Winterthema: Laichdorsch
Winterthema: Laichdorsch
Und das nicht nur, weil die Laichzeit der Dorsche in den Winter fällt, sondern auch und gerade weil die Angler im Winter oft öfter am PC als am Wasser zu finden sind und dann eben auch gerne auch mal kontrovers diskutieren (was haben die bloß vor dem Internet gemacht??).Es gibt inzwischen viele Angler die sich darum Gedanken machen, wie man den Dorschbeständen helfen kann. Höhere persönliche Schonmaße, Fangbeschränkungen wie im Süßwasser, allgemeine Schonzeit nicht nur für Berufsfischer sondern auch für Angler.
Und wie immer gibt es genügend Leute, die aus guten Gründen gegen solche Aktionen bzw. Beschränkungen für Angler sind. Seien es die Brandungsangler, die sicher nicht zu Unrecht sagen das sie in der Brandung wohl kaum Laichdorsche erwischen werden, seien es die Kutterreedereien, die dann einen zweimonatigen Umsatzverlust zu verbuchen hätten, seien es diejenigen, die nicht glauben können, das Angler am Rückgang der Dorschbestände (mit) Schuld sein könnten , und, und, und..................
Wenn einzelne Angler für sich entscheiden, nicht gezielt auf Laichdorsch zu angeln, so finde ich das ehrenwert und absolut in Ordnung. Was es aber für den Dorschbestand wirklich bringen soll, per Aktion/Verband/Regelung für Angler Schonzeiten, höhere Mindestmaße oder Fangbeschränkungen zu fordern, konnte noch niemand schlüssig erklären.
Zum einen ist die Fangmenge der Angler eher (wenn auch nicht ganz) unerheblich. Und es spielen Faktoren mit, welche die Bestände viel eher als die gesamte Anglerschaft gefährden:
Klimaveränderung, fehlende Winterstürme, allgemeine Bestandsschwankungen und vor allem eine mehr als unglücklich zu nennende EU – Politik, welche die Berufsfischer dazu zwingt "untermäßige" Dorsche wieder zurückzuwerfen (und die sind nach der Prozedur im Netz schon tot) und damit noch mehr Dorsch zu fangen um die Quote ausschöpfen zu können. Da würde nur helfen die Mindestmaschenweite entsprechend hochzusetzen – aber mit Sicherheit nicht das zurückwerfen von Tonnen "untermassiger" Dorsche zwischen 35 und 38 cm (die ja bis vor kurzem noch massig waren!!).
Verbände springen inzwischen auch auf den populistischen Zug mit auf und machen keine Veranstaltungen zum Dorschangeln mehr während der Laichzeit. Das erinnert mich persönlich so ein bisschen an viele Beispiele, in denen Verbände mittels einer vor mir als "vorauseilendem Gehorsam" genannten Verfahrensweise in der Öffentlichkeit gut dastehen wollten und letztlich immer mehr und mehr oder weniger unsinnige Regelungen aufkamen, welche sicher nicht von Anglern gewünscht wurden.(Nachtangelverbot, Setzkescherverbot, c+r, die Reihe lässt sich problemlos fortsetzen).
Also soll man sich als Angler nicht drum scheren, ob der Dorsch überlebt??
Doch mit Sicherheit, auch ich persönlich gehe mit Sicherheit nicht gezielt auf Laichdorsche. Aber soll ich deswegen während der möglichen Laichzeit (Problem Schonzeit: Die lässt sich ja leider nicht genau eingrenzen) nicht mehr mit der Spinnrute vom Ufer, mit dem Bellyboat, mit dem kleinen Boot oder auch der Brandungsrute angeln gehen dürfen?? Nein, ich brauche nicht noch eine zusätzliche und in meinen Augen sinnlose Regelung die Angler weiter beschneiden (für den Bestand, moralisch/ethisch mag das was anderes sein).
Sinnvoll, und vor allem auch einfach zu kontrollieren wäre es doch aber, wenn man großflächig und ganzjährig Schongebiete ausweisen würde, in denen weder Angler noch Berufsfischer überhaupt anwesend sein dürfen.
Solche Gebiete hätten zudem den Vorteil, dass der gesamte Bestand in der ganzen Ostsee (wenn sie groß genug gewählt werden und an den richtigen Plätzen) davon profitieren dürfte - und somit sowohl die Berufsfischer, die Angler und nicht zuletzt die Tourismusbranche in den strukturschwachen Küstenregionen davon profitieren dürften.
Thomas Finkbeiner
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