Der Angler: ein Neider und Querulant ???
Der Angler: ein Neider und Querulant ???
Seit langer Zeit angle ich nun in den
deutschen Gewässern. Oft traf man gleichgesinnte am Wasser und man klönte über das angeln, dass Gewässer und
über die verschiedenen Methoden zu angeln. Alles war recht friedlich und Tipps
kamen immer gerne über die Lippen. Gegenseitiges Helfen war überhaupt kein
Problem, ob es beim slippen von Booten war oder Kescherhilfe. Auch wurden Haken
und Posen gegeben. Bei großen Fischen wurde gratuliert und klopfte dem Fänger
wohlwollend auf die Schulter.
Doch dann fing es an. Mitte Ende der Neunziger schlich sich der Computer in fast allen deutschen Wohnzimmern und mit ihm die Anonymität. Die ersten Anglerforen machten auf. Hier konnte man sich dann treffen zum chatten und klönen.
Doch je mehr Personen diesen Foren ihre Zeit widmeten um so erschreckender wurde klar, dass mit ihm der Neid und die Missgunst kam.
An bei einige Beispiele.
In einem online gestellten Bericht gab ein Meerforellenangler aus NRW an, dass er einen schönen Angeltag in Schleswig-Holstein an der Ostseeküste hatte. In seinem Bericht stellte er Fotos mit ein wo 4 schöne Meerforellen zu sehen waren.
An und für sich ein Grund, dem Angler zu gratulieren. Die ersten beiden Statements waren auch Gratulationen zum Fang. Doch schon die nächsten beiden Kommentare waren von Neid und Missgunst gespickt. Offen wurde da gefragt, wie er es wagen könnte, gleich 4 Meerforellen zu entnehmen, statt sich mit einer zu begnügen.
Beim Hinterfragen der Statements wurde geantwortet, dass eine Meerforelle pro Tag ja locker für einen Angler langen würde. Dazu bemerkt kam der Neider aus der Nähe der Ostseeküste. Schlappe 10 km hatte er zu fahren um sich seine Meerforelle zu fangen. Während der Angler aus NRW sich ärgerte weil er es sich nur erlauben konnte, 3-4 Mal zum Küstenfischen an die Ostsee zu kommen war ich mal am rechnen.
4 Touren an die Küste mal 4 Meerforellen waren 16 Stück. In meinen Augen ein durchaus gerechtfertigtes Ergebnis, dass dem Angler aus vollen Herzen zu gönnen. Weiter wusste ich, dass der Angler von der Küste 4-5 mal die Woche los war zum angeln. Das sollte ja bedeuten, das er ca. 20 mal im Monat los kam. Das wieder hochgerechnet an den Monaten September bis sagen wir mal April sind 8 Monate mal 20. Da kam ich doch auf glatt 160 Angeltage. Wenn nur am jeden zweiten Tag eine Meerforelle gefangen würde von dem Angler sind es doch schon 80 Meerforellen.
Darauf hin wagte ich es zu hinterfragen. Der gute Angler kam dann in die Puschen und beschimpfte mich dann, was mir einfiele ihn zu kontrollieren. Ich frage mich inzwischen ob ich etwas verkehrt gemacht habe.
Ein weiteres Beispiel.
Hier handelt es sich um einen Angler der sehr gerne auf Raubfisch mit der Spinnrute angelte. Eins musste man ihm lassen, er konnte sehr gut angeln bzw. verstand sein Handwerk. Er fing durchaus immer große Fische und in guter Stückzahl. Seine Berichte waren sehr schön verfasst und auch die Bilder waren hübsch anzuschauen. Dann kam es so wie es kommen musste. Zuvor waren einige andere User schon dabei ihn zu zerlegen und ihm Habgier und Gewissenlosigkeit gegenüber den Fischen vorzuwerfen. Nun gestand der Kollege, dass er einen guten Teil seiner Fänge wieder zurück gesetzt zu haben. Dies wurde durch einige anderen Angler auch bestätigt.
Kaum war diese Aussage getroffen, wurden die Messer gewetzt und das Kriegsbeil geschwungen. Eine Catch und Releasekrieg entstand. Auf das übelste beschimpft und niedergemacht sah sich der Angler gezwungen, in Zukunft möglichst keine Fangberichte zu veröffentlich oder seine Fangmeldung herunter zu schrauben. Interessanterweise waren auch Angler, die solche Threads wohl gerade zu suchen um andere glücklichen Angler und Fänger anzugreifen. Ich bekenne mich dazu, auch Fische zurück zu setzen.
Ein drittes Beispiel.
Ein Angler um die 40 Jahre fing seinen Traumhecht. Mit über 1,30 Meter und knappe 20 kg ein Traumfisch. In all den Jahren hatte er mal mehr und mal weniger seine Raubfische gefangen. Nun kam dieser Traumhecht in die Nähe seines Köders und schnappte auch zu. Nach langem Drill hatte der Angler endlich ermüdet, so das er ihn landen konnte. Glücklich über seinen Fang wurden Fotos gemacht und mit einem Bericht veröffentlicht.
Doch auch hier war die Fangmeldung kaum raus, fingen die ersten an zu labern, schimpfen und zu meckern. Warum sei dieses Tier getötet worden usw. Man möge an die Nachkommen denken usw.. Ich selber bin erst bei einem 117 cm Hecht angelangt und konnte mich aus vollem Herzen für den Angler mit seinem Giganten freuen. Ein Traumfisch, von dem fast alle Angler wohl ein Leben lang träumen werden.
Versteht mich jetzt bitte nicht falsch und vielleicht täusche ich mich ja auch, aber in meinen Augen werden einige Fangmeldungen gerade zu durchtränkt mit solchen neidischen und missgünstigen Äußerungen.
Die Mehrheit der Angler ist und bleibt ein netter Haufen, mit denen man gerne los fährt zum angeln. Aber durch die Anonymität im Internet wird vieles getrübt und einige nutzen dies um den Ruf der Angler den er mal hatte kaputt zumachen.
Auch erscheint es mir oft, dass viele Angler, von dem Fangerfolg der anderen gerade zu vom Neid zerfressen werden. Um sich einen inneren Reichsparteitag zu verschaffen, mäkeln sie dann in den Threads über den glücklichen Fänger her und zerstören so die Fangfreude.
Sehe ich es richtig? Es würde mich freuen, eure Meinungen zu hören.
Sven Matthiesen
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Kommentare
Dabei haben doch alle ein gemeinsames Ziel: Gute Fänge und entspanntes Fischen. Der Relaeser sieht die Bestände durch Kochtopfangler bedroht, der reine Kochtopfangler der Recht auf sein Fischmittagesse n.
Jetzt die Frage: Wie kriegt man einen gemeinsamen Nenner, um allen Fraktionen zumindest etwas entgegen zu kommen?
kurz und knapp: mit Verstand
Aber eine Lösung gibt es nur eine...... Der Kommentar von angler1996.