was ihr damit macht.
Denn nur wer fit ist und auch über genügend Erfahrung verfügt, sollte sich damit weiter hinaus trauen, wie es als geübter Schwimmer erfolgen würde.
Safety first.
Andy
Also ich habe ein Fishhunter Schlauchboot mti der Schutzhülle und muss sagen das da so schnell kein Haken durchgeht. Zudem kann man meiner Meinung nach auch ein "bißchen" aufpassen...bis durch die Gummiwand mal ein Haken kommt da musst das schon richtig reinhauen. Habe selbst ein Belly Boot gehabt und war überhaupt nicht begeistert davon.Ganz im Gegenteil.Mit meinem jetzigen Boot bin ich zufrieden.E-Motor dran und gut.
Mfg Mike
Persönlich verwende ich gerne ein Einer-Faltboot von Klepper (verstärkte Expeditions-Ausführung). Das Boot wiegt leer grade mal 27 Kilo, lässt sich selbst im Kleinwagen-Kofferraum verstauen und in einer Viertelstunde aufbauen. Es ist 72 Zentimeter breit und verfügt an beiden Längsseiten über eingearbeitete Luftschläuche. Das ergibt eine hervorragende Kippstabilität, selbst bei seitlichen Wellen. Am Blatt der Steuerung habe ich den Schwinger meines Echolots montiert, das Display sitzt direkt vor mir (also optimal im Blick) auf einer ab Werk erhältlichen Kompass/GPS-Halterung. Eine Spritzschutzdec ke hält selbst dann dicht, wenn mal eine Welle über das Boot schlägt. Zusammen mit einer wasserdichten Watjacke und einem entsprechenden Hut bin ich selbst für übles Wetter bestens gerüstet.
Mit dem Kajak komme ich schnell voran, habe große Sicherheitsrese rven (Automatik-Schwimmweste ist außerdem selbstverständl ich immer am Mann) und kann mich somit auch an weiter entfernte Stellen wagen. Sollte ein gehakter Fisch das Boot einmal ziehen, kann ich es mittels der Fußsteuerung sogar ohne Paddel lenken :-). Nicht zuletzt habe ich reichlich Platz für Zubehör und Verpflegung im Boot. Selbst ein Zelt für ausgedente Touren kann ich mitnehmen (Zuladung insgesamt 260 Kilo!).
Nur an engen Gewässern ziehe ich das Belly boat dem Kajak vor. Ein Vorteil des BB ist hier neben der besseren Manövrierfähigk eit in \\\\\\\\\\\\\\\ "Fahrt\\\\\ \\\\\\\\\\ " auch die Möglichkeit, im Drill das Boot mit den Flossen zu drehen.
Frank
Das ist in meinen Augen die perfekte Lösung. Leicht zu transportieren, mit einer E- Pumpe in wenigen Minuten aufgebaut und absolut universal einsetzbar. Schaut mal bei : www.SeaEagle.com
Gruß an die Wasserkanten dieses Landes, Peter