Ausgabe Mai 2012

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    Die Made - Ein alter Allroundköder

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    Die Made - Ein alter Allroundköder

    Beim nachdenken über den Thread zu den Angelzeitschriften bezüglich neuer und moderner Methoden (Anglerzeitschriften: nix wirklich Interessantes mehr?), ist mir folgendes in den Sinn gekommen (und ich werde demnächst wieder losziehen, um auch ein paar Fotos dazu liefern zu können):

    Die Made – Ein alter Allroundköder
    Als ich das angeln anfing, gab es Maden, Würmer, Teig, Brot und als „neueste Erfindung“ Dosenmais. Geht man heute in ein Angelgeschäft, muss man fast schon Chemie studiert haben, um die ganzen Boilies, Pellets, Flavours, Dips und was es da noch so alles gibt, zu verstehen.

    Die haben selbstverständlich ihre Berechtigung, und viele Angler fischen wohl auch damit. Oft hat es auch damit zutun, dass z. B. Boilies beim angeln auf Karpfen relativ selektiv wirken. Hatte der Angler in alten Zeiten seinen Teig oder seine Kartoffel auf Karpfen ausgelegt, musste er wohl oder übel damit leben, dass auch Weißfische aller Arten und Größen am Köder nuckelten und versuchten diesen zu stiebitzen.

    Der Vorteil (in meinen Augen) für den Angler: Es war immer was los. Heute sitzt oder liegt ein Karpfenangler stunden- oder tagelang da um zu warten, bis endlich der Bissanzeiger piepst. „Beifänge“ an Weißfisch sind fast zu 100% ausgeschlossen, da diese die harten Kugeln kaum knacken können.

    Da kann natürlich ein „Allerweltsköder“ wie die Made nicht mithalten. Zudem kennen vielleicht auch andere Angler älteren Semesters die Einstellung, dass Maden eigentlich eh nur zum Köderfischangeln zu gebrauchen sind. Jedenfalls dann, wenn man nicht zur Fraktion der Stipper gehört.

    Aber auch in modernen Zeiten haben die Maden noch ihren Platz. Zwar nicht mehr wie früher einfach an Pose oder auf Grund angeboten, sondern technisch – modern halt mit der Feeder- , Bolo- oder Matchrute. Genau abgestimmt auf Gewässer und „Zielfisch“. Und dann natürlich auch mit entsprechenden Erfolgen.

    Auch wenn ich eigentlich Spinnfischer bin, sitze ich doch immer wieder gerne mal mit Picker- oder Grundrute oder auch mit der Pose an. Zum ganz einfachen und entspannten Angeln. Ohne „Ziel“ oder Zielfisch, einfach raus ans Wasser und sehen was passiert.

    Und es passiert was, wenn man mit Maden angelt. Gerade im Fluss. Im Sommer ist es fast zweckfrei, mit Maden angeln zu wollen. Kaum ist die Montage im Wasser knabbert schon irgendein Minifisch dran rum. Je kälter aber das Wasser wird, desto mehr Erfolg bringen Maden im Gegensatz zu pflanzlichen Ködern wie Teig, Partikeln oder Brot.

    Man sollte es sich nur verkneifen anzufüttern. Denn das bringt wiederum genau die Kleinfische an den Platz, an denen man eigentlich ja gerne „vorbei“ angeln will. An den richtigen Plätzen ohne „anfüttern“ kann man aber immer wieder auf die leinen „Allerweltsköder“ interessante – und auch große – Fänge machen.

    Um flexibel zu sein, habe ich eine Pickerrute mit einer Seitenbleimontage sowie die Matchrute mit der Posenmontage dabei. Wirbel, ein paar Grundbleie, Haken und Bleichschrot, sowie Zange und Hakenlöser komplettieren die einfache Ausrüstung. Die dementsprechend auch schnell und einfach zu transportieren ist.

    Statt anzufüttern um Fische an den Platz zu locken, versuche ich die Fische da zu finden, wo sie sowieso schon sind. Kehrwasser, Kanten, Rinnen, Berge, Einläufe.. Je nach Jahreszeit und Fischart sammeln sich da die Fische verschiedenster Arten gerade wenn das Wasser kälter wird.

    Die Pickerrute wird mit einem leichten Blei bestückt, nach dem Einwurf wird die Rolle geschlossen und die Schnur leicht gestrafft. So kann das Blei Richtung Ufertreiben und wir da meist ziemlich dicht an der Kante der Uferböschung oder im ruhigen Bereich eines Kehrwassers liegen bleiben.

    Mit der Posenrute kann man derzeit dann „aktiver“ angeln. Auf die jeweilige Tiefe eingestellt (im Winter normalerweise immer knapp über Grund) kann man mit einer Feststellpose dann entweder Kanten oder Rinnen treibend absuchen, oder die Pose an den vermeintlich fängigen Platz treiben lassen, um sie dort stehen zu lassen.

    Im Gegensatz zu den Stipp- oder Friedfischprofis verwende ich keine „Minihaken“ mit ein oder zwei Maden als Köder. Meist sind es Haken der Größen zwischen 10 und 6 (8er im Schnitt), die ich mit bis Maden vollstecke. Zwar zuppeln da auch die Kleinfische dran rum, wenn sie da sind, aber da muss man dann einfach Nerven bewahren und nicht gleich anschlagen. Bei der Ködergröße solle man mit dem Anhieb im Winter durchaus warten, bis ein deutlicher Biss oder Zug an der Grundrute zu erkennen ist, oder Pose richtig wegzieht.

    Belohnt wird man dann oft genug mit der ganzen Palette von im Fluss vorkommenden Madenliebhabern. Und ohne anfüttern in teilweise erstaunlichen Größen. Rotaugen und Brassen sind da genauso dabei wie Döbel und Barben. Aber auch Karpfen packen gerne mal ein Madenpaket, genauso wie Barsche. Meine „Madenzander“ dürften dagegen eher unter die Rubrik „Ausnahme“ fallen.

    Fakt ist aber für mich jedenfalls, dass dieses „entspannte Einfachangeln“ mit dem alten Allerweltsköder Made (fast) so spannend sein kann wie das Spinnfischen...
    Thomas Finkbeiner

    Kommentare 

     
    0 #1 Bueffel61 2008-12-07 16:37
    Hi Thomas,
    ich habe seit knapp 5 Jahren meinen Angelschein und gehe ans Wasser wann immer mir die Zeit dazu bleibt. Dabei praktiziere ich das von Dir beschriebene 'entspannte Einfachangeln'(!) und auf die `GUTE ALTE MADE`hatte ich beim Feedern auch schon Barben über die 80cm-Marke.
    Die Idee, 'Junganglern' mal den ein oder anderen Tipp zukommen zu lasse finde ich ausgesprochen gut und freu mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.
    Gruß und Petri Heil
    Ulf
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    0 #2 lordwuddy 2008-12-29 20:37
    Hallo Thomas
    Zitat "-)ie ich mit bis Maden vollstecke".
    Wieviel Maden ziehst du auf den Haken???
    lordwuddy
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