Der Wallerknoten...
Der Wallerknoten...
Ok, um es gleich mal vorweg zu nehmen, so sieht er
aus. Wie man ihn bindet und auf was man dabei achten sollte moecht ich euch in
der folgenden Geschichte kurz erzaehlen.

Donerstag Abend vorletztes Wochenende rief mich mein Gewaesserwart an. "Du wie siehts aus, Lust uebermorgen mal wieder ueber Nacht am See zu bleiben?" Klar hatte ich Lust und auch Zeit.

Donerstag Abend vorletztes Wochenende rief mich mein Gewaesserwart an. "Du wie siehts aus, Lust uebermorgen mal wieder ueber Nacht am See zu bleiben?" Klar hatte ich Lust und auch Zeit.
Also alles fuer
Samstag ausgemacht. Treffpunkt halb acht Abends am See, bei der Hitze beisst
vorher sowieso nix. Am Samstag Tag war allerdings von der Hitze der vorherigen
Tage und Wochen nicht viel geblieben, es waren noch 14 Grad und es regnete.
Ausgerechnet heute muss es schiffen, na toll!
Am See angekommen wartete Rainer
(so heisst der Gute, vielleicht einigen hier aus meinen anderen Berichten
bekannt) bereits im Auto. Fenster runter,"Komm rueber" - "nee,komm Du doch
rueber". Keiner wollte bei dem Piss raus aber ich erbarmte mich dann.
Kurze
Lagebesprechung...wir brauchen erstmal Koefi's, und zwar reichlich! Also was
soll's, Krempe auf die Birne und die dicke Kutte angezogen und ab nach draussen.
Gott sei Dank hatte ich meine Senke dabei, so geht's wenigstens etwas schneller
- von wegen.
Es dauerte ueber eine Stunde bis wir unsere 20 Fischlein zusammen
hatten. Etwas angenaesst gings dann endlich zu unserem Platz, eine schoene
grosse Stelle unter einer dicken Weide am 3ha Vereinsweiher. Geraeufel die paar
hundert Meter dorthingeschleppt hiess es jetzt erstmal einen Schutz vor dem
Mistwetter aufzubauen. Rainer hatte eine 4x4 Meter Plane aus dem Baumarkt dabei,
hatte ich zwar bis dato noch nie gesehen, funktionierte aber praechtig und
sollte uns wenigstens ein trockenes Nachtlager bescheren.

Kaum alles aufgebaut schien es doch tatsaechlich aufzuklaren, der Regen liess nach und ein Ansatz von einem Regenbogen tat sich vor uns auf.

Hielt ganze 10 Minuten an dann schloss sich der Himmel wieder und wir bekamen die naechste Dusche. Aber wir waren ja trocken untergebracht und nun war es auch an der Zeit die Ruten ins Wasser zu bringen. Eigentlich war heut reines Wallerangeln angesagt, was Rainer auch tat. Fette ein Pfund Karausche an der einen und ein schoenes grosses Rotauge an der anderen Rute waren seine Argumente mit dem er sein heutiges Vorhaben deutlich untermauerte.

Kaum alles aufgebaut schien es doch tatsaechlich aufzuklaren, der Regen liess nach und ein Ansatz von einem Regenbogen tat sich vor uns auf.

Hielt ganze 10 Minuten an dann schloss sich der Himmel wieder und wir bekamen die naechste Dusche. Aber wir waren ja trocken untergebracht und nun war es auch an der Zeit die Ruten ins Wasser zu bringen. Eigentlich war heut reines Wallerangeln angesagt, was Rainer auch tat. Fette ein Pfund Karausche an der einen und ein schoenes grosses Rotauge an der anderen Rute waren seine Argumente mit dem er sein heutiges Vorhaben deutlich untermauerte.
Ich war mir da allerdings noch etwas unschluessig, hatte ich doch
die letzten Wochen immer schoene Aale auf Kombikoeder ueberlisten koennen und
wenn ein Waller beisst sind die eh meistens etwas kleiner. Ich ging also den
Kompromiss ein und fischte etwas leichter. Koefi in vier Teile zersaegt, Schwanz
drauf, Dendrobena, noch ein Stueck Fisch, wieder ein Dendro und nochmal. Zum
Schluss dann den Kopf. Das ganze plazierte ich nur 2 Meter vom Ufer nahe eines
Busches im 2 Meter tiefen Wasser. Die andere Rute bestueckte ich mit einem
mittleren Rotauge und feuerte das ganze raus auf eine Kiesbank in ca 1 Meter
Tiefe.
Jetzt begann der gemuetliche Teil, schoen unter unserer Plane gemuetlich
machen, essen, trinken und ein wenig fachsimpeln...das Leben kann so schoen
sein. Der Regen prasselte runter, die Knicklichter dumpelten schoen in der
Dunkelheit vor sich hin, der Kuckuck verstummte und wurde vom Waldkauz
abgeloest,die Spannung stieg. Ich erwartete allerdings nicht viel vor
Mitternacht da es die letzten Wochen meistens so war. Also warten, warten,
warten...
Es war nun schon nach 12 und immer noch nix. Langsam kroch uns auch
die Kaelte und Naesse unter die Klamotten sodass wir uns wenigstens schon mal in
die Schlafsaecke verkruemelten. Nach einer Weile war mein Rainer dann wohl
wegedoest und ich kurz davor als ich im Augenwinkel sein Knicklicht unter der
Wasseroberflaeche verschwinden sah,BISS! Sogleich schallte sein Bissanzeiger
durch die Nacht den er noch zusaetzlich als akkustische Absicherung benutzte
falls einen doch die Muedigkeit ubermannt.
Somit war er auch gleich wach,
quaelte sich aus dem Sack und nahm Tuchfuehlung auf. Der Fisch nahm ordentlich
Schnur wie ich im Schein der Taschenlampe erkennen konnte. Rainer quittierte
dies nach ein paar weiteren Sekunden mit einem Anhieb...aber nichts! Er kurbelte
die Montage zurueck, der Koefi war noch dran, keine Bissspuren, nichts! Er
murmelte irgendwas mit "...scheixx Aal...." oder sowas, er mag die Burschen
nicht wirklich.
Also wieder raus damit und zurueck in den Schlafsack. Bei mir
tat sich gar nix und nach einer Weile sind mir dann wohl auch die Augen
zugefallen. Als ich wieder aufwachte standen 3 Gestalten neben mir und
erkundigten sich ob denn schon was ging. Waren die Jungs vom benachbarten See.
Ich suchte kurz nach unseren Posen, alles noch da, und verneinte.
Sie hatten
auch noch nichts aber haetten mit ihrem Besuch gern noch eine Stunde warten
koennen. Als sie wieder abzogen versuchte ich noch ein Auge zuzubekommen aber
irgendwie war ich jetzt wach. War ja auch schon 3 Uhr morgens. Rainer schlief
oder tat zumindest so... Um halb vier bin ich dann aus dem Schlafsack raus,
erstmal eine rauchen. Es begann bereits heller zu werden und ueber dem See lag
ein leichter Nebel.


Da immer noch nichts gebissen hatte gab ich innerlich auch die Hoffnung schon auf. Taktikwechsel. Ich kramte meine Spinnrute aus dem Futteral und machte sie einsatzbereit. So, welche Rute kommt jetzt raus? Ich musste eine rausnehmen da ja das fischen nur mit 2 Ruten gestattet ist. Ich entschied mich fuer die Kombikoeder Gerte, liess sie aber noch kurz liegen um mir eine Zigarette fuer spaeter zu drehen.


Da immer noch nichts gebissen hatte gab ich innerlich auch die Hoffnung schon auf. Taktikwechsel. Ich kramte meine Spinnrute aus dem Futteral und machte sie einsatzbereit. So, welche Rute kommt jetzt raus? Ich musste eine rausnehmen da ja das fischen nur mit 2 Ruten gestattet ist. Ich entschied mich fuer die Kombikoeder Gerte, liess sie aber noch kurz liegen um mir eine Zigarette fuer spaeter zu drehen.
Ich hatte das Paper schon in der Hand
als ich mit einem Ruck meinen Schwimmer verschwinden sah. Ich liess
augenblicklich alles fallen und nahm die Rute in die Hand. Zum Glueck war der
Buegel der Rolle geoeffnet denn die Schnur lief mit einem Affenzahn Windung um
Windung von dieser. Ich faste mir ein Herz und schloss den Buegel...zum Anhieb
bin ich glaub gar nicht mehr gekommen denn der Fisch hing voll drinn und nun
merkte er was los war und gab richtig Gas.
Die Rute war nun krumm bis ins
Handteil, die 28er Mono wurde kreischend von der Rolle gerissen und ich
kreischte nach Rainer... Der kam auch gleich, noch etwas verpennt aber
immerhin... "Scheixxe das ist was grosses, wo ist der Kescher?" Der war
natuerlich noch in der Rutentasche, haette man ja auch mal vorher rausholen
koennen. Ich weiss nicht was da mein Gegenueber ist, tippe (und hoffe) aber auf
einen Waller. Ich hatte vor Jahren mal einen aehnlichen Biss, gleicher Koeder,
gleiche Stelle, der sich dann aber als 20 Pfuendiger Karpfen entpuppte.
Wie auch
immer, der Fisch kannte keine Gnade und zog nun nach rechts direkt auf einen
Busch im Uferbereich zu. Natuerlich nicht ohne auf dem Weg dorthin noch meine
andere Schnur zu durchkreuzen welche Rainer noch versuchte rauszunehmen aber
dann meinte der haengt schon voll drinn. Wenn er da reinzieht ist er weg, also
die Bremse weiter zu aber ich kanns mit dem Geraet einfach nicht uebertreiben,
einfach zu schwach aber wenn er jetzt nicht nachgibt ist er eh weg. Also noch
ein Quaentchen mehr zu und siehe da, er kommt kurz hoch. Ich sehe meinen
Schwimmer und kurz dahinter taucht er auf...jawohl Wels!
Der hatt ueber 20 Pfund
aber die wahre Groesse kann ich nur erahnen, es ist immer noch zu dunkel um es
genau zu erkennen. Der Fisch taucht nun wieder ab und schwimmt parallel zum Ufer
auf mich zu, dreht aber wieder um und versucht nochmals in den Busch zu fliehen.
Ich halt voll dagegen, soweit ich es dem Geraet zutrau und sogar noch etwas
mehr. Es klappt, er dreht ab und zieht in den See raus mit meiner anderen
Montage im Schlepptau, weg von dem Busch und ich kann ein wenig die Spannung
lockern um ihn muede zu drillen.
Nun zieht er seine Bahnen, ungefaehr 20 Meter
vor uns von links nach rechts und wieder zurueck aber ich bekomm ihn jedesmal
ein Stueck weiter zu mir her. Kurz darauf ist er schon fast vor unseren Fuessen
und Rainer macht sich bereit zum Keschern. Von einem Wallergriff hielten wir
Abstand aufgrund mangelndem Handschuh und mangelnder Erfahrung.
Nun sehen wir
den Fisch in ganzer Laenge und mir wird nun richtig Angst und Bange. Ich laufe
zurueck um den Winkel zwischen Rute und Schnur nicht zu Spitz werden zu lassen,
sehe aber deshalb auch nicht mehr was der Fisch macht. Der Uferbewuchs versperrt
mir die Sicht und ich lege alle Hoffnung in Rainer. Ich sehe ihn auch schon
hochziehen aber im gleichen Augenblick reisst es mir fast die Rute aus der Hand!
Der hat nochmal Gas gegeben und ich hoere nur noch "Knack"...
Meine Rute! Die
Spitze ist hin aber der Fisch noch dran, aber nur noch zwei Sekunden dann reisst
die Schnur auch noch.
Wir stehen beide total bedroeppelt da und ich seh nur noch
meine Pose langsam verschwinden gefolgt von ein paar Metern Schnur und weg
isser! Waere ja auch zu schoen gewesen...aber was ist das? Meine zweite Rute
faengt wie wild an im Rutenstaender zu tanzen! Ich nehm sie hoch und
tatsaechlich, er ist dran! Ich habe allerdings wenig Hoffnung den Fisch so doch
noch zu bekommen.
Ich drille sehr vorsichtig und meine zu Rainer das wir
vieleicht doch noch, aber wenn dann nur diesen einen Versuch bekommen werden.
Und tatsaechlich, der Fisch taucht nach einer Weile sichtlich muede direkt vor
uns auf, Rainer schiebt den Kescher drunter und er rutscht rein!
Unglaublich!
Ein Jubelschrei geht durch die Morgendaemmerung was auch sofort unsere Nachbarn
anlockt. Sie glauben uns die Geschichte natuerlich nicht und denken wir wollen
sie auf den Arm nehmen. Beim Anblick der Rute und des "Wallerknotens" glauben
sie uns dann aber doch. Ich selbst kanns jedoch immer noch nicht richtig fassen,
aber manchmal hat man einfach Glueck!


Nach einem wunderschoenen Sonnenaufgang wurden noch ein paar Photos geschossen.






Der Fisch mass 135cm bei 15 KG Gewicht. Fuer einen Waller mit Sicherheit kein Riese aber bedenkt man die Groesse des Sees und auch die Staerke des Euipments doch ein ordentlicher Fisch. Diese Geschichte ist wirklich wahr!


Nach einem wunderschoenen Sonnenaufgang wurden noch ein paar Photos geschossen.






Der Fisch mass 135cm bei 15 KG Gewicht. Fuer einen Waller mit Sicherheit kein Riese aber bedenkt man die Groesse des Sees und auch die Staerke des Euipments doch ein ordentlicher Fisch. Diese Geschichte ist wirklich wahr!
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