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Ausgabe Januar 2018

Sportfischerprüfung - Reines "Kohlemachen"....

Sportfischerprüfung - Reines "Kohlemachen"....


Die Diskussion läuft ja im Forum schon länger:
Praktisch erlebt: Der Unsinn der Sportfischerprüfung....

Nun hat nach langer Zeit die Behörde in Brandenburg ihre vorher telefonisch gemachten Aussagen auch bei uns bestätigt, so dass wir das jetzt veröffentlichen können:

Zitat:
zu 1.) Eine getrennte Erfassung von Fischereiabgabemarken für "Friedfischangler" gegenüber den Anglern mit Fischereischein ist nicht praktikabel und wird deshalb nicht gemacht. Wir haben also nur eine Zahl, die der erworbenen Fischereiabgabemarken insgesamt für alle Angler und auch Berufsfischer. (Letztere sind allerdings anzahlmäßig im Land sowieso bekannt.)
Seit dem Jahr 2007 ist die Anzahl der von Anglern erworbenen Fischereiabgabemarken kontinuierlich und mit einer jährlichen Steigerung von ca. 20 % gestiegen. Also ein deutlicher Zuwachs an Anglern.

zu 2.) Seit Beginn 2008 bis Ende 2009 stieg die Anzahl der Personen (und das ist bemerkenswert), die eine Anglerprüfung abgelegt haben, um ca. 25 %!
Wir erwarten aber nicht, dass dieser deutliche Anstieg sich fortsetzen wird. Er wird vermutlich geringer ausfallen, da wir im Jahr 2008 mit Änderung der Anglerprüfungs-VO die Berechtigung zur Durchführung von Anglerprüfungen neben den unteren Fischereibehörden auch an natürliche und juristische Personen des Privatrechts vergeben haben. Damit auch an den in Brandenburg sehr stark organisierten Landesanglerverband.

3.) Eine gesonderte Statistik für Ordnungwidrigkeiten oder Straftaten von Personen ohne Fischereischein gibt es nicht. Insofern ist es mir nicht möglich, Ihre Frage zu beantworten.
Allgemein läßt sich aber sagen: Ein deutlicher Zuwachs an "Problemen", hervorgerufen durch die Friedfischangler ohne Fischereischein, ist nicht zu verzeichnen.

Daraus kann man jetzt klar folgendes ableiten:
Es ist grundsätzlich aber überhaupt nichts dagegen zu sagen, Geld mit Prüfungen/Kursen zu machen.

Überwiegend werden solche Kurse ja von Vereinen/Verbänden abgehalten, bei einigen ist es ein nicht zu unterschätzender Anteil an der Finanzierung.

Daraus resultiert ja auch mein Vorschlag, indem ich ja auch extra schreibe, dass ich den nur mache, um diesen Vereinen/Verbänden das Geld nicht zu nehmen.

Denn weder faktisch noch bundesrechtlich gibt es in meinen Augen einen Grund für eine Prüfung oder einen Kurs.

1.:
Die Zahl der Angler am Gewässer muss nicht durch den Gesetzgeber durch Prüfungen reguliert werden, das macht der Gewässerbesitzer durch Kartenausgabe.

2.:
Das gleiche gilt für Fischentnahme (weil da ja bei vielen der Fischneid durchkommt):
Auch das hat der Gewässerbesitzer zu regeln, in dem er die Fangbegrenzungen der Ausgabe von Karten und dem Bestand anpasst (muss eh jeder heute schon....).

3.:
Bundesrechtliche Gründe gibt es auch keine (auch nicht das Tierschutzgesetz von wegen Sachkunde), das beweisen die ganzen Ausnahmen, wo heute schon Angeln ohne Prüfung möglich ist (prüfungfreies Friedfischangeln Brandenurg, Touristenangelscheine (in Thüringen auch für Thüringer, dazu verlängerbar), Diplomatenfamilien, ausländische Touristen, Behinderte etc..).

4.:
Signifikante Änderungen/Nachteile hinsichtlich Gesetzesverstößen (sowohl Tierschuztgesetz wie auch Fischererecht) konnten trotz prüfungsfreiem Friedfischangeln in Brandenburg nicht nachgewiesen werdenn - also ist das Argument schon alleine durch die Praxis widerlegt.

Dass dort im Nachhinein aber viele der ehemals "prüfungsfreien" dann die Prüfung machen um auch Raubfische angeln zu können, zeigt einfach, dass durch einen unbürokratischen Zugang zum Angeln die Zahl der Angler erhöht werden kann.

5.:
Über Angler sollten sich die Verbände aber freuen (mehr Angler - mehr Gewicht in der Politik), genauso wie die Vereine (mehr Angler, mehr Geld)......

6.:
Und nicht zuletzt sole sich der der Bundeswirtschaftsminister freuen:
Die knapp 2 Millionen Angler, die pro Jahr in Deutschland momentan angeln, machen einen volkswirtschaftlichen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Wenn nur ein Teil derer, die laut Allensbach Interesse am Angeln hätten, dazu kommen würde, kann man sich das leicht ausrechnen:
Allensbach nennt da 5,08 Millionen Menschen, die grundsätzlich Interesse am Angelnm hätten.

Arlinghaus kommt mit anderen Berechnungsmethoden auf andere Zahlen, und spricht von 3,36 Millionen jährlich aktiver Angler (mindetens 1mal pro Jahr angeln) und 0,51 Millionen inaktiver..




Wenn man also eigentlich bundesweit nur Gutes für die Anglerschfaft insgesamt durch möglichst einfachen Zugang zum Angeln erreichen kann (wie gesagt, die persönlichen Ängste von zu viel Leuten am Wasser und Fischneid etc. mal aussen vor gelassen); dann gibt es keinerlei faktischen oder bundesrechtlichen Grund für eine Prüfung oder einen Kurs.

Was überbleibt, ist der oben genannte Aspekt des Geldverdienens am Kurs, und nur deswegen ja auch mein Vorschlag:

Der Vorschlag zur Reform (nicht aus "tierschutzrechtlichen oder sonstigen Gründen", sondern nur damit die Vereine weiter die Kohle haben können):
http://www.anglerboard.de/board/show...&postcount=328

Thomas Finkbeiner

Kommentare 

 
0 #1 Udo Lohmeier 2010-12-10 12:01
Ich finde es wichtig, das weiterhin Kurse und Prüfungen durchgeführt werden - entscheidend ist hier aber die Qualität! In vielen Kursen wird alles mögliche erzählt, wie man aber zum Beispiel einen Haken an ein Vorfach knotet oder andere wichtige Kenntnisse...Fehlanzeige!
Kurse, Prüfungen und nicht zuletzt die Gebühren tragen dazu bei, dass die Zahl der Angler auf einem vernünftigen Level bleibt. Zuviele Angler = zuwenig Fisch!
 
 
0 #2 Ulf 2010-12-12 12:40
Hallo
Eine Einführung bzw. Kurs und anschließende Prüfung finde ich auch nicht verkehrt. An den Inhalten könnte man ja noch arbeiten, aber abschaffen würde ich Sie nicht.
Wo ich aber überhaupt kein Verständnis habe ist, daß man als "geprüfter" Angler nicht einen Erwachsenen zum Angeln mitnehmen darf und er unter "Aufsicht" mit angelt. Bei Jugendlichen geht das ja auch (auch wenn man da diesen lächerlichen Jugendfischerei schein braucht).
 
 
+1 #3 M. Seeger 2010-12-12 12:59
Momentan ist es nur Geldschneiderei der Länder. In Berlin muss man jährlich 21€ für den Fischereischein bezahlen. Da in Brandenburg eh nur alle 5 Jahre ein Betrag von ich glaube momentan 40€ fällig wird ist dies bereits fraglich. Eine Steigerung ist das Angeln ohne jegliche Kenntnis. Prüfungen müssen aus meiner Sicht genauso den Gegebenheiten aangepasst werden wie die Unterschiedlich en Landesgesetze, oder wir fischen in Zukunft auch noch mit GPS.
 
 
+1 #4 Joachim 2010-12-16 13:33
Das Erlangen der \\\'Sachkundekenntn isse\\\' über eine Prüfung (so heißt es glaube ich in der Amtssprache) ist wichtig und richtig. Wir Angler üben ein Hobby aus, bei dem eine Sensibilisierun g im Umgang mit den \\\'Fischen\\\' unbedingt nötig ist, weil sonst eine PETA oder der BUND, oder sonst ein Tierschutzbund den Anglern noch weiter schwer zusetzen werden ! Daher gilt: Fischereiprüfun g für ein problemloses Angeln.
Wir müssen nur aufpassen, das die Abgaben für den Fischereischein und die Tageskartenprei se nicht aus dem Ruder laufen ! Hier sehe ich das Problem der Abzocke !
 
 
+1 #5 S.F 2010-12-21 12:53
Kurs und Pruefung finde ich schon wichtig aber nicht so trocken wie er momentan ist.. Denn jeder merkt sich alles fuer die pruefung und dann vergisst es sehr schnell wieder wenn man die abgelegen hat. Dann hat einer seine pruefung bestanden aber ist sehr planloss am wasser was angelmethoden bzw rigs angeht.. Ich denke das es mehr in die praxis gehen muesste, z.B mal ein Angeltag oder bzw mehrere im verlauf des Kurses wo man mal "hands on" arbeiten kann. Diese gesetze, ph werte, oder sowas interessiert keinen mehr sobald sie angeln anfangen.

Durch pruefung schreckt es auch viele ab was auch gut sein kann denn bloss die wo dieses hobby richtig betreiben wollen nehmen sich die zeit dafuer sonst waere Deutschland noch komplett ueberfischt wenn jeder machen und lassen kann was sie wollen. Wir sollten aber auch die Amerikaner als beispiel nehmen, keine pruefung, keine gebuehren an jeden gewaesser aber es klappt dort auch. Sie haben immernoch fische schwimmen und viele ueben von alleine Catch and Release.
 
 
0 #6 Biene Maja 2012-02-03 10:31
Warum nicht noch eine Pilzsammlerprüf ung einführen ?
 


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