Ausgabe Mai 2012

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    BORNHOLM Oktober 2008 - Ein Bilderbericht, Teil 1

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    BORNHOLM Oktober 2008 - Bilderbericht Teil 1

    Geographisches

    Bornholm ist eine 588 km² große, zu Dänemark gehörende Insel mit einer maximalen diagonalen Ausdehnung von 40 km. Die Insel Rügen ist dagegen fast doppelt so groß, und auch Berlin hat noch deutlich mehr Fläche als Bornholm. Alles in allem also recht übersichtlich. Das Tolle an der Insel ist aber, dass sie landschaftlich und morphologisch eine Mischung aus Dänemark mit seinen weiten Sandstränden, Schweden mit seinen sanften Hügeln und flach in das Meer einlaufenden Felshöckern sowie Norwegen mit den steil in das Meer abfallenden schroffen Klippen darstellt. Wer also generell für Skandinavien schwärmt, kann auf Bornholm vieles auf kleinster Fläche vereint finden.


    Dünenlandschaft bei Dueodde


    Küste bei Hammer


    Klippen bei Helligdomsklipperne

    Angelmöglichkeiten

    Für den Angler gibt auf der Insel vielfältige Möglichkeiten, vom Ufer aus auf Meerforellen, Dorsch, Plattfisch, Hering und Hornhecht zu angeln. Leihboote und Trollingtouren u. a. auf Lachs werden auch angeboten. Die Leihboote werden aber in der Regel nur an Inhaber eines Bootsführerscheines ausgegeben. Im Landesinneren gibt es darüber hinaus viele kleine Seen mit Hecht, Barsch, Zander und diversen Friedfischen. Einige Seen können auch kostenlos beangelt werden. Außerdem gibt es auf der Insel auch so etwas wie put & take-Seen. Grundlage ist aber in jedem Fall ein für Dänemark vorgeschriebener Fischereischein, der als Tages- (4,- Euro), Wochen- (12,- Euro) oder Jahreskarte (16,- Euro) erworben werden kann. Die Karten gibt es z.B. bei den Touristeninfos. Bei der Post kann man zwar auch diese Karten erwerben, aber wird hier i.d.R. noch ein Bearbeitungszuschlag oder so etwas fällig.

    Anreise

    Ich habe mit meiner Freundin recht kurzfristig über Feriepartner-Bornholm für Anfang Oktober eine Woche auf Bornholm gebucht. Als Wechseltag für unsere wunderschöne Hütte mit Meeresblick wurde der Sonntag angegeben. Nach einer kurzen Mail und einem Telefonat konnten wir aber bereits am Sonnabend anreisen, was sich im Nachhinein als doppelt günstig herausstellen sollte. Somit konnten wir nämlich nicht nur einen Tag länger auf dieser herrlichen Insel verbringen, sondern war es für uns überhaupt möglich halbwegs entspannt über die Ostsee zu kommen. Am Sonntag ist die Fähre wegen starken Sturms nämlich gar nicht erst gefahren. Die nächste Fähre von Sassnitz nach Bornholm fährt fahrplanmäßig erst wieder am Donnerstag. Die Reisenden wurden deshalb nach einer langen Odyssee über Schweden nach Bornholm geleitet.
    Die Fähre braucht bei normalem Wetter ca. 3,5 Stunden und ist außerhalb der Saison ebenso wie die Unterkünfte recht günstig.


    Unsere Hütte

    Der Urlaub war von uns beiden so geplant, dass wir die Insel in erster Linie erwandern und uns die netten kleinen Hafenstädtchen ansehen wollten. Neben den vielen Naturerlebnissen, Kunst- und Handwerksläden, sollte es aber auch möglich sein, mal für ein oder zwei Stunden ein paar Würfe mit der Angel zu machen. Ich war vor ca. 10 Jahren schon einmal auf der Insel und hatte somit schon einen Eindruck, was uns erwarten würde.
    Eine kurzfristige Anfrage im Anglerboard zu meinen drei Zielfischarten (Hering, Platte und Meerforelle) und guten Angelläden auf Bornholm ergab leider keine Antworten. Entweder waren die Fragen zu blöd gestellt oder ich sollte wider Erwarten Neuland betreten, was ich mir aber auch nicht vorstellen konnte.
    Egal im Vordergrund stand sowieso erst einmal die Insel zu erkunden. Bei einem ersten Strandspaziergang am Sonnabend konnten wir einen von vielen noch kommenden romantischen Sonnenuntergängen über der Ostsee beobachten.


    Erster Strandspaziergang


    Sonnenuntergang an der Südküste

    Sonntag

    Am Sonntag ging erst mal nicht viel. Der Sturm hat es uns nicht möglich gemacht an den Strand zu kommen. Man konnte kaum gerade stehen, und der Wind blies einem dazu den Sand um und in die Ohren.


    Sturm über der Ostsee

    Als dann noch ein heftiger Regen einsetzte, sind wir in das Museum Naturbornholmen gefahren. Eigentlich halte ich es kaum länger als zwei Stunden in Museen aus, aber in diesem Fall haben wir den halben Tag damit verbracht, etwas über die Entstehung Bornholms und seine Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren. Es war eine superspannende Sache, bei der man fast alles anfassen und selbst ausprobieren konnte. Nun ja das Aquarium war leider davon ausgeschlossen. Angesichts der großen Barsche und eines fetten Hechtes hätte ich da schon mal ein paar Köder testen wollen.


    Barsche


    Hecht

    Den späten Nachmittag haben wir dann mit der Nahrungsbeschaffung verbracht und uns dabei auf vegetarische Kost beschränkt. Zum Angeln war das Wetter definitiv zu stürmisch. Ich hätte meine Köder sicher nicht mal bis ins Wasser werfen können. Vorher wären die mir um die Ohren geflogen. Aber auch das Ergebnis von Äpfeln, Holunder und Pilzen konnte sich sehen lassen und hat uns zu einem leckeren Mahl von Pilzen, Apfelmus und Holunderbeersirup verholfen.


    Ergebnis einer knappen Stunde

    Montag

    Der darauffolgende Montag zeigte sich unerwartet freundlich. Bei schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen sind wir durch die Dünenlandschaft von Dueodde gewandert und haben dabei die Spuren bewundert, die der Sturm des vergangenen Tages im Sand hinterlassen hat.


    Steinköpfe 1


    Steinköpfe 2


    Windspiel

    Im Landesinneren kann man übrigens einen ca. 500 Mio. Jahre alten in Stein geprägten fossilen Meeresboden mit den typischen Wellenrippeln sehen. Irgendwann in einigen Millionen Jahren könnte es auch am Strand von Dueodde so aussehen.


    Ca. 500 Mio. Jahre alter Meeresboden bei Aakirkeby

    Am Nachmittag ging es weiter nach Paradisbakkerne, einem Gebiet mit einem verwunschenem Wald wie aus einem Märchenfilm. Die Landschaft wird dabei von tiefen Spalttälern, schmalen Bächen und kleineren Wasserlöchern durchzogen. Abgesehen von einigen Tieren waren wir die einzigen im Wald und konnten uns wieder mal reichlich mit Pilzen für den Abend eindecken.


    Wanderung durch den Wald


    Plateau in Paradisbakkerne

    Wie es weitergeht und ob ich unseren Tisch auch mit selbstgefangenem Fisch decken konnte, erfahrt Ihr im nächsten Teil.
     
    Thomas Ranft

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