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Ausgabe Januar 2018

Neues vom Ferkelfahnder: Vorweihnachtsferkeleien??

Neues vom Ferkelfahnder

neuesvomferkelfahnder

  Vorweihnachtsferkeleien??

 

Der erste Schnee ist gefallen, das Weihnachtsfest steht vor der Tür, plötzlich und unerwartet wie immer. In einem alten Gedicht liest man:

Im Advent bei Kerzenschein*
die Kindheit fällt dir wieder ein.*
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen*
lässt Frieden strömen in unsere Herzen.*
Des Jahres Hektik langsam schwindet*
und Ruhe endlich Einkehr findet.*
Ein Tag, er kann kaum schöner sein,
als im Advent bei Kerzenschein.

Der Ferkelfahnder kann dies ein wenig bestätigen. Tatsächlich wird in der Vorweihnachtszeit meist weniger geferkelt als im Rest des Jahres. Muss also doch was dran sein an diesen alten Wahrheiten.

Der Advent und die Vorweihnachtszeit geben den Menschen wieder eine neue Richtung. November, Monat des Abschieds und der Trauer, wird abgelöst vom Dezember, dem Monat der Hoffnung und Erwartung. Da ist plötzlich ein Ziel, ein Zeitpunkt, auf den wir uns zu bewegen, der uns und unserem Alltag eine Richtung gibt, egal ob im christlichen Sinne oder nur, weil es ein Familienfest ist, bei dem Kinder beschenkt, Verwandte besucht oder eingeladen und im Vorfeld einiges zu organisieren und zu erledigen ist.

Vorbei sind die Tage der Ungewissheit, des Nebels, der verschwimmenden Landschaften im Novembergrau, die sich auch auf die Welten gelegt hat, in denen wir uns bewegen. Mit der ihm eigenen Mystik schafft es der Herbst wie kaum eine andere Jahreszeit uns empfänglicher zu machen für das Unwirkliche. Halloween, die Zeit der Vertreibung böser Geister, die Angst vor den uns bedrohenden finsteren Mächten, uralter Volksaberglaube, der stets im Herbst seinen Höhepunkt erlebt, um mit der Vorweihnachtszeit hinweggefegt zu werden durch die Erwartung und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

Der geneigte Leser mag denken, in unserer modernen Gesellschaft der technischen Errungenschaften ginge ihn dies nichts mehr an. Doch selbst dort stellt man fest, dass die Zahl der ausgestrahlten Grusel- und Horrorfilme im TV drastisch ansteigt, sobald draußen die Nebel wallen und der Nieselregen die Landschaft in ein einheitliches Grau verwandelt.

Die Realitäten verschwimmen, auch in den Köpfen moderner Menschen. Und denken wir zurück, so waren es auch die Novembertage, als reale Kleingeister ihre Wichtigtuerei und Eingebildetheit auf ähnliche Weise auszuleben versuchten wie ihre virtuellen mittelalterlichen Vorbilder.

Was habe ich weiter oben noch über den November geschrieben? Abschied, ja, davon kann die Rede sein, aber dass ich große Trauer darüber empfinde, kann ich von mir nicht behaupten. Das mag einzelnen hier vielleicht anders ergehen, doch so, wie der Herbst die Blätter von den Bäumen fegt, die im Winter unter dem Schnee zu fruchtbarem Kompost werden, wird der Frühling neues Grün hervorbringen.

Da ist der ewige Kreislauf der Natur nicht viel anders als das ständige Auf und Ab eines Forums.

Ich wünsche euch allen einen schönen Advent, mit Lichterglanz und Glühweinduft, frisch gebackenen Plätzchen, dem frisch geöffneten Rumtopf oder Aufgesetzten, eben mit allem, was dazu gehört und vor allem auch mit dem Bewusstsein für die lebendigen Menschen um euch herum, die ihr liebt und die euch lieben, denn für die sind wir alle doch viel viel wichtiger als jede unserer virtuellen Existenzen,

Euer Ferkelfahnder

 

Kommentare 

 
0 #1 Kai 2010-12-09 11:04
Wow-HP!
Das grenzt schon an Lyrik.
Schön geschrieben.
 


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