Makrelenfang
Makrelenfang
Die Farbe bringt sie an den Tag
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Es ist wieder soweit! Gierig und pfeilschnell ziehen die kleinen Verwandten der großen Thune, die Makrelen, durch die Nordsee. Wie silberne Pfeile kommen sie aus dem endlosem Blau und stürzen sich gleich einem "Überfallkommando" auf ihre Beute.
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Kein Zurück gibt es für die verfolgten Fische. Fliehend springen sie aus dem Wasser und bringen es zum Brodeln. Schwärme von Möwen zeigen diese Jagdgebiete an.
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Nach diesen Stellen halten die Kapitäne der Angelkutter Ausschau. Hat man einen Möwen-Schwarm entdeckt, dann sind die hungrigen Makrelen nicht weit, und es ist mit Fangerfolg zu rechnen. Das ist aber nicht immer so, Wind und Wellen zeigen ihr Gesicht und oft ist weit und breit kein Möwenschwarm zu sehen, und gelangt man zufällig – dank der Ortungsgeräte – in einen Makrelenschwarm, dann versagt nicht selten der vielversprechende "6-Haken-Killer".
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Mit künstlichen Ködern
In der Fachliteratur ist schon viel über das Makrelenangeln berichtet worden, und man weiß, das diese schnellen Räuber mit natürlichen oder mit künstlichen Ködern geangelt werden. In der Nordsee und im engl. Kanal jedoch wird die Makrele fast ausschließlich mit künstlichen Ködern gefangen.Diese künstlichen Köder sollen unter Wasser Fische imitieren und werden in den verschiedensten Arten, von farbigen Federn über leuchtende Plastikschläuche bis hin zu phantasievollen Wabbelschwänzen mit verdecktem Haken der Größen 1 bis 3 meist an einem System (Makrelenpaternoster), auf dem Markt angeboten.
Als "Geheimtipp" für den Meeresangler werden sie gehandelt, oft als "Killer" getauft, aber zuweilen wundert man sich, dass diese vielversprechenden Namen nicht halten, was man von ihnen erhofft hat.
Farbwerte beachten
Jeder Angler sollte wissen, das farbige Gegenstände unter Wasser – je nach Tiefe – andere Farbwerte besitzen. So erscheint ein feuerroter Fisch in zwanzig Meter Tiefe grau und somit gut getarnt. Dagegen kann ein kleiner, grüner Fisch noch wahrgenommen werden. Unterwasserfotografen kennen diese Farbverschiebungen sehr genau. Es ist ein rein optischer Vorgang der Farbextinktion, durch den sowohl Fisch- wie auch Menschenaugen getäuscht werden.![]() |
Die Farben des Spektrums, angeordnet nach zunehmender Wellenlänge, sind Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot. Langwellige – also rote Wellen – werden im klaren Wasser als erstes absorbiert und dringen am kürzesten ein. Reines Wasser ist farblos, erscheint aber in einer dicken Schicht immer blau. Die Annahme, das unter Wasser die Färbung von der jeweiligen Witterung abhängt, stimmt kaum. Die Färbung wird vom Farbwert des Wassers selbst bestimmt. Jedes Gewässer hat daher ein individuelles Lichtklima. In der Nordsee zum Beispiel beträgt die Lichtmenge in zwanzig Meter Tiefe nur noch ein Prozent des Oberflächenwertes.
Das Küstenwasser, und dazu gehört die Nordsee, hat eine grüne Färbung, die durch pflanzliche Schwebestoffe hervorgerufen wird, welche die kürzeren Wellenlängen (Blau und Violett) absorbieren. Das Wasser selbst nimmt noch die orangen und roten Lichtstrahlen völlig in Anspruch, so das die grünen und gelben am tiefsten eindringen können.
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Das bedeutet in der Praxis: "Das im klaren Wasser tiefblaue und gelbe Farben und in grünen Gewässern blaue und orange Farben aufleuchten".
Die silbrigen, metallischen strahlenden Farben sind das Ergebnis des Zusammenwirkens verschiedener Wellenlängen des Lichtes, wenn diese durch winzige, silbernglänzende Kristalle dringen und reflektieren.
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Berücksichtigt man bei der Farbwahl des Paternosters diesen optischen Vorgang des jeweiligen Gewässers, so ist die Farbe unter Wasser – ob küstennah oder küstenfern – eine leuchtende Verlockung für viele Fische.
So fing ich in den 80iger Jahren in der Nordsee beim Wrackangeln unter Berücksichtigung des individuellen Lichtklimas einen Roten Knurrhahn (Trigla lucerna L.) von über 2 kg Gewicht und fast 60 cm Länge. Das ist bis jetzt deutscher Rekord, der bei der "EFSA" angemeldet wurde. Aber auch kapitale Dorsche und andere Arten landete ich immer wieder, wenn ich bei der Wahl des Paternosters bzw. auch des Pilkers die "Wasseroptik" berücksichtigte.
Ganz ausgezeichnet für die Makrelenangelei in der Nordsee (vom Boot aus) eignen sich Kombinationen von Farb- und Silberfäden (Glimmerfliegen) und Fischhäute, die eine reflektierende Wirkung besitzen und ständig beim Auf- und Abbewegen die Form verändern und dadurch ein Feuerwerk an irisierenden Farben versprühen.
Berücksichtigt man außerdem, das bei starkem Wellengang sowie in den Morgen- und Nachmittagsstunden durch den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen mehr Licht reflektiert wird, dann ist mit mehr Erfolg zu rechnen, als mit der herkömmlichen Methode und vielleicht hat man dann wie ich das Glück, das eine Makrele beißt, die den deutschen und europäischen Rekord der "EFSA" einstellte.
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Wann und wo fangen
In kleinen Trupps und auf der Suche nach Nahrung durchstreifen die Makrelen in den Sommermonaten die oberflächennahen Wasserschichten.![]() |
In der Deutschen Bucht erscheinen sie ab 12 Grad Wassertemperatur und sind von Juni bis September in verschiedenen Tiefen anzutreffen.
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Die pfeilschnellen Schwimmer, die ihre Beute hauptsächlich durch Geruchsinn wahrnehmen und nur in der letzten Phase des Angriffes auf Sicht jagen, haben in der Nordsee keine ausgesprochene Lieblingstiefe. Je nach Nahrungsangebot jagen sie einmal in drei Meter und ein anders Mal in zwanzig Meter Tiefe.
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Bei uns in Dänemark besteht die Möglichkeit, diese flinken Räuber auch von Land aus zu überlisten.
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In der Regel werden im Frühjahr Makrelen mehr im Oberwasser und ab September mehr in Grundnähe gefangen. In der übrigen Zeit fängt man sie im Mittelwasser, wobei sie gerne noch 10 Meter Wassertiefe unter sich haben.
Heinz-Otto Kamphues
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