Neues vom Ferkelfahnder
Februarausgabe
Von kleinen Ferkeln und großen Sch(w)einchen...
Es ist, wie es ist. Auf zig Durchschnittsergebnisse kommt mal ein Außergewöhnliches.
Genauso geht das dem Karpfenangler beim Karpfenangeln, dem Ferkelfahnder beim Ferkelfahnden und dem Anglerboardmoderator beim Anglerboardmoderieren. Nur dass der Karpfenangler sich freut, wenn er seinen Karpfen fängt, der Ferkelfahnder seinen Spaß hat, wenn ihm ein Ferkelchen ins Netz geht, der Anglerboardmoderator aber keineswegs erfreut ist, wenn er tatsächlich mal einschreiten muss.
Jedoch getreu der Erfahrung, dass das Web einer
Schlangengrube gleicht und wahrscheinlich von einem hochversierten
Technikteufel erfunden wurde, um Satan einige zusätzliche Sünder ins Fegefeuer
zu spülen, gibt's auch im Anglerboard manchmal was richtig Außergewöhnliches zu
sehen.
Nicht nur auf den Fangfotos der einzelnen wenigen wirklich Erfolgreichen, nicht nur jeden Monatsanfang in der Liste der erwischten Ferkelchen, sondern im Zusammenhang mit diesem großen weiten Web, diesem Sündenpfuhl, dieser Brutstätte für Abzocker und zwielichtige Gestalten.
Vor wenigen Jahren noch wussten ganz viele schlaue Menschen, dass dieses Web nichts anderes ist, als die Lizenz zum Gelddrucken. Und die, die es wussten, aber nicht wussten, was diejenigen wussten, die wussten, wie das geht, wussten wenigstens, wer es wusste und kauften sich dumm und dämlich an entsprechenden Aktien. Kurze Zeit später waren sie es immer noch -ich meine dumm und dämlich- aber zumindest in einer Hinsicht schlauer, nämlich zu wissen, dass Aktien vielleicht doch nicht ganz so sicher sind und das Web vielleicht doch was anderes als die Goldgrube der modernen Wirtschaftswelt.
Heute, Jahre später, sind die Dummen von damals ausgestorben, genau genommen hat es sie nie gegeben (denn wer gibt schon gerne seine eigene Dummheit von früher zu). Sie wurden vielmehr ersetzt durch die Schlauen, die ja nie auf das Web reinfallen, und die ganz Schlauen, die immer noch meinen, das Web sei eine rechtlose Freihandelszone und deshalb sei alles erlaubt, was einem selbst irgendeinen Vorteil einbringt.
Denn eins ist geblieben, was schon zur Internethypezeit Bestand hatte. Werbung, Werbung, Werbung. Von allen wenigen Verbliebenen, die heute noch mit dem Web irgendwie Geld verdienen, haben über 90 Prozent etwas mit Werbung zu tun. Und auch da gibt's ein paar wenige Rechtschaffene, eine ganze Menge kleine Ferkelchen und einige richtig große Schweine, die nichts Illegales unversucht lassen, um abzusahnen.
Werbung bezahlt sich nämlich nur durch die Anzahl derer, die sie zu Gesicht bekommen, und dafür ist jedes Mittel recht. So kommen wir von den Schweinchen zu den Scheinchen. Richtig viele richtig große Scheinchen fließen nämlich beim Adressenhandel. Und um möglichst viele E-Mail-Adressen zu bekommen, gibt's doch die einfache - außerhalb des Webs aber streng verbotene - Methode des Kettenbriefes. Die Schlauen, die ja nie auf das Web reinfallen, werden somit wieder entlarvt als die Dummen, die es nur nicht merken (sich aber wundern, wenn die Mailbox vor Spam nur so überquillt). Und beim neuesten Trend, der Kettenwerbung nach dem Motto „Klicke hier drauf und verteile diesen Link, dann bekommst Du für jeden anderen, der hier klickt was Schönes", gibt es natürlich auch genügend Schlaue, die begeistert auf diesen Zug aufspringen.
Groß ist die Ernüchterung, wenn ihnen dann das berühmte Lichtlein aufgeht, dass sie nichts weiter sind, als das Mittel zum Zweck derer, die als große Schweinchen die vielen Scheinchen absahnen...
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, dass Ihr schlauer seid als jene dummen Schlauen - oder waren's jetzt schlaue Dumme??? mmh, egal... - Hauptsache Ihr wisst auch im Web, was Ihr tut und vor allem, was man Euch tut,
Euer Ferkelfahnder
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