Insel Bömlo - Nie mehr ohne Gaff
Endlich ist es soweit - heute geht es nach Norwegen !
Ja, das war vor 3 Wochen:
Geplant war ein gemütlicher Urlaub mit meinem Ehemann bei unserem
Vermieter Björn am Innvaerfjord auf der Insel Bömlo. Dies sollte bereits unser 3. Sommerurlaub dort sein. Wir hatten uns mit einigen anderen „Gästen" aus den Nachbarhäusern, die wir im Anglerboard kennen gelernt haben, vor der Fähre in Hanstholm verabredet.
Das hat auch gut
geklappt und wir konnten schon kurz darauf auf die Fähre
fahren. Nun mussten wir nur
noch die lange Überfahrt nach Egersund hinter uns bringen,
danach noch 4,5
Stunden Fahrzeit und dann waren wir endlich am Ziel:
am Innvaerfjord
in der Nähe von Rubbestadneset.
Nachts um 23.15 Uhr
kamen wir in unserer Bucht an. Nun noch schnell das Auto ausladen,
Betten beziehen
und schlafen gehen, inzwischen war es 2 Uhr
nachts.

Am nächsten Morgen
kam um 10.00 Uhr unser Vermieter Björn,
um uns sein „neues" Boot zu zeigen.
Es war ein 22 Fuß
Dieselkutter mit reichlich Platz und einer geräumigen
Kabine.

Nach einer kurzen
Einweisung ging es zur 1. Ausfahrt bei bewölktem Himmel.
Schnell die Angeln
mit Makrelenvorfach fertig gemacht und dann nichts wie
los. Naja, wir wussten so
ungefähr was uns dort an Fischen „erwarten" würde:
Wahrscheinlich
Makrelen, Rotbarsch, Pollack und
natürlich mein Lieblingsfisch, der
Seelachs.
Also fuhren wir eine
gute Angelstelle, die wir vom letzten Jahr noch kannten, an. Doch leider ging da
gar nichts ! Hm, das fängt ja gut an !
Da denkt man, man kennt sich aus, und dann
nichts .......

Also haben wir eine
neue Stelle gesucht. Wir fuhren Richtung Norden und hielten in der Nähe einer
„Stange". Hier war es nur 25 m tief und wir wollten mal schauen wie die Drift
ist und in welche Richtung wir abtreiben.
Da passierte es: Ich
ließ meine Angel bis zum Grund und beim Hochholen merkte ich, dass ich einen
kleinen Fisch am Haken hatte. Während der letzten
Umdrehungen an meiner Rolle (mit Meterzähler), als ich den kleinen Fisch schon fast oben
glaubte, gab es
einen gewaltigen Ruck in meiner Angel, dass ich vor Schreck laut aufschrie: Ich glaub
ich hab nen Hänger bei 10 m ......
Ne, ne, das kann
nicht sein, da war beim Runterlassen auch nichts. Die Angel bog sich
fast bis zur Wasserlinie und die letzten 3 m dachte ich: Das schaff ich nie .....
!
Mein Mann kam mir
gleich zu Hilfe, da sagte ich:
Nur noch 2 m, du musst doch schon was sehen
!!!!!!!
Als ich einen
vorsichtigen Blick über die Reling tat, schrie ich:
Oh Gott, das ist
ja ein Riese .... !
Er zog wie verrückt
an meiner Angel. Endlich hatte ich die Angel voll aufgekurbelt,
aber wie bringen
wir den jetzt an Bord? Es war ein Dorsch,
so groß wie wir noch keinen gesehen hatten. Mein Mann suchte
nach seinem Gaff, aber das hatten wir leider in der Hütte vergessen.
Noch hing der Dorsch
am Haken, aber was tun?
Norbert versuchte
den Fisch in unsere Fischwanne zu „packen", leider auch vergeblich,
dann versuchte
er dem Dorsch in die Kiemen zu fassen,
aber auch das gelang nicht, da der Fisch noch
sehr lebendig war. Der hatte jetzt
wahrscheinlich die Faxen dick, drehte sich ein paar Mal
und der Haken
vom Paternoster war weg und der Dorsch natürlich auch!
Minutenlang
sagte keiner ein
Wort, wir schauten uns nur an. Ich schätze mal der
Dorsch hatte mind. 10 kg und über 1 m Länge.
Was soll ich sagen:
Das wäre der Fisch meines Lebens gewesen.
Heute sehe ich es
sportlich:
Der Fisch hat
gewonnen und wir sind nie mehr ohne Gaff aufs Wasser
!
Wir angelten dann
noch an einer anderen Stelle und konnten
tatsächlich noch ein paar schöne Seelachse
erwischen.

Danach ging es
Richtung Hütte. Dort trafen wir uns mit unseren Nachbarn
und
tauschten uns über unsere Fänge aus.

Der Rest des
Urlaubs von 2 Wochen ist schnell erzählt:
Wir hatten eine
tolle „Nachbarschaft" mit den anderen Gästen aus den Häusern
Bryggekanten Rot, Bryggekanten Gelb und Lillebu.
Wir saßen fast
jeden Abend lange zusammen, und hatten viel
Spaß.
Das Wetter
steigerte sich ab Mitte der 1. Woche auf 30 Grad, danach kühlte es auf 22 - 26
Grad ab.
Wir fanden unsere Fische jeden Tag an verschiedenen Stellen. Nur an 2
Tagen gingen wir alle leer aus, da brachte keiner
was von
der Tour mit, obwohl alle an verschiedenen Stellen geangelt
hatten.

An einem
Nachmittag probierte ich mal das „Naturköderangeln" aus.
Ich ließ einen
Makrelenfetzen auf 120 m Tiefe ab und mein
Mann warnte mich noch mit den Worten:
Jetzt kannst du
nebenbei dein Buch lesen, da geht oft über Stunden nichts!
Ha, denkste, nach
einer halben Stunde bog sich meine Angel
und ich fing zum kurbeln an.
Jetzt hatte ich
meinen 1. Lumb gefangen, er wog immerhin satte 4
kg!
Na also, geht
doch, von wegen stundenlang Warten.....,
neuer Makrelfetzen an den Haken
und los
geht's ...... kurze Zeit später wieder ein Ruck an der Angel,
Hochkurbeln..... der 2. Lumb mit 2,8
kg.


Mein Mann
versuchte in der Zwischenzeit sein Glück bei den
Seelachsen.

Am nächsten
Tag fuhren wir wieder diese Stelle an und ich ließ
wieder einen Makrelenfetzen auf den Grund.
Nach kurzer
Wartezeit bog sich die Angel, gespannt kurbelte ich sie
hoch und brachte einen Leng mit 77 cm an Bord.
Der war so
dünn, der war kurz vor dem
Verhungern......

Danach baute ich
meine Angel um und ging wieder auf Seelachsfang.
Wir hatten in
diesen 2 Wochen sehr verschiedene Fische gefangen:
Seelachs,
Lumb, Leng, Rotbarsch, Pollack,
Schellfisch, Dorsch, Lippfisch, Scholle und
natürlich Makrele.
Viele kleine
Fische setzten wir wieder zurück.
Auch unsere
Nachbarn, die oft in unserer Nähe waren,
kamen mit guten Ergebnissen zum Haus zurück.
Bei unserer
letzten Ausfahrt fingen wir in einer Stunde
23
Seelachs und 2 Makrelen,
wobei viele Kleine wieder zurückgesetzt wurden.
So war mein Mann
noch 2 Stunden mit Filetieren beschäftigt.


Wir hatten
einen traumhaften Urlaub,
der noch nie
so kurzweilig war wie dieses Jahr,
fantastisches
Wetter und
wir haben
tolle Leute kennen gelernt.

Ein
herzliches Dankeschön an unseren Vermieter und Freund
Björn vom Haus „Ankerloftet",
der 2 Angelausfahrten mit seinem „Speed-Boot" mit uns machte
und an unsere norwegischen Freunde Bente und Eivind,
denen die Häuser „Bryggekanten" gehören
und die sich viel Zeit für uns genommen
haben.

Auch unseren
Nachbarn Ute und Peter im Haus „Bryggekanten" gefiel es so gut,
dass sie gleich vor Ort, genau wie wir, für nächstes Jahr wieder das Haus
buchten.
So freuen wir
uns schon heute auf ein Wiedersehen im Juli
2009.
Liebe Grüße
auch an Petra, Thomas, Lars und Steffen,
die
wir vielleicht auch mal am Innvaer wieder
sehen.
Und nicht zu
vergessen unsere „Wartmänner",
bei denen vor allem die Kinder viel Spaß
hatten.
Viele
Grüße
Frankenlady
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