Ausgabe Februar 2012

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    Der Wallerknoten...

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    Der Wallerknoten... 

    Ok, um es gleich mal vorweg zu nehmen, so sieht er aus. Wie man ihn bindet und auf was man dabei achten sollte moecht ich euch in der folgenden Geschichte kurz erzaehlen.



    Donerstag Abend vorletztes Wochenende rief mich mein Gewaesserwart an. "Du wie siehts aus, Lust uebermorgen mal wieder ueber Nacht am See zu bleiben?" Klar hatte ich Lust und auch Zeit. anzeige_geoff-anderson_50x5.jpg
     
    Also alles fuer Samstag ausgemacht. Treffpunkt halb acht Abends am See, bei der Hitze beisst vorher sowieso nix. Am Samstag Tag war allerdings von der Hitze der vorherigen Tage und Wochen nicht viel geblieben, es waren noch 14 Grad und es regnete. Ausgerechnet heute muss es schiffen, na toll!
     
    Am See angekommen wartete Rainer (so heisst der Gute, vielleicht einigen hier aus meinen anderen Berichten bekannt) bereits im Auto. Fenster runter,"Komm rueber" - "nee,komm Du doch rueber". Keiner wollte bei dem Piss raus aber ich erbarmte mich dann.
     
    Kurze Lagebesprechung...wir brauchen erstmal Koefi's, und zwar reichlich! Also was soll's, Krempe auf die Birne und die dicke Kutte angezogen und ab nach draussen. Gott sei Dank hatte ich meine Senke dabei, so geht's wenigstens etwas schneller - von wegen.
     
    Es dauerte ueber eine Stunde bis wir unsere 20 Fischlein zusammen hatten. Etwas angenaesst gings dann endlich zu unserem Platz, eine schoene grosse Stelle unter einer dicken Weide am 3ha Vereinsweiher. Geraeufel die paar hundert Meter dorthingeschleppt hiess es jetzt erstmal einen Schutz vor dem Mistwetter aufzubauen. Rainer hatte eine 4x4 Meter Plane aus dem Baumarkt dabei, hatte ich zwar bis dato noch nie gesehen, funktionierte aber praechtig und sollte uns wenigstens ein trockenes Nachtlager bescheren.



    Kaum alles aufgebaut schien es doch tatsaechlich aufzuklaren, der Regen liess nach und ein Ansatz von einem Regenbogen tat sich vor uns auf.



    Hielt ganze 10 Minuten an dann schloss sich der Himmel wieder und wir bekamen die naechste Dusche. Aber wir waren ja trocken untergebracht und nun war es auch an der Zeit die Ruten ins Wasser zu bringen. Eigentlich war heut reines Wallerangeln angesagt, was Rainer auch tat. Fette ein Pfund Karausche an der einen und ein schoenes grosses Rotauge an der anderen Rute waren seine Argumente mit dem er sein heutiges Vorhaben deutlich untermauerte.
     
    anzeige_zebco_50x50_2004.jpgIch war mir da allerdings noch etwas unschluessig, hatte ich doch die letzten Wochen immer schoene Aale auf Kombikoeder ueberlisten koennen und wenn ein Waller beisst sind die eh meistens etwas kleiner. Ich ging also den Kompromiss ein und fischte etwas leichter. Koefi in vier Teile zersaegt, Schwanz drauf, Dendrobena, noch ein Stueck Fisch, wieder ein Dendro und nochmal. Zum Schluss dann den Kopf. Das ganze plazierte ich nur 2 Meter vom Ufer nahe eines Busches im 2 Meter tiefen Wasser. Die andere Rute bestueckte ich mit einem mittleren Rotauge und feuerte das ganze raus auf eine Kiesbank in ca 1 Meter Tiefe.
     
    Jetzt begann der gemuetliche Teil, schoen unter unserer Plane gemuetlich machen, essen, trinken und ein wenig fachsimpeln...das Leben kann so schoen sein. Der Regen prasselte runter, die Knicklichter dumpelten schoen in der Dunkelheit vor sich hin, der Kuckuck verstummte und wurde vom Waldkauz abgeloest,die Spannung stieg. Ich erwartete allerdings nicht viel vor Mitternacht da es die letzten Wochen meistens so war. Also warten, warten, warten...
     
    Es war nun schon nach 12 und immer noch nix. Langsam kroch uns auch die Kaelte und Naesse unter die Klamotten sodass wir uns wenigstens schon mal in die Schlafsaecke verkruemelten. Nach einer Weile war mein Rainer dann wohl wegedoest und ich kurz davor als ich im Augenwinkel sein Knicklicht unter der Wasseroberflaeche verschwinden sah,BISS! Sogleich schallte sein Bissanzeiger durch die Nacht den er noch zusaetzlich als akkustische Absicherung benutzte falls einen doch die Muedigkeit ubermannt.
     
    Somit war er auch gleich wach, quaelte sich aus dem Sack und nahm Tuchfuehlung auf. Der Fisch nahm ordentlich Schnur wie ich im Schein der Taschenlampe erkennen konnte. Rainer quittierte dies nach ein paar weiteren Sekunden mit einem Anhieb...aber nichts! Er kurbelte die Montage zurueck, der Koefi war noch dran, keine Bissspuren, nichts! Er murmelte irgendwas mit "...scheixx Aal...." oder sowas, er mag die Burschen nicht wirklich.
     
    Also wieder raus damit und zurueck in den Schlafsack. Bei mir tat sich gar nix und nach einer Weile sind mir dann wohl auch die Augen zugefallen. Als ich wieder aufwachte standen 3 Gestalten neben mir und erkundigten sich ob denn schon was ging. Waren die Jungs vom benachbarten See. Ich suchte kurz nach unseren Posen, alles noch da, und verneinte.
     
    Sie hatten auch noch nichts aber haetten mit ihrem Besuch gern noch eine Stunde warten koennen. Als sie wieder abzogen versuchte ich noch ein Auge zuzubekommen aber irgendwie war ich jetzt wach. War ja auch schon 3 Uhr morgens. Rainer schlief oder tat zumindest so... Um halb vier bin ich dann aus dem Schlafsack raus, erstmal eine rauchen. Es begann bereits heller zu werden und ueber dem See lag ein leichter Nebel.





    Da immer noch nichts gebissen hatte gab ich innerlich auch die Hoffnung schon auf. Taktikwechsel. Ich kramte meine Spinnrute aus dem Futteral und machte sie einsatzbereit. So, welche Rute kommt jetzt raus? Ich musste eine rausnehmen da ja das fischen nur mit 2 Ruten gestattet ist. Ich entschied mich fuer die Kombikoeder Gerte, liess sie aber noch kurz liegen um mir eine Zigarette fuer spaeter zu drehen.
     
    Ich hatte das Paper schon in der Hand als ich mit einem Ruck meinen Schwimmer verschwinden sah. Ich liess augenblicklich alles fallen und nahm die Rute in die Hand. Zum Glueck war der Buegel der Rolle geoeffnet denn die Schnur lief mit einem Affenzahn Windung um Windung von dieser. Ich faste mir ein Herz und schloss den Buegel...zum Anhieb bin ich glaub gar nicht mehr gekommen denn der Fisch hing voll drinn und nun merkte er was los war und gab richtig Gas.
     
    Die Rute war nun krumm bis ins Handteil, die 28er Mono wurde kreischend von der Rolle gerissen und ich kreischte nach Rainer... Der kam auch gleich, noch etwas verpennt aber immerhin... "Scheixxe das ist was grosses, wo ist der Kescher?" Der war natuerlich noch in der Rutentasche, haette man ja auch mal vorher rausholen koennen. Ich weiss nicht was da mein Gegenueber ist, tippe (und hoffe) aber auf einen Waller. Ich hatte vor Jahren mal einen aehnlichen Biss, gleicher Koeder, gleiche Stelle, der sich dann aber als 20 Pfuendiger Karpfen entpuppte.
     
    Wie auch immer, der Fisch kannte keine Gnade und zog nun nach rechts direkt auf einen Busch im Uferbereich zu. Natuerlich nicht ohne auf dem Weg dorthin noch meine andere Schnur zu durchkreuzen welche Rainer noch versuchte rauszunehmen aber dann meinte der haengt schon voll drinn. Wenn er da reinzieht ist er weg, also die Bremse weiter zu aber ich kanns mit dem Geraet einfach nicht uebertreiben, einfach zu schwach aber wenn er jetzt nicht nachgibt ist er eh weg. Also noch ein Quaentchen mehr zu und siehe da, er kommt kurz hoch. Ich sehe meinen Schwimmer und kurz dahinter taucht er auf...jawohl Wels!
     
    Der hatt ueber 20 Pfund aber die wahre Groesse kann ich nur erahnen, es ist immer noch zu dunkel um es genau zu erkennen. Der Fisch taucht nun wieder ab und schwimmt parallel zum Ufer auf mich zu, dreht aber wieder um und versucht nochmals in den Busch zu fliehen. Ich halt voll dagegen, soweit ich es dem Geraet zutrau und sogar noch etwas mehr. Es klappt, er dreht ab und zieht in den See raus mit meiner anderen Montage im Schlepptau, weg von dem Busch und ich kann ein wenig die Spannung lockern um ihn muede zu drillen.
     
    Nun zieht er seine Bahnen, ungefaehr 20 Meter vor uns von links nach rechts und wieder zurueck aber ich bekomm ihn jedesmal ein Stueck weiter zu mir her. Kurz darauf ist er schon fast vor unseren Fuessen und Rainer macht sich bereit zum Keschern. Von einem Wallergriff hielten wir Abstand aufgrund mangelndem Handschuh und mangelnder Erfahrung.
     
    Nun sehen wir den Fisch in ganzer Laenge und mir wird nun richtig Angst und Bange. Ich laufe zurueck um den Winkel zwischen Rute und Schnur nicht zu Spitz werden zu lassen, sehe aber deshalb auch nicht mehr was der Fisch macht. Der Uferbewuchs versperrt mir die Sicht und ich lege alle Hoffnung in Rainer. Ich sehe ihn auch schon hochziehen aber im gleichen Augenblick reisst es mir fast die Rute aus der Hand! Der hat nochmal Gas gegeben und ich hoere nur noch "Knack"...
     
    Meine Rute! Die Spitze ist hin aber der Fisch noch dran, aber nur noch zwei Sekunden dann reisst die Schnur auch noch.
     
    Wir stehen beide total bedroeppelt da und ich seh nur noch meine Pose langsam verschwinden gefolgt von ein paar Metern Schnur und weg isser! Waere ja auch zu schoen gewesen...aber was ist das? Meine zweite Rute faengt wie wild an im Rutenstaender zu tanzen! Ich nehm sie hoch und tatsaechlich, er ist dran! Ich habe allerdings wenig Hoffnung den Fisch so doch noch zu bekommen.
     
    Ich drille sehr vorsichtig und meine zu Rainer das wir vieleicht doch noch, aber wenn dann nur diesen einen Versuch bekommen werden. Und tatsaechlich, der Fisch taucht nach einer Weile sichtlich muede direkt vor uns auf, Rainer schiebt den Kescher drunter und er rutscht rein!
    Unglaublich!
    Ein Jubelschrei geht durch die Morgendaemmerung was auch sofort unsere Nachbarn anlockt. Sie glauben uns die Geschichte natuerlich nicht und denken wir wollen sie auf den Arm nehmen. Beim Anblick der Rute und des "Wallerknotens" glauben sie uns dann aber doch. Ich selbst kanns jedoch immer noch nicht richtig fassen, aber manchmal hat man einfach Glueck!





    Nach einem wunderschoenen Sonnenaufgang wurden noch ein paar Photos geschossen.













    Der Fisch mass 135cm bei 15 KG Gewicht. Fuer einen Waller mit Sicherheit kein Riese aber bedenkt man die Groesse des Sees und auch die Staerke des Euipments doch ein ordentlicher Fisch. Diese Geschichte ist wirklich wahr!

     

    Jean


    Kommentare 

     
    -1 #1 Walli Wallenstein 2010-08-17 09:59
    Irgendwie sieht er Tod aus,schade um den schönen fisch....
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    0 #2 Hansa-Fan 2010-08-18 16:24
    schöner fisch und zum kommentar von walli wallenstein kann ich nur sagen: ich bin schon aus Prinzip für die Verwertung der gefangenen Fische, warum sollte man auf welsfilet - gut vom fett getrennt - in einer estragon-senf-sauce verzichten?
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