Ausgabe Mai 2012

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    Biedron Test von cafabu

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    Biedron Test nach langer Zeit von cafabu

    Moin, moin,

    viel zu spät melde ich mich nun auch mit dem Testbericht der im Sommer gewonnenen Biedron Wobbler.
    Für diesen späten Bericht muss ich mich erst mal bei allen entschuldigen. Dieses ganze Jahr stand bei mir nicht unter dem Zeichen des Angeln, sondern leider unter einer schweren Erkrankung meiner Frau. Um ihr Beizustehen und sie zu pflegen habe ich meine ganze Freizeit gebraucht, dabei ist das Angeln zurückgetreten. Mit Wobblertest bin ich dieses Jahr nur 4 mal los gewesen. Aber das Ganze hat sich gelohnt. Meine Frau ist nun endgültig aus dem Krankenhaus entlassen worden, sie musste dieses Jahr 6 mal hinein. Ihr Zustand verbessert sich zusehend und für 2010 planen wir schon unseren nächsten gemeinsamen Norwegen Angelurlaub. Eigentlich wäre ich 5 mal los gewesen (das sollte der erste Test sein) aber auf dem Weg zum Hamburger Hafen ist mir die Achse der Lichtmaschine gebrochen, dass waren mal eben 450 Euronen (teurer Testversuch).

    Ok, dafür hatten wir reichlich Zeit die 3 Babys mal im Trockenen zu beurteilen.
    Der Biedron The Original Firetiger im Makrelenmuster, der Belly Dancer im Salmonidenmuster und der Swanky Jack im Firetiger Hechtmuster. Die Fotos habe ich leider nicht reinstellen können, bin warscheinlich zu blöd dazu. Aber die Wobbler sind ja inzwischen durch viele Testberichte bekannt.

    Alle Drei sind von der Optik erst mal gewöhnungsbedürftig, keine Tauchschaufel. Alle unsere 53 Wobbler in unserer Wobblerboxen haben aber eine! Aber das sehe ich mir dann mal in der Praxis an. Der erste Eindruck war sehr gut Superscharfe, stabile Drillinge. Kompakte und auch stabile Sprengringe. Erst beim genaueren Betrachten fallen nicht gut geschliffene Gusskanten, leichte Dellen und Unreinheiten im Wobblerkörper bei allen Drei auf. Auch der Klarlack zieht sich teilweise in die Ösen der Wobblerkörper hinein. Beim Belly Dancer gibt es zwei kleine Abplatzschäden in der Lackierung es ist aber noch Klarlack drüber. Die Gewichtsangaben beim Belly Dancer stimmen mit 12 Gr.. Der Swanky Jack wiegt statt 14 Gr. nur 12 Gr. Und beim Original fehlt die Gewichtsangabe aber er wiegt 16 Gr.. Die Längenangaben stimmten, obwohl sie bei anderen Testern variiert haben.
    „Trockenfazit“: Als Hyend-Wobbler würden wir alle Drei nicht bezeichnen. Da haben wir besser verarbeitete in den Boxen. Insgesamt würden wir sie in der mittleren Klassifizierung einteilen.

    Der Praxistest fand dann in der Hamburger Alster und einer Kiesgrube bei Bargteheide statt. Um die Spannung raus zunehmen leider erfolglos, was aber nichts mit den Wobblern zu tun haben muss, denn andere Kollegen hatten da auch einen Schneidertag. Ausrüstung war eine Lindemann Jahresmeerforellenrute 2000 Wg 40 Gr., eine Quik Lti 420 mit 12 Fireleine. Manche Spezialisten mögen da den Kopf schütteln, aber einige an der Elbe hatten sie mal in der Hand und meinten: „Alle Achtung hätte ich nicht gedacht. Gar nicht schlecht“. Ich persönlich bin mit dieser Zusammenstellung seit 8 Jahren sehr zufrieden und angele gerne und erfolgreich damit.

    Am besten hat mir da der Belly Dancer gefallen. Recht agile Wobblerbewegung, die sich im Schwanzteil konzentrieren. Dabei kippt er auch noch leicht auf die Seiten. Schon beim langsamen einholen fängt er an gut zu laufen. Beim schnellen Einholen lässt meines Erachtens die Agilität nach. Durch seine Kompaktheit lässt er sich auch gut werfen. Er überschlägt sich fast nicht und ein leichtes abbremsen vorm Aufprall verhindert jedes vertüddeln. Die angegebenen Lauftiefen, bei erster und zweiter Öse schätze ich mal als ungefähr richtig angegeben ein (bin ein schlechter Schätzer). Der Dancer wird in unserer Köderbox einen Platz erhalten und ich glaube er wird auch bald erfolgreich sein.

    Der Swanky Jack scheint mir hingegen als Jerk ausgelegt zu sein. Beim Einholen macht er leichte Wobblerbewegungen zu den Seiten. Beim langsamen einholen lassen die Bewegungen auch extrem nach. Erst beim Jerken (wofür meine Rute aber nicht geeignet ist) bricht er je Rutenschlag nach links oder rechts aus. Die obere Öse hätte man sich sparen können, da erst beim Nutzen der unteren/vorderen Öse die Laufeigenschaften sich entwickeln. Beim Wurf neigt er zur Kopflastigkeit und überschlägt sich leicht, aber ein leichtes Abbremsen bringt auch ihn zu einer glatten Landung. Alles in allem wir er eher ein Reservedasein in unserer Köderbox spielen.

    Der Original ist ein typischer slow motion Wobbler. Schon beim langsamen Einholen kippelt und schwänzelt er recht ordentlich. Beim schnelleren gingen die Bewegungen eher in ein seltsames Zittern über, dass mir nicht so gefiel. Erstaunlicher weise neigt er beim Werfen nicht zum Überschlagen und die Wurfweiten sind auch für einen Zweiteiler nicht zu verachten. Bei der unteren Öse neigt er zum Brechen der Wasseroberfläche, ein leichtes anziehen bringt ihn aber wieder auf knapp unter die Wasseroberfläche. Vielleicht ein Kompromiss für den der sich zwischen wobbeln und jerken nicht entscheiden kann. Mit der anderen Öse scheint er die angegebene Lauftiefe zu erreichen, wobei der Tiefenunterschied sehr markant ist. Er ist als Floater ausgelegt, allerdings zieht ihn schon ein Stahlvorfach leicht nach unten. Er wird wohl ein mal Ausprobieren, wenn gar nichts mehr geht, Dasein in unserer Box fristen.

    Alle Drei zeigten, wie schon andere Tester erwähnten, leichte Lackschäden nach Grund- und Steinpackungberührungen. Hier scheint mir ein zu günstiger Endlacküberzug gewählt worden sein, da gibt es entschieden bessere.

    Fazit für Peter Biedron Wobbler: Sie sind nicht schlecht, aber es gibt bessere und nicht unbedingt teurere. Wir werden den Belly Dancer wohl öfter einsetzten, die beiden anderen wohl nicht so oft. Alles in allem bleiben wir bei unseren „alten“ Favoriten.

    Gruß
    Carsten und Ehefrau

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