Angelgerät: Bewährt seit Jahren... Diesmal: Effzett - Blinker und PowerScan Wirbel
Dass neues Angelgerät "wohlwollend"
vorgestellt wird, dafür sorgt die Angelgeräteindustrie ja bei den
Zeitschriften.
Vieles an "altbewährtem" Gerät und Zubehör jedoch, darüber spricht kaum
noch
jemand.
Entweder weil man es sowieso selber kennt, oder eben weil man
nie davon gehört hat. In loser Folge werden hier unsere Autoren und
Redakteure
solch "altbewährtes" Gerät und Zubehör vorstellen. Dazu stellen wir uns
selber
allerdings einige Bedingungen, um glaubwürdig zu bleiben und nicht in
der
Verdacht des "Willfährigkeitsjournalismus" zu kommen.
| Keine Ruten, Rollen oder
Kunstköder (diese mit Ausnahmen) - zu sehr
Geschmackssache Keine "Bewerbungen" seitens der Industrie, nur Produkte die über Jahre/Jahrezehnte vom jeweiligen Autoren zu seiner Zufriedenheit eingesetzt wurden. |
Eines der wichtigsten Teile einer Montage überhaupt
ist der Wirbel. Gleichzeitig wird wohl keinem Teil so wenig
Aufmerksamkeit
gewidmet, wie diesem Verbinder zwischen Hauptschnur und
Vorfach/Kunstköder.
Der Wirbel ist ein optischer Störenfried. Und so bin
ich immer bestrebt, diesen so klein wie möglich zu wählen. Das
kollidiert aber
oft mit dem Anspruch der Stabilität. Was nutzt das Stahlvorfach vor dem
Barschspinner, wenn bei einem großen Hecht der Wirbel aufbiegt ?
Andererseits
soll der Wirbel von der Dimension her natürlich nicht dem Köder
Konkurrenz
machen.
Es gilt also einen Kompromiss zu finden. Einem möglichst kleinen,
unauffälligen Wirbel, der eine hohe Sicherheit gegen brechen oder
aufbiegen
bietet. Weiter soll er einen Vorfach/Köderwechsel ohne große Fummelei
ermöglichen und natürlich auch sehr gute Antidrall-Eigenschaften
haben.
All das bietet der Scan Powerwirbel von DAM seit sehr vielen
Jahren.

Die größeren Exemplare verwende ich zum Schleppfischen auf Hecht. Auch bei brachialen Bissen hat dieser Wirbel immer zuverlässig gehalten.
Wenn man sich die Konstruktion genauer ansieht, wird gleichzeitig klar, dass da noch ein fast unüberwindbares Sicherheitsmerkmal existiert.

Der Wirbel kann sich bei Überlast nicht aufbiegen, sondern er zieht sich zu.
Die kleineren Exemplare verwende ich gerne zum feinen Spinnfischen oder an der Matchrute. Grade hier kann aber jederzeit ein starker Fisch einsteigen und das Gerät auf´s äußerste belasten. Ein etwa 90er Hecht ist mir mal auf einen kleinen Barschspinner gegangen. Beim Drill musste ich an die Grenzen der Schnurtragkraft gehen, um ihn von einem Seerosenfeld abzuhalten. Ich konnte den Hecht schließlich landen und staunte nicht schlecht als ich feststellen musste, dass der Wirbel sich zugezogen hatte. Ein normaler Karabinerwirbel hätte sich aufgebogen und der Fisch wäre samt Vorfach und Spinner entkommen.
Über kaum etwas gehen die Meinungen so auseinander, wie bei den Kunstködern. Unüberschaubar ist die Produktpalette der Hersteller in Form, Farbe und Größe. Jeder hat seine Favoriten, seine Lieblingsköder. Diese haben ihren persönlichen Status bei wohl jedem Angler dadurch erreicht, dass sie gefangen haben. Vertrauen durch Erfolg heißt die Zauberformel.
Aber welchen Rat gibt man nun einem Anfänger oder Einsteiger. Wie beantwortet man die Frage nach einem guten Kunstköder ?
Nun, mit gutem Gewissen kann man zwei Modelle nennen, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt werden und fast in jedem Gewässer und in jeder Situation die Chance auf einen guten Fisch bringen.
Mein absoluter Favorit, und auch der erste Kunstköder, den ich mir an die Angel geknotet und mit dem ich auch meinen ersten Hecht gefangen habe, ist der Heintz-Blinker.
Bedenkt man, dass dies nun schon gut über 30 Jahre her ist, kann man da getrost von einem Dauerbrenner sprechen. Ein Produkt, welches sich über einen so langen Zeitraum in den Sortimenten der Hersteller findet und zudem noch so oft kopiert wird und wurde, kann nicht verkehrt sein.
Der Heintz-Blinker in der Originalversion hat bei großer Fläche ein geringes Gewicht und ist somit prädestiniert für den Einsatz im Stillwasser. Langsam geführt, mit kleinen Rucken animiert und ab und an einfach absacken gelassen, kann kaum ein hungriger Hecht widerstehen. Ich benutze am liebsten die Größe 90mm mit 28g Gewicht.
Das Erfolgsrezept beim fischen mit dem Heintz ist die Langsamkeit. Träge, fast gelangweilt muss er seine Bahn ziehen. Hektik und Tempo ist nicht sein Ding.
Geht es jedoch ans Fließwasser, kommt ein anderer " alter Hund " zum Einsatz. Der Effzett. Und zwar die Standardversion, " das Original " sozusagen. Kleiner in der Fläche und gleichzeitig schwerer, findet er sein Einsatzgebiet in langsamen bis mäßig fließenden Gewässern. Aber auch in starker Strömung, entsprechend geführt, bringt er seine Fische. Beim Effzett denkt man wohl in erster Linie an einen Hechtköder, aber auch Barsche mögen ihn, und für Zander kann er - richtig eingesetzt - zum Verderben werden.
Dabei fange ich am besten auf die kupferne Variante in den Größen 55 oder 65 mm.
Manchmal teuflisch fängig ist er stromauf gefischt. Also gegen die Strömung geworfen und an ständig gespannter Schur abtaumeln lassen. Sobald er Grundkontakt hat, wird er durch eine kräftige Rutenbewegung nach oben angehoben, um erneut Richtung Gewässergrund zu sinken. Es ist von Vorteil, den Drilling um einen Hakenschenkel zu erleichtern, weil das die Hängergefahr enorm verringert. So zu fischen bedarf allerdings einiger Konzentration um die Bisse mitzubekommen. Beim kleinsten Zucker, bei der kleinsten Abweichung muss der Anhieb kommen. Eine möglichst gestraffte Schnur ist dabei unerlässlich.
Leider sind beide Köder im Verlangen der Angler durch die " Gummieexpansion " etwas in´s Hintertreffen gelangt. Leider oder Gott sei Dank. An stark von Gummiefischern beangelten Gewässern haben diese alten Kunstköder für die Fische nun wieder den Status des neuen/ unbekannten. Während der letzte Schrei der Glitterschwanzglibbergummies den Fischen hier und da nur noch ein müdes Lächeln entlockt, fangen die alten neuen Blechkameraden trotzdem ihre Fische.
Alle drei hier vorgestellten Produkte, insbesondere die beiden Kunstköder, wurden und werden von vielen Herstellern kopiert und/oder in leicht abgewandelter Form und unter anderen Namen auf den Markt gebracht. Sicher fangen die auch Ihre Fische. Aber, ich sprach weiter oben schon davon, das fischen mit Kunstködern ist in hohem Maße abhängig vom Vertrauen des Anglers in das jeweilige Produkt. Und da weiß ich eben bei den Originalen, was ich habe, während ich es bei Plagiaten nur vermuten kann oder mir erst mühsam erarbeiten muß. Ich mache da keine Kompromisse, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Hier noch ein paar Informationen, die uns die Fa. DAM freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Ist DAM der einzige Anbieter dieser Produkte?
Bei den Wirbeln sicher nicht. Es gibt keinerlei Patente auf diese Wirbel und wir wären nicht überrascht, wenn auch andere Anbieter dieses Produkt führen.
Der Original Effzett ist eine Handelsmarke von DAM. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Plagiaten auf dem Markt, aber die Angler wissen von der einzigartigen Form- und Farbgebung der Originalprodukte.
Der Heintz-Blinker wird in seiner Originalform nur von DAM vertrieben.
Seit wann vertreibt DAM diese Produkte ?
Den Wirbel haben wir seit ungefähr 20 Jahren im Sortiment.
*Der Effzett gehört zum Urgestein von DAM und befindet sich seit Gründung der Firma 1902 in unserem Sortiment. EffZett ist die Abkürzung des Namens des Erfinders und Vorgängers der Fa. DAM Fritz Ziegenspeck ( F= sprich Eff, Z = sprich Zett ).
*Der Heintz Blinker wurde um 1906 herum von Dr. Karl Heintz erfunden und bis zu seiner heutigen Form weiterentwickelt. DAM Berlin verkaufte bald darauf einen Nachbau unter dem Namen " Germania Silberfisch ". Original Heintz Blinker tragen den Namenszug von Dr. Heintz in Schreibschrift. Plagiate kommen ohne den akademischen Titel aus oder sind in Druckbuchstaben geschrieben.
( *Anmerkung des Verfassers: Die Informationen über den EffZett und den Heintz Blinker habe ich aus Links entnommen, die mir von DAM zu diesen Fragen genannt wurden. Seit wann DAM den Original Heintz Blinker vertreibt, geht daraus nicht hervor)
Wird DAM diese Produkte auch weiterhin im Sortiment führen ?
Selbstverständlich ! EffZett und Heintz-Blinker sind Denkmäler von DAM und haben dazu beigetragen, DAM zu dem zu machen was wir heute sind. Beide werden immer ein Teil unseres Sortiments sein.
Wie unterscheiden sich Ihre Produkte von anderen, ähnlichen, oder Nachbauten ?
Es sind die Details. Z.B. die Zusammensetzung der Messinglegierungen in den Löffelblättern und die präzisen Abmessungen selbiger. Es gibt so viele charakteristische Einzelheiten, dass es z.B. unmöglich ist, eine hundertprozentige Kopie eines EffZett Blinkers anzufertigen.
Ralf Dahlheusr
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Kommentare
rumhängen. Sicher fängig, aber halt nicht mein Ding,
Ganz anders der Effzett. Kein Binkertag ohne diesen Superkoder. Egal auf Hecht, Barsch oder Forelle...ein Effzett ist immer im Sortiment. Ist immer und
überall zu fischen und unglaublich vielseitig zu führen.
Case