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Ausgabe Dezember 2017

Presseinformation: BMUB kann das angekündigte Angelverbot immer noch nicht begründen

Presseinformation

Gemeinsame Pressemitteilung der Wassertourismus in Schleswig-Holstein (WiSH) und des Organisationsteam Anglerdemo zur Antwort der Bundesregierung auf die Fragen der MdB Pahlmann zur Datengrundlage für das angekündigte Angelverbot in den Schutzgebieten der deutschen Nord- und Ostsee.


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Das BMUB kann das angekündigte Angelverbot immer noch nicht begründen.


Seit 1 ½ Jahren jongliert das Bundesumweltministerium (BMUB) mit den Begründungen für das angekündigte Angelverbot in den Schutzgebieten der deutschen AWZ in Nord- und Ostsee, darunter auch den Fehmarnbelt. Neuster Tiefpunkt in der Argumentationskette ist die Antwort des BMUB auf die Fragen der Bundestagsabgeordneten Ingrid Pahlmann (CDU) vom 21.06.2017.

Laut Aussage des BMUB liegt der Fokus in den Entwürfen der Schutzgebietverordnungen auf der Herstellung eines günstigen Erhaltungszustandes des Lebensraumes (hier Lebensraumtyp „Riff“) und seinen charakteristischen Arten nach Fauna-Flora-Habitatsrichtline (FFH-RL). Nach wie vor nennt das BMUB keinen wissenschaftlichen Beleg, der nachweist, dass Angeln einen negativen Einfluss hat.

Der letzte vorliegende FFH-Bericht 2013 bewertet die Gefährdung des Lebensraumtyps „Riffe“ durch das Angeln/Angelsport als gering. Die größten Beeinträchtigungen und Gefährdungen entstehen für den Lebensraumtyp durch den Sand- und Kiesabbau, die Meerwasserverschmutzung, die Fischerei, durch den Stickstoffeintrag und durch den Klimawandel.

Es bestehen berechtigte Zweifel daran, dass das alleinige Verbot der Freizeitfischerei eine Verbesserung des Lebensraumtyps herbeiführt.

In Ermangelung von wissenschaftlichen Belegen wird der Dorschschutz als Begründung herangezogen. Dorsch ist nach Auffassung des BMUB eine wichtige Nahrungsgrundlage für den Schweinswal, und Angler konkurrieren mit ihm um die Beute. Auch hierfür bleibt das BMUB einen wissenschaftlichen Beweis schuldig.

Unabhängig von der fehlenden Begründung geht es dem Dorsch nicht schlecht. So hat die Wissenschaft jüngst mitgeteilt, dass der Nachwuchsjahrgang 2016 der viertstärkste seit 1994 ist. Bis 2019 wird laut ICES (Internationaler Rat für Meeresforschung) die stärkste Laicherbiomasse an Westdorsch seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

Der Dorsch ist somit keine vom Aussterben bedrohte Art.
Selbst die Bundesregierung (Drucksache 18/10712) hat klar gestellt „dass sich der Bestand trotz der hohen fischereilichen Sterblichkeit in den letzten Jahren signifikant erholt hat“.

Eine Entwicklung die bereits vor der Einführung des „bag limits“ (Tagesfangbegrenzung für Angler) zum 01.01.2017 einsetzte.

Alle Maßnahmen, die aktuell zum Schutz des Dorsches beschlossen werden, dienen nur dazu, die Bestände so aufzubauen, dass die größtmögliche Entnahmemenge erzielt werden kann.

Im Rahmen der Natura-2000-Richtlinie fordert die EU nur Maßnahmen zur Erreichung oder Sicherung eines „guten „Erhaltungszustandes“ des jeweiligen Habitats/ einer Population.
Darüber hinaus sind keine Maßnahmen erforderlich. Dem Fehmarnbelt bescheinigt sogar das BfN einen guten bis sehr guten Zustand. Kein anderes Land der EU benötigt zur Umsetzung der Vorgaben der Natura-2000-Richtlinie ein Angelverbot.

„Wir haben versucht herauszufinden, mit welchen Daten und wissenschaftlichen Fakten das BfN den Erhaltungszustand der Riffe beschreibt. Wir haben aber keine Schwellenwerte gefunden. So kann das kein Richter überprüfen, wenn das nur alles auf der Ebene von Expertenmeinungen behandelt wird“,
so Thomas Deutsch, Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe e.V.

„Eigentlich sollte die Verwaltung gute Argumente haben, wenn sie die Freiheit der Bürger mit einem Verbot einschränkt. Zumindest sollten erkennbar sein, dass durch das Verbot eine messbare Verbesserung des Erhaltungszustandes des Habitats/der Population eintritt. Im Fehmarnbelt ist es leider anders. Erst wird das Angelverbot im Fehmarnbelt verkündet und danach sucht man einen erforderlichen sachlichen Grund. Das ist eine unerträgliche Behördenwillkür“,
so Lars Wernicke vom Organisationsteam Anglerdemo.

Die ausführliche Gegendarstellung zur Antwort der Bundesregierung auf die Fragen der MdB Ingrid Pahlmann finden Sie unter www.wassertourismus-sh.de/Angeln


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Eutin, den 03. Juli 2017


 

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Hinweise für mehr Infos:


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Gegendarstellung des Organisationsteams Anglerdemo zu Aussage Bundesumweltministerium


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Anglerdemo 3.0: Merkel kommt nach Heiligenhafen!


Thomas Finkbeiner  



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