Wie kompliziert und teuer muss Angeln sein??
Wie kompliziert und teuer muss Angeln sein??
Egal ob in Zeitschriften, dem Forum vom Anglerboard oder anderen Foren im Netz, ob in Büchern oder auf DVD`S:
Manchmal hat man den
Eindruck, dass
man studieren sollte, um die modernen Angelmethoden richtig
anwenden zu können. Die „richtige" Einstellung zum angeln scheint da genauso
wichtig zu sein wie die „richtige" Kleidung, das „richtige" Gerät und nicht
zuletzt der „richtige" Köder.
Wenn man dann liest, dass die „Experten und Spezialisten" regelmäßig alle paar Monate eine neue Methode, einen neuen Köder oder neues Gerät „brauchen", um erfolgreich zu sein, kann ein Einsteiger schon verzweifeln. Ruten unter 200 Euro gelten da als „billig", Rollen unter 300 Euro „können ja nix taugen", wenn der Köder nicht das modernste aus Japan kommt, kann er ja nix fangen.
Da meint der Einsteiger schnell, dass er unter 1000 Teuros Erstausrüstungskosten nix fangen kann. Das hat natürlich auch seinen Grund darin, dass die Industrie meint, dass man eben jedes Jahr neues Gerät präsentieren muss, um den Händlern durch die Neuheiten bessere Umsätze gewährleisten zu können. Wenn man sich jedoch überlegt, das durch eine solche Politik vielleicht gerade auch Einsteiger eher abgeschreckt werden als ermuntert, könnte der Schuss auch nach hinten losgehen.
Ein Einsteiger will ja nicht am Anfang schon Unsummen ausgeben und möglichst noch studieren, um das teuer erworbene Gerät auch einsetzen zu können - Er will eigentlich nur erst mal angeln gehen. Und ein paar Fische fangen. Das war doch letztlich bei jedem von uns auch so, der schon länger angelt.
Dass im Laufe der Zeit, vor allem dann wenn man sich mit etwas intensiver beschäftigt, logischerweise eine immer weitergehende Spezialisierung erfolgt, ist nur zwangsläufig. Wie beim Briefmarkensammeln. Am Anfang nimmt man alles mit, was viereckig ist, gezackte Ränder hat und nach befeuchten klebt. Erst im Laufe der Zeit spezialisieren sich dann die Sammler und sammeln bestimmte Länder, Motive oder Farben. Aber auch da - wie bei jedem Hobby und jeder Leidenschaft - steht am Beginn das einfache!
Logischerweise wird in der Werbung immer wieder gerne das jeweilige Topprodukt einer Firma vorgestellt und beworben. Auch wenn damit mit Sicherheit nicht die größten Umsätze gefahren werden. Aber die „Kompetenz", die eine Firma mit einem Referenzprodukt beweist, soll halt auch auf die ganze Produktpalette austrahlen. Was auch vollkommen in Ordnung ist. Was mich ein bisschen ärgert ist bei all den „Experten", „Spezialisten" und den vielen neuen „Toppprodukten", dass da die Einsteiger vergessen oder zumindest vernachlässigt werden.
Denn kaum ein Einsteiger wird in der Lage sein, diese Neuheiten und Toppgeräte so einsetzen, wie sie vom Experten gedacht sind- und für den bestimmten Einsatzzweck oft genug auch wirklich erstklassig! Dabei will der arme Einsteiger doch einfach nur mal ein paar Fische fangen und angeln gehen.....
Aus diesem Grunde habe ich angefangen, eine kleine Serie über altbewährte Ködern zu schreiben, die zeigen soll dass erfolgreiches angeln auch ganz einfach sein kann und beileibe nicht teuer sein muss. Und auch, dass man da für den Anfang ganz sicher kein Spezial- oder Zielfischgerät braucht, sondern dass man mit Methoden fischen kann, welche den Einsatz von durchaus preiswertem Gerät erfolgreich zulassen.
Denn in meinen Augen ist es so, dass jeder Angler mehr - und je einfacher man erfolgreich sein kann, desto mehr werden auch anfangen zu angeln - letztlich auch für Hersteller, Importeure und Händler mehr Kunden bedeuten.
Statt also immer „up to date" sein zu wollen, einem Einsteiger zeigen, wie einfach man mit Angeln anfangen kann. Alles andere inklusive der ganzen Spezialisierung kommt dann eh automatisch. In dieser Ausgabe fangen wir da mit einem wirklichen „Allerweltsköder" an: Der Made.
En alter Allroundköder: Die Made
Thomas Finkbeiner
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Kommentare
Du hast mit Deinem Artikel meine volle Zustimmung. Schön, dass mal jemand
an die Einsteiger denkt und an einfaches, traditionelles Angeln erinnert.
Ich angle seit ca. 60Jahren und habe, obwohl ich inzwischen auch modernes
und z.T. teures Gerät benutze mit altbewährten Methoden immer noch den
meisten Angelerfolg gehabt.
Ich wünsche Dir für die geplante Artikelserie viele interessierte Leser.
Petri Heil! - "Kottmarbau de"
finde ich gut, die Idee mit den Einfachangeltip ps. Wir, mein Sohn (8) und ich, haben im letzten Jahr angefangen zu fischen. Jedes Mal, wenn wir unterwegs sind, lernen wir dazu. Aller Anfang ist ..... Früher, als ich im Alter meines Sohnes war, haben wir wirklich immer viel einfacher gefischt und auch viel mehr gefangen. Jetzt haben wir im Sommer erst einmal ausgiebig in den Vereinsgewässer n gestippt. Der Kleine war nicht mehr von unserer Jugendstrecke wegzukriegen. Nun gehen wir zum Spinnfischen über, ist schon etwas schwieriger, bei der Köderauswahl, vom Lesen des Gewässers her etc. Vielleicht kannst Du ja hierzu einmal etwas schreiben. Was fängt man derzeit mit welchem Spinnköder wo am besten, so ganz allgemeine Tipps halt.
Danke im Voraus und allzeit Petri Heil!
Zuppelkönig & Sohn
Wo Du recht hast haste Recht, angle schon seit über 25 Jahren und sage da nur dazu"GUTES MUSS NICHT TEUER SEIN".
Habe auch noch Billigruten und Rollen die jederzeit mit teuerem Gerät mithalten kann.
Allzeit Petri und gutes neues Jahr an alle!