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Ausgabe August 2017

Testbericht Quantum und Black Cat Spinnerbaits von anglermeister17


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Nun ja, da sind sie ja gekommen, die Testobjekte. Ende Mai, kurz vorm anzutretenden Finnland- Urlaub, sind die Baits, dank dem Anglerboard, bei mir eingetroffen und natürlich begutachtete ich die 3 Baits natürlich direkt höchst kritisch und mit „Argusaugen“.

Erster Eindruck der Kandidaten jeweils:

Woow, da sind ja zwei richtige „Trümmer“ von Ködern dabei, die Größe haute mich schier um, solche Maße sowohl vom Volumen als auch Gewicht in der Hand- habe ich nicht erwartet. Der „Black Cat Big Spinner Bait“, war ja klar, dass der mächtig ausfallen würde. Noch locker zwei Stufen mächtiger kommt der „Spinner Bait Pike“ daher.
Habe ich überhaupt ne Rute, den zu bewegen, musste ich mich zunächst ehrfürchtig selber fragen.

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Quantum Spinner Bait, Farbe: Black Metal , 7 cm , 8g

Der „kleine Schwarze“ Quantum Spinner Bait in der Farbe „Black metal“ kommt dagegen mit seinen 7cm und nur 8g sehr unscheinbar daher.
Vorerst natürlich kein unbedingter Nachteil, das werden die Fische entscheiden.
Verpackung erscheint angemessen und wertig. Ausgepackt, die Achse und die restlichen Teile sehen stabil, der Haken scharf aus.

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Was mich nur stutzig macht, ist der Folgende Punkt: Der Winkel der Achse des Spinners. Hierbei müssen die Bauer der Baits ja den Spagat wagen zwischen den Punkten:

Rotierendes Blatt möglichst nah am Beisspunkt, für bessere Hakraten und besserer Aerodynamik beim Werfen, andererseits muss das Blatt auch frei spielen können, zu nah am Jig gibt es evtl Kontakt mit dem Skirt oder Haken und das Köderspiel ist dahin.

Bei diesem Bait, so meine Einschätzung, wurde es nicht ideal gelöst, ich erachte die Achse als etwas zu weitwinklig ausgerichtet, ein spitzerer Winkel der Spinnerachse hätte dem Köder gutgetan. Durch die Hindernisse wie Seerosen, Totholz oder Grasfelder in finnischen Seen liess sich der Bait gut führen. Durch die Achsausrichtung liess er sich bei Wind leider mindergut werfen, so mein Eindruck.

Wenn ich auch fanglos geblieben bin mit dem Köder, werde ich ihn trotzdem weiterhin fischen, ich denke er passt besser in Gewässer wie sehr klare, kleinere Seen mit seiner dezenten Aktion sowie Aussehen.

Quantum Spinner Bait Pike, Farbe: Bloody Offspring, 20cm, 65g

Kommen wir zur unumstrittenen „Granate“ des Tests: der Spinnerbait „Pike“ in der Farbe „Bloody Offpsring“.

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Zur Verpackung muss ich etwas loswerden: Mir etwas „zuviel“- ja es ist ein Bait, der richtig verpackt werden muss- aber der Hakenschutz in Form von Plastikröhrchen, ob das sein muss, kann man drüber streiten... so, dann ausgepackt, und die reale Größe wird einem langsam bewusst.

Auffällig: Das eingearbeitete Glitter im Skirt- haben bis jetzt nicht viele andere Spinnerbaits, das wäre ein Pluspunkt vor allem bei trübem oder dunklem Wasser.

Ebenso unbestritten auffällig die beiden Colorado- Blades in XXL- Größe.
Haken sehen massiv und wertig aus, der Köder ist mit einer Art „Kombihaken“ ausgestattet, also ein Einfachhaken aus dem Skirt, und ein flexibel tauschbarer weiterer hintendran geschaltet.

Praktisch, falls man dem Köder zusätzliches Volumen durch „Trailer“ verleihen möchte. Man muss auch über ausreichend große Snaps verfügen, den Bait in die Öse hängen zu können- die Köderöse bildet stabilerweise die doppelt gewickelte Achse.

Der Winkel von Achse und Jig ist richtig gewählt für diesen Bait. Ich erreichte entgegen meinen vorigen Erwartungen größere Wurfweiten als gedacht- selbst mit 0,46er, 0,50er Mono und auch die dicken Colorado Blades bremsen diesen massiven Köder kaum ein, auch bei stärkerem Wind.

In Finnland wurde der Köder erstmals „gewassert“, hier war die Rute der Wahl eine Daiwa „Team Spinning“ in 3m, mit nominalen 80gr WG, obwohl die Rute auch Köder ganz anderer Gewichtsklassen problemlos schaffte, hier stößt sie definitiv an Grenzen.

Die Coloradoblades machen hier einfach den Unterschied. Parktisch Ruten mit 120- 180gr realem WG kommen wohl besser klar mit dem Handling dieses Köders. Gefischt fühlt sich dieser Köder nahezu unvergleichlich an: Soooviel Druck an Feedback, obwohl ich schon einige auch richtig große Köder durchs Wasser ziehen durfte bis jetzt, hatte ich noch nie gespürt. Derjenige, der sich werfenderweise einen „entspannten“ Tag mit diesem Köder wünscht, der sei enttäuscht: Der ist nix für „halbe Kerle“, dauerhaftes Werfen und Führen grenzt schon an eine Trainingseinheit- Gruß an die Handgelenke, Ellbogen und Co. Als Schleppköder ist ein Köder dieser Kategorie ohne Frage besser zu verwenden.

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Fischend hat er sich wie erwartet souverän durch Holzbereiche, Gräser und Seerosen bewegt, alles top. Bedingt durch die schlechten Bedingungen vor Ort blieb ich fanglos, allerdings auch mit allen anderen großen Ködern, weil klein+ leicht überhaupt als Einzige Köder gefangen haben dort.

Zurück in D, war ich keineswegs entmutigt, diesmal ging es mit anderem Setup an; Eine 2,7m Milo East Spin, mit nominalen 80gr, WG, mit der ich aber schon jenseits der 200gr geworfen habe, liess diesmal eine angenehmere Köderführung zu und gab ein besseres Gefühl mit diesem Köder. Apropos Köder: Der gibt einem- psyschisch betrachtet- auf einmal das Gefühl, auch für mich als „mittelgroße Seen“ ( für mich und meine Maßstäbe jetzt etwa der Herrenbachstau ) geltende Gewässer, diese wie eine „kleine Pfütze“ wirken zu lassen. Also, auch wenn schon einige Versuche (9 in 6 Wo Testphase ) gestartet und leider nicht erfolgreich- ist er deswegen ein schlechter Köder?

Keineswegs, erstens: Dieser Köder muss erstmal genug Fläche absuchen um überhaupt „Gegner“ zu finden. D.h. die Gewässer müssen diese „Gegner erstmal hergeben“.

Ob ich also überhaupt am richtigen Gewässer war, ist die Frage im Nachhinein. Meine Einschätzung ist: Gerade die größten Gewässer sind groß genug für diesen Köder. Will konkret heissen: Stauseen Mittel- und Ostdeutschlands, Ostsee u Seenplatte, und diverse Alpenseen.

Indirekt, auch wenn nichts auf der Köderbeschreibung darauf hindeutet: DAS ist der eigentlich „heisse“ Köder für Welse, hier kann er sicher auch in kleineren Gewässern super eingesetzt werden.

2 Testfischen am Neckar legte ich mit diesem Köder gleich auf Wels aus, nur waren hier auch die Bedinungen wenn überhaupt nur mittelmäßig und somit wenig erfolgreich, aber ich bin überzeugt: Der Köder wird in der richtigen Umgebung bald Hecht u Wels zur Strecke bringen und auch künftig regelm von mir gefischt werden- spätestens im August in Ungarn...

Black Cat Big Spinner Bait, Farbe: Silver, 60g

Kommen wir zum letzten Köder, der „Catfish Bomb“.

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Verarbeitung und Verpackung erschienen ok.
Dieser ist ganz problematisch ehrlich gesagt. Ich will Köder fischen, die ich auch verstehe... bei diesem fällt mir dies unglaublich schwer. Aktion ist behäbig, die Art wie das Spinnerblatt rotiert, geht gar nicht- egal bei welcher Strömungs- oder Einholgeschwindigkeit- der Köder eiert scheinbar „planlos umher“. Also, ich will weder Köder noch Konzept hierzu zunahe treten. Anstatt zu sagen: „Durchgefallen als Köder“, sage ich lieber: Ich habe den Köder trotz diverser Versuche nicht verstehen können. Dieser Köder wird es daher nicht dauerhaft in meine Kiste schaffen.

Euch allen viel Erfolg am Wasser
Jens alias anglermeister17



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