Ausgabe Mai 2012

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    Die Fische zeigen uns den Weg

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    Die Fische zeigen uns den Weg 

    Ein Hauptgewinn wird geboren.

    Dass Angler über ihre Erfahrungen berichten, liest man in allen bekannten Angelmagazinen, ohne diese Erkenntnisse würden die Magazine sehr eintönig aussehen, denn gerade diese Seiten machen ein Magazin erst farbenfroh und interessant. Man wird über gute Angelplätze, Fangmethoden und vieles mehr informiert.  So ist es auch beim kostenlosen Anglerboard-Online-Magazin „Anglerpraxis", denn hier berichten Angler für Angler, jedoch ist es hier im Vorfeld etwas anders gelagert, da die Autoren hier kein Honorar bekommen.

    Dieses darf man nicht negativ sehen, denn wenn ein Bericht veröffentlicht wird, wurde er mit Freude geschrieben, da es eine interessante Mitteilung für den Angler ist und nicht wegen des Geldes.

    Das war ein wesentlicher Grund, dass Thomas von der Redaktion Anglerboard, welches sich inzwischen zu  Europas größtem Onlineportal für Angler entwickelt hat, und ich vom Lydum Art Center in Dänemark uns Gedanken gemacht haben, wie man diese Autoren für ihre geleistete Arbeit - ich sage sogar Treue - mal honorieren könnte, denn sie haben es verdient.

    Schnell wurden wir uns einig!

    Daraufhin  folgten mehrere Telefonate und ich konnte es realisieren, dass das Lydum Art Center, welches sich mit der Kunst, Natur und Wissenschaft befasst, ein Ferienhaus für sechs Autoren für eine Woche bereit stellt und als zusätzlichen „Leckerbissen"  ich mich als Guide in der Zeit zu Verfügung stellen würde.

    Der Hauptgewinn für die Autoren war geboren.

     

    reise_der_autoren 

    Sprudelnde Vorfreude

     

    Als die Verlosung durchgeführt wurde - es gab reichlich Preise - und die Gewinner des Hauptgewinns bekannt bzw. informiert waren, brach bei den sechs Boardies eine unvorstellbare große Freude aus.

    Bekannte Namen sind es im Board und zu den Glücklichen konnten sich Achim68, Acipenser, Brösel, Garfield0815. Petrikasus und Theactor zählen - sie sind die  Preisträger.

    Sprudelnde Freude und Sprachlosigkeit konnte ich aus ihren ersten Zeilen lesen.

    Hier ein kleiner Textauszug:

     

    Das ist ja mal der Oberhammer

     

    GIBS' JA GAR NICH!!!!!

    Da kommt man nichtsahnend aus dem Skiurlaub zurück (daher melde ich mich erst jetzt... -und zwar "heil") und hat einen Angelurlaub gewonnen?!

    *unglaublich

     

    man kann es einfach nicht in ein paar Worte fassen...

     

    Ich freu mir echt nen Wolf!!!

     

    Wir haben die Technik

    Weniger erfreulich war es, sechs Personen, die noch in unterschiedlichen Bundesländern beheimatet sind, unter einem Hut zu bekommen, dass sie gemeinsam diese Reise nach Dänemark ins Lydum Art Center antreten. 

    Es erfordert schon etwas Organisationstalent und als ich mit Franz, der für die Technik im Anglerboard zuständig ist, über dieses Problem sprach, hatte er eine gute Idee, Er sagte kurz: „wir haben die Technik und ich werde ein eigenes „Thema" einstellen, auf welches nur die Beteiligten Zugriff haben." Und wie gesagt, so auch getan und kurze Zeit später hatte Franz es für uns eingerichtet. Nun konnten wir uns Tag und Nacht verständigen - so lief es dann auch.

    Die Vorfreude war gigantisch und es wurde bei mir nachgefragt, „sollen wir Bellyboote mitbringen", „welche Angelgeräte benötigen wir" und „wie sehen die realistischen Chancen" aus bzw. „welche Fischarten können wir im Meer, Ringköbingfjord und in den dänischen Auen überlisten."

    Einer schrieb, „ich bring meine Fliegenfischerausrüstung mit und gehe auf Rotgetupfte" und ein anderer möchte die Hornhechte springen sehen usw. usw. Es war ein Frage und Antwortspiel, wo wir uns langsam näher kamen.

    Broesel, ein begnadeter Fotograf wollte die Fische unter Wasser festhalten und Acipenser träumte von kulinarische Gerichte. - und dann schrieb ein anderer „Plopp" ein Fläschchen Bier sollten wir uns aber auch gönnen.

    Alle waren sich jedoch einig, sie wollten schöne Tage verbringen und dabei auch verschiedene Fischarten landen.

     

    Wir haben echt Potenzial 

    Unsere Kommunikation erfolgte über Skype und unser Forum. Inzwischen hatten sich etwa 170 Postings angesammelt, die ich mit Freude gelesen habe und die kleinen Scherze, die am Rande noch erwähnt wurden, lockerten die trockene organisatorische und logistische Angelegenheit auf. Ich stellte mir diese Truppe vor und muss gestehen, ich war begeistert über ihre Zeilen und ich freute mich, als ich las:

    Ich finde auch, wir sollten diese Gruppe möglichst zusammen lassen, wir haben echt Potenzial.

    Der angesetzte Termin konnte jedoch nicht wahr genommen werden, er platzte, Auch beim zweiten Termin, den ich im Raum stellte, fand sich die Gruppe nicht - immer kam bei dem einen oder anderen etwas dazwischen.

    Gemeinsam hatten wir beschlossen - die Gruppe wird nicht aufgeteilt!

    Um nun zügig einen Termin zu finden, schaltete ich mich betreffend der Terminplanung aus und sagte: „macht einen Termin unter euch aus  - egal wann -  wenn er fest steht, kommt ihr nach Dänemark und dann geht es zur Sache."

    So war es dann auch und nach mehreren Wochen Verständigung, stand nun der 12. Mai fest - leider musste Achim 66, kurzfristig aus beruflichen Gründen abspringen - wir waren betrübt, jedoch hatten wir Verständnis, denn eine berufliche Beförderung sollte man nicht ablehnen.

    Man zählte die Tage und so erschien am Rande geschrieben.

     

    Langsam werde ich richtig hibbelig, wann ist denn endlich Mai.....

     

    noch 92 Tage, dann gehts los!!!

     

    In der Zwischenzeit hatten wir eine Einladung über Acipenser bekommen, mit dem

    Polarschiff Artic Janus Jagd auf die ganz großen in Dänemark zu machen. Zwei Tage sollte das Gelbe Riff unser Angelrevier werden.

     

    Die Wellen der Freude schlugen immer höher und wir träumten jetzt auch noch von kapitalen Dorschen, Leng und Co...

     

    Und zu lesen war zwischendurch:

     

    Zitat:

    ........ frisch geräuchterte Forelle, noch warm aus dem Rauch, Schwarzbrot und ein Bierchen dazu...

     

    Nu isses soweit: ICH WILL SOFOOORT LOOOOS! 

     

    unglaublich..es ist soweit!!

     

     

    Der Anreisetag stand an und um 10.00 Uhr in der Früh wollten sie bei uns eintreffen.


    Paparazzie auf Jagd

    Als ich am 12. Mai um sechs Uhr in der Früh, einen kleinen Rundgang auf unserem Areal machte, um die ersten Sonnenstrahlen zu genießen und frische Luft zu schnuppern, sehe ich drei Personen auf unserem Gelände, die Fotos von allem, was sie sahen schossen. Nanu dachte ich, was sind denn das für "Paparazzie" die hier in der früh schon rumlaufen und alles fotografisch festhalten.

     

    Sind es die Autoren vom Anglerboard? Sie konnten es nicht sein, da die Ankunft erst ab 10.00 Uhr geplant war. 

    Langsam ging ich den Fremden entgegen, einer jedoch bewegte sich etwas anders, wie eine Drossel hüpfte er über den Rasen. Da ging bei mir ein Licht auf, denn er inspizierte die Wiese und hielt Ausschau nach fetten Tauwürmern und als wir uns gegenüber standen - da mussten wir lachen - nahmen uns in die Arme und einer sagte: „Ja, wir sind es, die Autoren vom Anglerboard".

    „Kommt ins Haus" waren meine Worte, ich setzte Kaffe für die Jungs auf, ein Bauernfrühstück mit Eiern wurde schnell gemacht und dann wurde über Fische und vieles mehr gesprochen. 

    Dieses ist der Beginn einer Freundschaft, die - das ist schon jetzt abzusehen - weit über diese eine Woche hinaus geht.

     

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    Auf Entdeckungstour

    Noch am gleichen Tag machten wir eine kleine Entdeckungstour: wir schauten uns die Auen, den Fjord sowie das Meer an und ich erwähnte das Vorkommen der einzelnen Fischarten in den Gewässern, erläuterte die speziellen Angeltechniken, wie man sie am besten überlisten kann und sie bekamen noch einen geschichtlichen Einblick in unserer Region. Ich zeigte Ihnen den Platz, wo der erste Hafen an der Westküste Dänemarks war - ein Fischerdorf, von wo aus in den früheren Zeiten mit Pferd und Wagen Fische bis nach Hamburg gekarrt wurden usw. usw.

     

        

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    Begleitetet wurden diese Gespräche mit dem „Klicken" von Broesels Kamera - sie wurde nicht kalt, ständig machte er Aufnahmen und in ihren Gesichtern konnte ich ablesen - wie beeindruckt sie von der Vielfältigkeit unserer Gegend waren, denn diese gewaltigen Naturereignisse, die unserer Region bietet, sind einmalig in Dänemark: wir haben nicht nur das Meer, den Fjord sowie die Auen vor der Tür - es ist Dänemarks größtes Fließgewässersystem und wir liegen mittendrin - sondern auch die größte Düne und das größte Vogelschutzgebiet.

     

    Wovon sie so lange von geträumt haben wurde jetzt Wahrheit.

     

    Die Stellen am Meer, Fjord oder an den kleinen Auen, die ich ihnen gezeigt habe, sind schon etwas Besonderes, wovon ein Angelurlauber nur träumen kann, jedoch kaum zu Gesicht bekommt. Es war keine "touristische Normalkost" es war eine kleine Entdeckungstour, die sie sprachlos beeindruckt hat.

     

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    Feucht und fröhlich

    Seit drei Wochen hatten wir fast tropische Hitze und ich freute mich schon auf eine sonnenreiche Woche, jedoch kam es anders, die Wetterlage schlug um und es wurde feucht aber auch fröhlich in der Woche, denn die Stimmung hat nicht darunter gelitten, obwohl ein Tief angesagt war und der Wind schon kräftig blies. Dieser Sturm sorgte jedoch für das Aus der zweitägigen Reise zum Gelben Riff.

     

    Nun musste ich etwas umdenken, denn im Meer in Hvide Sande, war es kaum noch möglich, Heringe und Hornfische zu landen, da sie in Ufernähe, wo die Brandung knallt, nicht mehr vorkommen und sich zurückziehen.

     

     

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    Als sie sich die staatlichen Angellizenzen besorgten und ich mir das Schauspiel in Hvide Sande am Meer und Fjord ansah, dachte ich nur, was machen wir nur jetzt. Die sonst überfüllten Plätze, wo die Angler stehen, waren leergefegt, da die Fangerfolge ausblieben.

     

    Für mich stand fest, wir müssen je nach Wetterlage springen, von einem Angelplatz zum anderen und uns förmlich die Fische suchen. Wenn es nicht in wenigen Minuten an der Angel zupft, müssen wir wechseln, denn an den Montagen und der Taktik, die wir einsetzen, kann es nicht liegen, da ich sie jahrelang erfolgreich anwende.

     

    Damit wir jedoch nicht sofort feuchte Socken bekamen, führte ich sie erst mal dorthin, wo wir uns die Fische, die wir gerne angeln möchten, schon mal anschauen können: ins Westküsten Aquarium, denn dort haben meine Gäste freien Eintritt. Wir schauten uns die einzelnen Fischarten an und ich erwähnte etwas über ihr Verhalten und etwas mehr, was ein Angelexperte gerne wissen möchte.

           

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    Die Fische zeigen uns den Weg

    In dieser Woche haben wir je nach Wetterlage im Meer, im Fjord sowie an den Auen die Fische aufgesucht. Ständig haben bzw. mussten wir die Standorte wechseln, da das Wetter nicht auf unserer Seite war und so hüpften wir förmlich von einem Platz zum anderen. Wenn Sie nicht an der Schleuse waren, haben wir sie im Hafen überlistet, und auf der Rückfahrt stoppten wir am Fjord und ärgerten die Barsche. 

    Spektakuläre Angelmethoden wurden ausprobiert - z.b. Barschangeln mit Heringspaternoster. so stand die Gruppe auf einem schmalen Steg, in Reih und Glied und jeder durfte mal drei vier Würfe machen - „schwupp" und am Paternoster waren wieder Barsche - und dann durfte ein anderer es versuchen. Es war eine recht amüsante Angelei, die Gaudi schlechthin.

    Aber auch konzentriertes feinfühliges Angeln war angesagt, denn die kleine Au vor der Haustür, die einen guten Fischbestand an Bachforellen und Äschen aufweisen kann, verlangt dieses - sonst geht man als Schneider nach Haus. 

    Diese grandiosen Drills, ob es die Heringe oder Hornhechte im Meer waren, oder die Barsche und Hechte im Fjord oder die Bachforellen, Äschen und auch Nasen in den kleinen Auen wurden in Fotos festgehalten. Ganze Fotoserien wurden von Broesel geschossen. Einmalig, und dieses waidgerechte Angeln wurde in Fotos festgehalten.


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    Eine Bereicherung für die Autoren, war auch Reinhold - mein Fliegenfischerguru - er war seit drei Wochen schon bei mir und wir waren fast täglich an den Gewässern. Sein Können ist grandios, er hat bei den bekanntesten Fliegenfischern der Welt diese Technik gelernt und im laufe der Jahre verfeinert. 

    Garfield00175, spitzte die Ohren, als er davon hörte und sagte zu mir: „Würde er mir wohl Tipps geben, damit ich meine Wurftechnik verfeinere?" „Warum nicht", sagte ich. Am nächsten Morgen standen sie auf der großen Wiese, vor unserem Haupthaus und machten Trockenübungen, bis Garfield ins schwitzen kam und der Arm nicht mehr wollte.

    So locker, jedoch immer auf der Suche nach dem Fisch, verliefen die Tage und in den Abendstunden saßen wir gemütlich zusammen, tranken Wein und unterhielten uns über „Gott und die Welt" und haben den Tag Revue passieren lassen.

    Diese genussvollen Stunden möchte ich nicht missen und oft war der nächste Tag schon angebrochen - wo wieder ein neues Angelrevier angesteuert wurde.

    An einem Nachmittag trafen wir uns am Fjord, ich war mir Reinhold schon zu den Hechtplätzen gefahren - zwei hatten wir schon gelandet. Da kam noch mal richtige Stimmung auf und als dann noch Petricasus, einen kapitalen Hecht schon fast gelandet hatte, kam das Aus: Hecht mit Turbo-Twister waren verschwunden. Die Schnur hatte nicht standgehalten, jedoch konnte ich noch einige Fotos vom Drill schießen, Nur wenige Minuten später brüllt Acipenser: „Jaaaa, ich habe auch einen!!!" Nach einem grandiosen Drill wurde er sicher gelandet und siehe da, es war der Hecht, den Petricasus verloren hatte, denn sein Turbo-Twister baumelte noch im Maul. Es war ein Hechttag ersten Ranges und in den Abendstunden zauberte Acipenser in der Küchen ein Gourmet Essen, ich glaube „Hecht in Weinsoße" - jedenfalls ließen sie ihn förmlich wieder schwimmen, danach schauten wir uns, in einer gemütlichen Runde, im PC die grandiosen Fotos vom Tage an. Wieder war ein fantastischer Angeltag zu Ende und wir waren glücklich und zufrieden.

     

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    Am letzten Abend hatte ich eine großes Lagerfeuer mit Grillen angesagt, Es war der krönende Abschluss der Autorenreise und der Beginn einer neuen Freundschaft. Dieser Abend war ein Feuerwerk, und es wurde gefeiert, denn 11 Fischarten hatten sie gefangen. Diesen Abend kann ich nicht mit Worten beschreiben, man muss ihn erlebt haben - Danke Jungs!!

     

    Am nächsten Tag war im Board zu lesen:

     

    Die Woche war einfach grandios. Unterkunft, Betreuung, Umgebung, Truppe, Fische - einfach alles ganz große Klasse.

     

    @Franz,

    ich sag nur erstmal so viel: .das war eine super geniale Woche...

     

    Danke an alle Beteiligten!

    Auch von mir nochmals ein dickes Danke an Otto, ich fand`s geil....

    Die Truppe, die Umgebung, das Essen, die Fische, einfach alles.

     

    Mehr als das - es war wirklich einfach nur einmalig-schön-lustig und, wie ich finde, unbedingt wiederholenswert!

     

    Text: Heinz-Otto Kamphues

    Fotos: Stephan Blackert, Jörg Brosius, Peter Franzen, Sönke Städtler, Karsten Zygowski und Heinz-Otto Kamphues

     

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