Ausgabe Mai 2012

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    REISEBERICHT--Norge 2008 (Wohnmobil durch Norge)

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    Reisebericht - Norwegen Sommer 2008

    Wie in jedem Sommer sind wir auch dieses Jahr mit unserem Wohnmobiel durch Norwegen gefahren. Wir beginnen unsere Tour meistens am Romsdalfjord und fahren danach z.B. noch nach Averoy, Bud, Runde und auf jeden Fall nach Florö. Am Roms bauen wir dann mein Boot auf. Ein kleines Schlauchboot mit 2 PS Viertakter. Zu zweit, das sind mein Kumpel Maurice und ich, reicht das völlig aus. Am ersten Tag ist bleibt es dann bei entspanntem Angeln.

    Ein paar kleinere Dorsche, Seelachse bis 4 Kilo und ein bisschen Kleintier (Schellfische, Knurhahn,...). Der zweite Tag beginnt mit Regen und es sieht so aus als würde es dabei bleiben. Trotzdem fahre ich am Morgen allein raus, schließlich habe ich den anderen am einen Leng zum Mittagessen versprochen. Nach einer Stunde Naturköderangeln mit einigen Bissen und Austeigern liegt dann der versprochene Leng ( ca. 3 Kilo ) in der Fischkiste und nach ein paar Würfen mit einem kleinen Pilker gesellt sich noch ein Seelachs von etwa 4 Kilo dazu. Im Laufe des Tages gibt es nur eine Regenpause zum Mittagessen, danach wird das Wetter wieder schlechter und auch der Wind nimmt stark zu. Nach einer Stunde abendlichen Speedjiggens ohne Biss geben wir dann auf. Die Drift wird einfach zu stark. Am nächsten Tag ist das Wetter wieder super und wir nutzen das morgendliche ruhige Wasser zum Schleppen auf Meerforelle.

    Das ist aber gar nicht so leicht, denn die Fische beißen sehr vorsichtig und so steigen fast alle wieder aus. Nur eine Makrele können wir fangen. Aber diese nutzen wir dann zum Naturköderangeln und überlisten nach kurzer Zeit einen Leng. Danach ist Speedjiggen angesagt. Doch lange halten wir nicht durch, zu heiß ist es jetzt auf dem Wasser. Nach einem Seelachs und einem Schellfisch geben wir auf.

    Auf dem Weg zum Campingplatz entdecke ich dann eine große Menge an raubenden Möwen. Dort angekommen Kocht das Wasser. Makrelen sind in den Fjord gezogen. Diese rauben so aggressiv, dass man den Eindruck hat, es handle sich nicht um Makrelen sondern um eine Horde Bonitos. Wir sind jedoch etwas enttäuscht, hatten wir doch auf große Seelachse gehofft. Nach einem Stellenwechsel wird meint kleiner Pilker nach kurzer Zeit gestoppt. Es „ruppelt" an der in der Schnur. Ich rechne mit einer Makrele doch die hat plötzlich enorme Kraft und zieht mit ordentlich Speed Schnur von meiner kleinen Avet. Auch Maurice hat jetzt eine laute Bremse. Nach etwa 4 Minuten Drill landen dann zwei Seelachse von etwa 5 Kilo Boot. Nach drei weiteren ist die Fischkiste voll und wir treten die Rückreise an.

    Am Abend geht es dann wieder zum Naturköderangeln. Doch wir haben kein Glück und belieben nicht fünf Minuten von den Bissen der kleinen Goldbarsche verschont. Also brechen wir ab und wieder sehen wir etwas Jagen. Diesmal sind es keine Möwen sondern etwa 10 Boote die über einer Stelle Angeln. Ein Heringsschwarm hatte all die Angler angelockt. Die kleinen silbernen Fische stürzen sich auf alles was sie sehen. Seawaver, große Beifänger, Pilker, ... nichts ist vor ihnen sicher. Darunter rauben große Seelachse. Deshalb lasse ich einen Hering unter den Schwarm, wer weiß was da noch so raubt. Doch leider kommt keine Überraschung ins Boot. Für den nächsten Tag haben wir uns ein überdachtes Boot mit 50 PS Außenboarder geliehen, eine Tour nach Molde steht auf dem Programm.

    Auf dem Weg dahin halte ich die Augen auf und am Ausgang des Roms sehe ich viele Möwen auf dem Wasser. Dort angekommen flitzen die Brießlinge über das Wasser. Nach zwei schnellen Sprints zur Oberfläche wird mein Pilker gepackt und geht danach wieder auf Tauchstation. Wenig später halte ich einen strammen Seelachs in den Händen. Nach ein paar Fotos wird er schonend zurückgesetzt. Neue Drift, zwei krumme Ruten. Wieder kommen zwei schöne Fische ins Boot. Während ich meinen Fisch release tauchen zwei der zahlreichen Schweinswahle direkt neben uns auf und wir können sie auf Grund des klaren, ruhigen Wassers deutlich unter der Oberfläche schwimmen sehen. Erst das Wasser, das mir mein wieder zu Kraft gekommener Fisch ins Gesicht spritzt löst mich von dem fesselnden Anblick. Der Fisch schwimmt kraftvollen Flossenschlägen in die blaugrüne Tiefe zurück. Am Abend fahren wir noch einmal zum Fjordausgang. Jedoch lassen sich außer einigen Halbstarken zunächst keine guten Fische fangen.

    Dann sehen ich wieder die geliebten raubenden Möwen. Als wir den Ort des Geschehens erreichen lassen wir wieder unsere Pilker durch das Mittelwasser flitzen. Nach einigen Würfen durchfährt ein Schlag meine Rute. Der Seelachs ist nach kurzer Zeit im Boot und es sollen weitere folgen. Jetzt sind drei Ruten krumm. Mein eigentlich nichtangelnder Vater hält eine stark gekrümmte Jerkbaitrute in den Händen und bekommt zum ersten Mal einen Eindruck davon, welche Kräfte diese Tiere entwickeln. Als ich einen Fisch releasen will sehe ich einen schwarzen Schatten unter ihm. Habe ich mich nur getäuscht? Dann kommt der große Schwall an die Oberfläche und im Nu kocht das ganze Wasser. Die Seelachse rauben direkt an der Oberfläche, manche fliegen fast aus dem Wasser. Als die Kiste voll ist geht es heimwärts. Die entnommenen Fische wiegen etwa 6 - 7 Kilo. Danach geht es nach Bud.

    Der erste Tag steht ganz im Zeichen des Speedjiggens und Pilkens. Ich fahre unser Schlauboot über ein großes, tiefes Loch mit direkte Öffnung zum Atlantik und lasse einen blau-silbernen Pilker auf etwa 80 Meter ab. Gleich beim ersten Speed-Durchgang steigt ein Fisch ein. Nach tollem Drill an der Spinnrute kommt ein Dorsch von etwa 3 Kilo ans Tageslicht. Der Tag geht mit schönen Schellfischen, Pollacks und Dorschen weiter. Am zweiten Tag in Bud stehen morgens Naturköder auf dem Programm. Nach nur wenigen Minuten hat sich ein schöner Lump den Hering geschnappt und wandert in die Fischkiste. Nach einem Stellenwechsel müssen wir die Köder nach einer Viertelstunde wieder einziehen, da die Bodenstrukturen nicht mehr ideal sind. Bei Maurice steigt auf den hochgezogenen Hering ein guter fisch ein. Worum handelt es sich dabei? Dann klingelt das Telefon.

    Mein Vater ist dran und sagt, dass er im Krankenwagen nach Molde liegt! Er hatte einen Fahrradunfall. Etwa eine Minute nach dem Anruf sehen wir dann den Fisch. Ein Seelachs? Nein, der ist zu länglich. Leng? Nein, zu dick. Ein guter Seehecht durchbricht die Oberfläche! Aufgrund der Nachricht von dem Fahrradunfall fällt die Freude über den Fisch fast weg. Wir machen uns sofort auf den Weg zum Campingplatz. Für eine halbe Stunde Angeln war das Ergebnis jedoch nicht schlecht. Am Abend kann mein Vater dann gottseidank das Krankenhaus verlassen und mit einem Nasenbeinbruch, Platzwunden und einer Schulterprellung zum Campingplatz zurückkehren.

    Am nächsten Tag fällt das Angeln wegen starken Windes größtenteils flach. Unsere nächste Station ist Florö. Wir lieben diesen Ort. Er ist zwar der südlichste Punkt unserer Tour, jedoch konnten wir in der Vergangenheit unsere größten Fische an diesem Fleck Norwegens fangen. Dieses Jahr enttäuscht uns unser Lieblingsrevier jedoch sehr. Wir fischen hartnäckig können jedoch nicht die sonst allgegenwärtigen großen Seelachse fangen und angeln deshalb hart am Grund unseres absoluten Hotspots. Dort stehen Dorsche, welche im Schnitt zwischen 2 uns 6 Kilo wieger. Wir haben jedoch auch schon Fische bis zu 8 Kilo fangen können und haben weitaus größere bei anderen Anglern gesehen. Diesmal wiegen die größten Fische bis zu 7 Kilo. Doch sind pro Ausfahrt meist nicht mehr als zwei Fische über 4 Kilo drin. Die allgegenwärtigen Schellfische zwischen 1 und 2 Kilo sind jedoch auch dieses Jahr vor Ort und machen einem beim gezielten Angeln auf Dorsch das Leben schwer.

    Die letzte Station an der wir unser Boot zu Wasser lassen ist der Songefjord bei Balestrand. Hier ist Naturköderangeln angesagt. Eine andere Methode hat kaum einen Sinn. Mit Glück können wir beim Schleppen auf Meerforelle eine Makrele fangen und so steht dem Lengangeln nichts mehr im Wege. Aber es kommt ja immer alles anders als man denkt. Und so ist der einzige fisch den wir in etwa 2 Stunden Naturköderangeln fangen können ein Seelachs, welcher sich den Makrelenfetzten in etwa 200 Meter Tiefe nahm. Verrückte Anglerwelt!




    Leonard Schmidt.






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