Trondheimsleia 2007, Teil 2
Zurück von der Trondheimsleia im April07
Am nächsten morgen, wohl Tag 8,
war nicht mehr viel übrig von dem traumhaften Wetter Tags zuvor. Und den Wunsch
Daniels und mir, nun auch noch einen Butt an Land ziehen zu können, war erst
mal zunichte.
Allerdings war der Schnee, der sich durch das schöne Wetter Tags zuvor schon
rar gemacht hatte, fast komplett verschwunden.
Naja, dafür Sturm und Regen.
Dem einzigen, trau ich mich mal zu
sagen, dem der Tag Ruhepause wohl ganz gelegen kam, war wohl Klaus.
Naja, wenn es nichts mehr zu toppen gibt, gönnt sich der Meister gern mal ein
Päuschen...
Nicht angeln gehen zu können nach so einem Tag wie gestern, mich kotze es ganz
schön an, und was kann man da schon machen. Bei dem Sturm, der da nun durch den
Fjord blies.
Spazieren gehen, den Fjord bestaunen... frische Luft schnappen.. so was
vielleicht
Das auf dem Foto sind übrigens Nordische Pupurschnecken.
Als sich auch am nächsten Tag, Tag 9, das Wetter immer noch nicht gebessert hatte, beschlossen Daniel und ich das für uns Sinnvollste zu tun. Wandern gehen. Im Gästebuch unseres Hauses fanden wir dann auch das anscheinend lohnende Wanderziel: Litfjonna (oder ähnlich), der Hausberg, der wohl bequem zu Fuß von unserem Haus aus zu erreichen sei, sollte unser Ziel sein. Und gelohnt hat es sich. Auf dem Bild im Hintergrund Hitra. Links unten der Eingang in den Dromnessund, eins der Häuser da unten war unser Haus. Und den Stein rechts oben, den hab ich da hingelegt...
Tag 10. Wohl gemerkt nun schon 2 Tage
ohne zu angeln. Und der letzte Fang von Klaus ein Heilbutt von 15 Pfund.. Und
auch heute sah`s angeltechnisch ziemlich mau aus.
Also neue Idee. Wenn wir schon nicht raus fahren können. Hier gibt's doch
Straumen in der Nähe!! Laut Blinkersonderheft Nummer keine Ahnung... Meerengen
durch die sich im Gezeitenwechsel gewaltige Mengen Wasser und nicht weniger
gewaltige Mengen an Fisch pressen!! Und der nächste Straumen, hab seinen Namen
vergessen, in Richtung Hitra. Ob auf Hitra oder vor Hitra, war der im Heft
skizzierten Karte nicht zu entnehmen, da in unmittelbarer Nähe vom ersten
Straumen noch ein 2. Straumen sein sollte und auch der hatte seinen grünen
Punkt auf der Übersichtskarte. Naja, beide Punkte waren zusammen fast so groß
wie Hitra selbst, entsprechend schwer die Orientierung für mich... Und nein,
Klaus, ich hab mir die Anfahrtsbeschreibung vorher nicht genau durchgelesen.
Ihr ja auch nicht..
Das ich schon immer mal nach Hitra wollte, 2. coolste Norwegenlocation nach den
Lofoten, und sei es nur für einen Tagesausflug, hat damit gar nichts zu tun.
Gar nichts!
Jedenfalls nach 1,5h Autofahrt stellten wir dann kurz vor dem Hitra Tunnel
fest, dass der Straumen wohl doch auf Hitra sein müsste. Teure Tunneldurchfahrt
für geschätzte 2h Straumen angeln..
Jedenfalls ab durch den Tunnel, und weiter auf Hitra gen Norden. Ich denke, wir
waren so gegen 15h an der Brücke, unter der sich im Norden Hitras der Straumen
durchschlängelt. Schlängelt.. Vom Brausen war nichts zu bemerken. Shit, wohl
falsche Tageszeit.. Und entsprechend fiel auch das Angeln aus. Klaus erwischte
ziemlich direkt einen wirklich kleinen Dorsch. Und das war es.
Naja, was soll's. Wer wird sich
ärgern. Jedenfalls versuchten wir` s ungefähr ne gute Stunde und gaben dann
auf. Daniel fand ein paar Miesmuscheln, deren Inhalt ich an meinen Pilker
hängen wollte. Das Viech war voller Miniperlen, was nun Daniel dazu animierte,
sämtliche Miesmuscheln, die er gerade gefunden hatte, zu öffnen um die Schätze
zu bergen.. sozusagen löste ich wohl unbeabsichtigt und völlig unerwartet bei
Ihm einen Perlenrausch aus. Und das recht erfolgreich ;-)
Also heute Abend wieder keine Miesmuscheln zum Abendessen, aber das ist ein
anderes Thema. Wirklich erstaunlich, wie viele ca. Stecknadelkopf große Perlen
in so eine Miesmuschel passen!!
Also stellten wir letztendlich das angeln ein und fuhren zurück. Unterwegs noch
kurz in den Coop auf Hitra. Und da war es!! Der Lohn für die Mühen unseres ca.
6stündigen Ausfluges nach Hitra:
Für jeden eines! Ca 1000gr jedes
einzelne. Preis umgerechnet ca. 10euro (plus je 6euro Tunnelmaut..) pro Stück.
Also fast günstig zu nennen für norwegische Verhältnisse! Und das abends nach 9
Tagen Fisch auf dem Tisch. Also nichts gegen Fisch.. Aber allein das Teil war
die Fahrt nach Hitra wert!
Allerdings macht mich das beim Schreiben auch gerade wieder hungrig...
Ach, und in dem Supermarkt fanden wir Borg. Das wohl günstigste original
norwegische Bier.
Und da das Zeug kaum Geschmack hat, lässt sich auch nicht drüber streiten.
Bisschen b(l)örrig vielleicht ..Aber bei knapp 2,5%..who cares.
So, und nachdem es in München
gerade angefangen hat in Strömen zu gießen und damit der Biergartenbesuch ins
Wasser fällt, direkt die Fortsetzung.
Tag 11.
Auch heute wieder einfach zu stürmisch zum Rausfahren.
Aber da in unsrer Sichtweite einfach kein Schnee mehr zu sehen war,
entschlossen wir uns, heut mal Süßwasserangeln zu gehen und den norwegischen
Salmoniden nachzustellen. Also ab Richtung Aure und einfach mal schauen wo das
möglich wäre. Geplant war den Angelausflug mit einer Wanderung zu verbinden.
Möglichst entlang eines der schönen Flüsse oder Seen.
Das die nette Dame an der Tankstelle kurz vor Aure meinte, es sei vielleicht
ein bisschen kühl, sollte uns nicht abschrecken!
Also 40NOKs für die 3 Tage-Option auf norwegisches Forellenangeln, nenn ich mal
günstig.
Wo war der Haken??
Also zurück nach Hause, Sachen gepackt und wieder ab ins Auto. Und dann auf
einem Feldweg Richtung auf der Karte eingezeichnetem Seengebiet.
Und als dieser schöne Fleck neben dem Feldweg auftauchte, waren die Zweifel, ob
wir schon am Ziel seien, schnell beiseite gewischt.
Wie sollte man hier keine Forelle
erwischen??
War gar kein Problem. Zu dritt ne Stunde geangelt und dann an dem Zufluss
weiter gewandert und hin und wieder Ugly's, Mepp's, Thors, geschmissen.
Eigentlich Forellengaranten..
Aber da ging gar nichts. Also zurück zur Strasse, ins Auto und weiter. Dann
Auto zwangsweise am Rand des Feldweges abgestellt, weil plötzlich wieder Schnee
auf der Strasse lag und zu Fuß mit den Angelsachen weiter. da hatten wir unsere
Wanderung.
Und dann da hinten links den Berg
hoch, auf der Suche nach den anderen See. Auf der mitgebrachten Karte waren ja
reichlich eingezeichnet!! Und irgendwo mussten sie ja sein. Die Seen und die
Fische. Die Nullnummer gerade eben, musste wohl an der Nähe zur Strasse gelegen
haben.
Hier fischte wohl jeder Touri dem unser Weg zu mühsam war!?! Also frohen Mutes
den Berg hoch.. wohlgemerkt mit Angelsachen..
Und das war der Anblick, der sich uns da oben bot.
Und die Seen hatten wir auch gefunden..
Aber immerhin, das Eis trägt...Eisangeln??
Also ein bisschen rumgewandert und dann wieder zurück zum Auto und müde Richtung warmes Zuhause..
Tag 12. Und das Wetter hatte ein
Einsehen. Aber langsam reichte es auch mit dem miesen Wetter.
Unglaublich wie hier das Wetter wechselte.
Also ab aufs Boot und raus. Daniel hatte sich heute entschieden, nicht mit raus
zufahren. Wollte mal auf dem Balkon Sonne tanken und den Urlaub richtig
genießen. Also fuhren wir zu zweit. Vormittags war das Wetter perfekt. Relativ
leichte Drift, fast gar keine. Aber für uns mit der leichten Ausrüstung
perfekt, um noch Naturköderangeln zu können. Und so fingen wir auch ziemlich
prompt ein paar Lengs. Allerdings wiederum kleine.. Und ich fing meinen ersten
Lump. Hab ich mich gefreut! Tag war angeltechnisch also schon gerettet. Er war
ungefähr so groß, wie der von Klaus letztens, schätze so um die 9-10 Pfund.
Beim nächsten kleinen Biss den Klaus hatte, entschied er sich den Leng mal
schonend zu drillen. Um sich und dem Leng die Option zum zurücksetzen zu
erhalten. Also kurbelte er Ihn aus ca. 90m Tiefe langsam hoch. Genug Zeit für
den Fisch zum Druckausgleich und diesmal die Chance ihn zurückzusetzen. Daran
das er am Haken hing war ja nichts mehr zu ändern. Als er dann oben war, so
nach 5min, saß der Drilling quer im Schädel durchs Auge... Wirklich Pech..
Und dann mittags plötzlich Ententeich extrem.
Gar keine Drift mehr.. Und auf der Stelle zu tümpeln und Naturköder zu baden...
Hätten wir nicht gedacht, dass das so krass überhaupt nichts bringt.
Allerdings wollten wir die Lengs eh schonen und
also überlegt, was wir tun könnten.
Schleppen. Auf der Seekarte geschaut, bisschen gefahren und dann geschleppt.
Mit 23cm Manns Gummifischen und 200gramm Jigköpfen.
Tolles Feeling an der Bootsmultirollenkombi. Allerdings kamen die Teile nicht
in Grundnähe. Also Schleppblei vom Naturköderangeln vorgeschaltet. Dann liefen
sie unten. Was die Fischerei allerdings nicht erfolgreicher machte... Ungefähr ne
Stunde Heilbuttzielfischen mit schweren Gummis versucht, aber es ging gar
nichts. Naja. Sind wohl doch einen Tick
schwerer zu erwischen wie ich glaubte. Also Montage prinzipiell beibehalten
allerdings Gummi gegen HD Pilker 95gr von Falkfish ausgetauscht. Und rums.
Doppeldrill. Dran hing an beiden Ruten jeweils ein Leng von ca. 75cm.
Rauben Lengs aktiv in Schwärmen?
Man, hab ich keine Ahnung vom Jagdverhalten norwegischer Fische...
Also weiter geschleppt. Hin und wieder biss ein Dorsch. Plötzlich Fischanzeige
eines großen Schwarms unterm Boot. Klaus gibt Gas und rums ist meine Rute
krumm. Und der Pollak (ca. 10 Pfund), der an der leider total
überdimensionierten Rute kämpft, liefert trotz allem einen fantastischen Drill.
Jedenfalls im Vergleich zu allem anderen, was ich bisher an der Bootsrute
hatte..
Das sind er und der Lump.
Klar, keine Riesen..
Und 2 der Lengs des Tages.
War ein super Angeltag. Auch ohne Heilbutt.. ;-)
Tag13..
So, noch 2 Tage angeln, bevor es nach Hause geht. Und das Wetter ist wieder mal
absoluter Mist..
aber wie meistens die Tage zuvor, besserte sich der Wind wenigstens gegen Abend
etwas, sodass man wenigstens in Fjord Nähe etwas schleppen gehen konnte.
Das Schleppen, wie wir feststellten, war meistens etwas einseitig erfolgreich,
ohne dass uns klar war woran es liegen könnte. Klaus und ich schleppten fast
nur noch den Fingerling. Der in Ufernähe ziemlich zügig geschleppt, stellte
sich in diesem Urlaub als ziemlich unschlagbar heraus. Allerdings fast
ausschließlich auf Dorsch...
Weshalb bei wirklich identischer
Ausrüstung mal er, mal ich bisstechnisch abends mit weitem Abstand erfolgreicher war? Keine Ahnung. War entsprechend
auch mehr oder weniger lustig. Aber toll war's jedes Mal zumindest abends noch
mal ne Runde durch den Fjord und die Leia zu schleppen, auch wenn das Wetter
tagsüber nicht mitgespielt hatte.
Und wenn mal nur der Kollege mit Drillen beschäftigt war, konnte man derweil versuchen ein Adlerpärchen, wir haben beschlossen es sind welche! ,
zu fotografieren, oder Rehe die
auf den Felsen rumgeklettert sind, beobachten.
Dorsche dieser Größe gingen immer, zumindest gegen Abend, und schwimmen fast
alle wieder im Fjord.
Also Tag 14.
Noch ein Tag angeln und das mit dem Gefühl, dass noch die komplette Wohnung
(das Schlachtfeld..) aufgeräumt werden muss.
Und noch ein Problem hatten wir, und zwar war zwar die Styroporbox bis oben hin
voll mit Fisch, aber in der Isobox war noch reichlich viel Luft drin.
Wettertechnisch war's nun auch nur möglich im Fjord zu schleppen.
Und was die Tage vorher so problemlos und erfolgreich funktioniert hatte, jetzt
blieben wir vorerst ziemliche Schneider.
Oder mittlerweile kannte vielleicht auch der letzte Dorsch im Fjord unsere
Fingerlinge?
Also am Ufer entlang in den Dromnessund reingeschleppt. Angefangen haben wir
wohl morgens um halb zehn und außer 2 Minidorschen nichts los.
Von den Fahrten zuvor wussten wir, dass unter der Brücke bei Vikan immer massig
Fischanzeigen vom Echo angezeigt wurden.
Und ziemlich genau unter der Brücke endlich Action an der Rute.
Bisschen Action, Drill kann man's nicht nennen. Vielleicht ein 2 Pfund
Seelachs.
Übrigens erst der 2. Seelachs im gesamten Urlaub.
Klaus und ich montierten Paternoster und unten HD Pilker.
Die Seelachsgröße veränderte sich nicht.
Wären ja super Köderfische gewesen, und das wieder mal am letzten Urlaubstag
entdeckt.
Nachdem wir sie sämtlich wieder releast hatten, die kleinen Kämpfer,
entschieden wir uns dann doch etwas verschämt wenigstens 6-7 mitzunehmen.
Für die Restfüllung der Kiste...
Man, hatten wir während des Urlaubs schöne Dorsche zurückgesetzt und jetzt
das..
Bei jeder Drift waren zumindest ein paar Haken der Makrelenpaternoster mit
Köhlern besetzt.
Mittlerweile hatte ich meinen HD durch einen 17er Profiblinker Gummifisch mit
150gr Jigkopf ersetzt. Und Klaus Rute war wieder Krumm. Allerdings diesmal
anders als sonst.. Kein Gezuppel, stetiger Zug in eine Richtung. Daniel und ich
machten schon Scherze, ob er die Fischchen nicht rausbekommt.
Hätte eigentlich direkt klar sein müssen, dass ein besetztes Paternoster mit
den kleinen Seelachsen zu so viel Harmonie nicht fähig ist. Und das wir grade
auf Futterfische angeln.
Nach 2 Minuten Drill durfte ich ihn dann gaffen..
Einen 15Pfund Dorsch. Soweit im Fjord drin. Schau an.. Nebenbei purzelte damit
auch Daniels Dorsch Rekord. Zumindest gewichtsmäßig. Oder er muss ihn sich
fortan mit Klaus teilen ;-)
Weiß schon, die Rekorde die wir im Urlaub aufgestellt haben, sind für viele
hier eher belustigend, sei's drum.
Und spezialisiert hatte der Dorsch
sich wohl auf die kleinen Seelachse. Ziemlich klar, dass das wohl nicht der
einzig gute Dorsch an der Stelle sei..
Ziemlich klar aber auch, dass wir nach Hause mussten, Wohnung aufräumen.. Und
die Fischkistenfüllung war nun auch gesichert.
Also ab nach Hause..
Ich bin mir nicht mehr sicher, aber der Dorsch war, obwohl er wohl 2cm kleiner
war als der Dorsch den Daniel in der Leia gefangen hatte, als wir uns bräunten
(zu sehen auf dem Bild mit den Fischen im Schnee, rechts über dem Heilbutt)
noch mal ein gutes Stück schwerer. Brachte eben die genannten 15 Pfund ziemlich
glatt.
Zum Abendessen gab's dann drei der
Seelachse. Und lecker waren sie..
Man könnte sagen Portionsfische..
So und das war's nun. Die
Rückfahrt ging dann weitaus flotter als die Hinfahrt. Wir erreichten innerhalb
eines Tages Südnorwegen, wo mittlerweile Frühling ausgebrochen war,
übernachteten in Amli auf einem super Campingplatz (Naturcampingplatz),
unbedingt zu empfehlen!!! und nahmen am nächsten Tag mittags die Schnell-Fähre
gen Dänemark.
Und auch hier wieder keine Kontrollen.
Nachts um 1h waren wir wieder im Rheinland.
Auch wenn ich denke, jeder von uns hätte zum perfekten Urlaub seinen
persönlichen Heilbuttfang verdient, hey, es war auch so ein klasse Urlaub!
Ach, nicht zu vergessen, den Elch haben wir dann bei Oslo dann doch noch zu
sehen bekommen.
Leider ohne Geweih, die Kuh.. und dann so ungünstig neben der Strasse hinter
ner Leitplanke positioniert, dass kein anständiges Bild möglich war, aber
immerhin. Und Kraniche haben wir auf der Rückfahrt auf den Feldern gesehen!!
Das war's...
Sebastian Nagel
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