Ausgabe Mai 2012

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    Siesta an der Saale..

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    Siesta an der Saale


    Ich fuhr heute um die Mittagszeit an die Saale, um ein paar Raubfische aus der Siesta zu wecken. Nach der deutlichen Abkühlung im Vergleich zu den Vortagen, hatte ich die Hoffnung, dass sich diese Verhältnisse positiv auf das Beißverhalten auswirken könnten. Meine Vermutung wurde schon beim allerersten Wurf bestätigt. Auf einen 4'' Kopyto River-Shad bekam ich sofort einen Biss. Zwei Luftsprünge und ein paar kurze Fluchten später konnte ich einen schönen Hecht von 79 cm per Kiemendeckelgriff landen.

    Na mal schauen, ob nach diesem Einstand nach Maß noch mehr geht.
    Etwa eine Stunde später lautete die Antwort "Ja!" denn auf einen 8 cm Attractor-Shad von Profi Blinker gab es direkt nach dem Aufwerfen den nächsten Biss und diesmal handelte es sich erneut um einen kampftstarken Hecht von 76 cm.

    Eigentlich schon genug Grund zur Zufriedenheit für mich, denn zwei Hechte in guter Größe fange ich auf meiner stark beangelten Haus-Saalestrecke auch nicht jeden Tag.
    Dennoch fischte ich weiter und nach einer weiteren halben Stunde setzte es ebenfalls auf den kleinen Attractor einen heftigen Schlag in die Rute. Was auf den Anhieb folgte war beeindruckend und furchteinflößend zugleich. Um den Haken beim Gummifischangeln präzise setzen zu können, hatte ich die Bremse meiner Shimano Biomaster fast zugedreht, aber sie "sang" dennoch sofort los. Ich öffnete sie erstmal ein wenig um keinen Schnurbruch zu riskieren, schließlich sind eine 0,15er Power Pro und ein 7 kg Canelle-Stahlvorfach keine Abschleppseile. Als mein Gegner innerhalb von weniger als einer halben Minute in einem Zug etwa 50 Meter Schnur von der Rolle gerissen hatte, blieb mir aber nichts anderes übrig, als die Bremse wieder härter zu stellen. Statt der erhofften Verlangsamung des Fisches, trat aber das Gegenteil ein. Der Riese wurde schneller und schneller, meine Shimano Speedmaster XH bog sich bedrohlich bis ins Handteil und eine kurze Berühung der Rollenspule erinnerte an eine voll aufgedrehte Heizung. Ohne Übertreibung, es war mir, als hätte ich ein Motorboot am Haken. Ich glaubte in diesem Moment, keine Chance zu haben, denn von den gut 150 Meter Schnur waren nur noch wenige übrig. Dann gab es plötzlich einen kräftigen Ruck am anderen Ende und obwohl ich noch Widerstand spürte, dachte ich von nun an erstmal, der Fisch wäre ab und nur noch ein großer Ast oder ähnliches am Haken. Ich konnte ganz langsam einleiern und die Bremse kreischte bis zum Ende des Drills kein einziges Mal mehr auf.
    Ein Drill war es in der Tat noch, denn nach meinen Zweifeln stellte sich heraus, dass mein Gegenüber doch noch dran war, sich nun aber wie ein nasser Sack ans Ufer ziehen ließ. Zum Glück hatte ich eine Badehose drunter und konnte so ein Stück in die Saale waten um den erwartungsgemäß großen Wels schon im ersten Versuch per Wallergriff landen. Der kleine Attractor-Gummifisch saß perfekt im Maulwinkel und das gesamte Gerät hatte den Kampf mit meinem neuen Wels-PB hervorragend überstanden. Die Messung ergab stattliche 1,65 m.
    Ein während des Drills herbeitelfonierter Kumpel konnte dann noch einige schöne Fotos schießen (Danke!!!), die ich euch natürlich nicht vorenthalten will.




    Schleimverschmiert, ausgepowert und zugleich megahappy, begab ich mich danach auf den Heimweg.

     

     

    Veit Wilde

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